Nachdem ich das letzte Mal wegen HS-Burnout ausgesetzt habe, bringe ich Ilkay von diesem Abgrund zurück und bin auch selber wieder dabei. Die bevorstehende Rotation vermag es doch, Hype zu schüren. Mit TITANEN rotiert eins der stärksten Sets der HS-Geschichte, wogegen der Smaragdgrüne Traum fast schon bescheiden wirkt. Das macht es einerseits einfacher, die Top 10 zu bilden (weniger offensichtlich overpowerte Kandidaten), andererseits ist es diesmal noch schwerer als je zuvor, weil die Rotation altbekannte Lieblinge und gehasste Schurken aus dem Standardpool entfernt und wir uns auf einem neuen Schlachtfeld zurechtfinden müssen. Und wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob meine Prognosen zutreffen werden oder doch nur ein Hirngespinst meiner Träume sind?
Genug Vorrede, los geht’s!
Platz 10: Geistbande/Spirit Bond
Gleich vorneweg: Das ist direkter Powercreep auf diese alte Hunterkarte aus KuK
Flanking Strike war damals Staple und das erwarte ich von der Neuauflage genauso. Sie ist 1 Mana billiger und der Wolf kann direkt angreifen. Das eine Lebenspünktchen weniger ist nicht weiter wichtig.
Es handelt sich um eine grundsolide Karte. Dies ist mein einziger Lichtblick in diesem ansonsten sehr schwachbrüstigen Hunterset. Gleichzeitig kann ich aber nicht rechtfertigen, sie höher anzusetzen. Damit wäre meiner Jägerquote Schuldigkeit getan.
Platz 9: Agamaggan
Agamaggan ist Pyroblast für den WL mit Manacheat. Muss ich wirklich noch was erzählen? Ok, vielleicht doch ein bisschen. Schließt eure Augen und denkt nach, mit welchen anderen Karten Agamaggan Synergie haben könnte.
Wenn eure Intuition richtig liegt, habt ihr vielleicht schon eine Ahnung, was sich ebenfalls in meiner Top 10 befindet. Entschuldigt, dass zu Agamaggan jetzt noch nicht allzu viel steht, aber aus Spoilergründen müsst ihr warten, bis ich Agamaggan im Zuge von anderen Karten bespreche.
Platz 8: Traumgebundene Jüngerin/Dreambound Disciple
Druiden verlieren mit der Rotation zwar
die das aktuelle HP-Scamdeck befeuert, aber sie bekommen
der dem Druiden die einfachste Heldenfähigkeit aller Klassen zum Erfüllen gibt. Hearthstoneveteranen werden sich an Jadegolems erinnern. Die Pflanzengolems werden zwar nicht so ganz krass abgehen, aber dafür früher und konsistenter als die Jadegolems, die ihre Muckis doch eher zum Matchende spielen haben lassen.
An sich könnte an diesem Platz auch Hamuul Runentotem stehen, aber ich gebe der Traumgebundenen Jüngerin den Vorzug, weil sie vielseitiger ist und auch in Wild die bessere Karte ist. Zu 4 Manacheat auf einer 3 Manakarte sagt niemand bei klarem Verstand nein.
Platz 7: Moderherzdryade/Rotheart Dryad
Eine der Karten, mit denen Agamaggan harmoniert, verrate ich hiermit. Ich erspare uns allen den obligatorischen Hinweis, warum Tutoreffekte stark sind. Konzentrieren wir uns lieber darauf, was dieser Tutoreffekt genau macht.
Ich sag es euch, was ich mitgebracht habe: Eine Wincondition. Mit der Moderherzdryade ist sie garantiert. Leider, oder zum Glück, rotiert Sargeras, aber der Hexenmeister bekommt dafür neue Spielzeuge in Form von Agamaggan und Wallow.
Ansonsten befinden sich auch unter neutralen Karten einige Schmankerln wie Kil’jaeden oder Ceaseless Expanse. Und das beste: Die Dryade kann man gleich 2x ins Deck packen. Wenn eine Win-Condition nicht reichen sollte, kann man einfach die nächste nachballern, um sicherzugehen, dass der Feind mausetot ist.
Die Dryade ist wie der Kurs einer gutlaufenden Aktie: Nicht nur inflationsresistent, sie gewinnt sogar an Wert, je mehr Zeit verstreicht und je mehr teure Schinken sich im Standardpool ansammeln. Steigt jetzt ein für maximale Rendite, wenn die Hyperakete Richtung Mond abhebt!
Zu einem unschlagbaren Staubpreis von 100!
Platz 6: Ursol
Motiv + Gelegenheit = Tat
Nun sind wir jetzt zwar nicht in einem Krimi, aber diese Gedankenkette hat auch in Hearthstone ihre Richtigkeit. Der Pala hat starke teure Zauber zur Verfügung (Motiv) und mit Ursol (Gelegenheit) kann er sie maximal ausreizen. Bedeutet im Endeffekt, dass wir von Uther totgeknüppelt werden (Tat).
Die dem Paladin im Moment zur Verfügung stehenden Zauber kosten alle 7 Mana, also cheatet Ursol 21 Mana. Kann aber auch ganz schnell mal auf 30 Mana hochgehen, je nachdem, was in Zukunft noch kommt. Aber bereits jetzt sollte man sich vor diesem bärenstarken Kaliber in Acht nehmen. Mit
kann Uther sich jetzt komplett hochheilen, während gleichzeitig das gegnerische Ungeziefer vom Board getilgt wird. Oder man macht Druck auf dem Board mit
Ich hoffe mal, dass ich wirklich alle Zauber, die dem Paladin nützlich sein könnten, aufgezählt habe Weiter mit der nächsten Karte, mit der wir auch in Palastone bleiben.
Platz 5: Toreth der Unbeugsame/Toreth the Unbreaking
Gottesschilder 3x anpingen zu müssen macht Toreth zu einer unglaublich harten Nuss, die so manchen Nussknacker in seine Schranken weisen wird. In Wild existiert auch die Combo mit
Was tun gegen einen unanvisierbaren Toreth? Aber zurück zu Standard:
Ich sehe Toreth in 3 Szenarien glänzen:
- Man ist gezwungen zu traden. Toreth hält alle Gottesschilder intakt
- Man will das eigene Board gegen Clears schützen, vor allem solche, die den Schaden nicht auf einmal anbringen, sondern aufteilen. Paladine lieben intakte Boards, denn dann kann man sie in der nächsten Runde bis ins Unendliche buffen.
- Als Zeitschinder in langsamen Paladecks. Toreth hat auch Spott und erzwingt somit 4 Trades von Aggrodecks. Seine Stats sind auch gut genug, dass er kleine Diener wegräumt.
Bevor es weiter zur nächsten Karte geht: ALLES kann ein Gottesschilddiener sein. Was Toreth umso gefährlicher macht.
Platz 4: Naralex, Herold der Flüge/Herald of the Flights
Für die Top 3 hat es noch nicht ganz gereicht, weil in dieser Erweiterung ironischerweise nicht so viele starke Drachen unterwegs sind wie in Descent of Dragons. Für eine hohe Nominierung reicht es trotzdem. Naralex revitalisiert den Drachenpriester und ermöglicht diesem Deck einen höchst tödlichen Combozug ab T8. Naralex +
= +3 Manakristalle = 3 weitere Drachen für 1 Mana und dann macht Zarimi den Sack zu.
Platz 3: Tortolla
Tortolla kostet zwar 10 Mana, aber es existiert
= GG
Gibt nicht viele Decks, die mit sowas umgehen können. 30 Lebenspunkte sind schon eine echte Wand. Und falls man doch durchkommt, kommt Tortolla mit
einfach wieder. Unkilliax in noch unkillbarer? Ich prophezeie, dass dies ein neuer Negativrekord unter den meistgehassten Karten in der Geschichte von Hearthstone sein wird.
Platz 2: Tyrande
Tyrande ist eine Smorc Hunter-Karte, die sich zum Priest verirrt hat, aber Priester sind nicht mehr die schwächlichen Brillenschlangen, die nix außer Heilzaubern können. Sie tun es Anduin ab BfA gleich und sind in die Muckibude gegangen, um auch mal Prügel austeilen zu können (böse Zungen behaupten, dass es sich bei solchen Priestern nicht mehr um Priester, sondern um Paladine handelt).
Aber jetzt ein paar konkrete Beispiele, wie man Tyrande einsetzen kann:
Mit dem verderbten Erwachen von Shaladrassil einfach mal für 2 Mana einen Effekt auf dem Niveau von Mordresh rauslatzen. Eine Karte, die integraler Bestandteil in meinem erfolgreichsten Deck aller Zeiten, dem Naga Mage, war. Du kriegst einen Pyroblast und du kriegst einen Pyroblast und alle kriegen einen Pyroblast ab! Dann gibt es im neuen Set auch noch den Mondbrunnen:
Und als Priester hat man auch die Heilung, um 8 Schaden aufs eigene Face durch Akupunktur verkraften zu können.
Oder man macht einen auf Touristen und benützt eine echte Face Hunter-Karte.
Tyrande führt mich heftig in Versuchung, auf meine alten Tage die Seiten zu wechseln und doch noch ein Priest-Main zu werden. Muss ich geradezu zwingend, wenn der Priester einfach bessere Facekarten bekommt als der Jäger ^^
Platz 1: Shaladrassil
So oft wie ich bisher Shaladrassil angedeutet habe, konnte es der ein oder andere vielleicht schon kommen sehen. Die verdorbenen Traumkarten sind ein Träumchen.
Die verderbte lachende Schwester lacht sämtlichen zauberbasierten Decks ins Gesicht, das verderbte Erwachen cleart nur mehr einseitig anstatt symmetrisch, der verderbte Traum stellt sicher, dass man nervige Diener auch auf längere Zeit nicht mehr sieht, beim verderbten Albtraum verliert man nicht mehr den Diener und kann vorteilhafte Trades machen und dann gibt es noch den verderbten Drachen als Ultrastatstick.
Shaladrassil ist eine Valuemaschine für Decks, die auf lange Matches gehen. Noch mehr busted in Kombination mit Ursol (3 Runden lang die verderbten Karten ausspielen können, der Gegner kriegt nichts aufs Board, man cleart alles und wenn der Gegner nicht clearen kann, stirbt er einfach an 14/14 Drachen.
Agamaggan ist auch ein starker Mitbewerber. Verdirbt automatisch Shaladrassil, dann spielt man Erwachen aus und hat 14 Schaden aufs Face + Boardclear.
Tyrande profitiert ebenfalls. Über den 2 Mana Massenpyroblast habe ich schon gesprochen, aber das war noch nicht alles. Wenn man auch nur einen einzigen Diener auf dem Feld liegen hat, kann man diesen gleich für 8 Schaden mehr buffen.
Aber auch abseits dieser degenerierten Combos wird Shaladrassil seine Wurzeln im Spiel schlagen. Dafür kann diese Karte einfach zu viel von allem auf einmal.