📯 [H(open) RP/PvE, PvP] Donnerblutklan

:postal_horn: Der Donnerblutklan :drop_of_blood:

Gegründet am 13.01.2019
Server: Kult der Verdammten
Fraktion: Horde


Auf Eurem Weg durch die Lande könnt Ihr in der Ferne den Rauch eines Lagerfeuers erhaschen. Lasst es schier Neugier sein, welche Euch näherkommen lässt, um zu sehen, was sich dort befindet. Schritt für Schritt ist mehr wahrzunehmen: Der Geruch von würzigem Fleisch, Stimmengewirr verschiedenster Herkünfte und schließlich lautes Gelächter und eine ausgelassene, heitere Stimmung. Nun könnt Ihr die Szenerie auch bildlich verfolgen, die Euch offenbart: Eine gesellige Truppe aus Orcs, Blutelfen und anderen Mitstreiter der Horde, die gemütlich um die Lagerstelle sitzen und das Zusammensein preisen. Rasch wenden sich die Blicke zu den beiden Orcs in traditionsbewussten Rüstungen, die Euch mit einem freundlich gesonnenen Handwink einladen, ihnen Gesellschaft zu leisten.

„Mok´ra! Wir sind der Donnerblutklan.“


:footprints: Unsere Wurzeln :seedling:

Einst als reiner Orc-RP-Klan gegründet, standen schamanische Traditionen und Rollenspiel im Mittelpunkt unseres Wirkens.

Die Zeiten haben sich gewandelt; und wir mit ihnen. Heute sind wir eine offene, gemütliche Feierabendgilde für alle Hordenspieler, die Wert auf Gemeinschaft, Humor und respektvollen Umgang legen.

Das Rollenspiel lebt bei uns weiter, ist jedoch kein zwangsläufiges Muss mehr, sondern eine Option für jene, die es lieben und pflegen.


:fire: Was Euch erwartet :busts_in_silhouette:

:drop_of_blood: Ein freundliches Miteinander (auch im Voice-Chat)
:drop_of_blood: Spaß an Retail mit all seinen Facetten und (auch eigene, regelmäßige) Features (z.b. Housing-Deko-Jagd, Mountfarming, RP, PVE und PvP, …)
:drop_of_blood: Eigener, belebter Discordserver mit freundlich, frecher Gaming-Community
:drop_of_blood: Twitch Kanal und live streaming


Serverübergreifender Beitritt ist nun möglich! Wir spielen, lachen und wachsen gemeinsam!

Ob alter Veteran, frischer Rekrut oder Rückkehrer der Horde; wenn Ihr Euch angesprochen fühlt, schaut vorbei und gesellt Euch gerne zu uns!

Aka´magosh,

Dabu`ka Donnerblut :drop_of_blood:


Ansprechpartner:

Dabuka - Kult der Verdammten
Urmug - Kult der Verdammten

Khanari - Die Aldor
Dâbuka - Die Aldor

Wir freuen uns auf ein freundliches Zusammenspiel unser aller gemeinsamen Freizeitbeschäftigung World of Warcraft!

Für die Horde! :postal_horn: :wolf:

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:postal_horn: Trommeln hallen durch das Dorf des Donnerblutklans :drum:

Hört den Ruf der wilden Jagd!

Mok´ra!

In den Schatten der neuen Landen wurden geheimnisvolle Glyphen entdeckt; Relikte vergessener Macht! Wer sie alle findet, so heißt es, darf ein seltenes Reittier sein Eigen nennen: den stolzen Purpurdrachenfalken.

Daher zieht die Gemeinschaft heute ungefähr ab der zweiten Stunde nach der Mittagszeit (ca. 14 Uhr) los, diese Glyphen gemeinsam aufzuspüren. Der Weg wird weder schnell, noch einfach sein. Vielleicht verlieren wir ab und an eine Fährte, oder den einen oder anderen des Trupps selbst. Zusammen lachen werden wir allemal.

Wer unsere Reise beobachten möchte ist herzlich eingeladen, sich an unser virtuelles Lagerfeuer niederzulassen, unsere Jagd live auf Twitch zu verfolgen und ganz nebenbei noch den aktuellen Housing-Deko-Drop zu sichern.

:busts_in_silhouette: Heute ab ca, 14 Uhr live bei Urmug5

Kommt vorbei, schnappt Euch den Drop und seht, ob wir am Ende des Tages siegreich aus der Jagd zurückkehren werden.

Agrama´ka! Auf in den Kampf,

Dabu´ka Donnerblut :drop_of_blood:

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:sun:

Wo Brachland´s Sonne bleich am Himmel steht,
ein heißer Wind durch staubige Schluchten weht,
dort sucht kein Kind nach bunten Gaben fein,
dort brechen Kettenstiefel harten Schädelstein.

Kein süßer Hase huscht durch´s dürre Gras,
nur Beute flieht aus Furcht in Hast,
die Axt schlägt zu, die Bogensehne singt ihr Lied,
wenn die Jagd im kargen Land obsiegt.

Das Nest wird geraubt, die Beute geschlagen;
und auf heulende Wölfen nach Hause getragen!
Kein buntes Ei, kein zuckersüßer Pfand,
nur erlegte Beute aus dem rauen Land.

Die Schale bricht unter schweren Stiefelschritt,
das Eisen führt den blutigen Kehlenschnitt.
Wer Leben sucht, muss den Tod erst sähen,
wenn die Donnerblutbanner im Sturmwinde wehen.

Das Gelege ist Schutt, der Sieg ist der Tod,
die Erde getränkt im bluttiefend rot.
Kein Hase, kein Ei, nur die Ehre der Schlacht,
wenn der Donnerblutklan über die Ödnis wacht.


:postal_horn: Mok´ra! Wir wünschen Euch allen ein schönes, frohes Osterfest und ganz viel Spaß bei der Nestersuche! :rabbit_face: :cooking:

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:collision: Bittere Erkenntnis :collision:

Die Sonne hing wie eine glühende Klinge am Zenit und über den Dächern des Donnerblutdorfes. Sie brannte gnadenlos auf das leere Land nieder und ließ die staubigen Wege wie geschmolzenes Kupfer schimmern. Sie waren Hitze bereits gewohnt, doch seit Monaten hatte der Regen die Felder gemieden und die Wasserstellen waren nur noch schale Pfützen, um die sich die wenigen noch lebende Tiere mühten.
Das Donnern der Horde war weit weg. Hier draußen, in der Abgeschiedenheit des Donnerblutklans, herrschte Stille. Eine bedrückende, lastende Stille, die nur durch das Husten der Kranken und das Wehklagen der Alten durchbrochen wurde.

Dabu´ka stand am Rande der Feuerstelle in der großen Versammlungshütte, die gefühlt Jahre keine Gäste mehr beherbergte; aber das Feuer noch immer brannte. Die Pranken fest an dem Griff ihres Bogens gekrallt, starrte sie mit verärgertem Blick in die Flammen. Marak, Häuptling, Mutter – all diese Titel lasteten schwerer als je zuvor auf ihren Schultern. Ihre bernsteinfarbigen Augen glühten förmlich im Feuerschein; doch ihr Blick schien nach einer Weile leer, auf einem Punkt in den Flammen gerichtet, als könne sie dort keine Antworten finden. Die Ahnen schwiegen.

Hinter ihr hörte sie die heiseren Stimmen der Dorfbewohner. Unmut machte sich zunehmend unter ihnen breit, begannen zu streiten. Einige junge Orcs suchten mutig neue, eigene Pfade, verließen das Dorf und wurden Tage später tot im Brachland wieder aufgefunden. Stimmen begannen immer lauter zu werden, jedoch nicht nur ausgesprochene Worte. Am Schlimmsten waren die der Gedanken. Ob nun die der eigenen, oder eine andere. Ein Flüstern, das inzwischen selbst ihren Träumen nicht mehr wich. Es waren keine klaren Worte, mehr ein Wispern, das sich in den Verstand stahl, Zweifel säte und die Unruhe aller schürte. Manche hatten das Dorf verlassen – ohne Gepäck, ohne einen Abschied, einfach fort, als wären sie von unsichtbarer Hand geführt.

Und dann war da noch Tosh´ka.

Ihr Sohn hatte wochenlang zwischen Leben und Tod geschwebt, fiebrig und schwach. Sie hatte an seinem Bett gewacht, bis sich Tag und Nacht nicht mehr unterschieden ließen, ohne zu essen, ohne zu schlafen. Hätte der Schamane ihm nicht die kargen, aber richtigen Kräuter gegeben, er wäre verloren gewesen; wie so viele andere Kinder. Nun schlief er wieder ruhig, atmete tief, der Schweiß war getrocknet, die Haut nicht mehr brennend heiß. Sie wandte ihrem Blick zu ihm, der in einer Trage neben ihr lag, als hatte sie mit den Gedanken gespielt ihn einfach mitzunehmen. Mit der freien Pranke strich sie ihm über die Stirn, bis ihr Herz krampfte und sie ihr Gesicht leicht verzog. Wie konnte sie gehen? Wie konnte sie ihn verlassen, wo er sie wohl nach seiner langen Krankheit mehr brauchte als je zuvor?

Aber wie konnte sie bleiben?

„Dabu´ka.“ Murmelte Urmug hinter ihr aus dem Schatten. Ihr Name war wie ein Schlag zurück aus ihren Gedanken, der sie kurz zusammenzucken ließ. Ihr Gefährte stellte sich zu Weib und Kind. Seine große Hand legte sich schwer auf ihre Schulter. „Dein Herz tobt, das sehe ich. Und wir verstehen alle, was dich beschäftigt.“ Sie wollte ihn beschwichtigen, vielleicht laut loslachen, um abzulenken, ihm sagen das er sich irrte, dass sie niemals fortgehen würde. Doch ihre Lippen schwiegen und ihre Kehle war zu trocken, um einen Laut von sich zu geben. Sie nickte nur kurz, um zu zeigen, dass sie seine Worte vernommen hatte.

Erneut wendete die Orcfrau ihren Blick zum Rande der Hütte. Dort waren weiche Felle ausgebreitet und auf ihnen ruhte der leblose Körper von Harkon, ihrem weißen Leoparden; einst ihr treuester Wegbegleiter. Seine Augen waren geschlossen, die Flanken für immer still. Auch ihn hatte sich der Tod geholt. Der Schmerz über den Verlust grub sich wie eine Klinge tief in ihre Brust. Mit ihm war auch ein Teil von ihr entschwunden.
Hätten sie eher gehen sollen?

Sie wusste, dass das Dorf sie bat zu bleiben. „Du bist unsere Marak, unsere Klanmutter, unser Schild. Du darfst nicht gehen!“ Wie oft hatte sie den Satz bereits gehört und wie lang hatte dieser sich bereits schon in ihre Gedanken festgebrannt … doch das Flüstern in den Köpfen, die Dürren, die schleichende Schwäche, es war, als würde das Land selbst sie alle verraten. Dabu´ka konnte nicht länger tatenlos zusehen und warten, bis irgendwann sie alle sterben würden.

Sie haderte lange mit sich. Doch in dieser jener Nacht, als die Feuerschalen des Dorfes nur noch glimmerten und die meisten in unruhigen Schlaf gefallen waren, trat sie hinaus. Der Himmel spannte sich schwarz und sternenklar über ihr. Sie schulterte ihren Bogen, atmete tief durch und war endlich bereit. Ihr Herz raste vor Aufregung.
„Du willst es wirklich tun?“ Fragte Urmug, der mit Tosh´ka in den Armen ihr aus der Hütte folgte. Der Junge schlief, sein kleiner Kopf ruhte auf der Schulter seines Vaters. Dabu´ka drehte sich um, trat näher und legte ihre Hand auf die Stirn des Kindes. Sie blickte mit tränengefüllten Augen zu ihrem Gefährten empor. Für einen Moment wünschte sie, alles könnte hier enden – einfach bleiben, Mutter sein, die Stimme des Flüsterns ignorieren. Aber sie wusste, dass dieser Wunsch trügerisch war.

„Wenn ich bleibe,“ sprach sie mit rauer Stimme, „verlieren wir alles, aber wenn ich gehe, verliere ich … euch.“ Urmug nahm sein Weib in die starken Arme und drückte sie fest, auch er wollte sie nicht gehen lassen. Doch seine Worte waren einsichtig und aufbauend. „Nein.“ Antwortete er mit einer gefestigten Stimme. „Du verlierst uns nicht. Du gehst, weil du uns schützen willst. Das ist, was ein Häuptling tut.“

Ein bitteres Lächeln huschte über ihre Lippen. Sie küsste die Stirn ihres kleinen Sohnes, atmete tief den vertrauten Geruch ihrer Familie und blickte dankbar zu ihrem Krieger. „Ich weiß das er und das Dorf in besten Pranken sind. Pass gut auf alle auf, mein Großer.“ Ein warmherziges Lächeln, das nur den engsten Vertrauten der Sippe gewidmet war, wurde ihm geschenkt. Die geballte Faust wurde auf das Herz geschlagen und so drehte sie letztendlich herum, um mit leichtem Gepäck und Waffe in die Schatten der Nacht zu entschwinden.

Ihr Ziel war gewiss: Zunächst musste sich Dabu´ka nach Orgrimmar durchschlagen, um die alten Versorgungsketten zum Dorf wieder in Gang zu setzen, damit Nahrung und Wasser zu den Dorfbewohnern kamen. Im Gegenzug hieß das aber natürlich auch erneut dem Banner der Horde unterstellt zu sein, Aufträge und Pflichten entgegen zu nehmen, um das Überleben der anderen und der eigenen Familie zu sichern. Vielleicht konnte sie in der Hauptstadt auch etwas über das fordernde Flüstern in Erfahrung bringen.

:paw_prints: Der Weg ist das Ziel :footprints:

Der Weg war länger als gedacht und die Wärme machte es nicht besser. Die Ödnis war erbarmungslos. Jeder Schritt, den Dabu´ka trat, schien ihr das Fleisch von den Knochen zu reißen, so sengend brannte sie auf die Orcin herab. Der Boden war rissig wie altes Leder, Staub kroch in die Kehle und die Hitze flimmerte so stark, dass selbst Felsen in der Ferne zu schwanken schienen. Es war unmöglich sich tagsüber groß fortzubewegen.

Dabu´ka wusste, dass sie Wasser finden musste, oder sie würde die nächste Nacht nicht überleben. Also grub sie mit einem spitzen Stein und bloßen, blutigen Händen in trockene Flussbetten, die sich wie Narben durch die Landschaft zogen. Manchmal hielt sie inne, legte ihr Ohr auf den Boden und horchte; in der Hoffnung, das dumpfe Rauschen unterirdischer Quellen zu hören. Oft war es vergebens, doch das Wissen alter Techniken der Jäger hielt sie aufrecht; dort wo tote Pflanzen waren, musste irgendwo auch Feuchtigkeit gewesen sein.

Als die Sonne sank kam die geringe Kühle. Doch mit der Nacht kam auch etwas anderes. Ein Laut, der ihr das Blut in den Adern gefrieren, aber auch zugleich ihr Herz zum Anschlag hüpfen ließ. Das vertraute Heulen eines Wolfes, doch verzerrt, fremd, gequält. Sofort spannte sich ihr Körper, war sie wirklich hier allein?

Ihre Augen durchbohrten die Dunkelheit, ihre Ohren suchten nach einem leisen Rascheln. Sie fühlte es; dieses Beobachtet werden. Jeder Muskel war gespannt, als hätte die Ödnis selbst sie ins Visier genommen. Doch sie musste weiter, Stunde um Stunde, getrieben von dem Willen, nicht vor Erschöpfung zusammenzubrechen.

Mit dem ersten Licht des Morgens brannte die Sonne wie ein Schmiedefeuer über dem Horizont. Schweiß rann ihr von der Stirn, die Lippen sprangen auf. Sie wusste; in der Mittagshitze zu gehen wäre wahnsinnig. Also suchte sie Schutz. Zwischen einigen Felsen schob sie dürres Gestrüpp zusammen und spannte ihr Fell als groben Schatten. So blieb sie verborgen, während die Sonne die Luft zum Sieden brachte.

Langsam nagte der Hunger; und noch immer spürte sie diese merkwürdige Präsenz. Wie ein lauerndes Tier, das sie beobachtete und wartete ob die Orc gebrechlich wurde. Als würde die Jägerin selbst zur Gejagten werden. Ein Aasfresser? Ein Raubtier? Dabu´ka beschloss, dieses Schicksal nicht herauszufordern und es zu ihren Gunsten zu wenden.
Mit geübten Händen baute sie eine Lebendfalle. Ein einfaches Scharrloch, mit vertrocknetem Gras, Blätter und Staub getarnt, darüber eine lockere Schlinge aus Bastfasern, die sie von Pflanzen geschnitten hatte. Das Tier, welches hineinlief, würde gefangen werden. Sie stellte die Falle am schattigen Rand der Felsen auf, wo kleine Spuren von Pfoten und Krallen verrieten, das hier durchaus Leben war.

Es dauerte eine Weile, bis die nun ebenfalls lauernde Jägerin etwas hörte. Ein leises Rascheln, ein erschrockenes Fiepen; ein Kaninchen. „Zwar nicht das, was ich erwartet hatte, aber wenigstens füllt es meinen Magen.“ Brummte die Orcin zu sich selbst. Ihre rissigen Lippen verzogen sich zu einem schmalen Lächeln. Mit einem schnellen Schnitt machte sie kurzen Prozess. Sie dankte still den Ahnen und dem Tier, bevor sie es über der glimmenden Feuerstelle zubereitete.

Doch dann – das Geräusch.

Ein lauteres Kratzen auf dem Stein, ein großer Schatten über sie. Dabu´ka fuhr herum, den Bogen immer griffbereit und rasch gespannt. Auf dem Felsen hinter ihr saß es. Kein Wolf, kein Falke; sondern beides zugleich. Ein Wolfsfalke. Kräftige Schwingen, robuster Körper und kantiger Kopf. Was jedoch sofort ins Auge fiel war sein tiefgründiger Blick, als würde das Tier der Jägerin mitten in die Abgründe ihrer Seele schauen.

Ihre Kehle wurde trockener, dass es ihr fast den Atem raubte. War es Schicksal? „Hast du dich verlaufen?“ Unterbrach sie den kurzen Moment der Stille. Das Tier sah hungrig aus, knurrte tief, doch griff es Dabu´ka nicht an. Hätte sie kleinbeigegeben, wäre sie selbst wohl seine Beute geworden. Doch nun, lief beiden bei dem köstlichen Geruch des Kaninchens das Wasser im Maul zusammen.

Die Orcin senkte langsam den Bogen und atmete die Anspannung aus. „Keine Sorge, dich werde ich nicht sinnlos erlegen, mein Essen ist bereits sicher.“ Murmelte sie und setzte sich neben die Feuerstelle. Sie riss das Kaninchen in zwei Hälften und warf eines dem Wolfsfalken zu. Dieser schnappte es hungrig und fraß es gleich an Ort und Stelle. „Du bist auch gerade etwas verloren, mh? Sonst hättest du es in deinen Bau, oder Nest, oder worin zu auch immer schläfst, gebracht.“ Kurz fixierten die Augenpaare sich gegenseitig und für einen Moment schien es, das sich beide Geschöpfe still verstehen.

„So ist das also,“ sagte Dabu´ka verstehend und schnaubte, fast amüsiert. „Darum keine Spuren. Du bist geflogen, als du mich verfolgt hattest und warst sogar schlau genug, deinen eigenen Schatten vor mir zu verstecken.“ Sie sprach weiter und unterhielt sich mit dem Wolfsfalken, als seien sie bereits vertraute Gefährten. Die Jägerin erzählte von ihrem Dorf, ihrem Sohn Tosh´ka, von dem Flüstern in den Köpfen der Bewohner und von ihrer Entscheidung zu gehen, trotz der Befürchtung zu scheitern.

Das Tier antwortete mit seinen Blicken, leichten Neigungen des Kopfes und mit dem Schweigen, das seltsam verständnisvoll wirkte. So webte sich langsam das Band als Schicksalsgefährten. Die Jägerin freute sich, nicht mehr alleine zu sein und der Wolfsfalke blieb einfach an ihrer Seite.

Die zweite Nacht liefen sie nebeneinander und Dabu´ka spürte, wie ihre Einsamkeit wich. Am Tag fanden sie eine kleine Felshöhle, kühl und schattig. Dort erlegte die Jägerin ein paar träge Schlangen und natürlich teilten sie wieder ihre Mahlzeiten.

Als sie am nächsten Tag aufbrechen wollten, stieß der Wolfsfalke Dabu´ka mit seiner Schnauze an. Mit ihrer Aufmerksamkeit legte er sich sodann vor ihr nieder, breitete die Schwingen aus und blickte sie auffordernd an. Dabu´ka blinzelte. „Du willst mich tragen?“ Vorsichtig legte sie ihre Hand in sein weiches Federfell und fühlte die Kraft dem Gefieder. Zunächst zögerte sie, doch dann schwang sie sich auf seinen Rücken und klammerte sich eher ungeschickt fest. Mit einem kräftigen Schlag der Schwingen erhob er sich und die Ödnis unter ihnen schrumpfte zu einem kleinen Teppich.

Der Flugwind kühlte die Haut, wirkte erfrischend und zum ersten Mal seit vielen Tagen konnte Dabu´ka unbeschwert lachen. Ein freies, wildes Lachen, das mit ihnen in den Himmel stieg.

Nach und nach lockerte sich auch die Umklammerung, mit jedem Flügelschlag wuchs das Vertrauen und dann … am Horizont, wuchsen die Zinnen und Tore Orgrimmars. Robust, unbeugsam, das Herz der Horde aus Holz und Eisen inmitten der sengenden Welt.

„Endlich.“ Flüsterte die Jägerin und lehnte sich mit einem Fingerzeig etwas nach vorn. „Wir müssen runter.“ Machte sie dem Wolfsfalken deutlich, das sie zur Landung ansetzen sollten.

:collision: Rückkehr zur Horde :crossed_swords:

Die gewaltigen Tore Orgrimmars ragten vor Dabu´ka wie ein großes Maul, das einem zu verschlingen drohte. Schmutz wirbelte auf, als sie den staubigen Weg entlangschritt. Mit dem Bogen locker über die Schulter und den Wolfsfalken an ihrer Seite, der ein kehliges Grollen von sich gab, begab sich die Orcin in das innere der Stadt. Das Tier legte seine Flügel und Ohren an. Sein Blick verriet sein Unbehagen und dass er sich an die Enge der Stadtmauern nicht gewöhnen wollte.

Am Stallmeister angekommen legte Dabu´ka ihm die kräftige Pranke klopfend an die Flanke. „Bleib hier und stärke dich. Es soll dir an nichts fehlen.“ Murmelte sie und der Wolfsfalke schien ihr leise zu antworten, als verstünde er die gesprochenen Worte. Die Orcin nickte dem Stallmeister bekräftigend zu, übergab ihm ausreichend Zahlungsmittel und sah noch einmal zurück, bevor sie den weiteren Weg in Richtung Handelsdistrikt einschlug.

Schon die ersten Schritte in den Straßen von Orgrimmar ließen ihre Sinne überfluten. Die Luft war schwer und würzig. Ein Gemisch aus verbranntem Holz, Schweiß, Tierfellen und dem scharfen Aroma von gebratenem Fleisch, das irgendwo auf offenen Flammen vor sich hin brutzelte. Ein vertrauter Gestank, der kaum als angenehm zu bezeichnen war und doch schlich sich ein Lächeln auf Dabu´kas Lippen. Sie hatte es vermisst. Es war der unverwechselbare Geruch von Leben und Tod.

Im Gasthaus empfing sie ein wogendes Stimmengewirr. Das Knarren der schweren Tür war kaum verklungen, da schlug die Wärme ihr entgegen. Ein Schwall von Bier, Met und geschmortem Fleisch stieg ihr in die Nase. Irgendwo sang ein Troll ein triefendes Lied, das im Gelächter der anderen Anwesenden Gäste des Wirtshauses unterging. Krüge stießen aneinander, das Feuer des Herdes prasselte und der Rauch vermischte sich mit dem Geruch von Leder und Metall.

Dabu´ka nahm Platz an einem groben Holztisch, der schon bessere Zeiten hinter sich hatte. Sie bestellte sich eine Schale Eintopf und etwas zum Saufen. Während des Wartens und als sie schließlich das dampfende Mahl an sich heranzog, spitzte sie ihre Lauscher. Wo, wenn nicht hier, würde sie sich am besten über den aktuellen Tratsch und Klatsch informieren können.

„… das Flüstern, ich sag es euch, ich habe es selbst gehört …“
„… Pah! Nur Schwächlinge lassen sich davon verrückt machen …“
„… Dornogal, bei den Steinzwergen …“
„… auch die Allianz davon betroffen ist …“

Dabu´ka kaute langsam, ihre bernsteinfarbigen Augen verengten sich. Steinzwerge. Schon bei dem Gedanken an Zwerge verzog sich ihr Maul zu einem harten Strich. Sie erinnerte sich an die einstigen Kämpfe gegen sie. An das vergossene Blut, an die Sümpfe des Elends. Alte Narben in den Erinnerungen, die langsam verheilt waren. Und nun sollten sie alle dasselbe Flüstern vernehmen? Wie eine Seuche der Gedanken, die sogar über Fraktionsgrenzen hinweg kroch.

Nach ihrer Mahlzeit erhob sie sich, streckte die Schultern und Glieder und trat hinaus in das gleißende Licht des Tages. Auf den Märkten herrschte das übliche Chaos. Goblinhändler schrien sich gegenseitig an, Trolle feilschten mit getrockneten Fischen und Orcs prüften Waffen, die am Schmiedefeuer glühten. Dabu´ka machte ihre Besorgungen, kaufte Vorräte, ließ sich einige Felle und Pfleile geben und veranlasste beim Quartiermeister, dass Nachschub an ihr Dorf geschickt wurde. Es beruhigte sie zu wissen, dass ihre Leute nicht ganz vergessen waren.

Als sie die staubige Hauptstraße ging, blieb ihr Blick an einer Gruppe von Kriegern hängen. Bekannte Fratzen die Geschichten erzählten und lachten, was erneut die Vergangenheit für einen kurzen Moment zurückbrachte. „Dabu´ka! Du lebst ja auch noch! Du wildes Biest!“ Nun musste auch sie herzlich lachen und schlug dem bekannten Troll kräftig gegen die Schulter, dass dieser wankte. „Und du müffelst noch immer nach vergammeltem Raptor!“

Ein kurzes, freundliche Wortgefecht, Erinnerungen, die sie zurückwarfen in alte Tage, bevor das Getümmel der Straße die Gestalten wieder verschluckte.

Dabu´ka blieb zurück, mitten im Lärm der Stadt, im staubigen Chaos; und sie spürte wie etwas in ihr erwachte, das lange in ihren Tiefen geschlummert hatte: Abenteuerlust. Der Drang, Antworten zu finden. Die Gewissheit, dass sie aufbrechen musste, wohin auch immer das Flüstern sie führen würde.

Sie atmete tief durch, sog den schweren, schmutzigen, lebendigen Geruch Orgrimmars ein und fasste letztendlich ihren Entschluss.