Eine BestimmungAurora RevelisIm Hafen von Sturmwind
Die Arbeiter trudeln gerade erst nach und nach in den morgendlichen Hafen ein, als die Elfe den Stoff glattstreicht und bis an den Rand des Kais tritt. Unter Mutter Monds spĂ€tem, prĂŒfendem Blick senkt sich auch der ihre auf die Spiegelung im schaumig-schmutzigen Wasser. Ungewohnt und seltsam das Antlitz, das zu ihr heraufstarrt. Es zupft den Wappenrock noch mehrmals zurecht. Es ist schwer, sich darin nicht eingeengt zu fĂŒhlen.
âWillkommen..â, wiederholt sie leise ein Wort aus dem Munde des Arkanisten, und: ârecht nĂŒtzlich.â Vermutlich gibt es nicht viele, die in so kurzer Zeit als nĂŒtzlich eingestuft wurden. Aber das hebt ihre Stimmung nicht.Hast du schon vergessen? Du wolltest niemandem mehr dienen.. Und jetzt sieh dich an. Erneut eine Figur auf einem Spielbrett.
Spottet ihr Spiegelbild. Sie muss an den Magier denken, dem sie eine Partie Schach versprochen hat. An den der jene Beobachtungsgabe besitzt, die sie an so vielen vermisst. Der sie so schonungslos an Jene erinnert hat, die das Wort Hingabe mit neuem Sinn erfĂŒllt hat. Sie rĂŒmpft die Nase. âEs tut gut eine Aufgabe zu haben.â, antwortet sie ihr in leisem Trotz. Wiederholt damit eher klĂ€glich die Worte, die sie vor einer gefĂŒhlten Ewigkeit voller Enthusiasmus ausgesprochen hat.
Du weiĂt, dass das nicht nur dumm.. sondern auch nicht deine Bestimmung ist.
âUnwichtig. Sie werden mich brauchen.â, sie zögert und klingt daraufhin wesentlich mĂŒder: ââŠUnd ich sie.â. Sie dreht sich herum und lĂ€sst ihr Spiegelbild allein, als die Sonne den Himmel kĂŒsst und Nacht einundsiebzig endet. Hoch erhobenen Hauptes und mit entschiedenem Schritt, der sie zur Burg Sturmwind fĂŒhrt.