[RP][Militär][H/A][Plot] Das Brechen des Kreislaufs

Aus dem Tagebuch des goblinischen Tüftleringenieurs Brezzley vom Dampfdruckkartell aus Ratschet. Seite 137 bis 139. Ereignisse im Rebellenlager Klingenhügel.

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Mechanischer Verfall
(Azshara - Event, erster Tag, Rebellen und Allianz, BdK)

An einem Ende des Klingenhügels zeichneten sich in der rötlichen Abenddämmerung kleine Silhouetten ab. Sie sprachen leise und wohl eher knapp angebunden. Wer gute Ohren hatte, konnte wissen, dass Jene sich in einem militärischem Ton beredeten.
“Wenn sie mir zu nahe kommen, fackelt sie ab.”, war der letzte Satz des Mannes mit dem Bogen, ehe er sich abwand. Die Frau neben ihm nickte und folgte brav.

Sie kamen näher und alsbald standen sie in der Mitte des Zeltlagers der Einheit “Luce ar Macil”. Um sie herum Soldaten und Stallmeisterin Silbersang, die auf Befehle warteten. Diese gab es so auch alsbald und jeder wusste, was zu tun war.
Für sie ging es nun zwei Tage lang ans Eingemachte.

Azshara… Ein Land, was sich die Goblin unter den Nagel gerissen hatten. Viele Versorgungen gingen hier vonstatten. Waren wie Rüstungen, Waffen, aber auch Nahrungsmittel und Maschinerien fanden hier ihren Weg nach Orgrimmar. Ein Perfektes Ziel! Die Lufttruppe hätte gewiss leichtes Spiel damit, ein paar Sachen zu zerstören oder Versorgungswege zu unterbrechen.
Schon am Tag des Rates meldete sich die Einheit, sowie ein paar Freiwillige dafür.

Feldwebel Ando’salar überließ Silbersang das Kommando, denn es war sie, die die Karte von Azshara von einem Goblin erhielt und sich bereits schon Gedanken gemacht hatte.

Zur 19. Abendsstunde war es dann soweit…

Die Quel’dorei blickte durch die bunt gemischte Truppe, die sich versammelt hatte. Gewiss, selbst für sie war dies unnatürlich, doch das brachte der Krieg meistens mit sich. Alte Feinde konnten schnell zu Verbündeten werden. Der blaue Blick ruhte einige Momente auf den beiden Todesrittern, wie aber auch auf dem Illidari. Alles Freiwillige, die sich gemeldet hatten. Gerade Jene… Sie verhielt sich ruhig, so wie immer. Innerlich jedoch scheuchte sie die Gedanken aus vergangener Zeit eilig davon. Diese hatten hier nichts zu suchen!

Silbersang klärte sie im Laufe der nächsten halben Stunde auf. Finerwe selbst hörte zwar zu, doch kannte sie das Meiste bereits, stand sie Silbersang zuvor als Berater zur Seite.
Sie dachte lieber über Anderes nach… “Fern halten von Orgrimmar, fern halten vom Bilgewasserhafen. Welche Zauber und Formeln wären wohl am geeignetsten? Hoffentlich kommt Jeder unbeschadet davon. Schilde wären nicht schlecht… Was ist mit den Begleitern? Haben wir genug Proviant dabei?”

Tatsächlich war Finerwe eine Jener, die viel nachdachte. Vielleicht war das so ein Ding von Magiern im Allgemeinen? Oder vielleicht auch nur, weil sie einst Mutter war und eine Frau ist. Kurz entkam ihr ein Seufzen bei all diesen Gedanken…

“Noch Fragen? Nein? Gut. Aufsitzen, wir fliegen los!”

Die Worte Silbersangs halfen ihr aus dem Wirrwarr der Gedankenflut und sie salutierte gen der Befehlshaberin. So ging sie zu ihrem gefiederten Begleiter, Aranal. Sein Name bedeutete ‘Aufstieg’ im Thalassischem. Er war ein älterer, doch treuer Freund der Quel’dorei. Kurz überprüfte sie den Sattel, ehe sie aufstieg.

Ohne große Umschweife machte sich die Gruppe auf. Es wurde etwas dunkler…

Im Schutz der Dämmerung, so war der Plan, ließ es sich besser fliegen und ein eventueller Übergriff sollte schnell und gezielt vonstatten gehen.

Sie kamen alsbald an und die hochbergtaurische Druidin, Apisho, überflog in ihrer Gefiedergestalt das Areal. Sie kommunizierte mit der Natur, so, wie es Finerwe stets von Waldläufern kannte. Kleine Vögelchen zwitscherten ihr im wahrsten Sinne des Wortes wohl zu, wie die Lage aussah. Die blauhaarige Quel’dorei war immer wieder begeistert von dem Können der Druiden. Sie hatte es oft bestaunen dürfen, doch aus der Nähe war es nach wie vor das Schönste für sie. Diese Ruhe, die die Druidin mit sich brachte beruhigte sie auf irgendeine Weise. Leider jedoch wurde dieses Gefühl dank der anwesenden Todesritter und des Illidaris nigiert. Die Leerenelfen um sie herum, an die schien sie sich gewöhnt zu haben. Sie waren zwar so anders, aber… dennoch gleich. Oder zumindest recht ähnlich. Gerade Silbersang schien sie mehr und mehr zu leiden.

“Denkt daran, dass unsere Angriffe schnell sein sollen. - Apisho, ihr sagtet, auf einer dieser… Raketenbahnen… seien Maschinen, die verlagert werden sollten? Jene werden wir zunächst angreifen.” Wieder war es die junge Befehlshaberin. Die Hochbergtauren nickte. Dies war das erste Ziel der Gruppe. Und tatsächlich! Als sie sich dem Ziel näherten waren unzählige Goblins am Werk. Wohl Ingenieure, die die Maschinerin auf einem art Güterzug wohl von A nach B geschafft hatten. Sie hatten gerade die Zugmaschine abgekoppelt und einige von Ihnen werkelten noch in diesem Gefährt herum. Hinten drauf mussten einst der Panzer und der Schredderer gewesen sein, die Beide schon abgeladen waren. Finerwe verstand von diesem ganzen Zeugs nichts. Für sie waren das schon immer einfach nur große, schwere Metallhaufen, die gefährlich sein konnten. Auch wenn sie nur bedingt natürliche Kräfte nutzte war sie doch so eingestellt, dass jene Maschinerien nichts Gutes bedeuteten und nicht in diese Welt passten. Aber dies war eben nur ein persönliches Empfinden.

“Wir teilen den Schwarm auf! Al’maril! Ihr tragt nun Verantwortung für die Todesritter und den Illiadri!”, hörte sie die Stimme von Silbersang. “Verstanden!”, erwiderte Fine. Die kleine Gruppe war sich schnell einig, dass ihr Fokus auf die Maschinen und Goblin auf der Raketenbahn liegen sollte. Der Rest der “Luce ar Macil” wollte wohl ein paar Bodentruppen auseinander nehmen. Finerwe legte Vertrauen in ihre Kameraden, ungewöhnlicherweise auch in die Ritter und in den Jäger. Beide Arten konnte sie nicht zwingend leiden, doch sie waren goldwert an ihrer Seite!
“Zugriff!”, schrie sie im Befehlston. Vehk, der Illidari, machte sich daran das Fanrzeug und den Schredder zu attackieren. Finerwe tat es ihm gleich und fixierte den Panzer. Fast schon gemeinsam flogen sie auf Maschinerien zu.

Ein Zauber, ein schöner Zauber! Das war nun natürlich das Richtige für eine Magistrix. Die Rechte wurde ausgestreckt und eine eisige Windböhe traf den Panzer! Aber es kam doch anders, als geplant. Der Panzer rutschte zwar, war aber wohl zu schwer und kippte nicht, wie angedacht, von der Bahn, die einige Meter über den Boden schwebte. Die Goblin, die im Panzer waren, mussten die Quel’dorei schon beim Anfliegen bemerkt haben. Das Rohr wand sich zu dieser hin, ehe sie schossen! Die Augen der Magistrix weiteten sich und schnell schlich sich ein Zauber von ihren Lippen, die die Kugel gut verlangsamte, doch…

Es war etwas zu spät und etwas zu wenig, um es ganz zu verhindern. Die große Kugel traf den Hippogryphen unter ihr und sie segelte beinahe kerzengerade hinab gen Boden! Aranal riss sich zusammen und mit einem Flügelschlag konnte er den Sturz etwas abfangen. Dennoch lagen sie Beide anschließend im Dreck.

Es knarzte. Verschwommenen Blickes sah sie hinauf. Er fällt, er fällt! Tatsächlich, der Rückstoß war es, sodass der Panzer, der leicht gefroren war, doch über die eisige Bahn noch hinab rutschte.

Dunkelheit.

Schmerzen hatten ihr die Sicht genommen und wohl auch das Bewusstsein.

So bekam die Magistrix nichts von zusätzlichen Maschinerin mit, von denen sie angegriffen wurden, sie hörte keine weinenden Goblins, die im Aufzug des anliegenden Turmes zusammen getrieben und ausgesaugt wurden und sie bekam selbst nicht mit, dass Apicho ihr und ihrem Hippogryphen wohl das Leben rettete.

Alles musste ihr im Nachhinein erzählt werden. Fast schon traurig, nicht? Schließlich konnte sie nicht viel dazu beitragen, keine Leute beschützen oder diversen Feinden den Garaus machen. Oder war es gar Glück? Es waren Bilder, die ihr immerhin erspart geblieben sind.

Letzten Endes zählte jedoch nur Eins: Alle waren am Leben und die Mission hatte erfolg. Zudem bleiben sie zunächst unentdeckt, da dies alles hinter einem hohen Hügel stattgefunden hatte. Als Finerwe wieder zu sich kam, war der Spuk schon vorbei und die Truppe suchte sich ein geschütztes Nachtlager.

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Nochmal bisschen Reflektion und random Dämonentalk \o/

Der Dämonenjäger unterdrückte ein Zischen durch zusammengepresste Zähne, als er sich den mit Alkohol getränkten Lappen über die Stichwunde am Rücken rieb. Er kam nur umständlich dort heran und es wäre sicher klüger gewesen das Lazarett aufzusuchen, allerdings ahnte er, dass er dort nicht willkommen war. Immerhin, dachte er nüchtern, ließen ihn die aggressiven Braunhäute an seinem Lagerplatz in Ruhe. Vielleicht auch nur, weil er die Ketten seines Reittiers etwas lockerer um den nahen Pfahl geschlungen hatte und dem Monster somit ein wenig Bewegungsfreiheit ließ.

Ich hätte auch gern etwas gefressen , brummte der Teufelshund in Vehks Gedanken und machte keinen Hehl aus seinem Neid, als der Blick des Jägers die am Boden ruhende Fledermaus streifte. Am liebsten einen von den Untoten. Die anderen hatten keine Macht.

Vehk verzog den Mund. Macht. Immer drehte sich alles für den Dämon um Macht. Damit meinte er natürlich die Magie, die den Wesen innewohnte. Keiner ihrer Angreifer beim Sabotageeinsatz in Azshara war ein Magiewirker gewesen, aber die Untoten wurden nach wie vor von Nekromantie am Unleben erhalten – und somit von einer Magieform, die der Teufelshund nur zu gern verspeist hätte.

„Die schmecken faulig“, erinnerte Vehk seinen unfreiwilligen Gefährten und beäugte den Lappen in seiner Hand. Die Wunde blutete nur noch schwach, hatte einige wenige schwarze Flecken auf dem Stoff hinterlassen. Er konnte sie natürlich nicht nähen, sondern musste sich ganz auf seine Selbstheilungskräfte verlassen. Nicht nur, weil sie am Rücken lag - auch wegen der harten Schuppen. Aber immerhin war sie nun sauber.

Mir egal. Ich habe so lange nichts mehr gefressen. WIR haben so lange nichts mehr gefressen! Es gibt hier so viele Elfen die vor Macht funkeln! Nimm dir endlich einen.

Vehk schmunzelte und warf den Lappen in Richtung der Fledermaus, die das aber nicht zur Kenntnis nahm und erschöpft weiterschlief. Der zweitägige Flugeinsatz hatte dem Vieh einiges abverlangt, noch dazu die vielen Wunden, die sie davongetragen hatte. Ein paar wenige Brandblasen wucherten auf den langen Vorderklauen, die Stichwunde in der Flanke war zwar versorgt, aber gewiss immer noch schmerzhaft, und Vehk war sich sicher dass im rechten Hinterlauf mindestens ein Knochen gebrochen war. Dennoch wirkte das Vieh zufrieden. Er fütterte es nicht oft. Der Goblin, den es im Ganzen verschlungen hatte, würde eine längere Diät nach sich ziehen.

„Vielleicht bietet sich in der Schlacht eine Gelegenheit“, warf er verspätet in den Raum, während sein Blick über das Lager schweifte. Die magische Kuppel, die Klingenhügel überspannte, war eine allzu verlockende Magiequelle. Immerzu musste Vehk sich zusammenreißen nicht einen kleinen, wirklich nur ganz kleinen Teil davon zu absorbieren, wenn er daran entlangschritt. Als er sich das in Erinnerung rief spürte er bereits das Brodeln in seinem Inneren; Aufwallender Zorn, Frust und Hunger. Und wie erwartet brüllte keine Sekunde später der Dämon in seinen Gedanken los:
TUESDOCHEINFACHALSOBDASIRGENDJEMANDMERKTICHVERHUNGEREUNDMÖCHTESTERBENWARUMBINICHHIERLASSMICHENDLICHDIEKONTROLLEÜBERNEHMENICHWILLMAGIE! … und so weiter.

Ein Seufzen entkam dem Jäger, als er sich vorsichtig zurücklehnte und das pausenlose Geschrei in seinem Verstand auszublenden versuchte. Der größte Nachteil an Stimmen, die man im Kopf hört? Ihre Besitzer müssen nicht Luft holen.

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Die Schluchten sind gesprengt, aber aufgehalten hat man die Rebellen noch lange nicht - lediglich verlangsamt. Der Zeitpunkt um zuzuschlagen ist gekommen.

Hauptmann Tazzik Windmünze von der Reservistenkompanie K.A.B.O.O.M. hat einen Plan entwickelt, mit dem das Kriegsgerät der Verräter zerstört werden soll. Angehörige von Loyalisteneinheiten werden dazu aufgefordert, sich zu einem gegebenen Zeitpunkt bei ihm vor der Kaserne im Tal der Ehre zu melden und ihre Unterstützung anzubieten.

Heute um 19:30 Uhr findet eine weitere Sabotagemission statt! :star:

  • Teilnehmen darf jeder kampftauglicher Loyalist
  • Keine Teilnehmerbegrenzung. Bei zu vielen Teilnehmern werden die Gruppen aufgeteilt, und aus einer Mission werden zwei kleinere mit unterschiedlichen SLs.
  • Anmeldung nicht notwendig, aber wünschenswert
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Offizieller Ausruf

Mehrere Personen wurden im Rahmen des Konflikts mit Saurfang gefangen genommen.
Ihre Vergehen sind Sympathie mit dem Feind, Behinderung der Justiz und des Militärs, Hilfe zur Flucht von Verrätern und, letztendlich, Hochverrat.

Ihr Urteil - Hinrichtung - wird an diesem Abend vollzogen; außerhalb der Stadt, nordwärts, wo sie die Späher unseres Feindes finden können und die klare Botschaft, was bei Verrat zu erwarten ist, auch empfangen können.

Im Namen des Kriegshäuptlings,
Sieg für Sylvanas!

Inoffizielles Geflüster

“Die Schlacht ist nahe.”

“Die Stadt zu verlassen bisher schon schwierig, bald unmöglich.”

“Wer überlaufen will - der wird bald schon keine Chance mehr haben.”

“Das Nordtor - es wird geöffnet. Auch für Schaulustige… eine Gelegenheit, vielleicht die Letzte, überzulaufen. Oder einfach zu verschwinden.”

“Aber so viel Bewaffnung…”

Heute, um 21:30 findet eine Hinrichtung in den Wäldern Azsharas statt, um ein Exempel an Rebellen und ihren Sympathisanten zu vollführen.

Teilnehmen darf jeder Loyalist - sei es kampftauglich oder schaulustig.
Es gibt keine Teilnehmerbegrenzung.

Möglicherweise wird es zu Waffenkontakt kommen.
Möglicherweise werdet ihr den “Trank der Sprachen” brauchen.

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Damit die Übersicht nicht flöten geht (IC-Geschichte)

“Geh’ an die Front, haben sie gesagt…”.

Als wäre es eine direkte Begrüßung gewesen, erlitt der Elf schon direkt am ersten Tag seiner Ankunft, eine unschöne Verletzung. Und dabei dachte er sich, dass die kunterbunte Mischung aus Rassen und Ansichten, nicht schon nervenaufreibend genug wäre.

Und so ist es auch am heutigen Mittag, dass Carantec eine kleine Runde durch die Rebellenbasis streift. Orcs, Trolle, Tauren und noch mehr Elfen - verrückt! Stück für Stück überfliegt sein Blick diejenigen, welche sich gegen die Tyrannei einer, selbst für ihn, verrückten Person stellen. Wirken sie verzweifelt? Durchaus. Effektiv? Das wird das Ende dieser Rebellion zeigen.

Während er weiterhin seine Schritte dabei zählt, schmerzt jedoch erneut die linke Schulter auf, in jener sich auch ein verfluchter Pfeil verirren musste - welch frohes Unglück! Untote, etwas weiter Abseits scheinen ihm und zwei seiner Kameraden überrascht zu haben, doch glücklicherweise war es lediglich ein winziger Trupp.

Kaum der Rede wert, könnte man meinen, doch ist es für ihn schon davor offensichtlich gewesen, dass die Loyalisten der Bansheekönigin, nicht nur vertraut mit dieser Umgebung sind, sondern auch wissen verdeckt und zielgenau vorzustoßen.

Sorgen die jedoch schnell unterbrochen werden, als der Blick wieder über Rebellen fällt. Sind sie Horde oder nicht? Ab und an kommen ihm Zweifel auf, denn selbst innerhalb jener, bemerkt er die ein oder andere Spannung - nichts jedoch im Vergleich zu sich oder seinen Kameraden.

Gerade hier, so könnte man meinen, wäre die Allianz und die Kinder der Leere ein Abbild der Geißel selbst…dabei sind diese verdammten Todesritter doch selbst anwesend!

Resigniert, folgt ein Griff zu seiner Pfeife, die fix entzündet wird. Die herbe Tabaknote, welche die doch recht streng riechende Luft kurzzeitig überschattet, wirkt wie ein kurzer Segen der kurz die Gedanken zur Seite weichen lässt. Man vermag vieles über die derzeitige Situation zu erzählen, doch für den Elfen steht zumindest eines fest:

“…Besser als Wache schieben im Riss”.

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Sieg oder Tod

Grimmfangs Herz hämmerte im inneren seines Brustkorbs. Der Blick des Orcs war noch etwas unsicher, doch nach einem tiefen Atemzug mit geschlossenen Augen öffnete der ‘Braune Kriegsherr’ wie manch einer im Lager ihn nannte die Augen und starrte mit feurigem Blick die Masse vor sich an.

Ich sehe vor mir… Krieger… Tapfere Söhne und Töchter aus großen und kleinen Blutlininen…

Ich sehe Orcs die schulter an Schulter mit Menschen stehen. Elfen zusammen mit Trollen…

Wir alle stehen hier aus einem Grund - Wir alle verfolgen dasselbe Ziel! Das Ende des Krieges!

In den vergangenen Tagen… wurde viel Blut vergossen. Das Blut von Horde… und Allianz… Rebellen und Loyalisten… Brüdern… und Schwestern…

Vergangene Nacht…

Haben die Loyalisten teile des Canyons einstürzen lassen… Doch bei ihrer Aufgabe… sind sie zu weit gegangen!

Ungeachtet der Konsequenz ihres Handelns… haben sie die Seuche eingesetzt… nicht nur gegen uns… sondern auch gegen ihre eigenen Soldaten!

Es ist genug! Sylvanas ist auf einem Pfad der keine Rückkehr erlaubt! Keine Gnade!

Grimmfang hielt einen Augenblick lang inne, nahm sich Zeit die Soldaten vor sich zu betrachten und ein paar Schritte hin und her zu gehen.

Wir alle… haben im vergangen Jahr… vieles getan! Getötet… Geplündert… Zerstört und gemordet! Niemand von uns ist frei von diesen Wunden… oder diesen Blutbefleckten Händen!

Doch ganz egal woher wir kommen… oder was wir durchgemacht haben… wir stehen hier! Zusammen! Als Brüder und Schwestern… Bewohner von Azeroth!

Wir mögen nicht immer… einer Meinung sein… Doch… wenn wir morgen vor den Toren Orgrimmars stehen… dann wird es unser Blut… unser Schweiß sein… der uns zum Sieg tragen wird!

Trotz all’ dem Feuer und dem Blut der vergangenen Monate… Trotz all den Schlachten die wir geschlagen… und die Opfer die wir alle erbracht haben… Wir stehen Gemeinsam!

Trotz all’dem was im vergangenen Jahr geschehen ist - Gemeinsam WERDEN wir Sylvanas vom Thron der Horde stürzen… oder bei dem Versuch, mit stolz erhobenem Haupte, unser Leben geben! Auf das die Ahnen auf uns herablächeln und uns willkommen heißen!

Denn für Azeroth lohnt es sich zu sterben! Lok’tar Ogar!

Einige Augenblicke vergingen. Das Blut rauschte der Kriegshymne durch die Ohren und das Herz schlug wie wild in seiner Brust. Dann begann das große Jubeln! Lok’tar Ogar! Sieg oder Tod! Für die Horde und für Azeroth!.. die Menge war bereit für den Kampf… und wenn es sein sollte… für den Tod.

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Ergebnis der Sabotageaktion:

  • Azeritgeschosse, die von einer Anhöhe südwestlich von Klingenhügel abgefeuert wurden, haben einen Belagerungsturm und eine Glevenschleuder zerstört, und ein Katapult beschädigt. Möglicherweise kamen durch die Explosionen auch Truppen ums Leben.
  • Eine Falle in der Nähe von Klingenhügel wurde aktiviert. Bei Untersuchung wird man die Überreste eines Trolls finden.

Wer die Anhöhe durchsucht, wird ein ehemaliges Stacheleberlager vorfinden, wo sich kurzzeitig Rebellen und Allianzler eingenistet hatten. Mehr als Blut und vereinzelte Vorräte blieb aber nicht zurück. Was auch immer die Geschosse abfeuerte, ist zügigst wieder verschwunden. Etwas abseits der Anhöhe wird man auch die verbrannten Überreste eines Orcs und Tauren finden.

Rot durchstrichene Markierungen sind hinüber. Der rot angestrichene Kreis ist beschädigt: https://cdn.discordapp.com/attachments/628191922963480577/637407782307364875/afc77e-1571861355.jpg

Die rot angestrichene Falle wurde ausgelöst: https://cdn.discordapp.com/attachments/628191922963480577/637407844303503370/Klingenhugel-Karte.png

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Wieder schlägt Antheja auf den mit Stroh gefüllten Sack ein. Er ist an einen Baum gebunden, der schon bessere Tage erlebt hat. Aber was soll man in dieser Einöde auch anderes erwarten? Immer wieder schlagen die Fäuste im Wechsel mit ihrem Gemüt auf den Sack ein. Ihre Finger und Knöchel sind bandagiert, ihre Wut noch nicht wieder in Ketten gelegt.

Es begann voller Einsatzbereitschaft, voller Ehrgefühl - es konnten Sin’dorei aus den Klauen der Bansheekönigin, des vermeintlichen Kriegshäuptlings, gerettet werden. Bei der Anzahl jener die folgten, war sie zuversichtlich. Ihr ganzes Misstrauen war davon gewischt worden und berauscht durch das Gefühl der Einheit und etwas Sinnvolles in dem zu sehen, was sie hier tun sollten.

Die Befehle waren mager, aber klar. Hinein reiten, die Überläufer retten, so rasch wie möglich wieder verschwinden. Und während sie auf den Ort der Hinrichtung zu schossen, als Einheit und durchaus eindrucksvolles Bild, das sich allen vor ihnen zeichnet, war ein jeder von der Tatkraft des Anderen angesteckt. Es wurde geschrien, sich untereinander angestachelt. Dann ging die Szenerie auf und die Überläufer wurden sichtbar, mit ihnen die Verfolger.

Unter der Order, war es der grüne Orc, Antheja wusste es nicht mehr genau, schlugen sie zwei Flanken ein und bildeten im Gegenzug eine Gasse. Sie führte die rechte Flanke an und gab sie vertrauensvoll in die Hände des erfahrenen Waldläufers und seiner Befehle. Etwas, das zumindest bis zum Zerplatzen der Raben hervorragend funktioniert hatte. Ohne das, da war sie sich sicher, hätten sie den Fliehenden eine Schneise geschlagen und Zeit verschafft den Abstand zu vergrößern, einige sogar auf die Tiere zu ziehen.

Es gab den Befehl, keine Granaten zu nutzen. Kaum später stieg ein mächtiges Flugtier in die Luft und spie aus seinen Köpfen Feuer. Zumindest schlug es die Schneise, die die schweren Reiter schlagen sollten. Danach flogen, trotz mehrmaligem Befehl es nicht zu tun, die Granaten und das Chaos nahm seinen Lauf. Antheja wusste, das Neralyn den Befehl gab um größeren Schaden von der Kohorte zu nehmen, sie selbst wiederholte die Befehle ihrer Leutnantin aus einfacheren Gründen: Unerfahrene Tiere, unerfahrene Reiter. Sie hatte selbst in ihrem Trupp gesehen wie viele von ihnen nicht die geeigneten Schreiter oder Reittiere hatten.Und während dieser ohrenbetäubende Knall einem die Sinne nahm, schritt das Chaos weiter vor. Trotz des Befehls nicht vom Reittier zu steigen, taten es einige. Wegen Feuer, Granaten und angestachelter Loyalisten waren auch aus anderen Gründen Mann und Frau am Boden.

Es war unübersichtlich, zudem war das Gehör eingeschränkt. Lola, warum auch immer in ihrer Nähe, denn schwer gepanzert war sie nicht, wurde Opfer eines Trolls und Antheja musste den Verlassenen stehen lassen, das Reittier noch mehr unter ihre Kontrolle zwingen um das Schlimmste zu verhindern. Der Silberstreif in diesem Moment war Synore, die ihr eigenes Leben in Gefahr brachte um das Lolas zu retten. Nicht nur ihr Einsatz war es, sondern auch die überraschender Hilfe von der Flanke mittels Schilden und Heilung, die letztlich die Flucht aus den hinteren Reihen der Loyalisten ermöglichte.

Sie flohen, mit rasendem Herzen und der Hoffnung niemanden zurückzulassen. Zumindest die geschlagene Lichtbrücke des einen Priesters half und wieder der unerwartete Schutz eines Unbekannten und dennoch Freundes für den Moment.

Als sich gerade so etwas wie Erleichterung einstellen wollte, als der Blick zurück offenbarte das es den anschein hatte, niemand wäre zurückgeblieben, schlug die Seuche hinter und neben ihnen ein, auch ein Stück Weit vor ihnen. Antheja konnte das Grün sehen und es beschwor die Panik in ihrem Herzen. Spritzer, Dämpfe - es hätte für alle den sicheren Untod bedeuten können.

Verwundert sieht die Ritterin auf ihre Hand, die durch Sack und Stroh hindurch geschlagen gegen die Rinde des Baumes aufgekommen ist. Die Gedanken und ihre Wut hatten es initiiert und der Schmerz in den Fingerknöcheln ihre Erinnerung gebrochen. “Die Seuche…” flüstert sie, als sie sich an ihre eigene Panik erinnert, die sie dazu gebracht hat so schnell es eben möglich war, aus der Rüstung zu gelangen und alles von sich zu werfen und ins Meer zu springen.

Es waren der alte Waldläufer und letztlich auch ihr Feldwebel, die die Panik einfach nur mit ihrem Namen brachen. Es half dabei strukturiert zu arbeiten: Ihr treuer Kriegsschreiter wurde ebenfalls von ihr ins Meer geführt und gewaschen, mit einer extra Ration versorgt, ehe sie sich der dunklen Plattenrüstung und der Bekleidung dazu gewidmet hat.

Sie hatten es überlebt.

Irgendwie.

Der Blick wechselt auf jene Rüstung, die gereinigt für die heutige letzte Schlacht bereit liegt. Dazu ihr Gambeson, das sich in der Sonne zum Trocknen dazu gesellt und die passende Hose wie auch Socken. Robuster Stoff, der unter einer Rüstung Sinn macht. Der Wappenrock liegt relativ mittig und sie zieht den Stoff etwas nach , damit er keine gröberen Falten wirft. Der Zorn der aufkommt, gilt nicht mehr der Seuche.

Was genau hätte sie anderes erwarten sollen? Es waren welche unter ihnen, die unbedingt in eine Schlacht wollten, Schwerter und Äxte kreuzen. Dann gab es diejenigen, die irre genug waren um Granaten zu werfen und andere die Befehle als Möglichkeit, nicht als Pflicht ansehen und letztlich jene, die aus richtigem Pflichtgefühl mittendrin waren, ohne es zu müssen. Einer dieser Personen war der junge Taure aus dem Lazarett.

Wohin mit dem Zorn? Wie sollte sie glauben das sie es überlebten, wenn ohnehin jeder Tat was er wollte? Hoffnung half hier nicht. Sie war nicht rational.

Aber etwas anderes…vielleicht.

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Vom Tod und dem was danach kommt.

Sie schlug die Augen auf. Schlug sie wirklich die Augen auf? Bodenlose Schwärze umfing sie von allen Seite. Kein Laut, keine Regung. Stille. Kälte. Dunkelheit. Sie atmete, aber sie atmete auch nicht, war es doch ein Ort ohne Luft, ohne Leben.

Ein Pochen. Ein Herzschlag. Weit entfernt, schwach, sterbend. Ihr Herzschlag? Ein plötzliches Schimmern in der Dunkelheit, wie eine flackernde Kerze in der Nacht, nur war das Licht blass, kalt, aber dennoch einladend. Sie schritt darauf zu, sofern man wiklich an diesem Ort von schreiten sprechen konnte.

Eine Hütte. Vertraut. Bekannt. Ihr altes Zuhause. Nur seltsam verzogen, flackernd und wabernd, so als wäre die Hütte aus Nebel geformt. Der Blick nach Innen blieb ihr verwehrt, aber sie hörte Stimmen. Leise gemurmelte Worte, eine vertraute Stimme. Eine unbekannte Stimme, dennoch wusste sie, wer sie auf der anderen Seite erwarten würde. Ein weiterer Schritt, die Nebelschwaden verfestigen sich etwas, die Hütte wird klarer, heißt sie willkommen.

Eine nur zu gut bekannte Hand zieht den Vorhang am Eingang zurück, gestattet ihr einen schmerzlich kurzen Blick auf das, was vor Ihr liegt. Dann lässt die Hand den Vorhang wieder fallen. Eine Hand mit drei Fingern, gänzlich aus Knochen bestehend. Eine Einladende Geste, ein Wink, dann schiebt sich der ewig grinsende, ewig gedudige Wächter vor den Durchgang in ihre Zukunft. Ihr Ende. Der Schädel neigt sich auf eine Seite, scheint sie abschätzend zu mustern, zu bewerten und ihr einen Wert zu geben. Fast schon enttäuscht werden die Arme vor der schlaksigen Brust verschränkt, der Kopf geschüttelt und ein leises “Tz tz tz…” von sich gegeben. Dann tritt er beiseite, zieht den Vorhang zurück. Es war Zeit nach Hause zu kommen.

Ein Pochen. Ein Herzschlag. Ganz nah, stark, lebend. Ihr Herzschlag. Das flackernde Licht von Fackeln, ein Fell unter ihr, Blutverklebt. Blasse Gesichter um sie herum, eine Schattenhafte Gestalt, welche von ihr taumelt, während dunkle Auswüchse nach allem greifen und peitschen was ihr zu Nahe kommt. Luft strömt in ihre Lungen, Wärme durchflutet sie. Jemand sackt neben ihr auf die Felle. Ein Blondschopf, er hällt ihre Hand fest umgriffen, zieht sie an sich. Sie lächelt. Sie war zu Hause.

Ihre Augen fallen zu, entkräftende Ohnmacht nagt an ihr, drückt sie nieder und hüllt sie wieder in Dunkelheit. Mit jedem Herzschlag wird das Blickfeld kleiner, dunkler. Und am Rande… öffnet sich mit jedem Herzschlag ein neues Auge um auf sie herab zu starren.

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Apisho war im Lager zurückgeblieben, während Yaskalin und einige andere nach Azshara ritten. So ganz hatte die Druidin nicht mitbekommen, was der Plan war. Stattdessen hütete sie die zahlreichen Schäfchen im Lazarett und genießt die relative Ruhe… die jäh unterbrochen wird von einem heftigen Streit zwischen Taima und Neralyns dicker Möwe. Sie rollt die Augen und bringt die zwei Streithähne auseinander.

Das nächtliche Auge der Erdenmutter spendete ihr auch heute wieder Trost. Egal, was die nächsten Tage passieren würde, sie und An’she würden Tag für Tag erneut über ihre Kinder wachen. Ein tröstlicher Gedanke für jene, die leben. Ein beängstigender für jene, die sterben. Die Vergänglichkeit des Seins war etwas, worüber man auch mit Nachtelfen über einen Mondbeerensaft gut philosophieren konnte. Sie vermisste die Gespräche mit dem Volk. Die Druidin blickt sich um, zwischen all den Verletzten, ehe sie anfängt, das Lager auf den vermuteten Ansturm an verletzten vorzubereiten.

Etwas später kamen die Rückkehrer. Wie viele Verluste es gab konnte sie gar nicht einschätzen, als sie Neralyn entgegennahm. Sie war immer wieder fasziniert, wie klein und fragil die Elfen waren. Der Oberarm der Hochbergtauren war die Hälfte der Elfe. Gleichzeitig, während sie Eibenspeer untersuchte, schienen sie aber auch ziemlich zäh zu sein. Kurz gehen ihre Gedanken zu Caiothea. Ja doch, diese Elfen waren leicht widersprüchlich in den Augen der Druidin. Zumal sie häufig mit Nebenwirkungen auf ihre Naturmagie zu kämpfen hatten, auch wenn diese vermutlich weniger schlimm waren als die Wunden, die sie damit verschloss. Die Heilerin funktionierte, doch so ganz war sie nicht bei der Sache, während sie anfing, die Kommandantin von Anodunadingsda zu heilen und dabei unterschätzte, wie wenig Lungenvolumen sie eigentlich hatte. Fast erstickte sie an ihrem eigenen Blut, als sie die Rippen richtete und nicht sofort die Lunge stabilisierte. Fragile Wesen! Einen kleinen Schrecken jagte sie damit auch Norash ein, welcher ihr assistierte.

Einer unnötig komplizierten Heilung später, an welcher Neralyn einmal kurz auf des Schnitters Klinge tanzte war sie wieder ansprechbar. „Wie ist der Schmerz auf einer Skala von 1-10? Musst nicht die Starke spielen.“ Fragt die Druidin. 20. Sie antwortet mit 20. Die Druidin schmunzelt etwas und reicht ihr ein kleines Blatt des Schwarzen Lotus. Es war das stärkste ihr bekannte Schmerzmittel. Und es wirkte. Schnell. Dabei hatte die Tauren ihr schon ein sehr kleines bisschen gegeben. Patienten auf Schmerzmitteln waren jedenfalls immer etwas amüsant und wenn sie die Kraft hatten zu reden, waren sie meistens über dem Berg. Apisho schloss die Behandlung ab. Sie war erschöpft, auch wenn es ihre eigene Unachtsamkeit war, die das verursacht hatte. Sie reinigt die oberflächlichen Wunden, macht einen Silberblattumschlag, verbindet sie.

Ein Elf tritt heran, fragt, ob Nera ansprechbar sei. Apisho schüttelt den Kopf, während Eibenspeer grinsend nickt. Gut, dass der er der Hochbergtauren glaubt.

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Hass.
Hass kroch über die Priesterin, umhüllte sie und fraß sich durch ihre blutlosen Adern. Es war nicht unbedingt ein neues Gefühl, doch gleichzeitig befreiend. Jahrelang hatte sie ihre Emotionen unter Kontrolle gehalten, ihre Gedanken klar und rein.
Doch nun flüsterten perfide Stimmen verführerische Worte in ihre Ohren.
Stimmen , die aufgrund ihres Zustandes stumm gehörten, während der Schatten nach ihr griff und sie erneut zu verschlingen drohte.

Die Vorhänge zu ihrem mickrig anmutenden Zelt stoben auf, als sie hineinstürmte. Im ersten Impuls wollte sie alles um sich herum zerstören, zerfetzen, verbrennen. Ins Chaos bringen. Im Zweiten jedoch holte sie tief die Luft, die sie nicht mehr brauchte, die ihr jedoch in all dem Nebel zumindest etwas Klarheit verschafft.

Sie wurden verraten, hintergangen. Erneut.
Thareza hatte sich derlei schon gedacht, doch sie verblieb schweigend, als der Weg hinaus aus Orgrimmar führte. Sie verblieb auch schweigend, als das andere Extrem des Glaubens nach vorne trat, erneut, grundlos, denn sie konnte nicht einschätzen, wie viele Waffen schlussendlich sich gegen sie erhoben. Gegen die Untoten. Ein rasselndes Schnaufen entwich ihrer trockenen Kehle.
Welcher Narr würde eine Hinrichtung in den Wäldern, fernab von jeglichem Schutz halten, wenn es doch propagandistisch eindrucksvoller wäre, Verräter vor den Augen sämtlicher zu richten? Wenn schützende Mauern Sicherheit gewährten?

Zugegeben, das Licht hatte sie unvorbereitet getroffen. Unvorbereiteter, als sie sich erhofft hatte. Doch eines half.
Sie hatte sich die Gesichter gemerkt. All jener, die geflohen waren. ALLE.

Ein erneuter, rasselnd klingender Luftzug kroch aus dem untoten Leibe, ehe sie langsam den einseitig flackernden Blick hob. Dort saß er, ein neuer Begleiter, doch kaum Freund zu nennen, auf einem toten, knorrigen Ast. Der Familiar blinzelte ihr aus der Unzahl an orange glühender Augen entgegen, ein grotesk verzerrtes Rabengebilde, dessen einziger Sinn es war, sie weiter hinab in den Wahnsinn zu stoßen.

„Und? Was wirst du nun tun?“, durchfährt die höhnische Stimme ihren Geist.
Bilder schlugen ihr entgegen, hätten ihr zu Lebzeiten wohl den Atem geraubt. Tote. Überall Tote. Nicht, dass sie das großartig gekümmert hätte. Denn am Ende wartete auf jeden der Tod – doch war es nicht dieser Herr, der dort stand und seine Griffe nach all jenen, die im trotzten, ausstreckte.

Das Wispern in ihren Ohren schwoll an, klingelte förmlich. Doch wusch sie es bei Seite, konzentrierte sich erneut, ehe die Verhüllte der Rabenkreatur ein schmales, halbes Lächeln schenkte, als sie den Blick wieder zu ihr hob.
Es war eine leichte Antwort. Selbst das brennende Gefühl des Hasses ebbte ab.
Denn wenn nicht die lebenden Toten, wer dann hatte die Zeit?

„Ich werde warten.“, wisperte ihre Stimme tonlos, und eine Vielzahl anderer folgten im Hall ihrem Beispiel.

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Liebe Mitrollenspieler*innen,

der Plot hat sein Ende fast erreicht, wir nähern uns dem Finale, dem Aftermath. Um hierfür ein etwas klareres Bild zu schaffen, was einen nun genau erwartet, will ich den “Fahrplan” für dieses Wochenende etwas ausführen, Einblick geben - wie es sich in etwa strukturiert, wann es beginnt und so weiter.

Fahrplan für das Finale: 26.10.2019

Beginn: 20:30 Uhr
Inhalt:

  1. Beschreibung und Positionierung des Aufmarsches der Truppen - Rebellen und Kriegsgerät vor den Toren Orgrimmars, die Loyalisten auf den Mauern selbst.

  2. Raum für letzte Worte, Ansprachen auf beiden Seiten.

  3. Darstellung des Inhalts des Cinematics.

  4. Beginn des “Aftermath”, übergehend in einen Softcut

Aftermath - 27.10.2019

Beginn: 19:00 Uhr
Inhalt:

  1. Bestattung Saurfangs / Behandlung des Cinematics

  2. Fortsetzung des am Vortag begonnenen Aftermath; zB. ein Kriegsrat, eine Zuweisung von Arealen, die man bewacht, Zuweisung der ehemaligen Loyalisten für eventuelle Arreste, Abführung hochrangiger Offiziere in Zellengewahrsam, bis Schwur erneuert wurde -> Hinarbeit auf den “Ist-Stand”

Gruß,
der Kriegsherr

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IC Story, Spoiler zur Übersichtlichkeit

“Du bist tot, Nelth! Du bist tot. Vertrau mir.”

Es war nicht mehr und nicht weniger als dieser Satz aus dem Mund seines vertrautesten Elfen gewesen, der ihn dazu gebracht hatte, an den Zügeln des Schreiters zu reißen und seinen vollen Lauf voran zur Schlachtlinie mit einem Mal zu bremsen. Hufgetrappel war an ihm vorbeigezogen, die Schlachtrufe, die seinen angeschlagenen Kopf, der ohnehin nicht dort gewesen sein sollte, mit jedem Mal mit stärkerem Dröhnen straften, waren langsam leiser geworden.

Jetzt waren sie zurück im Lager. Sich Kath anzunehmen hatte ihm zumindest die Illusion gegeben, irgendetwas beizutragen, sonst hätte er wohl erneut damit angefangen, sich selbst mit Vorwürfen zu torpedieren. Er hatte große Töne gegenüber Neralyn gespuckt, niemanden von ihnen noch einmal im Stich zu lassen, und nun hätte er beinahe zugesehen, wie sie ihr Leben ließ. Es war alles noch einmal gut gegangen, aber als er die entsetzten Gesichter der anderen gesehen hatte, während sie zum Rückzug aufschlossen, hatte es sich unsagbar falsch angefühlt, nicht unter ihnen zu sein.

Bevor das alles seinen Lauf genommen hatte, hatte er oft in abwertendem Tonfall gesagt, dass man die ‘Wankelmütigen’ nicht verunsichern durfte. Langsam fühlte er sich, als würde das mehr auf ihn selbst zutreffen, als auf kurzsichtige Rekruten, und er hielt sich für unglaublich erbärmlich dafür. Er wusste einfach nicht mehr, wem sein Pflichtgefühl galt. Es schien für jeden verdammten Soldaten außer ihn eine einfache Entscheidung zu sein. ‘Du stehst auf der falschen Seite.’ ‘Wir sind auf der richtigen Seite.’ Wie oft hatten seine müden Ohren solche Sätze jetzt schon hören müssen? Wer unter ihnen hatte wirklich das Recht, jemandem etwas vorzuwerfen?

Keiner. Denn beide Seiten befolgten letztlich nur Befehle. Während die einen lächelnd mit dem Feind paktierten, folgten die anderen treu ergeben einer Untoten, die sie nicht interessierte - Aber wenigstens hatten diese Soldaten nicht die verdammte Spaltung der Horde zu verantworten.
Letztendlich war alles was davon blieb ein blutiges Massaker unter Kameraden, das an vielen von ihnen zehrte. Deswegen fühlte Nelthariel sich wie der einzige, der tief drinnen davon überzeugt war, dass es eine richtige Seite nicht gab.

Dennoch nahm er irgendwoher die Kraft, sich zu schwören, in der kommenden Schlacht wieder an Seite mit seinen rebellierenden Kameraden zu stehen. Und diesmal konnte ihn der symbolische Tod nicht mehr unvorbereitet treffen. Diesmal würde er inmitten dieser sinnlos blutigen Revolte niemanden im Stich lassen, der auf seiner Seite stand, oder der ihm auch nur irgendwie wichtig war.

Wirklich niemanden.

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Zusammenfassung des Geschehens aus der Sicht eines alten Häuptlings

Osurgrimm öffnete die Augen. Sein Körper schmerzte. Seine Flanke pochte, das Blut rauschte in seinen Ohren und seine Haut brannte an vielen Stellen peinigend. Der Schmerz in seinem alten Knie, welches er überstrapaziert hatte und das Brummen in seinem Kopf machten es auch nicht erträglicher.

Der Tauren atmete. Er atmete.
Sie hatten überlebt, auch wenn er sich des nahenden Todes kurzzeitig sicher gewesen war. Man hatte ihm gesagt er habe Eisensplitter im Körper. Von Verbrennungen war ebenfalls die Rede gewesen. Er spürte wie seltsam knochige Hände ihn behandelten. Man gab ihm zu trinken und der stechende Schmerz verschwand plötzlich in einem angenehm kühlen Gefühl. Alles verschwamm.

Er erwachte erneut. Jetzt war sein Kopf etwas klarer, doch der Schmerz war ebenfalls zurück gekehrt, wenn auch erträglicher. Was war überhaupt geschehen? Die Erinnerungen an die Abführung der Gefangenen kehrte zurück. Es sollte eine Exekution im Wald geben. Osurgrimm hatte sich dem Zug angeschlossen. Nicht weil er schaulustig gewesen wäre, sondern weil er es als seine Pflicht spürte. Die Pflicht den Tross zu bewachen - und weil er es den Gefangenen schuldig war, dass er ihnen bei ihrem letzten Atemzug beistand.

Doch dann kam alles anders. Der Henker, ein Orc vom lachenden Schädel begann ein regelrechtes Theater zu veranstalten. Er spottete über die Gefangenen, gab sich alle Mühe dass sie gedemütigt wurden und nicht wie aufrechte Kämpfer sterben konnten.

Als letztlich der gefangene Tauren wie Vieh zur Schlachtbank geführt werden sollte, brach es aus Osurgrimm heraus. Er verlangte dass es gestoppt wurde. - Nicht, dass er das Schicksal jenes Tauren jetzt noch hätte verhindern können. Er musste sterben, denn er stand auf der falschen Seite. Doch der wahre Verräter in dieser Sache war Baine gewesen. Nicht der Tauren, welcher nur dem Oberhäuptling folgte, wie es seine Loyalität verlangte.

Osurgrimm kannte den Tauren nicht. Er hatte seinen Namen, Stolzhuf, gerade zum ersten Mal gehört. Dennoch beschwor er den Henker dass er persönliche Rache am Tauren zu üben hatte. In gewisser Weise mochte es stimmen, denn jeder Verräter, war auch ein Verräter an den Stämmen. Doch das war einerlei.

Osurgrimm wollte es selbst tun. Er würde es nicht genießen. Doch er würde dafür sorgen, dass der Krieger einen sauberen und schnellen Tod erhielt. Dass er mit aufrechtem Haupt sterben durfte. Der Henker würde einen Zirkus aus der Hinrichtung machen. Osurgrimm traute dem Orc zu, dass er aus Absicht nicht mit dem ersten Hieb tötete, sondern seine Opfer erst noch leiden sehen wollte. Doch er würde nicht zulassen dass sein Volk zum Gespött wurde. Sein Volk, für das er immer gekämpft hatte.

Seiner Forderung wurde statt gegeben und er trat nach vorne. Er zog seine Axt und spürte wie seine Schritte schwerer und schwerer wurden. Gerade beugte er sich zu dem Tauren hinab. Er wollte ihm zuraunen, dass er es schnell und sauber machen würde. Dass dieser nun wieder mit der Erdenmutter vereint werde. Doch noch ehe er mehr als einen Satz gesagt hatte geschah das Unerwartete.

Eine Lichtexplosion blendete die Loyalisten. Die Gefangenen hatten die Augen abgewandt und flohen, denn einige der Sin’dorei hatten ihre Flucht bereits von langer Hand geplant. Die Verräter und Gefangenen flohen in den Wald und einen Moment spürte der alte Bulle Erleichterung. Erleichterung, dass alles noch einmal gut gegangen war, auch wenn er wusste, dass weder die Flucht, noch die Hinrichtung der Rebellen gut sein konnte.

Doch als die Loyalisten die Verfolgung aufnahmen und plötzlich ein gewaltiges Rebellenheer aus dem Wald erschien, gefror ihm das Blut in den Adern. Er hatte sich gewünscht, dass die Gefangenen einfach im Wald verschwinden würden. Aber jetzt war es anders. Jetzt mussten sie kämpfen. Er schloss sich dem Zug der Verfolger an, nicht weil er es wollte, sondern weil er sie nicht im Stich lassen konnte. Und dann brach die Hölle los.

Jetzt war er hier. Und irgendwie hatte er überlebt. Das Feuer. Die Granatenschauer. Den Pfeilhagel. Die Kämpfe. Er hörte dass die Rebellen sich formierten. Mit einem tiefen Schnaufen richtete sich der Tauren auf, verließ das Lazarett, auch wenn man ihm geheißen hatte einige Tage in Ruhe zu verbringen. Doch er hatte den Tod bereits gesehen. Und wenn nun bald alles ein Ende finden würde, dann würde er sich stellen. Er würde die letzte Schlacht stolz, stark und aufrecht antreten. Wie ein Tauren.

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Das Licht des Letzten Tages

“Man sucht sich das nicht aus. Niemand hier sucht sich das aus.”

Erst, als es unerträglich heiß und hell im Zelt wurde, schlug er die Augen auf. Ganz entgegen seine Gewohnheit fuhr er nicht vom kargen Feldbett hoch, sondern blieb auf dem Rücken liegen, reglos, nur die Lider tanzten im grellen Tag bis sich unter ihnen das alte Messinglicht vollkommen entfacht hatte. Um den Elfen herum, außerhalb der dünnen Zeltwand, hatten sich längst schon die Geräusche eines Feldlagers erhoben. Er spürte, wie sein Körper danach drängte, sich in diesen Chor einzufügen. Eine Schlacht stand bevor und wie immer fühlte der Soldat sich in genau dieser Stimmung lebendig, nein: Zuhause. Deshalb hieß er das Kribbeln willkommen, das sein Rückgrat entlanglief und sich in den Magengruben verteilte, umarmte die Klarheit im Kopf herzlich, mit der er die notwendigen Vorbereitungen schon jetzt in den ersten Momenten des Wachens durchging. Rüstwerk, Versorgungsnotwendigen, Taktik und Strategie, Vorbereitung auf das Unvorhersehbare und während all dieser Formalien war stets das Feld der Moral zu bestellen, in dem die Saat der Zuversicht aufzugehen hatte. Eine Schlacht stand bevor - und es galt, hohen Mutes in sie zu ziehen. Falanthril Sonnenpfeil, einst Hauptmann und Leutnant, aber Zeit seines Lebens Soldat, hatte damit niemals Mühe gehabt.

“Das Herz einer Rebellion ist stets und nur die Moral.”

Heute war es …anders. Irgendwann gestern zwischen den Meldungen vom Einsatz der Seuche und dem Moment, in dem er sich selbst im Rückzug der Truppen mit dem giftgrünen Wabern konfrontiert sah, war ihm der letzte Rest Hoffnung verloren gegangen, aus dieser Sache lebend herauszukommen. Sicher, er war vorher schon nicht sonderlich zuversichtlich gewesen. Ein Bollwerk wie Orgrimmar mit einer Unterzahl aus einander mehr schlecht als recht verschworenen Truppen einnehmen zu wollen, musste selbst von nur wenig kriegserfahrenen Geistern als zumindest “schwierige Sache” wahrgenommen werden. In den Augen des schlachtenerprobten Waldläufers, der auf die Erfahrungen eines langen Lebens voller Kriege zurückblicken konnte, hatte der Realismus schon früh ein harsches Bild gezeichnet: Diese Rebellion war übel zum Scheitern verurteilt und im Prinzip eine Katastrophe in Wartehaltung. Dennoch und trotz allem war da in ihm ein kleiner Funke Was-Wäre-Wenn am Glühen geblieben, selbst nach all seinem Hadern mit dem Verhalten der “Verbündeten”. Es waren schon aussichtslosere Schlachten zu Gunsten der unterlegenen Seite ausgegangen und an einigen davon war er sogar beteiligt gewesen, um sich nun daran zu erinnern. Heute aber…

“Was kann man niemals töten, Antheja?”

Heute war es damit vorbei. Heute sah er klar, wozu die andere Seite fähig war. Wissentlich und voller Überzeugung ließen die Truppen der Banshee zu, dass ihren einstigen Kameraden eines der schlimmsten Schicksale entgegengeschleudert wurde, das lebendige Seelen nur ereilen konnte. Orcs, Trolle, Tauren, Elfen mit Atem und schlagenden Herzen in der Brust nahmen in Kauf, dass ihren eigenen Volksangehörigen und ehemaligen Weggefährten Seuchenleid und Untod auf die Köpfe regnen würde. Sie klammerten sich mit den lauten Rufen nach Verrat an ihrer richtigen Seite der Moral fest, während sie den Einsatz der verdammten Seuche zuließen? Mit solchen Leuten konnte man nicht mehr verhandeln. Man schoss nicht mehr daneben, man hielt sich nicht mehr zurück, man versuchte nicht mehr, sich noch irgendwie aufrecht einander gegenüber zu verhalten.
Solche Leute tötete man oder starb beim Versuch.

“Ihr seid ein Veteran, Sonnenpfeil. Ich brauche Eure Einstellung zum Erhalt der Moral dort draußen unter den Leuten. Haltet sie hoch.”

Eigentlich, dachte er nun so bei sich, war das seine wahre letzte Schlacht. Nicht der Kampf, der bevorstand. Nicht das tatsächliche Gemetzel, das sich heute Abend über den roten Fels von Durotar ergießen würde. Nein. Soldat Sonnenpfeils letzte Schlacht war es, heute aus diesem Zelt zu treten und im vollsten Bewusstsein seiner ultimativen Sterblichkeit die letzten Stunden seiner Kameraden mit so viel Zuversicht und Hoffnung vollzupumpen, wie es nur ging. Er würde dafür lügen müssen, sich verstellen und sein Herz zur Mördergrube der Gefühle dahinter werden lassen. Keine leichte, aber eine machbare Aufgabe. Darin hatte er Übung und niemand…nein, kaum einer hier kannte ihn wirklich gut genug, um den Unterschied zu erkennen. Für einen Moment ertappte er sich dabei, das zu bedauern, doch er schob es beiseite. Bedauern braucht er nun nicht, nicht für sich selbst. Sein Leben war lang genug gewesen, sein Leben war gut genug gewesen und eigentlich war es ein Wunder, dass er es bis hier her geschafft hatte. Nein, für Selbstmitleid war jetzt wahrlich keine Zeit mehr. Sie alle gingen sehenden Auges in den Tod und den Untod. Wenigstens die Schritte dort hin sollten ihnen leichter fallen. Einmal noch den Glauben haben, wirklich für Frieden, Gerechtigkeit und eine Heimat zu kämpfen, die am heutigen Tage für so viele so viel größer hätte werden können als nur die kleinen Ecken der Welt, aus denen sie stammten.

“Fehler geschehen. Ich verlange keine Buße von dir. Vergib dir selbst.”

Der Waldläufer schwang sich ins Sitzen, rollte die Schultern. Mit einem Griff in sein penibel geordnetes Zeug förderte er den kleinen, silbern glänzenden Falken zutage, der so unverhofft zu ihm zurückgekehrt war. Drehte ihn in den Fingern und sah, wie sich das Licht des letzten Tages in den geschliffenen Federn der Anstecknadel brach. Der Elf hatte eigentlich vorgehabt, den Stahlfalken erst wieder zu tragen wenn er es geschafft hatte, sich für dessen Absturz und Untergang zu vergeben. Aber dafür war die Zeit nicht mehr da. Also beschloss er, sich zumindest heute, für die restlichen Stunden seines langen, guten Lebens diese eine Last, die über allen anderen thronte, zu verzeihen. Auch sie hatte ihn schließlich genau hierher geführt.

Und so legte er den Silberfalken bereit. Ein letztes Mal würde er auf Stahl und Leder mit dem Soldaten Sonnenpfeil in die Schlacht fliegen. Nicht für Quel’Thalas, nicht für Orgrimmar, nicht für die Horde, nicht einmal für Azeroth.
Sondern für das Leben selbst.
Denn nichts anderes sonst war den Tod wert.

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Melaanh saß in seinem kleinen Zelt. Für ein größeres hatte er keine Materialien mehr. Alles nötige passte gerade so eben rein, also war wirklich nicht viel Platz. Vor allem nicht, wenn der Tauren auch noch mit drinnen saß. Aruna, sein junger Adler, saß draußen auf der Zeltstange, die den Eingang aufrecht hält. Wachend, beobachtend, jedoch irgendwie auch desinteressiert.

Er suchte sich mehrere Holzschalen zusammen. Diese waren mit verschiedensten Pigmenten gefüllt. Der schwarze Tauren entzündete die Feuerstelle und stellte eine Schale mit Wasser an den Rand. Er begann damit die Pigmente zu mischen und langsam mit dem Wasser in Verbindung zu bringen. Als diefarbige Paste dann schließlich warm war, jedoch nicht annähernd heiß, nahm er die Schale vom Feuer. Die nun rötlich gefärbte Paste, wurde mit den groben Taurenfingern im Gesicht und auf der Brust aufgetragen. Beim letzten ‚Pinselstrich‘ der Kriegsbemalung murmelte er leise und zu sich selbst: „Theia-shoush ahmen.“

So hatte sich der Jäger, zumindest spirituell, auf die kommende, große Schlacht vorbereitet.

(OOC: Diesmal auch mit dem richtigen Char)

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Müde schlug der Gilneer seine Augen auf. Hatte er überhaupt geschlafen? Und wie spät war es eigentlich? Hell. Die Uhr sagte: hell. Und hell bedeutet aufstehen. Aufstehen bedeutet ankleiden. Ankleiden bedeutet bewaffnen… die Muskete… Ja, die hatte er gestern auf dem Rückzug noch geladen. Und bei der Einkehr ins Zelt einfach irgendwo hin geworfen. Genauso wie die übrigen Granaten, die er noch dabei hatte. Aber wo war er gerade? Achja… bewaffnen… und dann musste er marschieren. Wie er es hasste zu marschieren. Einen Fuß vor den anderen. Bloß nicht zu weit, man muss ja Energie sparen. Bloß nicht zu nah, man wollte ja auch mal ankommen. Hinterköpfe vorn, dröge Gesichter hinter einem. Zumindest war das bei der Allianz und den Menschenheeren so gewesen. In Formation, Schützen zweite Reihe und so weiter. Alles fein nach Handbuch.

Aber er driftete schon wieder ab. Und allmählich fragte er sich auch, wieso er diese Kette an Schritten überhaupt verfolgte. Heute würden sie den Krieg beenden. Auf die eine oder andere Weise. Und egal wer gewinnt, viele werden sterben. Hätte er die Shal’dorei vielleicht doch nochmal umgarnen sollen? Am Abend desselben Tages wären beide wohl eh nur ein haufen Fleisch. Wobei die Chancen auch nicht schlecht standen, von der Banshee-Königin wiederbelebt zu werden. Wie das wohl so ist als Untoter? Aber vielleicht trifft er dann die Shal’dorei wieder. Hoffentlich fällt ihm nicht der Bart aus…

Er musste schmunzeln. Hatte diese Lady ihn doch tatsächlich gefragt, ob er bereit wäre, sich der Seuche entgegen zu stellen. Welcher Gilneer ist das nicht? Nach den Verlassenen durften sie ja als erste das Versuchskaninchen spielen, wie gut dieses Teufelszeugs gegen Lebende funktioniert. Er würde aus Rache kämpfen, hatte sie ihm gesagt. Das hatte ihn tatsächlich überrascht. Nicht allein diese stumpfe Feststellung, sondern auch die plötzlich in ihm aufkeimende Wahrheit dieser Worte. Aber welcher Gilneer hasste sie nicht, die Seuchenhexe.

Er würde noch ein kleines Paket für Brojier den Hochbergtauren zusammenstellen müssen, falls er selber fallen würde. Hatte er dem Tauren doch versprochen, mit ihm nach der Schlacht Kraut zu rauchen und zu trinken. Und wenn nur einer von ihnen beiden fällt, könnte der andere zumindest das tun, was sie einander versprochen hatten. Und an den anderen denken.

Ob die Troll ihn wohl verstanden hatte? Sie lobte ihn, dass er Eier habe, weil er einfach so zwischen gegenseitigen Feinden stünde. Salopp hatte er dieses Lob an sie reflektiert. Und auch sie versuchte ihn darauf vorzubereiten, was kommen würde. Die Festung Orgrimmar. Er sagte ihr, er sei schonmal dort gewesen… Sie hat es bestimmt verstanden. Ob er sie hätte fragen sollen, ob sie die letzte nacht mit ihm verbringen will? Vielleicht hätte er einfach irgendjemanden fragen sollen, anstatt einfach in sein Zelt zu gehen.

Nun war es zu spät. Der große Tag war gekommen. Seufzend schob er sich aus seinem kläglichen Schlafsack. Heute würde der Krieg enden. Auf die eine oder andere Weise.

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Schwur

Ein Begriff, der die Horde stets geprägt hat.

Manche legen ihn vor Zeugen ab.
Manche legen ihn mit Blut ab.
Manche geben sich ihm völlig hin.
Einen Schwur zu brechen, gilt als eine Todsünde.

Die ersten Sonnenstrahlen eines neuen Tages schoben sich so zaghaft über die Ränder des Canyons wie das leise Flüstern des Windes welcher durch die staubigen Schluchten Durotars whisperte, einzelne trockene Teufel über den Boden rollen und tanzen ließ. Langsam kehrte Leben in den Klingenhügel ein, den Ort an dem der Anfang vom Ende einer Sache, einer ganzen Nation stattfinden würde. In der Dunkelheit eines Zeltes berührten blaue Füße den Teppischboden, als der Besitzer ebenjener sich erinnerte.

Suramar
Seine Heimat. Schreie der Angst und Qual, als die Loyalisten Elisandes zusammen mit der Legion ein Exempel statuierten. Am eigenen Volk. Die Finger, welche soeben noch am Rande des Feldbettes aufgestützt lagen, schlossen sich fester um den Rand, gruben sich die Kuppen in die dünne Decke. Als sein Vater diesen Wahnsinn aufzuhalten versucht hatte, aufbegehrte und schlussendlich ebenso verbrannte wie der Rest der Rebellen vor Ort. An diesem Tag hatte er seinen ersten Schwur gegenüber sich selbst abgelegt.

Er würde nicht wegsehen, wenn Andere unterdrückt wurden.
Er würde aus den Schatten heraus das tun, worin sein Vater versagt hatte.

Die Erleichterung, als das kühle Wasser aus der nahen Schüssel über sein Gesicht lief, im Rücken über das Rückgrat hinabrann, einen eisigen Schauer nach sich zog. Einen ebensolchen hatte er an anderer Stelle, ebenso nahe dem Wasser erfahren.

Teldrassil
Er saß allein am Strand, die Stiefel – ebenjene Stiefel in die er nun im aufkommenden Morgenlicht schlüpfte – mittlerweile völlig durchweicht. Seine Schnitte, hervorgerufen durch die Klingen der Schildwachen von Lor’Danel schmerzten. Doch nicht so sehr wie die lähmende Leere, das Gefühl von Ohnmacht. Am Horizont, weit von den silbernen Wellenkämmen entfernt erhob sich das erste Mahnmal des Krieges. Kahl, eingefallen, zu Asche verbrannt. Wie seine Bewohner. Wie einfach doch alles erschienen war, seit seinem Beitritt zur Horde. Eine Hand strich geistesabwesend über den nahen Abstelltisch, traf auf Metall.

Ein Abzeichen.
Das Abzeichen jener Einheit, der er schließlich seine Treue geschworen hatte.
Das Abzeichen jener Einheit, mit der er und den anderen Gruppierungen der Horde an der Seite des Hochfürsten ins Eschental eingefallen war.
Das Abzeichen jener Einheit, die ein Dorf voller Zivilisten der Nachhut von Verlassenen überlassen musste.
Das Abzeichen jener Einheit, die an der Schlacht bei den Windschnellen und in Lor’Danel geblutet hatte.
Einer Einheit, die wie er am Strand anwesend war.

Als die feurigen Geschosse den Sternenhimmel erhellten, ihre Bahnen zum Weltenbaum hinüberzogen.

Die Hand, welche das Abzeichen hielt, verkrampfte sich um jenes bis die Ränder ins Fleisch stachen. Der Schmerz war gut. Er lenkte ihn ab. Von der Schuld, nicht früher gehandelt zu haben. Aber was hätte er schon ausrichten können? Ein einzelner Mann, gegen das sich drehende Rad des Krieges?

Ein Krieg, der wie die Gezeiten vor- und zurückebbte. Den Stiefeln folgte die Hose, ebenso wie der Waffengürtel.

Unterstadt
Später, am selben Abend des Brandes von Teldrassil hatte er mit den Anderen des Kriegerbundes am Feuer ihres Lagers gesessen. Die Stimmung war nachdenklich, betrübt, aber auch freudig. Eines der Kriegsbanner der Horde hing am Rande des Lagerfeuers dessen Schein feine Schatten über den roten Stoff tanzen ließ, mal die Eine, mal die Andere Seite erhellte. Ein Riss, durch eine Waffe hervorgerufen zog sich senkrecht über den Stoff. Die Hände, die bis eben den Waffengürtel zurechtgerückt hatten, zitterten.

DAMALS hatten sie auch gezittert. Als er seinen Entschluss gefasst hatte. Aufgestanden war, von seinem Umhang einen Streifen abgerissen hatte, um das Banner wieder zusammenzuflicken.

Er erinnerte sich.

Wie die Anderen von ihren Humpen aufgeschaut hatten.
Wie Gespräche kurz ins Stocken gerieten.
Wie einer der Hexendoktoren zu ihm hinübergetreten und ihm einen Fetzen seiner Tunika angeboten hatte.
Wie Maa’Gal, „Krieger“, wie er genannt wurde, stolz zu ihm blickte.

Ein Mann, der schon viele Schlachten geschlagen hatte.
Ein Mann, der für ihn in diesem Moment ein Richtpunkt war.
Ein Mann, der den Kriegerbund durch die Ereignisse dieses Krieges geführt hatte.
Ein Mann, der selbstständig die Hinrichtung des besten Freundes und Mentors seiner Vorgesetzten und Freundin vollstreckte, als jener sich dem Verrat an der Horde schuldig gemacht hatte.

Die Einigkeit, die die beiden vergangenen Ereignisse innerhalb der Horde durch diese Vergeltungsschläge der Allianz hervorgebracht hatte, geriet ins Wanken. Ein tiefes Luftholen folgt in der Dämmerung, zwängt sich der schlanke Körper des Silberhaarigen langsam ins Leder seiner Rüstung. Einer Rüstung, die Dellen und Kerben erhalten hat.

Heimat
Dort, wo das Herz der Horde liegt. Dort, wo auch er einst bis vor Kurzem stand, nicht gewillt, die Bande zu kappen ohne Gewissheit erlangt zu haben. Das Abzeichen wird an der Brust befestigt. Jenes Abzeichen, welches Zeuge war, als ein weiterer Schwur gesprochen wurde.

Der Schwur gegenüber Krieger, zurückzukommen.
Der Schwur, nicht überzulaufen.
Der Schwur, bei Bwonsamdi selbst den Schwörenden im Zweifel zu töten.
Der Schwur, welcher in den Düstermarschen sich in Rauch und Schatten auflöste, wie auch derjenige der ihn leistete.

Die Finger der linken Hand streichen höher zur rechten Schulterpolsterung die einen Einschlag aufweißt, einem Pfeil nicht unähnlich. Fahren wiederrum tiefer zur Brustrüstung deren Ränder schwarzverkohlt sind, die Mitte geziert wird von parallel zueinander verlaufenden Krallenspuren.

Er hört die Worte des Mannes, in dem er einst so viel gesehen hat in seinem Geist nachhallen.

„…Aber wenn du mich doch belügs‘ – dann wird es die letzte Lüge sein, die du ausgesprochen has‘. Das schwör’ch dir bei Bwonsamdi…“

Muskeln strecken sich, Blut fließt durch Venen unter blauer Haut hindurch die von silbrigen Linien überzogen ist. Dolche werden in vorgesehenen Schlaufen und Halterungen befestigt. Der silbrigblaue Blick des Elfen schweift in Richtung Zelteingang, folgt der Körper wenige Augenblicke später während um ihn herum einsetzendes geschäftiges Treiben herrscht.

Eine Azeritmaschine ist auf den Canyon und die dortigen eingestürzten Felsen gerichtet. Irgendwo in der Ferne ist der beständige Klang von dumpfen Kriegstrommeln zu hören. Den Kopf gegen das Sonnenlicht anhebend, sieht der Mann nach oben, zweien Windreitern folgend, die ihren Weg einschlagen.

Langsam richtet sich der Blick auf das Ziel der Reiter.
Auf Anfang und Ende eines Krieges.
Auf Anfang und Ende eines Schwurs.

Orgrimmar

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Die letzten Stunden vor einer Schlacht waren die schlimmsten. Es waren immer die schlimmsten, egal an wie vielen Fronten er stand.

Jede Stille war zu laut, jeder Lärm noch zu leise und nichts vermochte es, die Gedanken zu stoppen, die sich die gesamte Zeit immer wieder im Kreis drehten, auf der Suche nach Antworten, die niemand liefern konnte.
Wie durch Watte drangen die Stimmen der Kameraden an seine empfindlichen Ohren, wobei er mittlerweile nicht einmal mehr wusste, ob er sich das dumpfe Gefühl einbildete, oder ob die Granaten mehr Schaden verursacht hatten, als er anfänglich angenommen hatte.
Die Welt war dumpf und am Rande seiner Wahrnehmung bemerkte er, wie Leben in eines der Zelte geriet.
War es schon Morgen?

Norash klopfte leicht auf den Zigarettenstummel, den er in den Fingern hatte, um die überschüssige Asche loszuwerden. Sie gesellte sich zu den Überresten von ungefähr zwei Handvoll weiteren Glimmstängeln, die er in den letzten Stunden nacheinander vernichtet hatte.
Er war bereits einen Tod in diesem sinnlosen Kampf gestorben. Ob in den nächsten Stunden sein zweiter folgte?
Der Gedanke ließ nicht einmal mehr einen Schauer über seinen Rücken kriechen. Der Tod gehörte zu einem Kampf dazu, wie das Arkane zu den Sin’dorei. Er war nicht mehr naiv genug, um zu glauben, ihm zu entkommen, nur weil er das ‘Richtige’ tat. Er war sich nicht einmal mehr sicher, ob es überhaupt das Richtige gab.
Beide Seiten folgten Befehlen, beide Seiten folgten Idealen und beide Seiten … waren die Horde. Das, wofür er geschworen hatte zu kämpfen.

„Wir haben es geschworen. Ihr habt es gebrochen.“

Hatte er den Schwur gebrochen? Ja, das hatte er.
Bereute er es? Nein.
Der Sin’dorei klemmte sich nach diesen nahezu lautlosen Worten die Zigarette wieder zwischen die Lippen und drückte sich vorsichtig in den Stand. Kleine Steinchen rieselten dabei aus dem Stoff seines Umhangs zurück auf den kühlen Grund, der schon bald wieder von der Sonne erhitzt sein würde, egal was ihnen passierte. Durotar interessierte es nicht, welchem Kriegshäuptling die Horde folgte.

Norashs Blick legte sich auf seine rechte Hand. Noch immer war ein Verband um sie gewickelt, unter dem die Wunde prangte, die Krieger ihm zugefügt hatte. Kurz peitschten seine Gedanken zu Grinser und zu Amboss, dann schloss er die Augen zu einem längeren Blinzeln.

Es war Zeit, den gebrochenen Schwur bis zum Ende zu verfolgen.

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