[A-RP] Einheit X - Archiv- und Diskussionsthread

Hallo!

Die Sonne scheint, und Einheit X ist um zwei knallharte Wachen reicher geworden, welche sich mit Adleraugen um diese freveligen Verkehrsraudis aus der Luft kümmern - WIR HACKEN EUREN MOUNTS DIE FLÜGEL AB!

https://abload.de/img/rekrutierung44jgn.png

PS: Keine Sorge, das tue ich euch nicht an, aber ihr macht tolle Arbeit!
Bussi auf die Nuss.

Bestäubende Grüße
Ein Frühling mit mächtigen Paintskills :cherry_blossom:

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Da werden wir wohl mal die Greifenreiter benachrichtigen müssen.

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Neue Aushänge werden an den öffentlichen schwarzen Brettern der Stadt Sturmwind, jedoch auch an den Anschlagtafeln der Stadt- und Hafenwache verteilt. Ebenso finden welche vor jedem Zugang zur Stadt Platz.

Ehre der Krone,
Bürger von Sturmwind!

Der Kriegs- und Verteidigungsrat von Sturmwind hat festgestellt, dass eine unterbesetzte Stadtwache in Defizite der Verteidung der Stadt selbst resultiert. Daher wurde beschlossen, dass allen, die sich in den nächsten vier Wochen als neue, potentielle Rekruten bei der Einheit vorstellen und auch aufgenommen werden, für ein Jahr doppelter Sold gewährt wird.
Die Krone möchte hiermit einen verstärkten Anreiz schaffen, auch die Stadtwache stärker mit Mannstärke zu unterstützen.

Drum auf! Meldet Euch noch heute, um Sturmwind, Stadt des Königs und Hauptstadt der Allianz, mit Herz und Schwert an der Seite Eurer künftigen Kameraden zu verteidigen, gegen Gefahren von Innen wie Außen!

Sieg der Allianz!


Nähere Informationen sind am Wachbüro in der Altstadt zu erfragen, wie auch auf der Rückseite dieses Schreibens zu finden.

Für weitere Informationen wendet Euch an:

Leutnant L. Kesper (Auswahlgespräche)
Jeden Soldaten der Einheit (Ausgabe von Informationsmaterial inkl. Bewerbungsvorlage)

gez. Leutnant L. Kesper
<Siegel des Königs und der Wache>

OOC-Informationen

((Wachbüro im Laden „Der Silberschild“ in der Altstadt.))
Bewerberforum und -informationen:
https://wachkompanie-sturmwind.enjin.com/forum/m/50066677/viewforum/9292840
Gildenbeitrag im Aldorforum:
https://eu.forums.blizzard.com/de/wow/t/a-rp-zehnte-wachkompanieeinheit-x/20765
Gildenbeitrag im Aldorwiki:
https://diealdor.fandom.com/wiki/Zehnte_Wachkompanie
Gildenforum:
https://wachkompanie-sturmwind.enjin.com/

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Wachen!
Habt ihr das gesehen?

Wird Zeit, ein paar Illidari für sowas einzustellen…
:sunglasses:

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Noch in dieser Nacht stand eine Laterne, die der Wache bekannt vorkommen müsste, vor dem Wachbüro. Diese war schon längst erloschen und kalt. Wäre das nicht schon sonderbar, lag dicht daneben ein kleiner Karton mit einer auffälligen blauen Schleife, unter der man ein kleines Kuvert geschoben hat. Sollte man den Karton öffnen, wird einem der süße Duft von Zucker entgegenströmen. Ein duzend kringelige Heferinge strahlte den Betrachter an. Bereit um verspeist zu werden.
Der beigelegte Brief, der das rustikale Emblem des Scheins an sich trug, indessen wurde wie folgt adressiert und formuliert:

An den Vorgesetzten von Leutnant Holmes,

hiermit möchte ich dem Leutnant Dean Holmes ein großes Lob aussprechen. So fackelte er am hiesigen Abend nicht lange und half einer Dame in Nöten und überreichte mir diese Laterne. Meine Suche nach anmietbaren Räumen konnte ich nun ein wenig eingrenzen. Bitte nimmt diese Packung Donuts als Anerkennung und guten Willen.

Hochachtungsvoll

Vennezia von Wellenbruch.

P.S. Tut mir leid, dass es keine Zimtschnecken gab.

Es war nie leicht gewesen und das würde es auch nie sein. Immer wieder geriet die Stadtwache in der Vergangenheit und auch in der Zukunft, ins Fadenkreuz und ins Gespräch. Immer wieder würde man versuchen, angebliche und auch tatsächliche Fehltritte bis ins Größte propagandawirksam auszuschlachten. Leicht war die Arbeit nicht: Stundlang, täglich, auf der Straße zum Schutz und als Ansprechpartner für Bürger und Besucher der Stadt Sturmwind. Doch manche traten diese Arbeit, die so wertvoll für das tägliche Leben in der Stadt war und ist, mit Füßen.
Bei ihrer Arbeit stoßen Wachsoldaten täglich auf Netzwerke und Labyrinthe aus Lügen und Intrigen, auch gegen sie. So erteilt ein Bericht im Sturmwinder Tagesblatt Auskunft über die Gerüchte vom vorigen Abend.

Der Wachsoldat - Opfer oder Täter?

Die ist eine Frage, die wohl schon mehrfach gestellt wurde. Was gibt uns das Recht, uns über geltende Gesetze hinwegzusetzen und zu handeln, wie wir es tun? Dazu sagen wir, dass wir solche Überschreitungen niemals leichtfertig tun. Jeder Einsatz von Gewalt hat seinen, in den Dienstvorschriften verankerten Sinn und Zweck. Sollte gegen jene verstoßen werden, kann über das Militärgericht gegen die entsprechende Wachteileinheit vorgegangen werden.
Betreffs des Vorfalls von gestern Abend verhält es sich jedoch so, dass die Versuche unsererseits, die Gewalt des bewaffneten Mannes zu unterbinden, scheiterten. Mehrmals wurde ihm angeboten, die Waffen zu strecken, aufdass dies mildernd auf ein Urteil wirken könnte. Mehrfach erwiderte er, dass er lieber sterbe, als in das Verlies zu gehen.
So kam es, dass er mit dem Schwert und seiner mehrere Dutzend Kilogramm schwerer Zellentür in der Taverne „Zum pfeifenden Schwein“ sowohl Wachsoldaten angriff als auch in der Nähe befindliche Bürger gefährdete. Der Pflicht nachgehend, einen Täter in einem solchen Fall zunächst nur kampfunfähig zu machen, wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, die jedoch an Rüstung und Unbeugsamkeit des Mannes, welcher aufgrund seines ungewöhnlichen Schildes als „Tür“ bekannt war, scheiterten. Um weitere Gefahr für Bürger und Wachsoldaten herabzusetzen, wurde der Einsatz potentiell tödlicher Gewalt ausnahmsweise gestattet. Der Mann wurde tödlich getroffen und starb noch im Schankraum der Taverne. Hereinkommende Zeugen legten ihm, toleriert von den Wachsoldaten, Münzen für den Fährmann bei, ehe er zur Leichenkammer abtransportiert wurde. So sich niemand für den Leichnam meldet, wird dieser in einer Woche mit den der Stadtwache bekannten Daten auf dem Friedhof in Sturmwind beigesetzt werden.

Doch um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Sind wir Täter? Diese Frage lässt sich nicht einfach mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Es gab immer wieder Personen in Wacheinheiten, die ihre Stellung zu ihrem Vorteil missbrauchten, etwa, indem sie Informationen weitergaben oder Bestände des Lazaretts plünderten. Jene sind der wahre Feind der Gesellschaft und des Gesetzes und gelten bekämpft. Doch alle anderen, die ihre tägliche Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführen, sind keine Täter. Sie sind oftmals sogar Opfer von Häme, von Schikanen. Wir handeln nach aller Möglichkeit neutral und unbefangen, doch sieht sich dabei eine Seite eines Vorfalls oft im Nachteil, welche dann zu Gewalt und Zwietracht gegen all jene aufruft, die ihre Arbeit für den Schutz und die Sicherheit der Bürger und Besucher von Sturmwind machen. Jene tapferen Männer und Frauen, die hiermit einer der undankbarten Arbeiten in Sturmwind nachgehen, verdienen Respekt und Anerkennung. Ihre Arbeit wird auch durch die Tatsache immer wieder erschwert, dass die Stadtwache oft unterbesetzt ist, was die Bearbeitung mehrer Probleme gleichzeitig oft ins Stocken kommen lässt. Daher fordere ich die jungen, gesetzes- und königstreuen des Reiches auf: Bewerbt Euch! Schreibt Euch für die Stadtwache in Sturmwind ein und tragt Euren Teil dazu bei, diese Stadt zu einem sichereren und lebenswerteren Ort zu machen!

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Verschwörung im Königreich?

Phoebe ging auf ihrem Zimmer auf und ab. Der letzte Wachdienst hatte Fragen aufgeworfen, die ihr Interesse gefangen hielten. Wer schmuggelte Horde-Propaganda in die Stadt? Wer hatte diverse Namen höherrangiger Stadtbeschützer oder andere dort angebracht, wo laut Aussage, im Original keine vorhanden waren? Und wieso führten die Pfade zur Schreibstube einer stadtbekannten Draenei?

Letzteres schien Phoebe zumindest sonnenklar: Dort hat man die Mittel solche Quatschschriften in mehrfachform herzustellen. Ob Enestress vielleicht im Geheimen davon wusste? Wer weiß das schon. Es sich vorstellen konnte die Novizen nicht. Die Stadtwache war für viele Bewohner kein Sympathieträger. Nur zu gut machte das eine Begegnung am Hafen deutlich. Argwohn baute sich im Inneren Phoebes auf, als sie an die kühle Unterhaltung zurückdachte. Ihr war es einfach kein Begriff, dass man so viel Missgunst gegenüber den Herren in Blau haben könnte. Den Beschützern des Volkes.

Wieder ging sie auf und ab. Vielleicht würde sich des Rätsels Lösung irgendwann offenbaren. Einen Verdächtigen gibt es ja schon. Vielleicht wird er reden oder schweigen. Vielleicht war er unschuldig; zur falschen Zeit am falschen Ort. Wie viele Bürger hatten die Schriften wohl gefunden. Wie viele hielten sie für glaubwürdig? Fragen über Fragen! Phoebe hielt inne, blickte einen Moment zum dunklen Novizengarten herunter. Fast in jedem Viertel hatten sie einen Zeitungsstapel vorfinden können. Manche von ihnen gut versteckt. Andere jedoch so offensichtlich präsentiert, dass man sich fragen konnte, ob es Absicht oder bloßes Denkaussetzen war.

Vielleicht ignorierte ein Großteil der Bevölkerung solche Schriften. Würde sie verächtlich aus dem Weg schaffen. Wer weiß das schon. Der Inhalt glich in jedem Fall dem einer Scherzausgabe der Sturmwinder Presse. Eine Parodie um die Horde lächerlich zu machen? Oder sollte es doch ein dreister Spott gegenüber der Allianz und ihren Dienern sein? Während der Wollmesse soll es seinen Lauf genommen haben. Da Horde und Allianz die Festlichkeiten gemeinsam zelebrieren konnten, war diese ein wunderbarer Umschlagplatz für alles, was von der anderen Seite herüberkommen sollte. Hatte das Ganze vielleicht schon einen langen Vorlauf? Wenn das Original auch schon auf Gemein geschrieben war? Kam es vielleicht gar nicht von der anderen Seite hierher? Wieder Fragen über Fragen, die durch den Kopf der Novizin flatterten.

Um dem Ganzen einen langen Strich unter zu setzen, schüttelte sie den Großteil der Gedanken ab. Die Stadtwache ist dabei dem nachzugehen. Die Stadtwache wird schon aufdecken, was dahintersteckt. Auf die Wache sollte man sich immerhin verlassen können! Sie würde keine Antworten finden, wenn sie hier weiter im Stillen darüber nachdachte. Vielleicht kann ja wirklich am Ende nur Magie helfen. Es wäre zumindest der einfachere Weg. „Die Stadtwache wird wissen was sie tut.“, schloss sie ihre Gedanken und konzentrierte sich auf etwas Anderes, das den Weg zu ihrem Schreibtisch gefunden hatte: Arkane Theorien: Vom Spiegelbild bis zur Traumwelt .

–OOC–

Ein kleiner, aber feiner Push während des vierwöchigen Wachdienstes. :smiley:

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Von Träumen und Zeitungen

Wie fast jeden Abend saß Phoebe vor dem geöffneten Fenster und sah zum dunklen Nachthimmel hinauf. Die funkelnden Sterne spiegelten sich in ihrem Blick. Ihr kam das dunkle Zenit mit seinem reinweißen Tupfen heute so klar vor, wie seit langen nicht mehr. Die Gedanken der jungen Zauberwirkerin streiften durch die Weiten des Kosmos, ehe eine unsanfte Realität die wachrüttelte. Unweigerlich musste sie an die neusten Funde der Stadtwache denken; zwei weitere Artikel, die nun zum öffentlichen Boykott und zur Hetze ausriefen.

Phoebe drückte sich vom Fensterbrett ab und schritt leise durchs Zimmer. Auf ihrem Schreibtisch, unter Kerzenschein und dem Lichteinfluss eines Zaubers, erspähte sie die Zeitungsartikel, die sie dort ausgelegt hatte, um den Schreibstil genauer zu untersuchen. Der Autor hatte einen fesselnden Einstieg geschaffen. Etwas, mit dem jeder irgendwie einen Teil anfangen oder sich zumindest hineindenken konnte. Er warf unterschwellig Fragen auf und säte zunächst Misstrauen, ehe er dann zu seinem eigentlichen Ansinnen kam; Der öffentlichen Vernichtung. Dem Ausruf zum Boykott. Langsam ließ sich die Novizin auf dem hölzernen Stuhl, mit seinem samtigen Kissen nieder. Sie strich das Papier glatt, nahm sich einen Stift und begann die Ränder zu beschreiben und einige Zeilen zu markieren. Sie wusste nicht recht, ob das was sie hier tat der Stadtwache in irgendeiner Form helfen würde. Schließlich stand man einer unbekannten Person entgegen und such wenn es diverse Indizien auf eine mögliche Herkunft gab, so waren sie doch mehr Schall und Rauch, als greifbare Materie. Phoebe war es gewohnt Geduld zu beweisen, gerade in magischen Angelegenheiten. Aber das hier war anders. Tief in ihrem Inneren brannte sich der Wunsch fest, herauszufinden wer für die Artikel verantwortlich war.

Mit voranschreitender Zeit und kriechend schwindenden Kerzenlicht, wurden ihr die Augenlider immer schwerer. Sie blinzelte, um sich wach zu halten und ihr sackte der Kopf ab, den sie nun mit der Hand zu stützen versuchte. Binnen eines Fingerschnippens wurde es dunkel um die Studentin. Als sich der leere Raum wieder mit Licht füllte, blendete es sie. Phoebe fand sich in Mitten der Stadt Sturmwind wieder. Schemenhafte Gestalten glitten an ihr vorbei und sie merkte, wie auch sie sich bewegte. Jeder Schritt saß perfekt, sie trug die Uniform der Stadtwache und schritt eingereiht hinter ihrem Vorgesetzten her. Der Blick ging stur geradeaus - dem was links und rechts stattfand keinerlei Beachtung schenkend. Sie konnte nicht anders als dieser strikten und steifen Vorgabe zu folgen, wenngleich sie aus dem Augenwinkel heraus Szenen von Gewalt wahrnahm. Die Schemen rechts und links leidesten Qualen, während die Wache blind an ihnen vorbei schritt. Normalerweise hätte sie sich gefragt, wieso sie nicht eingriffen. Wieso die Wache nicht hielt um den Bedürftigen zu helfen. Phoebe kannte die Antwort: Die Wache würde erst helfen können, wenn eines der Opfer auf sie zukäme und damit fand sie sich ab. Es war so vorgegeben.

Ein lauter Knall riss die Szenerie entzwei und Phoebe schreckte aus dem Schlaf. Seichte Sonnenstrahlen schoben sich über die violetten Dächer, durch das Fenster in ihr Zimmer. Sie hatte es gar nicht mehr in ihr Bett geschafft und war über den Artikeln eingeschlafen. Hastig rieb sie sich die Augen und hing im Gedanken dem Traum hinterher, der jedoch einen kleinen Teil bitterer Realität in sich trug. Ein weiterer Knall ließ sie zusammenzucken. Schlaftrunken torkelte sie zur Tür, öffnete sie und spähte hinaus auf einen verqualmten Flur. Irgendwo hinter der nächsten Ecke erspähte Phoebe Novizenblaue-Rocksäume verschwinden, die gackernd lachende Töne nach sich zogen, während aus entfernter Nähe, tosend, erboste Worte der Hausmeisterstimme herschallten.

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Wieseldieb

„Und, wie lange seid Ihr nun dabei, Novizin?“ Die Worte der kräftigen männlichen Stimme drangen an ihr Gehör und zogen sie aus tieferen Gedanken, deren Bilder nun verblassten wie nach einem kurzen Traum. Phoebe schickte ihre olivgrünen Augen in Richtung der Stimmenquelle und traf dabei das kantige Gesicht eines gut gebräunten Mannes, mit dunklen Augen und kurzen Haaren. Das Gesicht des Wachmannes war von einem kräftigen Bartwuchs belegt und die buschigen Augenbrauen verliehen ihm ein kräftiges, strenges Antlitz. „Verzeihung, was sagtet Ihr gerade?“, erwiderte Phoebe, die die Worte des Mannes nur verschwommen wahrgenommen hatte. „Mal wieder am Tagträumen, was?“ grunzte die Stimme des Mannes amüsiert. „Ich fragte, wie lang Ihr nun hier bei der Stadtwache seid.“, „Ahja…Nun dies ist die dritte Woche, Sir.“, ein knappes Lächeln umwogte ihre Lippen. Der Mann, der nun ihre Begleitung zurück zur Wachstube stellte, während Leutnant Kesper zusammen mit zwei weiteren Wachen, einem Gefreiten und einem Rekruten, im Verlies zurückblieben, geleitete sie nicht zum ersten Mal und dennoch konnte sie sich nicht daran erinnern, in der bisherigen Zeit ein richtiges Gespräch mit ihm geführt zu haben. Der Mann, dessen Name sie nicht kannte und von dem sie auch nur von Kesper her wusste, dass er Gefreiter war, schien ein stummer Geselle. „Die dritte Woche also. Wie lang werdet Ihr denn bleiben?“, „Nicht mehr allzu lang, fürchte ich. Der Aufenthalt bei der Stadtwache seitens der Akademie gilt nur für vier Wochen. Danach werde ich zu meinen Studien zurückkehren.“, irgendetwas an den eigenen Worten behagte Phoebe nicht und während sie und ihr Begleiter, der ihr Gesagtes sacht abgenickt hatte, die nächsten Schritte in Schweigen setzten, wurde ihr teils schmerzlich bewusst, dass sie möglicherweise die Stadtwache mit offenen Fragen zu Fällen verlassen würde, deren Lösung sie niemals erfahren würde. Phoebe merkte selbst, wie sie gedanklich aus dem Hier und Jetzt zu den Zeitungsausschnitten zurückglitt, die bisher einige Personen oder gar ganze Gruppierungen geschändet hatten. Ergrechtvon Meiningen wer könnte das sein? Handelt es sich hierbei überhaupt um eine Person…Steckt der wahre Name des Autors in dem, den er für sich geschaffen hat – so wie er die wahren Namen seiner Opfer erweitert oder umgeschrieben hat? Wer ist diese Person nur… Die innerlich gestellte Frage rückte durch die durchdringende Stimme des Gefreiten in den Hintergrund. Phoebe hatte die Frage nicht gehört und sie sah den Mann mit den groben Zügen abermals an. Seine Nase hatte einen Höcker und wirkte leicht nach links geneigt. Vielleicht war sie einmal gebrochen worden. „Seid Ihr schon wieder am Träumen?“, klang die kräftige Stimme amüsiert. „Nein, ich bin ganz bei Euch, Sir.“, log Phoebe, „Und wo bleibt die Antwort auf meine Frage?“, für einen Moment, so befand die Novizin, schien sich ihr Gesprächspartner köstlich darüber zu amüsieren wie unaufmerksam und unbeholfen sie in eben jenen Moment gewirkt haben muss, als sie nach einer passenden Antwort suchte – wäre da nicht etwas gewesen, dass die Aufmerksamkeit des Gefreiten umgehend in seinen Bann gezogen hätte. Phoebe folgte dem so plötzlich aufmerksam gewordenen Blick und erkannte eine bürgerlich gekleidete Frau, die an einem Stand einige Kräuter erstehen wollte und direkt hinter der Dame ein ärmlich gekleidetes Kind, welches sich daranmachte, mit seinen dreckigen Fingern, die Beuteltasche der unwissenden Bürgerin zu durchsuchen. „He du Langfinger!“, brüllte der Wachmann mit seiner durchdringenden Stimme, die alle im Umkreis verwirrt zusammenzucken und dann zu ihm blicken ließen. Der kleine Junge wirkte urplötzlich erstarrt. Die Dame, an dessen Habe er sich gerade bereichern wollte, bemerkte den Übeltäter zu spät und wollte gerade nach ihm greifen. Wie ein Wiesel gelang es dem Drecksspatz sich dem Griff der Bürgerin zu entwinden und davon zu eilen. Phoebe wirkte überrascht, dass sich das Kind so schnell gefangen und die Beine in die Hand genommen hatte, ließ darauf schließen, dass es nicht der erste Raubzug war. Polternd stürzte der Gefreite los, als dassKinderwiesel die Flucht ergriff: „Stehen bleiben!“, brüllte er dem Kleinen noch hinterher. Die Novizen nahm ebenfalls die Verfolgung. In einer Hand den Übungsstab und in der anderen den Saum des Kleides gehoben, sodass sie nicht drauftritt.

Hinter der nächsten Ecke konnte Phoebe das Klappern und Poltern der Rüstung vernehmen. Sie folgte diesem Geräusch, auch wenn Wachmann und Kind außer Sichtweite waren. Die Schritte entfernten sich, schneller als Phoebe vermutet hatte; schließlich begriff sie auch wieso. Als sie in die nächste Ecke einbog, von der sie glaubte, weiteres Rüstungsklappern gehört zu haben, fand sie sich in einer Sackgasse wieder. Sie hatte in der Hatz vollkommen ausgeblendet, wohin sie eigentlich gerannt war. Sie war nur dem Geräusch gefolgt. Fragend sah die Novizin herum und in eben jener freien Minute schlug ihr das Herz bis zum Hals, bevor sich langsam wieder zur Ruhe kam. Der rötlich verfärbte Kopf hob sich zu den bräunlichen Ziegeln empor, die sie noch im schwindenden Licht der Abendsonne erkennen konnte. In wenigen Augenblicken, so wusste Phoebe, würde die Straße in der sie stand von vollkommener Dunkelheit verschluckt werden. Also drehte sie herum, um den Weg entlang zurück zu gehen, den sie gekommen war. Ich bin im Zwergendistrikt, dachte sie vor sich hin, während sie auf die Hauptstraße zurückfand: „Gefreiter?“, rief sie durch die einbrechende Dunkelheit und blickte links und rechts die Straße hinauf. Aus der Ferne konnte sie vergnügte Stimmen vernehmen die, so Phoebe wusste, aus der Taverne des Zwergendistriktes dringen mussten. Sie nahm den Weg zu ihrer linken und überlegte. Wenn sie dem Weg folgen würde, müsste sie irgendwann den nächsten Durchgang erreichen und wieder am Kanal rauskommen. Das Licht schwand immer mehr und noch immer war nichts von dem Gefreiten zu hören oder zu sehen. Phoebe sann darüber, noch einmal seinen Rang durch die stickige Nachtluft des Viertels zu brüllen, aber wie viel Sinn stand dahinter. Es könnte sich jeder Wachmann in der Nähe angesprochen fühlen. „Vielleicht ist er bereits zur Wachstube zurückgekehrt.“, murmelte die Novizin vor sich hin. Sie hatte kaum drei weitere Schritte vorausgesetzt, in dem Glauben bei der Wachstube die Lösung der Frage vorzufinden, da hörte sie ein blechernes Scheppern aus einer der Seitengassen, gefolgt von einer Tirade der Wut. Phoebe eilte dem Geräusch nach, da sie glaubte die Stimme ihrer sonst so stummen Begleitung vernommen zu haben. Auf dem Weg zur Gasse, die am klarsten die Stimmquellen wiedergab, entzündete die Novizin an der Spitze ihres Stabes ein magisches Licht. „Verdammter Bengel! Wenn ich dich in die Finger kriege du kleiner…“, das Wutgebrabbel wurde immer klarer und Phoebe wusste, dass sie richtig war. Ihre Schritte verlangsamten sich und sie hob den Stab zur Erleuchtung der dunklen Gasse an. In unmittelbarer Nähe sah sie dann einen großen, schillernden Haufen, der unverkennbar nur der am Boden liegende Wachmann sein konnte. Hastig blickte sich die Novizin um, schwenkte den Stab hin und her, um die Lage zu prüfen, ehe sie eine entzwei gerissene Kordel, auf der wohl Spannung geherrscht haben musste, erblickte. „Novizin, seid Ihr das? Verdammt!“ Phoebe blickte wieder nach vorn und richtete den Stab auf den Wachmann, der sich nun mit Mühe wieder auf die Beine zu drücken versuchte. Das grobschlächtige Gesicht wirkte im schummrigen Licht verschrammt. „Ist alles gut bei Euch?“, fragte Phoebe in einem weichen Tonfall. „Ich habe Euch und den Jungen verloren…es tut mir leid.“ Sie packte den Gefreiten am Arm und stemmte sich entgegen seines Gewichtes, um ihm dabei zu helfen, sich aufzurichten. „Hab‘ ich gemerkt…“, knurrte der Gefreite und stierte mit verkniffenen Augen der erleuchteten Novizenfigur entgegen. Phoebe senkte die Spitze ihres Stabes und erleuchtete den Boden mit der gerissenen Kordel. Schnaubend folgte der Gefreite dem Neigen des Stabes. „Hab‘ ich zu spät gesehen…“, kommentiere er knapp wie auch angesäuert. „Dieser kleine Wicht is‘ mir schon mal aufgefallen. Hat damals Brot und Fleisch vom Markt geklaut. Is‘ schnell wie ein Wiesel und gerissen wie…“, ein tiefes Seufzen erklang. Phoebe betrachtete das verschrammte Gesicht. Sie konnte nachempfinden, wie sich der Gefreite fühlen musste; einer gewissen Sache so nahe zu sein und sie dann dahingleiten sehen, war alles andere als erfreulich. Gerade als sie eben diesen Gedanken in Trostworte umwandeln wollte, setzte sich der Gefreite, leicht hinkend in Bewegung. Er sammelte sein Schwert und seinen Schild auf. Phoebe bedachte die beiden Werkzeuge mit einem kritischen Blick, den der Gefreite wohl aufzufangen schien: „Schaut nich‘ so.“, kommentierte er. „Ich hätte dem Balg schon nichts getan. Kommt jetzt, Novizin, wir sollten schon lange bei der Wachstube angekommen sein. Hab‘ selbst auch keine Laterne dabei, also müsstet Ihr die Umgebung erhellen. Nich‘ dass hier noch die ein oder andere Stolperfalle lauert.“ Die letzten Worte die der Wachmann sprach klangen wieder äußerst verärgert, als erwarte man von ihm, dass er sowas hätte kommen sehen müssen.

Schlurfend und hinkend schritt der Gefreite voran, Phoebe, den Stab vorhaltend um die Dunkelheit zu vertreiben, neben ihm her. Schweigsam gelangten sie auf die offene Straße und steuerten zielstrebig den Ausgang des Zwergendistrikts an. „Wo ist er denn hin?“, fragte Phoebe mit sanfter Stimme. „Abgehauen, über die niedrigen Dächer weg. Vermutlich in sein Versteck zurück gekrochen…“, brummte der Gefreite. „Was hättet Ihr mit dem Jungen angestellt, wenn Ihr zu fassen gekriegt hättet?“, mit gekrauster Stirn lag ihr neugieriger Blick auf dem Wachmann, der kurz inne hielt um zu verschnaufen. Die durch Leder geschützte Hand fuhr an die Nasenwurzel, um diese zu reiben. „Ich hätte ihm kein Leid zugefügt, verstanden?“ die Stimme des Gefreiten klang genervt. „Ich hätte ihn mir zur Brust genommen…gescholten ja…aber…“ seine dunklen Augen fixierten Phoebe nun klar und deutlich. „Ich hätte ihm kein Leid zugefügt. Ich hätte ihm gesagt, dass er etwas falsch gemacht hat und es andere Wege gibt, um an Essen zu kommen. Für sowas muss man nich‘ klauen…nich‘ in einem so jungen Alter. Ich weiß, was Ihr denkt…Ihr denkt, so ein großer Grobian wie ich, hätt‘ den Kleinen in Sägespäne verwandelt…“ Etwas angriffslustiges lauerte in der Stimme der Wache, als erwarte er nur die nächstbeste Erwiderung um zum nächsten verbalen Schlag ausholen zu können. Doch der blieb von Phoebes Seite her aus. Sie schaute nur weiter in das aufgeschürfte Gesicht. Der Wachmann schien seine impulsive Handlung bemerkt zu haben und sah einen Moment schnaufend zu Boden. „Entschuldigt, ich hätte nich‘ so aufbrausend werden dürfen. Natürlich weiß ich nich‘ was jemand wie Ihr denkt.“ Er sah kurz in den dunklen Nachthimmel und rieb sich wieder die Nasenwurzel. „Ich hätte das Kind zur Matrone ins Waisenhaus gebracht. Dort wäre er besser aufgehoben. Hätt‘ was zu Essen. Ein Bett. Das ist alles besser als ein Leben auf der verdammten Straße.“ Phoebe konnte gar nicht anders. Die Frage drang ihr über die Lippen: „Ihr sprecht aus Erfahrung oder? Ihr wisst, wie das Leben außerhalb eines guten Hauses und Familie ist.“ Wieder war es zuerst nur ein Schnaufen, welches zu hören war. „Meine Eltern sind damals beide im Krieg verstorben. Für die Allianz. Seitdem war ich es, der sich um alles kümmern musste…hatte noch zwei Brüder, die jünger und dümmer waren als ich. Hatten dauernd Ärger und all sowas…Dann bot einer dieser zwielichtigen Straßengestalten uns ein Geschäft an und wir, die wir so dumm und naiv und jung waren, hatten es angenommen.“ Der Wachmann starrte zu Boden und schwieg einige Atemzüge lang. „Was ist passiert?“, drang wieder Phoebes Neugierde empor und sie wiegte den Kopf schief, als sie den Vordermann so fragend ansah. „Ich weiß gar nich‘ wieso ich das hier alles überhaupt erzähl‘, Novizin. Es is‘ eigentlich nichts für Eure Ohren. Aber um es kurz zu machen: Ich hab‘ einen Fehler begangen und dabei auch noch den letzten Rest meiner Familie verloren. Ich weiß, wie gefährlich die Straßen sein können. Gerad‘ für Kinder.“ Er schüttelte den Kopf. „Is‘ ja auch egal. Wir sollten den Leutnant nun nich‘ warten lassen. Ich seh‘ mich schon diese verdammte Situation erklären, wenn ich so verschrammt vor ihn komm…“ Phoebe akzeptierte den Wunsch, das Thema nicht weiter auszuweiten. Immerhin kannten sie einander nicht einmal beim Namen. Unweigerlich fühlte sie sich einmal mehr darin bestärkt, dass die Wachen auch nur Menschen und keine seelenlosen Figuren waren, die nach Belieben im Namen des Gesetzes agierten. Sie hatten alle ihre Geschichte, manche mehr und manche weniger und sicher gab es auch den ein oder anderen Unhold. Aber nichts desto trotz war ein Einblick wie dieser für sie Grund genug, nicht den Glauben in die Stadtwache zu verlieren, wie es bei manch anderem Gesell der Fall gewesen sein mochte.

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Neue Aushänge werden an den öffentlichen schwarzen Brettern der Stadt Sturmwind, jedoch auch an den Anschlagtafeln der Stadt- und Hafenwache verteilt. Ebenso finden welche vor jedem Zugang zur Stadt Platz.

Ehre der Krone,
Bürger von Sturmwind!

Mit diesem Anschlag gibt die Zehnte Wachkompanie zu Sturmwind erneut ein Gesuch nach neuen Kräften zur Verstärkung der eigenen Reihen bekannt. So sind aktuell folgende Positionen zu besetzen:

  • 1x Arzt
  • 1x Lichtwirker als unterstützender Experte
  • 1x Magier, vorzugsweise mit Kenntnissen in der Schule der Bannung und/oder der Weissagung
  • 1x Sprengstoffexperte, welcher vorzugsweise jedoch im Rang eines normalen Soldaten eingesetzt wird
  • Rekruten/Gefreite
  • Soldaten höherer Dienstgrade unter entsprechenden Vorbehalten

Sanitäter können sich ebenfalls melden, wenn sie eine Laufbahn als Stadtwache anstreben. Jenen wird, ob der Zusatzqualifikation als Sanitäter, ein angemessener Soldzuschlag gewährt.

Des Weiteren liegt der Fokus für Neuzugänge auf Menschen jedweder Herkunft, schließt nicht-Menschen jedoch nicht aus.
Das Mindestalter von Menschen liegt bei 16 Jahren, bei anderen Völkern im Bereich des Erwachsenseins.
Zeitnah nach Dienstantritt erwartet jeden Neuzugang eine Musterungsuntersuchung zur Feststellung der Diensttauglichkeit bzw. Behandlungsmöglichkeiten bekannter Probleme.


Nähere Informationen sind am Wachbüro in der Altstadt zu erfragen, wie auch auf der Rückseite dieses Schreibens zu finden.

Für weitere Informationen wendet Euch an:

Leutnant L. Kesper (Auswahlgespräche)
Jeden Soldaten der Einheit (Ausgabe von Informationsmaterial inkl. Bewerbungsvorlage)

gez. Leutnant L. Kesper
<Siegel des Königs und der Wache>

OOC

Weitere (OOC-)Informationen zudem im Gildenforum:
https://wachkompanie-sturmwind.enjin.com/forum/viewforum/9292840/m/50066677

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Entscheidungen, Entscheidungen…

Die letzte Woche hatte begonnen. Die letzte Woche unter den Männern und Frauen in silberner Rüstung, mit blauen Ornamenten und dem Löwenwappen auf der Brust. „Noch eine Woche und ich habe das Gefühl, offene Fälle zurück zu lassen, wenn ich an die Akademie zurückkehre.“, Phoebe sah in das Paar dunkler Augen, welches in dem grobschlächtigen Gesicht ihres sonst so stummen Gesprächspartners ruhte. „Tja…“, sprach der Wachmann gezogen und setzte ein zähniges Grinsen nach: „Ihr könntet ja der Stadtwache beitreten. Dann könnt Ihr Euch Tag ein und aus mit diesen Fällen beschäftigen.“ Phoebe entfuhr ein helles Lachen und sie schüttelte den Kopf. „Ihr versucht es schon wieder. Dabei hatte ich doch erst letztens gesagt, dass ich nach meinem Studium andere Pläne habe.“ Sie lehnte sich zurück und besah den freundlich blauen Himmel. Der Wachmann, der auf den Namen Ryder hörte, war ihr zufällig an der Löwenruh begegnet und der hatte es sich herausgenommen, sich neben sie zu setzen und einen angenehmen Plausch anzufangen. Die große Hand des braungebrannten Mannes fuhr an der maskulinen Kieferlinie über den ordentlich gestutzten, dunklen Vollbart. „Wenn es Euch ein solches Anliegen is‘, Novizin, wieso geht Ihr dann nich‘ später zum Leutnant und fragt, ob Ihr nach Eurem Aufenthalt bei der Wache weiter an diesem Fall mit den Zeitungen arbeiten dürft?“ Phoebe blinzelte und hob nachdenklich die Brauen an: „Ihr meint, das geht?“, „Na keine Ahnung, aber versuchen könnt Ihr es oder?“ Vor Phoebes inneren Auge spielte sich bereits die Szenerie ab: Sie war mit ihrem Studium beschäftigt, als die Tür zu ihrem Zimmer aufschlug und die Wache hereinkam; nur um zu verkünden, dass sie eine weitere Spur zum Verfolgen haben. Als sich dann das Bild ihres kritisch dreinblickenden Mentors in die fantastische Vision schlich, schüttelte sie energisch den Kopf.

„Ich glaube, das ist keine gute Idee, Ryder.“ Ryder schürzte die Lippen und sah über das marmorne Mäuerchen hinweg zu den Büschen, deren Blätter sanft im aufwogenden Sturmwind hin und her glitten. „Is‘ nich‘ immer leicht eine Entscheidung zu treffen.“ Er streckte sich. Den rechten Unterarm auf dem diesseitigen Oberschenkel abgestützt und sich nach vorn lehnend; stemmte er die linke Hand auf den linken Oberschenkel. Es war eine so typische lockere Haltung, dachte Phoebe. Eine Haltung, die sie von dem sonst so strammen und schweigsamen Mann gar nicht gewohnt war. Seine gesamte Haltung schien ihr befremdlich- wo er doch sonst so schweigsamer und strikter Natur war, aber was wusste sie schon, wo sie ihn doch so gut kannte wie man durch Nebel ordentlich blicken konnte. Beide schwiegen einige bedächtige Minuten, ehe Ryder abermals zu Sprechen begann: „Das Leben steckt voller Entscheidungen, aber das is‘ Euch ja bewusst. Immerhin habt Ihr mit Eurem Studium wohl die größte Entscheidung Eures Lebens getroffen.“ Phoebe quittierte die Worte mit einem amüsierten Schnaufen. Ryder hatte natürlich vollkommen recht. Seitdem sie an die Akademie gekommen war und ihr Studium begonnen hatte, war vieles passiert. Wunderschönes und auch Schreckliches. Phoebes grüne Augen erfassten eine Ameisenkarawane, die über den hellen Steinboden daher schritt und ihren geordneten Arbeitsleben nachzugehen schien. „Ihr habt immerhin auch mit Holmes‘ Welpen gehadert und ihn dennoch bei Euch aufgenommen.“ Setzte Ryder fort, doch ehe er weitersprechen konnte, schnitt ihn Phoebe das Wort ab und sah den Wachmann direkt an: „Das war auch etwas Anderes. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es genügend freie Hände gibt, sollte ich einmal nicht da sein die…“, „Und wo ist da der Unterschied zu uns? Die Stadtwache hat auch genügend fähige Hände. Ihr wärt nich‘ allein.“ Ein breites Grinsen stahl sich auf die Lippen des Mannes. Phoebe bedachter Ryder mit einem langen Blick.

Die Turmuhr begann zu schlagen und die nachmittaglichen Stunden anzukündigen. Phoebe erhob sich mit jedem weiteren Schlag und atmete einmal tief durch. Das Grinsen des Wachmanns ebbte langsam, aber sicher ab und er nickte für sich: „Ihr müsst wieder zurück, richtig?“, „Ja, es gibt da noch einige Dinge, um die ich mich kümmern muss, ehe ich heute Abend zum Dienst antrete.“ Kurz hob Phoebe die Mundwinkel an. „Ich bin mir sicher, dass wir einander wiedersehen werden, selbst nach dem Aufenthalt bei der Stadtwache.“, „Also habt Ihr Eure Entscheidung getroffen, Novizin?“

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Sturmwind, Kasernengelände, Mittwochfrüh. Auf diesem weitläufigen Areal im Osten der Altstadt waren nicht nur diverse Baracken der Stadtwache von Sturmwind und ein Teil ihrer Kommandantur zu finden, sondern auch eine Ausbildungs- und Übungsstätte für (Wach-)Soldaten und jene, die es werden wollten.

„He, Rekrut! Die Kiste kommt zu den anderen ins Lager, nicht auf den Karren!“ Schnauzt der Dunkeleisenzwerg grimmig genannten Rekruten an. Als Teil der Frühschicht waren sie es mal wieder, die die Aufgabe bekamen, die Übungsstätte zu säubern und herzurichten. Natürlich waren sie sich der Bedeutsamkeit ihres Handelns bewusst. So wurden hier Übungen für den Ernstfall für die Stadtwache abgehalten, um jene auf eben jene Fälle vorzubereiten. Woher sollte ein Soldat wissen, wie er sich bei einer Geiselnahme richtig zu verhalten hat, bis ins kleinste Detail, wenn er es nur liest, statt zu üben? Dieses Mal war die Übung von besonderer Tragweite: Ein Markt wurde simuliert. Im Grunde nichts außergewöhnliches, doch wurde den Soldaten eine fiktive Bombendrohung mitgegeben.

„Unglaublich. Ich sagte ins Lager, spreche ich etwa Thalassisch?!“ Kommt es erneut vom Dunkeleisenzwergen, welcher sich selbst einen Besen schnappt, um nahe dem stilisierten Brunnen Staub und Ruß fortzufegen. Hier war eine geringe Sprengladung detoniert. Üblicherweise wurde Farbmunition verwendet, um den Soldaten mitzuteilen, wer wo gestorben wäre. Ein Fall, wie er hier geübt wurde, war alles andere als unwahrscheinlich: Wie lange würde es wohl dauern, bis jemand einen Anschlag auf den Hafenmarkt oder den Markt am See proben würde? Die Folgen wären katastrophal. Sicher, Übungen wie diese mögen dem ein oder anderen wie Verschwendung von Ressourcen und Mannstärke vorkommen, doch dienten sie letztendlich dem Zweck, den auch der tägliche Dienst als Stadtwache, ganz gleich, ob als Mensch, Halbelf oder Zwerg, zum Ziel hatte: Den Schutz der Bürger und Einrichtungen von Sturmwind.

„Ja, so ist’s in Ordnung. Packen wir hier noch zusammen und dann zurück zum Wachhaus. Wer nach mir da ist, läuft drei Runden durch die Altstadt. Abmarsch!“ Sind die letzten Worte, die der Zwerg in der Übungsstadt an die Soldaten richtet. Die letzten Kisten werden ins Lager gebracht, ehe jenes geschlossen wird und die Soldaten zum Wachhaus zurückkehren. Wenig später sieht man bereits Rekruten der Stadtwache, die in voller Ausrüstung Runden durch die Altstadt laufen.

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Am bisherigen Wachhaus der zehnten Wachkompanie ((„Der Silberschild“)) wurde eine Notiz befestigt. Jene wird dort noch 2-4 Wochen nach dem Umzug verweilen.

Ehre der Krone,
Bürger von Sturmwind!

Hiermit tun wir kund und zu wissen, dass die zehnte Wachkompanie zu Sturmwind zum zwanzigsten Tag des neunten Monats des Jahres des Siegs über N’zoth (([2020])) ein neues Wachhaus auf dem Kasernengelände bei der Sturmwinder Altstadt beziehen wird. Um weiterhin die Ansprechbarkeit gewährleisten zu können, werden die Wachsoldaten öftere Präsenzrunden und -aufenthalte in der Stadt unternehmen und am Vorplatz der Kaserne ansprechbar sein.
Gleichsam suchen wir auch weiterhin nach Kräften zur Verstärkung unserer Reihen.

gez. Leutnant L. Kesper
<Siegel des Königs und der Wache>


OOC:
Aus Platzproblemen im bisherigen Gebäude „Der Silberschild“ und durch die Doppelbelegung als Lazarett im „Stiefel des Thans“ haben wir intern bereits länger über einen Umzug beratschlagt und führen diesen nun auch aus. Wir ziehen enginemäßig in das Gebäude des „SI:7“. Beim Kasernenvorplatz handelt es sich um den steingepflasterten Hof vor der „Halle der Champions“. Auch das Lazarett zieht mit in das „SI:7“-Gebäude um.
Mit den vorigen Bewohnern/Nutzern des Gebäudes (Haus Hekate) wurde gesprochen, jene nutzen das Gebäude nicht mehr.

Infos in Textform

https://wachkompanie-sturmwind.enjin.com/forum/m/50066677/viewthread/33313459-information-das-neue-wachhaus

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Huhu!
Einige meiner Charaktere nutzen das Übungsgelände mit den Trainingsattrappen hin und wieder IC (im Sinne eines öffentlichen Übungsplatzes) - können die das weiter nutzen oder wird es da zu Konflikten kommen?

Ich sehe darin keine Probleme. Ich halte es sogar für möglich, dass ein kleiner Teil des Übungsplatzes tatsächlich für Bürger gestellt wird, damit jene ihr Kampffertigkeiten erweitern können. Natürlich nicht für Bürger, die steckbrieflich gesucht sind, das wäre seltsam. :thinking:

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ja, der Übungsplatz, wird dieser nicht auch von der Kampfschule sturm& wind genutzt?

Kann man davon ausgehen das die Bürger weiterhin da einfach hingegen können oder müssen die sich jedes mal bei der diensthabenden Wache „Anmelden“ wen man das Gelände betritt ? ( also ab dem steinernen Vorhof)

Meine Magiern trainiert auch gelegentlich an den Puppen, die armen enden am ende wie der arme Nubbel ( nur Kölner werden das verstehen)

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Könntest du bitte einfach lesen, was ich im Post vor dir geschrieben habe?

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Wobei Ansgar ich denke es geht eher darum ob man sich nur kurz anmelden muss. :wink: Nicht ob es überhaupt geht. Den das überhaupt hast du ja schon bestätigt das es möglich ist.

So vonwegen.
„Guten Tag Wächter. Ich würde gerne zum Übungsplatz“ Da es ja Kasernengrund ist sich nicht unlogisch wenn da wer steht kurz anzumelden.

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Genau das meinte ich ja, da man sicher nicht jeden Hans und Franz da unbeaufsichtigt rumlaufen lässt

Wenn gerade jemand von uns an der Treppe oder auf dem Vorplatz stehen sollte, wird ein Bürger, der auf den Platz will, natürlich gefragt werden, wo er hinwill. Gleichsam dürfte sich jeder Zivilist auf dem Kasernengelände im Klaren sein, dass überall Personen sind, deren Job es ist, auf Auffälligkeiten zu achten.

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