[A-RP] "Von Dornen und Rosen" - Eine gilnearische Grafschaft erwacht…

Von Dornen und Rosen - Eine gilnearische Grafschaft erwacht

<Die Küsten Gilneas’ haben viele Geschichten gesehen. Geschichten von Helden und von Bettlern. Von Seeleuten, die niemals heimkehrten. Von Rittern, die auszogen, um Ruhm zu suchen, und von Familien, die Generationen überdauerten. Manche dieser Geschichten endeten mit Ruhm und Ansehen, während andere von Verlust erzählen .

Rosen wachsen selten dort, wo der Boden unberührt ist. Sie gedeihen zwischen Steinen, trotzen Wind und Wetter und tragen ihre Schönheit oft unmittelbar neben ihren Dornen. In jeder neuen Blüte keimt Hoffnung. Und jeder Dorn erinnert daran, dass nichts von Wert und Schönheit ohne Kampf und Beharrlichkeit bewahrt werden kann.

Innerhalb eines ganzen Lebens keimt manchmal neue Hoffnung auf. Und manchmal muss man seine Dornen zeigen, um auch steinige und schwere Zeiten zu überdauern. Dabei sind es nicht alleine Schlachten und Helden, die Geschichten von Blütezeit und Vergänglichkeit erzählen. Auch jene, die verwalten, Dinge mit ihren Händen erschaffen, Felder bestellen, Eide halten, Streit schlichten und Verantwortung tragen, sind Teil dieser Welt.

„Von Dornen und Rosen“ erzählt eben auch diese kleinen Geschichten. Von einem kleinen Adelshaus an den Küsten Gilneas’. Von Menschen, die ihrem Königreich dienen. Von Bündnissen und Freundschaften. Von Pflicht und Gemeinschaft. Von den Herausforderungen des Wiederaufbaus und von den Kämpfen die wir fechten um zu bewahren, was uns lieb und teuer ist. Von jenen kleinen und großen Worten und Handlungen, aus denen schließlich eine gemeinsame Geschichte entsteht.>

Vorwort

Die Gilde „Von Dornen und Rosen“ ist ein Rollenspielprojekt für Spieler, die Interesse an Hof-, Verwaltungs-, Diplomatie-, Militär- und Adelsrollenspiel innerhalb der Welt von Warcraft haben. Im Mittelpunkt steht dabei weder eine große Armee und auch keine aufstrebende Großmacht. Noch eine politische Organisation mit überregionalem Herrschaftsanspruch. Das zentral bespielte Haus Thorne versteht sich als vergleichsweise kleine Küstengrafschaft innerhalb Gilneas, deren Alltag von Verwaltung, Handel, Diplomatie und den Verpflichtungen gegenüber Krone und Bevölkerung geprägt wird. Das Projekt soll die Art von Geschichten ermöglichen, die zwischen Kriegen, Feldzügen und Katastrophen stattfinden. Jene Geschichten also, die zusammenschweißen, wenn gerade keine Weltuntergangsprophezeiung droht.

Mit einem verhältnismäßig kleinen und bodenständigen Ansatz wollen wir möglichst viele Aspekte auch tatsächlich ausspielen und uns nicht mit etlichen NSC behelfen.

Als separat vom Haus gehandhabtes, gildenübergreifendes und dauerhaftes Spielangebot dient der „Orden der Rose“. Ein Orden respektive eine Art exklusive Gesellschaft für Adelige, Offiziere und Gelehrte, die sich als ehrende und verbindende Institution innerhalb des gilnearischen und der alliierten Königreiche versteht. Eine nähere Erklärung erfolgt im Zuge dieses Beitrages.

I. Die Grafschaft

I. Die Grafschaft

Die Grafschaft Thornhaven, jüngst nach dem nun dort lebenden Hause benannt, liegt an der Küste Gilneas’ und verfügt über einen kleinen Hafen mit städtischer Ansiedlung, mehrere Dörfer, landwirtschaftlich genutzte Flächen und ausgedehnte Waldgebiete. Sie zählt weder zu den größten noch zu den reichsten Besitzungen des Königreiches und soll dadurch einen Rahmen für bodenständiges Rollenspiel ohne allzu große und häufige NSC-Aufblähungen bieten.

Die Grafschaft ist groß genug, um unterschiedliche Aufgaben und Ämter zu rechtfertigen. Gleichzeitig bleibt sie überschaubar genug, damit Entscheidungen und Ereignisse für die interne und externe Spielerschaft tatsächlich greifbar bleiben.

Während große Herrschaften häufig auf die Ebene der Reichspolitik blicken, beschäftigt sich eine Grafschaft mit den Fragen des täglichen Lebens. Handelsrouten müssen offen gehalten und neu erschlossen werden. Abgaben wollen organisiert werden. Versorgung, Infrastruktur und Sicherheit verlangen kontinuierliche Aufmerksamkeit. Streitigkeiten müssen geschlichtet und Kontakte gepflegt werden.

II. Selbstverständnis

II. Selbstverständnis

Die Familie sieht sich als Verwalter eines Lehens, das ihr von der Krone anvertraut wurde. Aus dieser Stellung ergeben sich Rechte, vor allem aber Verpflichtungen gegenüber Land, Leuten und Königreich. Die Grafschaft soll als lebendige Gemeinschaft funktionieren, in der unterschiedliche Charaktere gemeinsam an Problemen, Projekten und Geschichten arbeiten können.

Dabei spielt die Zusammenarbeit mit anderen Projekten ebenso eine zentrale Rolle, wie das Spiel innerhalb der Gilde. Haus Thorne versteht sich ausdrücklich nicht als abgeschlossene Gesellschaft. Das Haus sucht aktiv den Kontakt zu anderen Adelshäusern, Handelsgesellschaften, Organisationen, militärischen Verbänden und zivilen Projekten.

Empfänge, Verhandlungen, Handelsabkommen, gemeinsame Unternehmungen, Hilfsmaßnahmen, Feste oder diplomatische Besuche so wie kurze, lange, große oder kleine Plots, sollen ebenso zum Alltag gehören wie interne Angelegenheiten der Grafschaft selbst.

III. Was uns interessiert

III. Was uns interessiert

Jedes Rollenspielprojekt entwickelt mit der Zeit seine Schwerpunkte. Manche erzählen Geschichten großer Feldzüge. Andere konzentrieren sich auf Expeditionen, Magie oder den Kampf gegen die zahllosen Bedrohungen Azeroths. Haus Thorne interessiert sich auch für Geschichten, die zwischen diesen großen Ereignissen stattfinden.

Wie entsteht Vertrauen zwischen zwei Häusern? Wie entwickelt sich eine Handelsbeziehung? Wie reagiert eine Herrschaft auf eine schlechte Ernte, einen Überfall auf Händler oder einen Konflikt innerhalb ihrer Grenzen? Wer organisiert die Versorgung eines Hafens? Wer verfasst Verträge, führt Korrespondenz oder vermittelt zwischen unterschiedlichen Interessen?

Wir verstehen die Grafschaft also nicht als Bühne für eine einzelne Figur, sondern als gemeinschaftlichen Spielraum. Ein Hof lebt von seinen Beamten, Rittern, Soldaten, Gelehrten, Geistlichen, Händlern, Handwerkern, Gästen und Verbündeten. Entsprechend möchten wir Rollen fördern, die miteinander arbeiten, diskutieren, planen, verhandeln und gelegentlich auch scheitern dürfen.

Natürlich bleibt Warcraft Warcraft. Abenteuer, Reisen, Konflikte und Gefahren werden ihren Platz behalten. Die Grundlage des Projektes soll jedoch eine lebendige Gemeinschaft bilden, deren Geschichten auch dann weitergehen, wenn gerade kein neuer Weltuntergang bevorsteht.

IV. Struktur und Aufbau

IV. Struktur und Aufbau

Die Gräfin

An der Spitze des Hauses steht Gräfin Evelyn Margareth Thorne. Als Lehnsträgerin vertritt sie die Interessen der Krone innerhalb ihrer Grafschaft und trägt die letztliche Verantwortung für deren Entwicklung. Ihre Aufgabe besteht dabei weniger darin, jeden einzelnen Vorgang persönlich zu überwachen, als vielmehr darin, die richtigen Menschen an die richtigen Stellen zu setzen und Entscheidungen zu treffen, die langfristige Stabilität gewährleisten.

Parallel dazu führt Evelyn als Grand Dame den Orden der Rose. Beide Institutionen bleiben voneinander getrennt, stehen jedoch in engem Austausch. Dadurch entstehen zusätzliche Verbindungen zu Adelshäusern, Organisationen und Projekten innerhalb der Allianz.

Der Hofstaat

Einen wesentlichen Bestandteil des Projektes bildet der Hofstaat. Selbst vergleichsweise kleine Adelshäuser benötigen Verwalter, Berater, Schreiber, Geistliche, Spezialisten und Vertrauenspersonen, um ihren Aufgaben nachkommen zu können. Die spielbaren Ämtern des Hofstaates sind :

  • Seneschall als Stellvertreter der Gräfin und ausführende Kraft (derzeit belegt)

  • Kanzler für Verwaltung und Korrespondenz

  • Hafen- und Handelsmeister für wirtschaftliche Angelegenheiten (derzeit belegt)

  • Hofmagier für sämtliche magische Belange (derzeit belegt)

  • Hofkaplan für die geistlichen Bedürfnisse

  • Hofarzt für die Gesundheit von Haus und Hof (derzeit belegt)

Sollte sich eine gewisse Anzahl an Soldaten für das Projekt begeistern, behalten wir uns die Einführung eines Hauptmann oder vergleichbarem Offizier vor.

Darüber hinaus gibt es Raum für Chronisten, Gelehrte, Archivare, Kartographen, Verwalter, Herolde und viele weitere Rollen, die im alltäglichen RP aber vielleicht nicht immer auch ihre IC-Funktion ausleben können und manchmal auch einfache Trabanten der Familie sind.

Ritter, Wachen und Gefolge

Das Haus Thorne verfügt über keine große Armee. Die Grafschaft unterhält aber bewaffneten Kräfte, die für Schutz, Ordnung und die Erfüllung von Kriegsdienst zu gegebenen Umständen notwendig sind.

Die Ritter des Hauses übernehmen dabei weit mehr Aufgaben als den reinen Militärdienst und Schutz des Hauses. Sie begleiten diplomatische Reisen, vertreten die Interessen der Grafschaft auch eigenständig, führen Unterfangen durch, die Kampfkraft erfordern und dienen vielerorts als lokale Autoritäten. Durch treuen Dienst haben sie die Möglichkeit, einen Gutshof zugesprochen zu bekommen und ein eigenes Wappen zu führen.

Die Hausgarde sorgt für Sicherheit innerhalb der Besitzungen und begleiten die Herrschaft auf Reisen oder offiziellen Anlässen. Bei einem Ruf zu den Waffen dienen sie neben anderen gilnearischen Kräften im Kampfe.

Ergänzt werden sie durch freie Gefolgsleute, die sich nicht dauerhaft in Diensten befinden, aber dennoch Teil des Hauses gegen Lohn und Brot sind.

Dienerschaft und Hofpersonal

Ein Hof besteht aus deutlich mehr als nur aus hohen Ämtern und bewaffneten Kräften.

Kammerdiener organisieren den Alltag. Stallmeister kümmern sich um Tiere und Reisende. Köche und Hausdiener versorgen Gäste und Personal.

Auch solche und vergleichbare Rollen können innerhalb des Projektes ihren Platz finden, wenngleich wir auch hier vorab anmerken wollen, dass solche Konzepte ihre Arbeit zu Teilen auch im „Off“ verrichten und ähnlich wie kleinere Hofämter vielleicht nicht jeden Tag zum Zuge kommen. Wer aber darauf Lust hat, wird nach allen Möglichkeiten eingebunden.

V. Spielschwerpunkte

V. Spielschwerpunkte

Auch wenn sich gewisse Schwerpunkte je nach Spielerschaft entwickeln, so haben wir doch gewisse Themen allgemein im Blickpunkt. Wir möchten mit dem Projekt langfristiges Charakterspiel ermöglichen. Politische Gespräche, Verhandlungen, Handelsabkommen, gesellschaftliche Veranstaltungen und diplomatische Kontakte sollen ebenso Teil des Projektes sein wie regionale Krisen, Reisen oder kleinere Abenteuer in Form von internen Missionen oder konzeptübergreifenden Plots.

Besonderes Augenmerk liegt gerade für Letzteres auch auf der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaften. Ein anderes Haus benötigt Unterstützung oder veranstaltet ein Ereignis wie Turniere oder Bankette. Ein Hafen sucht neue Handelspartner. Eine andere Institution bittet um Hilfe. Ein Verbündeter benötigt Vermittlung und Unterstützung in einer schwierigen Angelegenheit.

All diese Situationen erzeugen Spiel, ohne dass dafür eine dämonische Invasion notwendig wäre.

VI. Rassen und Klassen

VI. Rassen und Klassen

Im Mittelpunkt des Projektes stehen Menschen aus Gilneas sowie deren Verbündete innerhalb der Allianz. Insbesondere Kul Tiraner, Menschen des Hochlandes, Sturmwinder, Zwerge, Gnome, Nacht- und Hochelfen lassen sich problemlos in das Konzept integrieren. Auch Fluchträger gehören selbstverständlich zur gilnearischen Identität, sofern sie sich selbst als Teil des Volkes verstehen.

Andere Allianzvölker sind grundsätzlich ebenfalls möglich, sollten jedoch einen nachvollziehbaren Bezug zu Gilneas, zum Haus Thorne oder zur Allianzpolitik besitzen. Konzepte mit für so ein Projekt stark außergewöhnlichem Hintergrund, insbesondere Todesritter, Dämonenjäger oder auch Dracthyr, passen nur in Ausnahmefällen zum Schwerpunkt des Projektes und bedürfen einer individuellen Absprache. Ein Todesritter, der die heutige Grafschaft seine ehemalige Heimat nennt und mystisch durch das Land schreitet und darüber wacht, ist sicherlich interessant. Findet im alltäglichen RP aber vermutlich weniger Spiel.

Hinsichtlich der Engine-Klassen bestehen nur wenige Einschränkungen. Entscheidend ist letztlich die Einbindung der Figur in das Konzept, egal ob der IC-Hofmagier in der Engine Hexenmeister, Jäger oder Krieger ist. Aus optischen Gründen eigenen sich lediglich Todesritter und Dämonenjäger weniger für eine andere IC-Rolle.

Grundsätzlich empfehlen wir jedem Interessenten, sich vorab eine einfache Frage zu stellen:
„Was könnte mein Char in einem solchen Projekt wollen? Was möchte ich dort bespielen?“.

VII. Der Orden der Rose

VII. Der Orden der Rose

„Von Dornen und Rosen“ endet nicht an den Grenzen der Grafschaft.

Während Haus Thorne den Rahmen für Hof- und Grafschaftsspiel bildet, verfolgt der Orden der Rose einen deutlich offeneren Anspruch.

Der Orden versteht sich als gildenunabhängige Institution, die Charaktere unterschiedlicher Häuser, Organisationen und Hintergründe miteinander verbindet. Wo die Grafschaft einen festen Ort bietet, schafft der Orden ein Netzwerk.

Seine Wurzeln reichen tief in die Geschichte Gilneas’ zurück. Über Generationen hinweg diente der Orden als Zusammenschluss jener Männer und Frauen, die sich durch Dienst, Loyalität und Verantwortung ausgezeichnet hatten. Mit dem Fall Gilneas verschwand auch der Orden weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Seine Traditionen, Eide und Ideale jedoch überdauerten.

Heuer erlebt der Orden eine neue Blüte.

VII.1 Selbstverständnis und Spielansatz

Der Orden der Rose versteht sich als aristokratische Gemeinschaft innerhalb der Allianz und weder als klassischer, reiner Ritterorden geschweige denn als Vereinigung unter dem heiligen Licht.

Seine Mitglieder stammen aus unterschiedlichen Regionen und gesellschaftlichen Stellungen. Einige verwalten eigene Lehen. Andere dienen als Offiziere, Gelehrte, Diplomaten, Geistliche oder eben weltliche Ritter. Wieder andere verfügen über keinerlei weltliche Macht und haben sich ihren Platz allein durch ihre Leistungen verdient.

Der Orden soll Begegnungen ermöglichen, die außerhalb klassischer Gildenstrukturen oft nur schwer zustande kommen. Adelige treffen auf Offiziere. Gelehrte auf Heerführer. Diplomaten auf Magier. Langjährige Weggefährten auf neue Bekanntschaften.

Aus diesen Begegnungen entstehen dann Gespräche, Bündnisse, Projekte und weitere Geschichten für das gemeinsame Spiel.

Dabei besitzt der Orden keine eigene Armee, keine territorialen Besitzungen und keine eigene, staatliche Autorität.

Der Orden kann Häuser miteinander in Kontakt bringen. Er kann Hilfe organisieren. Er kann vermitteln, beraten, unterstützen und koordinieren. Er kann Menschen zusammenführen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, obwohl sie unterschiedlichen Organisationen angehören.

Empfänge und Versammlungen gehören ebenso dazu wie diplomatische Missionen, gemeinsame Reisen, karitative Unternehmungen, festliche Zeremonien oder die Unterstützung von durch den Orden verknüpften Projekten und Einzelspielern. Mal stehen politische Gespräche im Vordergrund, mal persönliche Geschichten einzelner Charaktere. Manchmal genügt bereits ein Brief, um eine neue Handlung in Bewegung zu setzen.

VII.2 Wer kann teilnehmen?

Der Orden richtet sich ausdrücklich nicht ausschließlich an den Adel. Natürlich finden sich unter seinen Mitgliedern verhäuft Ritter, Damen, Lords, Ladies und andere aristokratische Würdenträger. Ebenso willkommen sind jedoch Offiziere, Gelehrte, Verwaltungsbeamte, Geistliche, Diplomaten oder Personen, die sich auf andere Weise um Gilneas oder die Allianz verdient gemacht haben.

Auch die Herkunft spielt eine untergeordnete Rolle. Zwar bleibt der Orden fest in gilnearischer Tradition verwurzelt, doch seine Tore stehen Verbündeten aus den Reihen der Allianz offen. Wer Freude an langfristigen Beziehungen, gemeinschaftlichem Charakterspiel, höfischer Kultur, Ritterlichkeit, Diplomatie oder institutionsübergreifenden Geschichten hat, findet im Orden der Rose eine Anlaufstelle.

Ferner sei an dieser Stelle noch einmal betont, dass dieses Projekt ein Angebot unabhängig von Gilden und Zugehörigkeiten ist.

VII.3 Rangstruktur des Ordens

Wie jede traditionsreiche Gesellschaft verfügt auch der Orden der Rose über eine eigene Rangordnung. Diese dient in erster Linie der Organisation von Verantwortung, Repräsentation und innerer Ordnung. Sie stellt ausdrücklich keine allgemeine gesellschaftliche Hierarchie dar und ersetzt oder vergibt weder weltliche Titel noch militärische Dienstgrade. Ein Graf bleibt Graf. Ein Baron bleibt Baron. Ein Hauptmann bleibt Hauptmann.

Innerhalb einer Ordensversammlung treten die Mitglieder jedoch zunächst als Brüder und Schwestern des Ordens zusammen. Dort gelten die Ordensränge als gemeinsamer organisatorischer Rahmen.

An der Spitze des Ordens steht die Grand Dame of the Rose beziehungsweise der Grand Knight of the Rose (Großdame oder Großherr der Rose).

Dieses Amt trägt die Gesamtverantwortung für den Orden und stellt, um einen neuzeitlichen Vergleich zu verwenden den „Präsidenten des Vereins“ dar. Die Grand Dame wacht über Traditionen, Aufnahmen, Zeremonien und die Wahrung der Ideale des Ordens. Sie repräsentiert den Orden nach außen und fungiert als letzte Instanz in Fragen der Ordensangelegenheiten. Derzeit wird dieses Amt von Gräfin Evelyn Thorne ausgeübt.

Unterhalb dieser Ebene stehen die High Dame of the Rose beziehungsweise der High Knight of the Rose (Hohe Dame oder Hoher Herr der Rose).

Hierbei handelt es sich um erfahrene und besonders verdiente Mitglieder, die innerhalb des Ordens zusätzliche Verantwortung übernehmen. Sie unterstützen die Leitung des Ordens, begleiten Aufnahmeverfahren, koordinieren Unternehmungen und vertreten die Grand Dame bei Bedarf.

Die nächste Ebene bilden die Dame of the Rose und der Knight of the Rose (Dame oder Ritter der Rose).

Diese Mitglieder stellen den eigentlichen Kern des Ordens dar. Sie haben den Eid der Rose abgelegt, besitzen die volle Ordenswürde und tragen die Traditionen des Ordens aktiv nach außen. Sie vertreten den Orden auf Reisen, bei diplomatischen Anlässen oder innerhalb gemeinsamer Unternehmungen.

Darunter folgen die Companions of the Rose (Gefährten der Rose).

Companions sind anerkannte Mitglieder des Ordens, die bereits aktiv am Ordensleben teilnehmen, jedoch noch nicht die volle Ritterwürde der Rose erhalten haben. Viele von ihnen befinden sich auf dem Weg zur späteren Erhebung in den Ritterstand des Ordens. Andere verbleiben bewusst auf dieser Stufe und leisten dennoch wertvolle Dienste für die Gemeinschaft.

Die unterste Stufe bildet der Aspirant of the Rose (Anwärter der Rose).

Aspiranten befinden sich in einer Phase des gegenseitigen Kennenlernens. Sie nehmen am Ordensleben teil, begleiten Unternehmungen und sammeln Erfahrungen innerhalb der Gemeinschaft. Diese Zeit dient gleichermaßen der persönlichen Entwicklung wie der Prüfung, ob die Werte und Ziele des Ordens zu den eigenen Vorstellungen passen. Sie benötigen mindestens 2 Fürsprecher, um schließlich fest in den Orden aufgenommen und vereidigt zu werden.

Ein Aufstieg innerhalb der Rangstruktur erfolgt grundsätzlich nicht durch Antrag oder Anspruch, sondern durch Anerkennung von Dienst, Verantwortung und gezeigtem Charakter. Zudem liegt es stets im Ermessen der Großdame, ob und in welchem Rang ein neues Mitglied bei Vereidigung aufgenommen wird.

(OOC-Anmerkung: Ob die Ränge IC in ihrer englischen oder deutschen Form verwendet werden, obliegt dem persönlichen Geschmack. Weder ist das eine falsch, noch das andere einzig richtig. Im Kontext und der Immersion des Projektes hielten wir anglikanische Begrifflichkeiten für passend. Wir können aber auch verstehen, wenn einzelne Spieler das nicht möchten und bieten daher eine eingedeutschte Alternative.)

Die Struktur und das Bildnis des Ordensprojektes orientiert sich an europäischen Ritter- und Verdienstorden wie dem Order of the Garter oder dem Order of the British Empire, ist jedoch bewusst in die Eigenlogik Azeroths übertragen und dort in eine eigenständige gilnearische Tradition eingebettet. Eine weitere große, spielerisch sinnvolle Abwandlung ist, dass der Orden nicht durch den Monarchen selbst tituell geführt wird.

VII.4 Die Legende der Ewigen Rose - Der Ursprung

Die älteste Überlieferung des Ordens der Rose erzählt von einer einzigen Blume.

Ob die Geschichte wahr ist, vermag heute niemand mehr mit Gewissheit zu sagen. Doch sie wird seit Generationen weitererzählt und gilt bis heute als Gründungslegende des Ordens.

Damals, viele Jahrhunderte vor dem Fall Gilneas im Kataklysmus, so berichtet die Überlieferung, wurde ein kleiner Landstrich des Königreiches von Krieg, Krankheit und Missernten heimgesucht. Die lokalen Herren stritten untereinander um Rechte, Grenzen und Abgaben, während die einfachen Menschen die Folgen zu tragen hatten.

In jener Zeit lebte eine junge Adelige, deren Name in den verschiedenen Fassungen der Legende unterschiedlich überliefert wird. Einige nennen sie Rosamund. Andere sprechen von Lady Rowan.

Die junge Frau soll weder durch besondere Schönheit noch durch außergewöhnliche Kampfkunst bekannt gewesen sein. Es waren Mut und die Courage zu helfen, die ihren Namen für die Ewigkeit bewahrten.

Während andere flohen oder ihre eigenen Interessen verfolgten, kümmerte sie sich um Verwundete, organisierte Nahrung und vermittelte zwischen verfeindeten Höfen und Familien. Viele Jahre soll sie auf diese Weise gedient haben, bis schließlich Frieden einkehrte.

Als sie eines Tages starb, fand man auf ihrem Grab eine einzelne tiefrote Rose. Mitten im Winter. Niemand wusste, woher sie gekommen war. Auch als der Frühling kam, verwelkte sie nicht. Als der Sommer verging, verlor sie kein Blatt. Auch im nächsten Winter blieb sie unverändert. Die Kunde davon verbreitete sich rasch. Pilger, Ritter, Geistliche und Adelige reisten an, um das Wunder zu sehen. Manche hielten es für einen Segen des Heiligen Lichts. Andere vermuteten natürliche Ursachen. Wieder andere sprachen von einer Prüfung des Glaubens.

Jahre später wurde die Rose vorsichtig aus ihrer Erde genommen und in einem gläsernen Reliquiar verwahrt. Dort soll sie bis heute unverändert ruhen. Weder gewachsen, noch verwelkt.

Die Gründer des späteren Ordens wählten die Rose und diese Legende zu ihrem Symbol und Selbstbild. Wegen dem, wofür die Überlieferung ihrer Auffassung nach stand. Hoffnung, Würde und den Mut, auch in schweren Zeiten einander zu helfen, statt nur auf sich selbst zu achten.

Ob die legendäre Rose tatsächlich existiert oder ob die Geschichte über die Jahrhunderte ausgeschmückt wurde, bleibt offen. Doch wenn neue Mitglieder ihren Eid ablegen, geschieht dies traditionell vor einem gläsernen Reliquiar, in dem sich eine einzelne rote Rose befindet. Und niemand kann mit letzter Sicherheit sagen, wie alt sie wirklich ist.

Die Weise von Lady Rowan

Wenn Winter fiel auf Gilneas’ Land
und Sturm die alten Hallen fand,
als Bruder wider Bruder stand,
da hielt sie noch des Lichtes Hand.

Wo Rosenheck und Dornengang
vom Krieg verstummt seit Jahren lang,
trug sie den Kelch, trug sie das Band,
und heilte Herz wie Königland.

Als einst sie nun zur Ruhe sank
und man ihr Grab mit Tränen fand,
erblühte dort in Frost und Nacht
ein rotes Röslein voller Pracht.

Kein Frühling ließ ihr Antlitz welken,
kein Sommer ihre Blätter kränken,
kein Herbst nahm Farbe, Duft und Schein,
als hütete das Licht sie fein.

So spricht man heut in manchem Saal,
bei Kerzenschein und Abendmahl:

„Wo Dornen wachen, schläft sie nicht.
Wo Treue lebt, verweilt ihr Licht.
Solang die Rose blühen mag,
vergessen wir nicht ihre Tat.“

Zusammenfassung und Kontakt

VIII. Zusammenfassung und Kontakt

Haus Thorne ist ein gilnearisches Adels- und Hofprojekt innerhalb des Warcraft-Rollenspiels. Im Mittelpunkt stehen Verwaltung, Diplomatie, Handel, Rittertum, Militär, höfisches Leben und die alltäglichen Herausforderungen einer vergleichsweise kleinen Küstengrafschaft im wiedererstarkenden Königreich Gilneas.

Wir bespielen bewusst keine aufstrebende Großmacht und keine riesige Militärorganisation. Stattdessen möchten wir einen glaubwürdigen Rahmen für langfristiges Charakterspiel schaffen, das tatsächlich ausgespielt und nicht zu 90% über NSC-Emotes aufgeblasen wird. Entscheidungen sollen greifbar bleiben. Beziehungen sollen wachsen können. Geschichten sollen sich durch das RP entwickeln dürfen.

Gesucht werden Charaktere unterschiedlichster Hintergründe. Verwaltungsbeamte, Ritter, Händler, Gelehrte, Geistliche, Hofbedienstete, Militärs, Magier, Handwerker, Gefolgsleute und natürlich auch andere Adelige finden innerhalb des Projektes ebenso Platz wie Besucher, Verbündete und diplomatische Kontakte.

Parallel dazu existiert mit dem Orden der Rose zu Gilneas ein eigenständiges, gildenunabhängiges Spielangebot.

Der Orden versteht sich als traditionsreicher Ritter- und Verdienstorden gilnearischer Prägung, der Charaktere unterschiedlicher Häuser, Organisationen und Hintergründe sowie Einzelpersonen miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Dienstbereitschaft, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung.

Beide Konzepte ergänzen sich. Sind grundsätzlich jedoch getrennt zu betrachten. Ein Mitglied des Ordens ist zu keiner Zeit Mitglied oder Untergebener des Hauses Thorne.

Haus Thorne bietet einen festen Ort, einen Hofstaat und eine lebendige Grafschaft, während Der Orden der Rose eine institutionsübergreifende Gemeinschaft bietet, die Verbindungen zwischen Häusern, Organisationen und einzelnen Charakteren schafft.

Wer Interesse an langfristigem Charakterspiel, glaubwürdigen Beziehungen, höfischer Kultur, Ritterlichkeit, Diplomatie, Verwaltung, Handel oder gemeinschaftlich erzählten Geschichten hat, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen.

Kontakt

Ingame ist meine Wenigkeit der direkte Ansprechpartner:
Evthorne / Evelynthorne / Ethorne

Alle anderen Gildenmitglieder geben euch auch gerne erste Auskunft oder verweisen an mich.

Außerhalb des Spiels könnt ihr über unseren Discordserver Kontakt aufnehmen. Sei es für Interesse an Mitgliedschaft, Wahrnehmen von Spielangeboten oder Rückfragen und sonstige Kontaktaufnahme.

https://discord.gg/YXN7u6ZurR

Wir freuen uns auf gemeinsames Spiel und hoffen so einige demnächst im Spiel zu lesen!

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Die ersten Tage sind ins Land gegangen. Wir konnten mehrere Spieler für das Projekt begeistern und freuen uns auf weitere Geschichten, die durch das RP entstehen.

Das nächste Kapitel, wenn man so will, ist Die 14. Große Wollmesse von Hohenwacht - #29 von Aguran-658186 , wo wir auf gute Bekannte, alte Freunde und sehr gerne auch auf neue Bekanntschaften stoßen.

Die Wollmesse ist einfach jedes Jahr ein Highlight und fegt Sturmwind komplett leer. Umso mehr freut es uns, dabei sein zu können. Im nächsten Jahr dann auch mit Anmedlungen zu den Wettbewerben!

Liebe Grüße

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Ein Blick zurück…

*Möglichst leise ließ Evelyn die Tür ins Schloss fallen und lehnte sich für einen Moment von innen dagegen, schloss das noch intakte Augen und atmete tief durch. Draußen in den Fluren rannten noch immer einige dieser Biester umher. Einige ihrer schwarzbraunen Haarsträhnen klebten ihr im schweißnassen Gesicht. Ihre Nase pochte und aus den Nasenlöchern quoll in kleinen Schüben noch immer etwas Blut, während anderes bereits an der Haut getrocknet war. Die rechte Hälfte ihres Gesicht brannte von drei vertikal verlaufenen, unschönen Wunden, die von einer wilden Klaue stammen mussten. Das rechte Auge selbst? Blind. Der Augapfel aufgeschlitzt und die gesamte Region blutüberströmt. Vorsichtig fasste sie sich mit zwei Fingern an die Nasenwurzel und zischte, indem sie scharf Luft durch die Zähne einzog. „Verfluchte Sch**ße.“, raunte sie sich selbst zu. Und doch war der Preis der gebrochenen Nase und des verlorenen Auges ein sehr günstiger, war sie dafür knapp dem Biss einer dieser Bestien entkommen und verschanzte sich nun in einer der vielen Stuben des königlichen Postamtes, während draußen Schreie und andere Geräusche des Kampfes zu hören waren. Durchatmen. Sich sammeln. Und dann? „Entkommen. Ich muss hier raus.“, dachte sie. Doch wie? Ihre Bewaffnung war auf ein Minimum geschrumpft. Sie hatte sämtliche Kugeln verbraucht. Ihr blieb nurmehr ihr Rapier, das mehr zur Zierde als zum tatsächlichen Kampf diente und ein paar Papierpatronen mit Schwarzpulver. Die linke Epaulette hing durch einen missglückten Hieb eines Worgen in Fetzen und an Verpflegung hatte sie in all der Hektik bei weitem nicht gedacht. Sie sah sich im Zimmer um. Im Kamin war das Feuer beinahe heruntergebrannt, was der Beleuchtung im Zimmer bei Nacht nicht gerade zuträglich war. Immerhin war damit der Verdacht geringer, jemand würde sich noch im Zimmer befinden. Sie begann damit, den Raum zu durchsuchen*

Welcher Beamte auch immer hier gearbeitet hatte, würde ihr nun hoffentlich helfen können, indem sie sich an seinen Habseligkeiten bediente. Essen, Waffen, irgendwas. Doch zu ihrer Enttäuschung fand sie nur eine Kugelzange, ein paar abgerissene Uniformknöpfe und etwas Kleingeld. Auf der Fensterbank standen kleine Zinnsoldaten nach gilnearischem Vorbild. Fein gegossen mit Uniformrock und Gewehr. Aufgereiht wie an der Schnur gezogen. Plötzlich hatte Evelyn einen Einfall. Sie griff die kleinen Figuren, etwa ein Dutzend an der Zahl. Sie ging zum Kamin und pustete die Asche etwas von der Glut, fachte sie durch ihren Lufthauch etwas weiter an und begann damit jeden einzelnen der Soldaten einzuschmelzen und mithilfe der Kugelzange zu einem Geschoss zu pressen. Sie lud ihre Pistole neu vor und war bereiter denn je dem Chaos zu entkommen. Ihre Nase hatte inzwischen aufgehört zu bluten, machte sich aber durch ein stetes Pochen weiter bemerkbar. Das musste nun warten. Und selbst wenn es am ende eine krumme Nase geben würde: sie sähe damit sicherlich draufgängerisch aus, dachte sie sich. Insbesondere im Zusammenspiel mit dem Auge. Sie öffnete das Fenster und sah hinab. Unter ihr befanden sich die Stallungen im Hinterhof des Amtsgebäudes mit ihren Strohdächern. Wenige der Tiere, Pferde und Greifen die für den Kurierdienst genutzt worden waren, waren noch angebunden und versuchten in dem Lärm vergeblich sich von ihren zu Fesseln gewordenen Geschirren zu befreien. Von der Stube aus ging es etwas mehr als 3 Meter in die Tiefe, ehe sie auf einem der Dächer aufkommen würde. Das Risiko wagen? Oder zurück durch die Tür und sich den Weg freischießen, während die Gefahr bestand dadurch noch mehr Bestien anzulocken. Die Lösung lag auf der Hand. Evelyn stieg auf die Fensterbank, peilte noch einmal die Lage und sprang in die Tiefe auf die Dächer der Stallungen…

Sie schreckte auf. Das Gefühl zu fallen hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Aus diesem Traum. Ein Traum, der leider viel zu wahr und ein Teil ihrer Erinnerungen an ihre Flucht aus Gilneas war. Schon damals hatte sie im gilnearischen Verwaltungsapparat gedient, hatte als eine der jüngsten Postmeisterinnen jemals ihre ersten Erfahrungen gesammelt und sah sich durch die Ereignisse in Gilneas jäh einer großen Gefahr ausgesetzt, die sie - aus behütetem, gut betuchtem Hause stammend - so nie erlebt hatte. Jetzt, da sie erneut öfters die Uniform einer hohen Beamten der Krone trug und vor einiger Zeit die Adelswürde und damit verbundene Orden erhalten hatte, dem Damals auch physisch so nah wie lange nicht mehr, erinnerte sie sich öfter an diese Zeit vor Jahren. Hier in diesem ihres Standes und Amtes würdigen Anwesen in der frisch belehnten Grafschaft, fühlte sie sich zum ersten Mal seit Langem zuhause.

Dabei war der Weg von jenem Tag in Gilneas bis heute kein einfacher und vor allem ein vielseitiger… Nach der Flucht aus Gilneas hatte sie ihr Amt, ihre Würde und all ihr Habe verloren. Ihre Familie? Vermutlich tot. Bestenfalls verschollen. Ihr Verlobter? Seit dem Morgen an jenem Tage nie wieder gesehen und seinen Namen nie wieder gelesen. Eine ganze Weile begleitete sie ein „schwarzer Rabe, der seine dunklen Schwingen um sie legte“, wie sie das Gefühl selbst oft erklärte. An manchen Tagen lag sie nur in ihrem Bett in diesem kleinen Häuschen in Darnassus und starrte den Baldachin aus Mondstoff an. Schwieg, wenn man sie ansprach. Lehnte Hilfe, Gespräche und Essen ab. An anderen Tagen ertrank sie ihre Trauer und auch den neu gewonnen Hass auf wilde Worgen und insbesondere die Verlassenen in Mondbeerensaft und Tropfen, die aus der Heimat gerettet werden konnten. Es dauerte ein ganzes Jahr, in dem sie mehr und mehr durch die nachtelfischen Verbündeten und überlebende Landsleute aufgebaut wurde. Physische und auch psychische Wunden verheilten. Doch drei senkrechte, beinahe parallel verlaufende Narben über ihrer rechten Augenpartie und vor allem der Verlust des Augenlichtes auf dieser Seite blieben.

Während einer Anstellung auf einem Linienschiff eines gilnearischen Adelshauses, das inzwischen von den tiranischen Inseln operierte, kehrte sie schließlich in ein Amt auf Festland zurück. Erst als Schreiberin am Hofe, dann als Ratsdame und später als Kanzlerin während des vierten Krieges infolgedessen sie von der gilnearischen Krone ausgezeichnet und geadelt wurde und in ein offizielles Amt in Sturmwind erhoben wurde um in den Räten und Parlamentern der Allianz als Atachée das Heimatkönigreich zu vertreten. Hier war sie nicht die Stimmgewalt des Königreiches. Aber eine eifrige Arbeiterin in den aristokratischen, oft steilen und verwachsenen „Weinbergen“ und auf dem politischen Parkett. Zuhören, schreiben, etwas wissen bevor andere es taten. Beinahe wie damals. Beinahe, als hätte sich ein Kreis geschlossen. Unlängst entschieden verantwortliche Organe, Vertreter in Heimatnähe einzusetzen. Evelyn wusste nicht, ob sie dankbar und stolz, oder aber besorgt sein sollte, dass die Wahl jemanden zu ernennen auf sie fiel. Sie hatte Fragen. Aber vor allem hatte sie den Entschluss gefasst, diese Order als Chance zu sehen. Vielleicht konnte sie mit der Zeit mehr sein, als ein Name unter vielen. Mehr als ein kleines, wenngleich wichtiges Zahnrad. Doch sie hatte sich geschworen stets mit Vorsicht, Voraussicht und einem geschickten Händchen zu agieren. Sie war sich bewusst, dass Privilegien und Ämter auch mit großer Verantwortung einher gehen. Das wusste sie aus der Erfahrung der letzten Jahre und dem Kommen und Gehen von Namen, Häusern und Rängen, welches sie allzu oft beobachten konnte.*

Ein Blick nach vorne…

Unser Projekt wächst und erfreut sich an Interessenten und auch projektübergreifenden Konakten. Inzwischen sind mehr als zwei Wochen seit dem Start des Projekts vergangen und wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns für das durchweg positive Interesse zu bedanken.

Der Hofstaat nimmt zunehmend Gestalt an. Mehrere Schlüsselpositionen konnten bereits besetzt werden. Ebenso freut uns, dass bereits erste Kontakte und gemeinsame Spielansätze mit anderen Projekten entstanden sind. Die vergangene Wollmesse kam da für uns zur rechten Zeit und wir möchten auch hier Danke sagen für die Dinge, die wir erleben durften und die Kontakte, die wir erschließen konnten.

Ein besonderer Dank gilt da dem veranstaltendem Haus van Haven/Adler von Arathor, die so ein großes Event jedes Jahr aufs neue ermöglichen. Und auch unseren Freunden von der Dockbrennerei Winfield, die uns reichlich bewirtet haben.

Auch hinter den Kulissen wird kontinuierlich weitergearbeitet. In den vergangenen zwei Wochen sind zahlreiche Hintergrundtexte entstanden, weil jeder Spieler und jede Spielerin bei uns die Freiheit hat, mitzuwirken. Ob es dabei die eigene Geschichte ist, die man ausbaut und damit Spiel schafft, oder ob es kleine aber feine Details sind. Von einem simplen IC-Dokument bishin zu Erlebnissen und Kurzgeschichten im “Off”. Alles trägt dazu bei, Thornhaven möglichst greifbar wirken zu lassen. Manches davon mag erst mal trivial wirken. Man mag meinen, dass es kaum oder gar nicht gebraucht wird. Aber uns ist es eine Freude, einer Spielwelt zusätzliche Tiefe zu verleihen. Auch mit kleinsten Dingen und Details.

Für die Zukunft stehen bereits einige Ideen auf unserer Liste. Neben kleineren internen Handlungssträngen möchten wir mittelfristig auch öffentliche Veranstaltungen anbieten. Ein Hafenfest in Thornhaven befindet sich bereits in der Planung. Eine Terminierung steht noch in den Sternen und wird mit anderen Event-Organisatoren abgestimmt werden. Auch darüber hinaus möchten wir den Austausch mit anderen Projekten weiter ausbauen.

Wer Interesse an Hof-, Verwaltungs-, Diplomatie-, Handels-, Ritter- oder klassischem Gesellschaftsrollenspiel hat, ist jederzeit herzlich eingeladen, uns anzusprechen oder einfach einmal unverbindlich vorbeizuschauen. Neue Gesichter sind bei uns ebenso willkommen wie langjährige Rollenspieler, die nach einer neuen Heimat oder einfach nach neuen Kontakten suchen.

Nachdem der Hofstaat bis auf einen Priester oder Paladin für geistliche Belange tatsächlich bereits sehr gut bespielt wird und ineinandergreift, liegen unsere Gesuche nun vor allem bei:

  • Rittern für das Haus
  • Weiteren Adeligen und Trabanten, die in der Grafschaft ein Amt ausfüllen möchten
  • Militärischen Konzepten
  • Einfachen Rollen wie Handwerker oder Dienerschaft

Wir freuen uns auf alles, was Thornhaven in den kommenden Wochen und Monaten noch wachsen lässt und wünschen allen ein schönes Wochenende.

”Von Dornen und Rosen”.

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