[Zwergen-RP Dunkeleisen] Flammenhort

Erhaben, ernst und mahnend starrten die gigantischen Statuen der vergangenen Thane des Bronzebart- und Wildhammerclans in Richtung des Schwarzfelses. Madoran hatte die Axt erhoben und Khardros hielt den Sturmhammer aufrecht. Seite an Seite wachten die beiden schon seit über zwei Jahrhunderte im Tal der Könige und warfen nun in den Abendstunden ihre finsteren Schatten auf die kleine Gruppe Dunkeleisenzwerge, die den Pfad passierte.
Luzula atmete tief durch - wie sooft in letzter Zeit. Dieses Mal verkrampfte sich ihr Herz aber vor Scham über ihre eigene Nachlässigkeit. Gwen und Thjarma hatten bei einer harmlosen Nachfrage der Golemschmiedin Jertha nicht die Namen dieser beiden Zwerge gewusst. Es waren wichtige Namen. Bedeutende. Die Zauberin hatte sie als selbstverständlich vorausgesetzt und zu keinem Tag hinterfragt, ob ihren Lehrlingen es nicht anders erging. Jetzt wurde sie mit der Realität konfrontiert und war im ersten Moment sprachlos.
Beschämt.
Betroffen…
Es waren junge Dunkeleisenzwerginnen. Woher sollten sie es wissen? Ihre Familien hatten offensichtlich nicht darüber gesprochen. Kaum einer hatte es im Schwarzfels getan. Die Propaganda war allgegenwärtig und ließ keinen Raum für ungesunde Neugierde nach Wahrheiten. Luzula konnte es ihnen nicht übel nehmen, sondern richtete den Blick von den Statuen nun zum südlichen Steinwerktunnel. Immer nach vorne sehen! Während Jertha noch fast die Hutschnur platzte, ermahnte sich die Pyromantin im Stillen. Dieser Fehler würde ihr kein zweites Mal unterlaufen…
Aber jetzt mussten sie erst die Sengende Schlucht erreichen und das Lager aufschlagen.

Feuer und Flamme!

Der Flammenhort ist zu einer kleinen Exkursion in die Sengende Schlucht aufgebrochen! Heute und morgen müssen sich die Lehrlinge dort noch beweisen und Aufgaben bewältigen, um in der Lehre weiter voranzuschreiten.
In der kommenden Woche sind wir aber wieder planmäßig zurück!

Liebe Grüße,
Luzula

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„Bestätigt: Hjelotroms Amüsement.“, grollte hörbar für alle Umstehenden in der Sengenden Schlucht. Warum selbst Hjelotrom eine solche Aussage tätigte spät abends?

Luzula und Jertha behielten die Umgebung um die tapfereren Lehrlinge im Auge, sodass größere Gefahren von ihnen gehalten wurden.

Aktuell sollten Thjarma, Gwendolein und Dundar einige Aufgaben bewältigen und dies… ohne Hilfe ihrer Lehrmeister. Zu ihrem Schutz erhielten sie eine Axt und eine Schrotflinte, für absolute Notfälle. So wanderten die drei los, engagiert gute Leistungen zu erbringen.

Zunächst könnten Luzula und Jertha erblicken, wie die Lehrlinge gegen rattengroße Feuerfliegen kämpften und davon einige diese Stiche abbekamen… dann, wie ein Aschehühnchen Dundar Angriff und jene es erschlug, wodurch ein Nest ohne Mutterhuhn zurückgelassen wurde. Doch nicht zu lange. Während die Lehrlinge eine attackierende Kristallnetzspinne bekämpften, war eine der Damen anderweitig bemüht, sie ergriff sich nämlich glatt das Nest mit den Eiern und packte jenes in ihren Rucksack ein. Es handelte sich natürlich um Thjarma… die junge Zwergin, die Jertha ein Rätsel war. Sie war zu freundlich für eine Dunkeleisenzwergin und jene Freundlichkeit beruhte nicht einmal darauf, dass sie damit etwas erzielen möchte. Thjarma war einfach zu freundlich für Azeroth und dies merkte man stets an.

Während nach einigem Kampf, einigem an Spinnennetzen und Spinnensekret waren die Kämpfenden schließlich soweit, dass die Spinne erschlagen wurde und eine intakte Spinnendrüse geborgen werden konnte. Jene Aktionen des heutigen Abend erbrachten selbst bei dem Golem den genannten Kommentar. Hierbei war es nicht so, dass Hjelotrom selbst derartiges fühlen könnte, er reagierte nur auf Jertha.

Jertha war stolz aufgrund der Problemlösungen, die sie aus der Distanz erkennen konnte und atmete erleichtert auf, ehe sie zum Golem sprach: „Hjelo, gut, dass wir hier her gereist sind… all die Kämpfe bringen die Lehrlinge weiter und lassen sie die ruhige Atmosphäre von Eisenschmiede mehr wertschätzen. Außerdem dürften sie nun endlich verstehen was ich immer meinte mit ‚Seid kräftig und bringt nur die beste Leistung‘“. Jertha blickte zum Golem hinauf und musterte schließlich weiterhin die Umgebung.

Mittlerweile würde es düster in der sengenden Schlucht. Die Nacht bricht an. Hierbei suchte sich Jertha ein relativ gesichertes Örtchen, bei dem sie immer noch Blick auf die Schützlinge und Luzula hatte und dennoch immer wieder einige Minuten kurzen Schlaf erlauben könnte. Hjelotrom könnte nämlich ohne Schlaf wachen und dies tat er auch.

Was den restlichen Ablauf der kleinen Expedition betraf, wird sich am nächsten Tagen noch zeigen wozu die Lehrlinge fähig waren oder welche kreativen Problemlösungen aufgezeigt werden.

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Sie hatte sich wortwörtlich aus dem Dreck nach oben gearbeitet. Jahrzehnte lagen hinter der Zauberin, die seit vielen Herzschlägen bloß starr und nachdenklich auf den Tisch vor sich sah. Bücherregale säumten die Wände des Raumes und ächzten unter der schweren Last der Bücher, die zu beeindruckenden Sammlungen zur Schau getragen wurden. Öllampen spendeten üppiges Licht, um den gepflegten Teppich, das weiche Bärenfell am Boden oder das hochwertige, wenn auch rustikale, Mobiliar hervorzuheben. Steinerne Krüge mit fein herausgearbeiteten Hochreliefs, die Szenerien aus dem Grimmigen Säufer im Schwarzfels zeigten, befanden sich direkt zwischen Luzula und den drei anderen Dunkeleisenzwergen ihr gegenüber.
„Ich dachte, hier wäre man stets zufrieden mit meiner Arbeit und dem Flammenhort gewesen.“, erwiderte die Pyromantin schließlich ruhig und überschlug locker die Beine. Der schwere, pechschwarze Lodenstoff ihrer Robe mit dem hohen Kragen raschelte kaum bei der Bewegung. Ihre glutroten Augen richteten sich nun auch wieder auf die andere Seite des Tisches. Eine ältere Zwergin ergriff zuerst das Wort und nickt ihr mit einem seichten Lächeln zu. „Selbstverständlich ist das der Fall, Hüterin Schwarzgrund! Daran hat sich auch nichts geändert. Das wollte mein Kollege auch sicherlich nicht in Frage stellen, nicht wahr?“
Der Nachsatz ließ eine gewisse Bissigkeit nicht außen vor. Beinahe giftig linste die alte Dunkeleisenzwergin neben sich auf einen weißbärtigen Mann. Noch während der Kerl beschwichtigend seine prankigen Hände anhob, musste sich Luzula innerlich zusammenreißen nicht ihre Augen zu verdrehen. Geschwätz. Aus seinem Mund kam nichts weiter als Geschwätz. Floskeln, miserables Honiggeschmiere und ein Hauch Speichelleckerei. Sie schenkte ihm herzhaft wenig Aufmerksamkeit, da er ohnehin nur wiederholte, was er bereits gesagt hatte. Wiederholungen waren auch so ein Unding von ihm. Als ob sich ihre Meinung ändern könnte, bloß weil er zweimal seine schwachen Argumente an ihren Kopf warf. Luzulas Hauptaugenmerk lag vielmehr auf der dritten Person, die mit am Tisch saß und bislang schwieg. Sein roter Bart war zu zahlreichen Zöpfen geflochten worden, die stramm gebunden und dadurch recht steif waren. Der Kopf war hingegen kahl geschoren, damit die Tattoowierungen sichtbar blieben. Bei den Ahnen, wie sehr sie diesen Mann hasste… Ob er wusste, wie schwer es ihr fiel ihm nicht direkt ins Gesicht zu spucken?
„ … daher läge es doch auch in Eurem Interesse, dass Geomanten auch in Zukunft unser starkes Militär bereichern, Hüterin Schwarzgrund.“
Von einer Sekunde auf die nächste ruckte Luzulas Kopf zum Herrn in der Mitte herum. Der Politiker hatte doch etwas Neues erzählt! „Ach, tut es das? Das wiederum ist mir noch nicht bekannt. Könntet Ihr mir das genauer erläutern?“
„Natürlich, Hüterin. Seht doch: Der Flammenhort konnte sich doch gut etablieren und hat ein paar Verbündete in den Jahren dazugewonnen. Ihr habt Euch durchaus einen Namen gemacht und das ist uns auch nicht entgangen – im Gegenteil!“ Der Weißhaarige erhob aufzeigend einen Finger an und sprach geflissentlich weiter, „Eure Loyalität steht außer Frage, da sind wir uns alle einig. Bloß Eure… Radikalität in Bezug auf einen Teil unseres herrlichen Clans ist ein bisschen problematisch. Wir wollen doch nicht weiter in die Vergangenheit, sondern nach vorne in die Zukunft sehen!“
Luzulas Lungen füllten sich langsam und stetig mit Luft. Tief einatmen, bedächtig ausatmen. In ihrer Brust loderte ein wachsender Zorn, der mit jedem weiteren seiner Worte geschürt wurde. Aber ihn zu unterbrechen, wäre unklug gewesen.
„Wenn der Flammenhort auch Geomanten ausbilden würde, gäbe dies ein Bild der Einheit. Ihr seid bereits ein gutes Beispiel für unseren Clan in Eisenschmiede, aber wie wäre es, wenn Ihr eines der Paradebeispiele wärt? Pyromanten, Schamanen, Elementare… wir hatten einige Hürden in unserer Geschichte zu überwinden und sollten solche Chancen ergreifen. Wir sind frei, Hüterin Schwarzgrund! Es besteht kein Grund über die Brüder und Schwestern zu urteilen, die mit den Elementen im Bund stehen. Wenn Ihr diesen Aspekt des Clans einschließen würdet, wären unsere letzten Bedenken wie fortgewaschen…“
Mit einem abschließenden Lächeln hielt er ihr seine Hand entgegen. „Und klänge Diplomatin Schwarzgrund nicht um einiges besser?“
Daher wehte also der Wind. Luzula drückte für den Bruchteil einer Sekunde die Lippen zusammen und blickte den drei Dunkeleisenzwergen stumm entgegen. Sie boten es ihr an… Ihr Herz zog sich schmerzlich zusammen, ehe es vor Aufregung beinahe zersprang. Die Hand des Mannes war zum Greifen nahe – und damit einhergehend die Erfüllung eines Wunsches. Das war ein einmaliges Angebot. Eine Geste der Anerkennung und vielleicht auch die Ernte einer mühsamen und langjährigen Arbeit. Es gab bloß eine richtige Antwort:
„Ich sehe auch nach vorne, Herr Dunkelflamme. Unserem Clan hat sich noch nie so eine Gelegenheit ergeben, wie in den heutigen Zeiten. Eines Tages wird der Sohn unserer Königin-Regentin seinen rechtmäßigen Thron erhalten. Ein neues Zeitalter wird anbrechen und bis dahin gibt es eine Menge zu tun.“ Ihr Gegenüber nickte ihr verstehend zu und lächelte ungebrochen weiter, als sie sich ebenfalls erhob. „Meine Loyalität gilt dem Clan… und ich habe verdammt viele Gründe ihnen zu misstrauen!“
Ihre Brauen zogen sich prompt forsch zusammen und der dürre Finger richtete sich unter Anspannung auf den tattoowierten Rotbart. „Elementaren ist und wird niemals zu trauen sein. Sie waren unsere Sklaventreiber und Meister. Ich lebe nicht in der Vergangenheit, sondern ich habe aus ihr gelernt. Hättet Ihr solche Narben wie ich würdet ihr auch jeden einzelnen Tag Eures Lebens daran erinnert werden, was sie uns angetan haben und auch wieder antun könnten, wenn wir sie jemals wieder in unsere Hallen lassen! Nennt mich meinetwegen radikal, Herr Dunkelflamme. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass unser Clan gerade ohne die Elementare zu seiner wahren Stärke finden würde. Wir haben sie nie gebraucht. Unsere Kraft kommt nicht aus den Feuerlanden, sondern aus unserer Unerbittlichkeit! Aber ihr braucht womöglich eine Stimme der Erinnerung wie die meine…“
Damit trat Luzula vom Tisch und der hingehaltenen Hand zurück, die keinen Augenblick später zurückgezogen wurde und einen schmallippigen Dunkeleisenzwerg zur Folge hatte.
„Der Flammenhort bildet Zauberer aus, keine Lakaien der Elemente… Mögen andere dies weiterhin tun. Wenn der Clan aber eines Tages dafür die Rechnung zahlen muss, lernt ihr hoffentlich endlich. Versteht mich nicht falsch, ich hoffe, dass dieser Tag nie eintreffen wird, aber falls doch… könnt Ihr weiterhin auf mich zählen. Ich danke für Euer Angebot, muss es aber ablehnen.“
Die Pyromantin verbeugte sich recht tief, sodass ihr Zopf über die Schulter rutschte und dicht über den Boden pendelte. Danach richtete sich Luzula wieder kerzengerade auf. Die andere Zauberin sprach, aber die Dunkle hörte längst nicht mehr zu. Ein dumpfes Rauschen und Pochen des eigenen Blutes wummerte in ihren Ohren. Sie sah, dass die Frau ihr freundlich zulächelte, nickte und ebenfalls eine leichte Verbeugung andeutete. Die Verabschiedung lief einfach an ihr vorbei… und die Zauberin verließ in großen Schritten die Botschaft. Wo ihre Knie zu Beginn noch weich waren, festigte sich der Gang mit jedem weiteren Schritt. Unbeugsamkeit – das sollte zu den Stärken des Dunkeleisenclans gehören und sie wollte mit guten Beispiel vorangehen!

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Es war Abend, das Gespräch mit den Wissenshütern war gerade geschehen. Arnor ging in bester Laune, doch recht müde durch die Tür im Schatten der Ecke. Er besah sich den Flur zu den Quartieren und schlenderte langsam an den einzelnen Türen vorbei. Das freie Quartier am Ende des Ganges war wohl sein Ziel. Er stellte sich vor die Tür, schnappte sich den Schlüssel der davor hang - ein verschmitztes Grinsen blitzte unter dem Bart hervor - Freude.

Arnor betrat sein neues Heim und stellte sein Gepäck, seine Ausrüstung und allem voran den großen, stachelbesetzten Turmschild neben die Tür. Er ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. Sein zufriedener Blick ging durch das großzügig eingerichtete Zimmer ehe sich auf den eigenen Stuhl fallen gelassen wurde. Flachmann und Dunkeleisen-Helm fanden Platz auf dem Tisch davor, ehe sich der Flachmann an die Lippen gesetzt wurde um sich einen Schluck vom eigenen, dampfenden Wässerchen zu genehmigen. Er starrte seinen Helm an, das Visier, und seufzte erleichtert auf.

Endlich angekommen.

Jawohl, Arnor hat es geschafft ein Teil des Flammenhortes zu werden! Es war ne spaßige Anwärterzeit die Lust auf mehr macht. So long!

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Eine verbundene Faust schlug auf eine Trainingsattrappe ein. Schlag nach Schlag. Provisorisch hatte Mjorna ihren verheilenden Arm nochmal mit einem neuem Verband ausgestattet und hatte bequeme Kleidung an. Der Blick war recht wütend, während die arme Attrappe alles ausbaden durfte. Mal folgte ein Handschlag gegen das Kinn, mal ein Tritt gen die Kniekehlen und weitere gelehrte Orte, die in einem Nahkampf den Gegner zusetzen. In dieser Woche hatte die junge Zwergin immerhin von Magus Stimmers einige neue Bewegungen gelernt und übte jene zusammen mit den Handgriffen und Schlägen, die sie bereits von der Ordenshüterin Schwarzgrund und Meisterin Granitfunke kannte. Sie schüttelte die Fäuste und Beine aus und ließ den Kopf kreisen.
Schließlich nahm Mjorna Abstand von der Attrappe und ließ auch noch die Schultern einige lange Momente kreisen, ehe die Augen zu schlitzen gezogen wurden, die Brauen nach unten wanderten und ein wütender Blick das graue Gesicht zierte.
Sie erhob ihre Hände zum Zauberwirken und schloss die Augen, um das Ley zu schöpfen. Recht schnell geling ihr dies mittlerweile und ein dezent bläulicher Schimmer umlag die junge Zwergin, ehe er erlisch. Sie atmete langsam ein und aus, ehe schließlich beide Hände nach oben wanderten. Sie versetzte die Beine dezent voneinander, ehe sie in die Knie ging und ein flammender Kegel ihre Handflächen verließ. Jener verzerrte die Luft und ließ jene knistern. Es roch dezent nach Verbrannten, aber zum Glück war es ja nur die Attrappe. Mjorna ließ schließlich ab und sah zufrieden auf die Wirkung ihrer ‘Brennenden Hände’. Mittlerweile konnte sie durch die monatelange Übung die Reichweite des Zaubers erhöhen und dies war durchaus von Vorteil. Mehrere Gegner in unmittelbarer Reichweite dürften nun Feuer schmecken, wenn sie der Zwergin zu nahe kämen.
Doch mittlerweile soll sich die Zwergin nicht nur an das Feuer wagen… Bereits Cadmir, Glynnia und Anna empfohlen ihr Schwimmen zu lernen! Welche Dunkeleisenzwerge möchten denn gerne in dem Wasser umherplanschen? Mjorna war auf alle Fälle keine davon. Sie schürzte die Lippen bei dem Gedanken und spuckte wütend Feuer den Attrappen entgegen, ehe sie erneut Abstand nahm und sich erschöpft auf den Knien abstützte. Es vergangen einige lange Sekunden des Ein- und Ausatmens. Sie hob erneut den Blick an und grübelte noch weiter, während sie die Attrappen anstarrte.
Schwimmen, auf Greifen fliegen… Da war das Schwimmen das geringere Übel. Auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubte. Dieser neue Dunkeleisenzwerg namens Arnor soll nun wohl als Lehrmeister in derartigen Unterricht ihr erteilt worden sein. Wie sich das nun alles entwickelt ist fraglich. Wie immer hatte aber Hüterin Schwarzgrund recht, weil alle Schwarzgrund immer recht haben müssen. Mjorna sollte auch in dieser Hinsicht mehr Rückgrat beweisen und sich ihren Ängsten stellen. Das wird sie auch… wenn auch wütend.
Nach all dem Training schnappte sich Mjorna ihre ‘Sieben-Sachen’, also ihre Umhängetasche, ihre Gürteltasche und Brandsalben. Nun war es nach der Zauberei an der Zeit zu meditieren, um sich vor möglicher Korruption zu reinigen… Außerdem hatte sie einige Gedanken zu sortieren~

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Blut… Erbrochenes. Vielleicht auch der ein oder andere Zahn? So genau konnte man das in der Masse an Flüssigkeiten und weiterem gar nicht bestimmen, welche sich aktuell im Ring befanden! Jertha saß mit einige Blessuren im Gesicht, großen Augenringen und aufgeplatzten Lippen am Rand des Rings. Es war der monatliche Prügelabend Sturmwinds, unter Leitung der üblichen Verdächtigen, und Jertha besuchte die Katakomben in Begleitung von Luzula und Arnor. Vor einigen Monaten wurden ihr und einem weiteren Dunkeleisen bei einem entspannten Besuch in den Katakomben ein Angebot gemacht, welches sie annahm. Für Goldmünzen beim nächsten Prügelabend als Kämpferin mitmachen… Die Zwergin schlug nicht aus. Nicht mal aufgrund der Münzen, jene waren zwar auch wichtig, aber hierbei ging es ihr mehr um das eigene Ego.
Sie wollte wohl sich selbst beweisen, dass sie immer noch eine kräftige Zwergin ist, die auch ohne ihre Konstrukte, ohne ihre Technologie, ohne jegliche Waffen sich zu wehren weiß… Bei dem letzten Prügelabend vor einigen Monaten gelang ihr dies durchaus gut, sie kämpfte gegen einen großen Menschenmann, welcher den Kampfnamen “Der Chirurg” hatte und gewann den Kampf. Zwar steckte auch sie einige schwere Hiebe ein, dennoch waren die Schmerzen überschaubarer als beim Kontrahenten, was den Sieg bedeutete. Jertha benötigte den Kampf… Die jahrelange Arbeit im Schwarzfels und die gelegentischen Besuche damals im Grimmigen Säufer waren anders… Damals lebte Hjelom und vor jenem war Jertha auf alle Fälle keine prügelnde Zwergin, sondern eine, die lediglich auf das Wohl des Mannes bedacht war. Er war ihr wichtig und deshalb hatte die Zwergin damals ein grundlegend anderes Leben.
Heute, nach Jahren des recht einsamen Lebens in Eisenschmiede, wo vor dem Flammenhort ihre einzigen Gesprächspartner ihre Konstrukte waren… hatte sich einiges verändert. Sie war grundlegend verändert. Sie war selbstbewusster und sich ihren eigenen Stärken bewusst. Demnach hatte sie auch keinerlei Probleme gegen große Männer in einer Prügelei anzutreten.
Heute blieb ihre Siegessträhne unberührt. Die kräftige Zwergin kämpfte gegen einen jüngeren, aber dafür agilen Menschen, dessen Kampfname “Das Zweigesicht” war. Zweigesicht deshalb, weil eine wunderschöne Brandwunde eine Gesichtshälfte verzierte… Zumindest erklärte sich Jertha so den Namen des Mannes. Sie selbst hatte als Kämpfernamen einfach simpel das, was sie ist und was sie ausmacht… “Die Golemschmiedin”.
So begann am heutigen Abend der Kampf der Golemschmiedin und des Zweigesichts in den muffigen tiefen Hallen unterhalb Sturmwinds. Es war der erste Kampf des Abends, demnach war der Ring noch …frisch. So frisch er wohl sein konnte.
Zunächst ließ Jertha dem Jungen den Vortritt, was sie ihren Lehrlingen predigte, nutzte sie selbst… Die perfekte Planung von Dingen. Was bringt es ihr wild in ein Getümmel zu rennen, ohne den Gegner vorher eingeschätzt zu haben? Es wäre töricht, weshalb sie zu Beginn des Kampfes langsamer und defensiver vorging. Sie blockte anfänglichs die kräftigen und doch schnellen Hiebe des großen Kerls, wobei jedoch schließlich nach Verlauf des Kampfes eine kräftige Prügelmenge den Rücken der Zwergin erreichte. “Was hatten die aber auch so lange Arme! Wie Affen!” , ging dabei während des Kampfes der Zwergin durch den Kopf.
Im Laufe des Kampfes stellte sich jedoch heraus, dass die Kraft einer kampfgeschmiedeten und arbeitformten Zwergin wohl doch ausreichend war, um auch größere Gegner erneut zu besiegen.
Jertha hatte aber auch genug ‘Druck’ bereits vor dem Kampf abbekommen! So sollte sie einige Becher bei einem Sieg vom amtierenden Prügelabendchampion bekommen, Luzula und Arnor wetteten sogar mit eigenem Geld auf sie. Da war es natürlich zusätzlich von Vorteil, wenn man den Erwartungen der Leute gerecht wird.
Dennoch musste der Flammenhort noch ein Anliegen den Veranstaltern näherbringen… Thurath gehört mit in die Katakomben! Zumindest, um Eindruck zu schinden. Das Konstrukt ließe sich aber auch so wunderbar in die steinerne Gegend als Dekoration betrachten, oder als Träger der verletzten Kämpfer. Leichter ginge das Heraustragen bekämpfter Gegner doch wirklich nicht. So müsse sich Jertha und der Rest gewiss noch einfallen lassen, wie und wann man unter Umständen jenes ‘lustige’ Ziel erreichen könnte. Ein Konstrukt als Zuschauer.
Der Sieg tat ihr aber ansonsten wirklich gut… Jertha war tief in Herzem mehr als dankbar für das Vertrauen und das Anfeuern! Somit ließ sie den Abend entspannt ausklingen, behandelte wieder später in Eisenschmiede ihre Wunden und sah generell zufrieden aus. Sie mochte die Prügelabende und die Herausforderung, die sie bei jenen erhielt. Gewiss war das nicht der letzte Abend, bei dem Jertha in den Ring stieg, soviel war sicher.


Am nächsten Tag traf die Dunkeleisenzwergin im Ordenshaus des Flammenhorts, welches verdächtig wie immer nach Kuchen roch, auf Arnor, wobei sie mit jenem eine mögliche Reise nach Schwarzfels plante.. Es gab da etwas, was dem Flammenhort noch fehlte.. Ob sie jenes erhalten können, stand noch in den Sternen und war von dem Besuch in der Schmiede abhängig. Die Zwergin war ewig nicht mehr in den Tiefen des Fels und sah der Reise wohlgesonnen entgegen.

Unter Umständen begleitet Lehrling Thjarma Lavastein die beiden erwachsenen Zwerge. Die kleine junge Zwergin, die nach dem Weltenbeben nichts besseres zu tun hatte, als nach Pandaria zu reisen und ihre zwergischen Gewohnheiten beinahe ablegte. Für sie wird der Schwarzfels auf alle Fälle eine heftigere Erfahrung sein, das ist sicher. Doch werden Thurath, Hjelotrom, Arnor und sie auf den Lehrling auf alle Fälle Acht geben und jene unter Umständen versuchen umso mehr auf den Ernst des Lebens vorzubereiten. Arnor teilte ja sowieso bereits Thjarma beinahe feierlich mit, dass er nun ein äußerst strenger Lehrer sein wird und sie bei der nächsten Lehreinheit durch…Eisbaden? Eisschwimmen? …quälen möchte. Genau wusste es Jertha nicht mehr. Dennoch erheiterte die Disziplin des Soldaten die Schmiedin gewiss. Wie lange sich die eiserne Disziplin wohl halten wird?

Jertha war auf alle Fälle gespannt, ob das Vorhaben Früchte tragen wird und die Zwerge an mehr Informationen gelangen werden… Sie wird auf alle Fälle ihr Bestes geben. Schließlich verabschiedete die Zwergin sich von den Dunklen im Ordenshaus, um in ihr Haus zu gehen und um versuchen zu schlafen.

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Mjorna stand vor dem Spiegel in ihrem Zimmer. Nachdenklich war dabei die Miene der jungen Zwergin. Der glühende Blick sah auf das Spiegelbild, welches einige hässliche blaue Flecken aufwies, auch presste der Lehrling die Lippen aufeinander, als die neue Beule an dem Haaransatz über der Stirn betrachtet wurde.

Die Lehre im Flammenhort war vielleicht vieles, aber gewiss kein Zuckerschlecken. Das bewies die Lehre jedes Mal, als Abhärtung auf dem Plan stand. Jedoch waren all die Lektionen genau eines: lebenswichtig. Was bringt ein Pyromant seinen Verbündeten, wenn er durch ein paar Schmerzen direkt nicht in der Lage wäre ordentlich seine Zauber zu wirken? Genau… gar nichts. Das war der Rothaarigen bewusst, weshalb sie jene Lehrstunden guthieß, trotz der zugefügten… blauen Flecken.

Höllisch heiße Steine in den Händen halten, auf angeheizten Metallplatten an der großen Schmiede stehen, oder Kampfstöcke in die Seite gerammt bekommen, während man einen Zauber aufrecht erhalten muss… all dies… sollte man lernen auszuhalten. Lernen damit umzugehen und die positiven Aspekte von derartigen Lehreinheiten sehen. Sie konnten später darüber entscheiden, wie man sich in ernsten Situationen verhält. Verfällt man in Panik? Nutzt man eventuell sogar die zugeführten Schmerzen und bindet jene in die Zauberkraft ein?

Sie seufzte kurz und nahm an ihrem Schreibtisch Platz. Es war ein einfacher Holztisch, auf dem sich derart viele Bücher, Schreibfedern jeder Art und lose Zettel befanden. Sie notierte jeden Tag ihrer Lehre, alles was sie lernte und noch viel mehr. Neue Rezepte für ihren Nebenberuf entstanden genau an diesem altem Schreibtisch. So ergriff die junge Zwergin eine ihrer neuen Schreibfedern, tunkte jene in ein Tintenfässchen und begann hastig etwas zu notieren. Puderzucker saß ebenfalls am Tisch der jungen Zwergin und ruhte aktuell neben einem der vielen Feuerblütentöpfe, welche das Zimmer zierten.

So begann Mjorna die Geschehenisse der letzten Woche vor der Abreise in den Norden zu notieren~

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Jertha sah seufzend nach vorne. Der kleine Lehrausflug mit Thjarma lief garantiert -nicht- so ab, wie sie es sich vorgestellt hatte. Thjarma sollte lernen, wie sie für sich selbst Erze abbauen kann, da ihr erstes Lehrjahr in der Schmiedekunst bezüglich der Golemlehre zum Ende neigt und sie sichdemnach selbst darum kümmern muss alle Arbeitsschritte durchzuführen, um ein kleines Golemmodell selbst zu planen und zu schmieden.

Das große Problem hierbei ist jedoch: Dieser Lehrling ist aufmüpfig, was Jertha gewiss nicht behagt.


So fing Thjarma an, als nach Stunden der Reise die erste Erzader gefunden wurde, statt der Spitzhacke die Axt stumpf zu machen. Tatsächlich nutzte sie erstmal nicht die vor wenigen Sekunden dargebotene Spitzhacke von Jertha.

„Sag mal… wie dämlich muss man sein, um eine teure Axt gegen Steine und Erze zu kloppen, wenn man die Spitzhacke vor einigen Sekunden bekommen hat?“, ging in ruhigem Tonfall; jedoch mit erboster Miene von der Golemschmiedin. Thjarma hingegen gab -wie immer- direkt Konter und das wie gewohnt in der Manier wie es ein aufmüpfiges Kleinkind tat.

Dies hatte wiederum zur Folge, dass nun endgültig direkt ein Ultimatum gestellt wurde: Thjarma hat sich zu benehmen, da bei dem nächstem unkontrolliertem Kommentar unwiderruflich die Lehre beendet wird. Der Lehrling konnte sich sicher sein… Jertha meinte dies mehr als ernst und sagt sowas nie einfach so daher.

Der Unterrichtsausfall nach früheren Verhaltensauffälligkeiten wurde bereits durchgeführt und dies sollte die letzte Möglichkeit sein Besserung zu zeigen.


Nun waren sie jedoch viel früher als geplant auf dem Heimweg. Die Schmiedin sah über die Schulter zur Zwergin, die aufgrund eines Angriffes von einer Spinne sich vom Sattel ihres Widders warf und sich dabei das Bein wohl verstaucht hatte. Der Widder, der die Hälfte der Erze transportieren musste, rann bei dieser Situation auch kopflos weg.

Beim heiligen Kernhundkot, dieses ‚Kind‘ würde nicht einen Tag in einem Kampf überleben…

Es folgte ein genervtes Seufzen, welches von den Konstrukten Thurath und Hjelotrom direkt erfasst wurde.

Hjelotrom grollte direkt mit tiefen und unnatürlichen Worten, die magischen Ursprungs waren: „Bestätigt: Hjelotrom erfasst Genervtheit von Erschaffern. Leite minimale Sprachprotokolle ein, um Zustand nicht zu verschlimmern.“

So gingen zwei Konstrukte, ein Esel, auf dem der verletzte Lehrling saß und die genervte Golemschmiedin durch die hellen, grünen Wiesen des Loch Modans… auf dem Weg nach Hause.

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“Das ist wohl kaum eine angemessene Lösung.”
Die knarzende Stimme der alten Bronzebartzwergin klingelte in Cadmirs Ohren. Halb unter dem Bett liegend konnte er wenigstens die glühenden Augen verdrehen und stumm ihre Worte nachäffen ohne eine Schelle befürchten zu müssen. “Aber es wird erstmal funktionieren und seinen Dienst tun, bis der Zimmermann Zeit hat!”, erwiderte er laut und deutlich - ihr Gehör war nicht mehr das Beste, doch ihre Augen waren auf unheimliche Weise trotz des Alters stechend scharf geblieben. Mit einem leisen Seufzen drückte er danach die Holzleiste fester gegen den angebrochenen Mittelbalken des Bettes und hämmerte vorsichtig den zweiten Nagel dagegen.
“Was sollen nur unsere Patienten denken, Cadmir? Das grenzt an Pfuscherei.”, murrte die Heilerin zurück und der junge Dunkeleisenzwerg wusste exakt, dass er währenddessen kritisch betrachtet wurde. Nun, zumindest seine herauslugenden Beine.
“Solange unsere Patienten nicht neben das Bett rollen und dann zufällig auch im Anschluß darunter, werden sie erst gar nichts davon mitbekommen…”, antwortete er mit dem letzten Schlag des Hammers und rüttelte danach prüfend an seinem behilfsmäßigen Flickwerk. “Hält!”
Der schwarzhaarige Zwerg rollte sich wieder unter dem Nachtlager hervor, ehe er dem bohrenden Blick seiner Lehrmeisterin Stand halten musste, welche förmlich enttäuscht mit dem Kopf schüttelte. “Sieh lieber zu, dass der Zimmermann schleunigst herkommt. Solche Lösungen halten nicht auf Dauer und es ist wie bei unserem Handwerk, Cadmir. Gewissenhaftigkeit ist der Schlüssel.”
“Ich weiß, dass es Euch nicht behagt, aber besser als ein Bett zu wenig, oder?”
Die Zwergin nickte einlenkend. Ganz gleich wieviel Skepsis der Alten innewohnte, der Pragmatismus gewann letztendlich doch die Überhand. “Das wird es tun müssen, vorläufig. Kümmere dich bitte noch um die Pilzkästen, Cadmir, dann kannst du für heute gehen und übermorgen die Sprechstunde halten. Aber dann gibt es nicht so einen dunkeleisischen Bastelkram, nur damit das klar ist!”
Sie erhob mahnend einen Finger an, konnte sich aber auch ein schwaches Lächeln nicht ganz verkneifen, als der junge Zwerg gehorsam nickte. “Ja, Ma’m. Glasklar!”
“Und denk an den Aushang! Er ist wieder abgerissen worden.”
“Ja, Ma’m!”, rief Cadmir lauter zu ihr hoch, als er bereits die Treppen ins Erdgeschoss heruntereilte. Ein Pergament wurde noch rasch mit Tinte beschriftet, bevor er es wieder an das schwarze Brett hing und zurück ins Innere zu den Pilzen huschte.

Werte Leser,

zur achten Abendstunde wird eine offene Sprechstunde am 10.Tag des 10.Monats bei den Heilern von Eisenschmiede angeboten.

Kleinere, kostenlose Behandlungen, Beratungen und Verkäufe medizinischer Güter gegen geringe Münze werden vom Lehrling Cadmir Schwarzgrund zum Zwecke seiner Ausbildung und zur zusätzlichen Unterstützung bei den Heilern an jenem Abend zur Verfügung stehen.

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„Bei Frau Zischbrüh…“, kam aus der Kehle der jungen Erwachsenen, Mjorna. Es war sehr spät und sie war immer noch dabei die Taverne zu säubern und außerdem all die Dekorationen ordentlich zu verfrachten. So praktisch ein Pachtvertrag erstmal ist, das Gebäude gehört einen selbst jedoch nicht, was all die zusätzliche Arbeit einbringt. Eigentlich könnte man sonst alles im dekorierten Zustand lassen… so jedoch nicht, wenn die Taverne den Rest der Woche unter anderem Namen laufen muss.

Aktuell lag ihr Fokus aber ganz woanders, weswegen sich die Arbeit in der Taverne so zog. Die Dunkeleisenzwergin hatte einen neuen Zauber der Bannung von Meister Steinschloss beigebracht bekommen. Ein Zauber, der der Dunkeleisen gewiss nicht behagt, trotz all seines Sinns und des Nutzens…

Die Zwergin hatte den „Eisernen Magen“ gelernt, wodurch sie Vergiftungen natürlichen Ursprungs aufhalten konnte. Zunächst klingt dies äußerst nützlich, doch hatte all dies einen Haken, wie alles im Leben. Eine Stunde nach erfolgreichen Zauberwirkens muss der gesamte Mageninhalt per Erbrechen hinaus. Mit Gift, ohne Gift… dies macht keinen Unterschied. Das schlimmste daran ist: Sollte der Zauber bei den Übungen scheitern, wird die junge Zwergin sich auch beim Scheitern direkt übergeben müssen, da Giftmischungen als Zauberreagenz notwendig sind.

Das bedeutet für Mjorna: Sollte sie den Zauber üben, was sie natürlich muss, wird sie sich für jeden Versuch übergeben dürfen. Egal ob direkt, oder verzögert nach einer Stunde. Zusätzlich zu den anderen Zauberübungen und den täglichen Ausdauerstunden der Lehrlinge und in Kombination mit der Tavernenarbeit wird die auslaugende Wirkung dieses neuen Zaubers den Lehrling gewiss die Laune hinab sinken lassen. Kuchen wird es bis zum perfekten Wirken des Zaubers auch im Ordenshaus nicht geben! Das wäre ja sonst eine furchtbare Verschwendung, die man sich nicht erlauben durfte.


Davon ab machte sich die junge Zwergin zwar mit unzufriedener Miene aber doch ein wenig euphorischer später in ihrem Zimmer daran einen… sehr alten Gegenstand zu finden. Bald steht das Ritual der Sturmspitze an, das Ritual, bei welchem ein alter Gegenstand mitgenommen werden sollte, um von der Vergangenheit Abschied zu nehmen und in eine neue Zukunft vorbereitet zu sein. Mjorna wusste genau, was sie mitnehmen wird…


Abgesehen vom eigentlichen Lehralltag werden einige Mitglieder des Flammenhorts auch ihr Glück beim Ritual diese Woche, welches Burgondil organisiert, versuchen!

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Es ist hier entsetzlich schmutzig. Sieh es dir an… überall der Staub und von der Küche will ich erst gar nicht anfangen. Ich könnte meinen Unrat dazuwerfen und es würde keinen Unterschied machen.
Groll war ein besonderer, kleiner Kauz, der Luzula immer wieder erstaunte. Der grau gefiederte Vogel hockte auf ihrer Hand und krallte sich an dem schützenden Leder fest, während er den Kopf zur Dunkeleisenzwergin verdrehte und einmal schrill pfiff. Für einen Familiar war Groll fast erschreckend klug, aber noch wesentlich zynischer. Mit schmalen, sachte glimmenden Augen lugte er auf das angebliche Chaos in der Kochnische vom Ordenshaus und plusterte entsetzt das Gefieder, bevor er die Federn auf seinem Kopf wie die Ohren einer genervten Katze dichter anlegte.
“Es würde sehr wohl einen Unterschied machen. Davon unabhängig räumen Thjarma und Mjorna stets gewissenhaft hinter sich auf.”, erwiderte Luzula mit einem leisen Seufzen. “Das ist im Übrigen kein Staub…”
Und was ist dann… das!?
Das schrille Stimmchen des Kauzes kreischte kurz empört, als er auch bereits mit lautlosen Schwingen zur Küche gleitete. Mit kurzen, kratzenden Schritten stockerte Groll über eine Arbeitsplatte und neigte seinen Körper dabei derart weit vor, dass Luzula fast befürchtete, er würde jeden Moment nach vorne umkippen. Stattdessen beäugte der Familiar hingegen ausgesprochen kritisch das alte Holz auf jede Ritze, bis er demonstrativ mit den Flügel schlug und dadurch eine feine, weiße Wolke aufwirbelte.
Staub, Dreck, Unrat!
“Und deine Ecke auf meinem Bücherregal ist nicht voller weicher Daunen und gelegentlich mit Gewölle versehen?”, seufzte Luzula tonlos aus und hob forschend die Brauen an. Langsam trat sie heran und setzte bedächtig nach, “und das ist kein Staub, sondern von Mjornas Motte. Vermutlich von den Flügeln oder Pollen aus dem… Fell, wenn man dies so nennen möchte.”
Mehr Verachtung vermochte das kauzige Gesicht des Vogels nicht auszudrücken, als sich der Familiar wieder seiner Meisterin zuwandte.
Nahrung war das also… Nahrung ist dreckig! Nahrung macht uns alles zunichte!
“Puderzucker. Die Motte heißt nicht Nahrung.” Manchmal war Groll vielleicht doch nicht so klug, wie sie es ihm zugestand. Der Kauz kreischte aber verärgert weiter und machte seinem Unmut deutlich Luft.
Lächerlich! Schande! Die Menschen werden lachen.
“Zügle dich, Groll!” Allmählich hatte sie genug und das Machtwort genügte auch, dass der Kauz unvermittelt still wurde, obwohl er wieder missmutig über die Arbeitsplatte hoppelte und nach Makeln suchte. “Die Novizen und Magier des Sanktums werden nicht anhand des Staubes einer Motte über uns urteilen. Sie kennen diesen Ort und so wie ich es sehe, ist es aufgeräumt und ordentlich. Seit wann stört ausgerechnet dich so etwas?” Das erinnerte Luzula daran, dass sie das Bücherregal mal mit Cadmirs Hilfe wieder ausräumen und von der Wand schieben musste, damit sie dahinter Grolls Mist reinigen konnte. Bei den Ahnen, sie vermochte schon jetzt darauf zu schwören, dass sie dort mindestens eine tote Maus, wenn nicht gar mehr, finden würde…
Müssen einen guten Eindruck machen. Groll säuselte kleinlauter zurück, nachdem ein paar Herzschläge vergangen waren und richtete die dottergelben Augen wieder auf seine Herrin. Sie fühlte, wie sich das kleine Vogelherz eine Spur schmerzlich zusammenzog. Besorgnis schwang mit und verdrängte die künstliche Wut.
Sie haben geschimpft beim Rat. Sie haben gewettert beim Rat. Es tat weh.
Jetzt schmälerte Luzula ihre Lippen und atmete tief durch, bevor sie sanft mit den Fingern über den Kopf des Kauzes streichelte. Natürlich hatte ihr Familiar gespürt, was in ihr vorgegangen war. Die Stiche in ihrem Herz waren ihm bei der Ratssitzung in der Forscherhalle nicht entgangen und das würden sie auch durch ihre Verbindung nie. Es brauchte keine weiteren Worte, dass sie einander verstanden. Stumm starrten sich Meisterin und Familiar in die Augen, während die Wogen des Zornes zur Gänze verrauchten und sanfterer Trost sich wie eine Decke darüberlegte. Deswegen mussten sie sich eigentlich keine Sorgen machen.
Es würde ein guter Austausch werden, denn es kamen Freunde zu Besuch…

Im November ist es wieder soweit!

Das Magiersanktum Sturmwind und der Flammenhort lassen ihre Novizen und Lehrlinge abermals über den Tellerrand sehen. Für wenige Tage erwarten wir Besuch aus Sturmwind, bevor auch unsere Dunkeleisenzwerge die frische Luft der Hafenstadt schnuppern dürfen und an der Lehre des jeweils anderen teilhaben.

Wer aber auch allgemein unseren Unterricht beobachten möchte, darf dies jederzeit tun. Einfach nachfragen, wann es wieder soweit ist, oder in der KhazModan-Community im IC-Channel auf Ankündigungen achten. :slight_smile:

Liebe Grüße,
Luzula

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„Herrje, Puderzucker!! Ich habe doch gerade erst über die Arbeitsplatte gewischt!“, sprach Mjorna laut in der Küche des Ordenshauses.

Sie war aktuell mit einem Putzeimer bewaffnet und einem Lappen, der Staub entfernen sollte… jedoch staubte die kleine weiße Motte munter weiter umher, während sie von gefühlt von ~jedem~ einzelnen Feuerblütentopf naschte und dadurch Pollen in der Luft war, welches sich hartnäckig überall verteilte.

(Zum Entsetzen von Luzulas Familiar Groll!)

Puderzucker schien sich keiner Schuld bewusst zu sein. Der flauschige Körper war voll Pollen gehüllt und förmlich zum Protest hob die Motte, die am Geländer saß, die Flügel empor… in Zeitlupe… nur um dann einmal kräftig mit jenen zu schlagen, und damit Mjornas Leben schwer zu machen! Denn durch diese Aktion wirbelte Staub samt Pollen umher und bedeckte Tische und Arbeitsflächen erneut gänzlich.

„Nein!!“, quiekte die Zwergin auf, die wütend umherfuchtelte und es damit schaffte die Motte in ihr Zimmer zu scheuchen. Schleunigst schloss sie die Tür und eilte zurück in den Hauptraum des Ordenshauses.

Aufgrund der trotzigen Aktion des weißen Tierchens war alles wieder gänzlich mit einer dünnen Staub und Pollenschicht bedeckt, als hätte Mjorna gar nicht geputzt.

Lautlos formte die Zwergin einen Fluch mit den Lippen, ehe sie resigniert seufzte und sich wieder daran machte das Ordenshaus wieder von der feinen Staubschicht zu befreien… heute war es nämlich soweit! Der Beginn des Austausches mit dem Magiersanktum Sturmwinds stand bevor! Es ist immer eine Erfahrung für angehende Zauberer seinen Horizont zu erweitern.

Und heute sollte der Beginn zu neuen Erfahrungen sein!

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„Hjelo, Menschen sind… sonderbar.“, plauderte die Golemschmiedin mit ihrem liebstem Konstrukt. Sie betrachtete seine steinernen Gesichtszüge und schüttelte ihren Kopf einmal so kräftig, sodass der schwarze Zopf hin und her wehte.

„Da quasselt eine der Novizinnen dieses diesjährigen Lehrlingsaustausches doch allen Ernstes: Huch, Maulwurfmaschinen sind unsicherer als ein Portal!“

Jertha sah entsetzt drein. Das Konstrukt meldete sich zu Wort: „Hjelotrom bestätigt: Verständnis für Erschafferins Unverständnis. Laut meiner Berechnungen sind Portale prozentual in der Lage fehlzuschlagen.“

Jertha nickte zustimmend: „Nicht nur wenig sogar. Wie oft sind vor allem die Menschen gerade in Kampfsituationen überfordert und machen Fehler? Oft genug. Da funktioniert eine gut gebaute Maulwurfmaschine viel besser.“

Sie nickte einige Male, wobei sie schließlich Runen in etwas Kleines eingravierte… Jertha arbeitete an einem kleinen Konstrukt!

Wirklich winzig im Vergleich zu Hjelotrom. Wohl etwa nur bis zu den Beinen und Bauchbereich einer Zwergin reichend.

„Hachja… unser neuer Freund wird auf alle Fälle bessere Dienste leisten als so manche Portalmeister. Was meinst du?“

Das Konstrukt grollte tief, wobei er sich gen des kleinen Konstrukts wandte: „Hjelotrom bestätigt: Die Einheit ‚Quimnir‘ macht nützlichen Anschein.“

Quimnir… so hieß das neuste Konstrukt, dass Jertha in der letzten Zeit für sich konstruierte. Der kleine Golem sollte später, sobald sie endlich im Schwarzfels genug Goldmünzen erwirtschaftet hat, die Maulwurfmaschine führen, welche sie für den Flammenhort plante. Sie arbeitete bereits seit Monaten an Plänen, knüpfte Kontakte zum Schwarzfels und erhielt sogar Hilfen von ihrer Sippe Schattenstein, die sie nach Jahren wieder traf.

Quimnir wird Protokolle lernen von Maschinenführern des Dunkeleisenclans… das hat sie bereits geschafft. Da der Platz in einer Maschine gering ist, vor allem da jene für den Orden geplant war und nicht für eine ganze Kampftruppe wie jene im Dunkeleisenmilitär, musste Platz gespart werden!

Dafür ist das kleine Konstrukt fabelhaft. Er nahm wenig Platz ein, funktionierte stets bei guter Wartung und ermöglicht einen weiteren Insassen in der Kabine. Außerdem ist der Nutzen eines kleinen vor allem rechnendem Konstrukt nicht zu verachten.

Jertha plante bereits eine kleinen Bereich in der Maschine als Führerkabine, in welcher Quimnir Platz hatte und mit seinen kleinen mechanisch und magisch veränderten Ärmchen die Maschine bedienen darf.

Nachdem die all Runen eingraviert wurden legte Jertha einige Schriftrollen neben sich und schloss die Augen. Sie führte das Ley in die eingezeichneten Runen… konzentriert beschwor sie jenes und murmelte dabei immer wieder leise Formeln. Ein sehr aufwendiges Prozedere. Da Ley freiwillig in Runen wandert ist es in dem Aspekt leichter zu bändigen als das Formen von Zaubern wie es ein Zauberer tat.

Dennoch ist es schwer genug, wenn man die Masse an Magie bedenkt, die förmlich ewig wirkende Runen benötigen. Jertha war noch nie in der Lage selbst Zauber zu wirken. Sie benötigte ihre großen Archive, die sie in all den Jahren mit Wissen über verschiedene Zauberarten mithilfe der Runenmagie anlegte. Umso praktischer war es aber, dass genau ihre Berufung sowieso meist nur Runen nutzte. Alle Konstrukte waren von Ihnen gezeichnet und funktionierten über jene.

Nach schier ewigem Anzapfen an dem Ley… begannen die Runen am kleinem Konstrukt hell violett aufzuleuchten. Es war getan.

Nun vollführte Jertha noch ewig viele Anpassungen, sodass auch das kleine Konstrukt in der Lage war zu dienen und seine Nützlichkeit unter Beweis zu stellen!

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„Ein…Bär.“

Mjorna musste unwillkürlich schmunzeln als sie an die Situation zurückdenken musste, als sie mit Tamva an der Hüterin Schwarzgrund und an Tellos van Haven vorbeispazierte.

„Ja… gut. Dann haben wir wohl einen Bären.“

…hieß es letztlich recht schnell, nachdem nämlich der Lehrling den fabelhaftesten und ganz und gar wunderbarsten Welpen…- Bärenjungenblick aufsetzte, während die tragische Geschichte des kleinen Tiers erzählt wurde. Zur Krönung: Das Bärenjunge hatte immerhin ebenfalls Ohren wie Mjorna!

Mjorna hatte nämlich die letzte Woche Besuch von einer jahrelangen guten Freundin, die dem Volk der Kaldorei angehörte und dazu noch eine Druidin war und dementsprechend gerne in der Wildnis umherstreunte, um die Natur zu beobachten.

Hierbei war diese Elfe die Zeugin eines traurigen Schauspiels in dem verschneiten Dun Morogh. Man sah, einige tote Tiere, die im Kampf verstarben. Ein paar Wölfe und eine Bärin samt Junges. Höchstwahrscheinlich war dementsprechend die Bärenmutter der Überzahl des Wolfsrudels zum Opfer gefallen. Wie durch ein Wunder erspähte jedoch die Elfe etwas äußerst unauffälliges ganz und gar schmächtiges in den Büschen versteckt. Das weitere Bärenjunges, welches nur wenige Wochen alt war und mehr als dringend auf Hilfe angewiesen war. Mjorna bekam genau dieses Bärenjunge förmlich in die Hände gedrückt und… war nun wohl in der Verantwortung das Tier großzuziehen und zu hegen und zu pflegen.

Letztendlich ging dies nun so weit, dass das Bärenjunge sogar mit nach Sturmwind reisen musste, da der Lehrling nun eine Woche in Sturmwind wohnt aufgrund des erneuten Lehrlingsaustausches mit dem Magiersanktum.

Dementsprechend trifft man nun Mitglieder des Flammenhorts genau dort an. Für eine Woche in Sturmwind!

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Unter leisen Plätschern stürzte das Wasser aus ihren Haaren zurück in die Schüssel. Für wenige Sekunden lehnte sich die Dunkeleisenzwergin mit beiden Armen noch gegen den kleinen Waschtisch und lauschte in das Haus hinein. In der winzigen Waschküche roch es nach nasser Wäsche, die in Leinen über ihrem Kopf von der Decke hingen. Im Badezuber befand sich noch das schmutzige Wasser vom Vortag und vor der Tür jauchzte eines ihrer kleinsten Kinder beim Spielen. Es klang verdächtig danach, als würde Sedrim grässlich gekitzelt werden, denn er jammerte bereits krächzend nach Hilfe zwischen den Lachanfällen. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schöpfte Luzula sich erneut Wasser ins Gesicht und rieb sich mit einem müden Seufzen über die Wangen.
In den wenigen Minuten Ruhe und Abgeschiedenheit hinter der dünnen Holztür zum Wohnraum schwelgten nach und nach Erinnerungen und Gedanken durch ihren Schädel. Der Lehrlingsaustausch lag wieder in der Vergangenheit und das Ordenshaus platzte kurzzeitig aus allen Nähten, aber das rege Treiben und die Vielzahl an Stimmen fehlte Luzula ein kleines bisschen. Die Menschen waren ein sonderbares, aber interessantes Völkchen. Sie wuchsen so schnell auf und verschwanden auch wieder rasch, aber die Menschen wussten einen Eindruck und Spuren zu hinterlassen. Ein paar Bande wurden enger geknüpft und neue gefunden. Die gestrige Geschichtsstunde der Hochgeborenen Leyhauch war hingegen frischer und die erlebten Erinnerungen der Magierin hatten eine Tür geöffnet, der Luzula inzwischen mutiger entgegen trat. Doch wie mochte es für die Elfe sein, welche bereits ein Alter umspannte, das unwirklich erschien? Waren sie alle nicht mehr oder minder Eintagsfliegen für jemanden wie sie? Womöglich nur flüchtige Funken, die kurz aufglimmten, während das Feuer noch lange weiterbrannte? Das musste wahre Einsamkeit sein.
Die Zauberin schüttelte sich kurz und griff nach einem Tuch, um sich das Gesicht trocken zu reiben, wobei der lodernde Blick über die hängende Wäsche huschte und an einem großen Hemd hängen blieb. Sie hatte versucht es in den frühen Morgenstunden sauber zu waschen, aber die eingetrockneten Blutflecken waren hartnäckig geblieben. Zwar war der Stoff wieder weich und die Nähte von dem verkrusteten Dreck gereinigt worden, aber die Verfärbungen würden stets eine Erinnerungen der Schlachten bleiben, die das Kleidungsstück hinter sich hatte - und sein Träger.
Die hagere Dunkeleisenzwergin warf das Tuch locker über die Schulter und betastete prüfend das Hemd, knibbelte versuchsweise an einem oder anderen Fleck, bis sie mit einem herzlichen Lächeln das Gesicht kurzweilig in den Stoff drückte und tief durchatmete. Die geröteten Wangen kühlten am feuchten Stoff langsam wieder ab und die Nase sog den seifigen Geruch ein.
Immerhin… stank es nicht mehr nach nassen Hund.

In den letzten Tagen ist viel passiert und wahrscheinlich werden vor den Feiertagen im Flammenhort auch noch ein paar Dinge anstehen!
Schaut trotzdem ruhig im Düsteren Viertel vorbei oder schnuppert Eisenschmieder Luft.
Ansonsten wünschen wir allen besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch! Zwischen den Feiertagen wird es auch mit aller Wahrscheinlichkeit in der Gilde sehr ruhig sein. Daher sehen wir uns im Zweifelsfall wieder im neuen Jahr… oder vorher auch auf den Events, die in Eisenschmiede noch anstehen.
Ein Besuch lohnt sich! :slight_smile:

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Mjorna saß stundenlang vor dem Spiegel.

„Bei Frau Zischbrüh… was hast du nur getan.“, wisperte sie lautlos ihrem Spiegelbild entgegen. Die lange Haarpracht des Lehrlings war gänzlich gewichen.

Mjorna selbst hatte nach einem fröhlichen Tavernenabend beim Aufräumen noch einiges getrunken. Obwohl sie bereits etwas angetrunken war, ging das fröhliche Alkohol süffeln bis tief in die Nacht weiter…immerhin hatte sie eine illustre Trinkgemeinschaft mit Thalore, Rhumi und Tellos. Doch zusätzlich noch beim Aufräumen zu trinken… keine gute Idee. Zuviel Sulfuronwasser mit allem möglichen gemischt befand sich in der Blutbahn der Zwergin mit dem ordentlichem und langem Haar. Schließlich hat Mjorna es bis früh in die Morgenstunden noch hinbekommen die Taverne auf Vordermann zu bringen und kam auf die hervorragende Schnapsidee folgendes zu tun:

Zum Frisör zu gehen! Genau jetzt und sofort! Sie war gerade derart selbstbewusst und dies sollten bloß alle wissen!

Dort angekommen wurde erstmal die schöne Haarpracht in einem satten schwarz gefärbt, woraufhin Mjorna zufrieden schmunzelte. Ihr Vater hatte schwarze Haare… außerdem hatte sie als sie in den Flammenhort kam ebenfalls noch die Haare dunkel gefärbt. Eine wunderbare Entscheidung. So huschte die betrunkene Dunkle in das Ordenshaus und sah nachdenklich auf die noch lange Haarpracht… und ergriff selbst eine Schere! Schnipp-Schnapp, alles war ab! Selbst an ein Seitenpony hat sie gedacht. Zwar konnte die neue Länge und dazugehörige Haarfülle die Segelohren verdecken… doch am nächsten Morgen, an dem Mjorna ihre Routine beginnen wollte mit dem Flechten der Haarpracht, sah sie einfach nur ewig in ihr Spiegelbild. Sie tippelte nervös am Tisch umher, rieb die Schläfen und versuchte die schlecht geschnittenen Haare erneut zu retten, was erneut Einbußen an Länge bedeutete.

Letztendlich tuschelte die Zwergin leise: „Und das alles nur, weil dieser Bronzebart mich zum Ringkampf auffordert. Bei Frau Zischbrüh, gleich werd ich doch noch lichtgläubig. Licht bewahre.“

So zuppelte sie ewig an den Haaren umher und entschied sich zumindest für zwei kleine Zöpfchen. „Mjorna, du wirst dich gut verkaufen. Du wolltest das so. Ganz und gar eine weise Entscheidung, die du nicht bereust.“, spricht sie sich selbst dauerhaft zu. Auch wenn der Blick bedauernd wirkt! Das Bärenjunge, Tamva, stupste dauerhaft die traumatisierte Zwergin an, welche weiterhin versuchte sich selbst Mut zuzusprechen!

…Als Pyromantenlehrling sollte sie immerhin stets Kontrolle über ihre Gefühle haben. Dementsprechend war dies eine absolut fabelhafte Übung…

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Für wenige Sekundenbruchteile hatte Luzula das Gefühl, dass ihr der Boden unter den Füßen wegbrechen würde. Schwindel verdrehte das aufkommende Chaos im Kopf und ein eisiger Klumpen lag der Dunkeleisenzwergin mit einem Ruck derart schwer im Magen, als wollte er sie auf die Knie zwingen. Starr und regungslos vermochte die Zauberin sich für mehrere Herzschläge nicht zu rühren, in denen sich das grausige Bild wohl für immer in ihre Netzhaut brannte. Vielleicht hätte sie Ygmars und Rhumis Ratschlag beherzigen sollen. Vielleicht hätte sie nicht an das Grab herantreten dürfen. Erde war aufgewühlt und beiseite geschoben worden. Ohnehin hatte der Körper nicht tief im Boden gelegen und war eher verscharrt worden. Die Grube war aber wieder geöffnet worden. Vor längerer Zeit… und die kläglichen Überreste des darin liegenden Zwergen waren nicht nur vom Zahn der Zeit übel zugerichtet worden, sondern auch von der Tierwelt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich stets zuerst Gallorims warmherziges Lächeln zuerst in ihre Erinnerungen geschlichen, wenn sie an ihn dachte. Der Sanftmut in den Augen des Priesters verscheuchte jeden düsteren Gedanken und vermochte Gemüter zu erhellen. Jetzt wurde dieses Bild verdrängt - von einem kopflosen Körper im zerschlissenem Priestergewand mit gebrochenem Stab. Eingebettet und umgeben von den Knochen seines tapferen Greifen Moroghwind, welcher zusammen mit dem alten Zwergen gefallen war.
Es bestand kein Zweifel. Vor ihren Schlamm besudelten Stiefeln lag Gallorim… und irgendjemand hatte nicht bloß sein Grab geschändet, sondern auch seinen Schädel geraubt. Luzulas Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten, als die Momente der Ohnmacht schwanden und Trauer ihr fast die Luft abschnürte. Rhumis ruhige Stimme erklang dicht hinter ihr, dann knirschten sich entfernende Schritte im feuchten Sand.
Gallorim hatte Luzula von der Geduld erzählt und der Barmherzigkeit, welcher der Priester wie kein zweiter nachging und beispielhaft vorlebte. Hier und jetzt spürte die Dunkeleisenzwergin nichts dergleichen. Stattdessen zog sich ihr Herz schmerzlich zusammen. Das Licht hatte den alten Priester nicht beschützen oder vor dem Tod retten können. Es würde ihn auch nicht wieder lebendig machen. Aber das verdammte Licht kannte auch Vergeltung…
Luzula knirschte beträchtlich mit den Zähnen und ging vor dem geöffneten Grab leicht in die Hocke, während die glimmenden Augen unruhig flackerten und prüfender den Toten nach Hinweisen absuchten. Der Grad zwischen Vergeltung und Rache war verflucht schmal - und könnte der Dunkeleisenzwergin nicht gleichgültiger sein. Sie hatte nicht dem Licht ihr Wort gegeben, sondern Gallorim.
Kurz hob sie den Blick zum Waldrand an. Die Ausläufer Val’Sharahs lagen verschwommen hinter einer Nebelbank, sodass sich die wuchtigen Baumstämme als düstere Umrisse abzeichneten. Nicht das Licht war ihr heilig, sondern ihre Familie und sie sollte verflucht sein, wenn ihr der Übeltäter ungestraft davonkäme!
All die Trauer und der aufkeimende Zorn würden ihr noch nützlich sein. All der stechende Schmerz in der Brust und der quälende Anblick des Toten würden auf den Grabräuber in lodernden Flammen niederprasseln und ihn fühlen lassen, was Luzulas Innerstes aufwühlte. Sein elender Kopf wird lichterloh brennen!
Kein würde, kein wenn und aber… keine Gnade.

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Das Gefühl zu Ersticken war grausamer als vieles, was die Dunkeleisenzwergin in ihrem Leben hinter sich hatte. Es brachte Machtlosigkeit mit sich. Unfähigkeit irgendetwas gegen die schier aussichtslose Situation etwas zu tun zu können, außer sich vielleicht zu fügen… damit die Qual ein schnelleres Ende fand. Die Zauberin hatte Kämpfe gegen Elementare, die Horde und Legion geführt, aber inmitten der verdorbenen Wildnis Val’sharahs stand sie zum ersten Mal einem Diener der Leere gegenüber. Sie hatte Geschichten gehört über den Schattenhammer, den Tentakeln und vergangenen Schrecken aus alten Tagen, aber erst jetzt begriff die Dunkeleisenzwergin, was es wirklich bedeutete, wenn der Verstand im eigenen Körper zum Gefängnis wurde. Jede Muskelfaser war angespannt, zitterte unkontrolliert, während die Lungen krampfhaft versuchten erfolglos nach Luft zu ringen und ihre Gedanken haltlos rasten.
Es war ein paradoxes Erlebnis. Furchteinflößend bis ins Mark. Sie wusste, dass dieser Wahnsinnige mit ihrem Verstand spielte, dass inmitten dieses Waldes kein Wasser bis zu ihnen gelangen könnte. Nicht in diesen Mengen, nicht sodass sie daran zu ersticken begannen. Nur ein Alptraum! Nur eine verdammte Illusion! Nur eine Täuschung!
Aber da war nicht nur der Kultist, sondern auch noch ein Flüstern. Luzula verstand keines der Worte und dennoch machten sie ihr Angst, wirkten merkwürdigerweise verlockend und verheißend. Die Vernunft wollte um keinen Preis verstehen, was die Stimme in ihrem Kopf säuselte, aber ihr Geist konnte nicht anders, als das Rätsel lösen zu wollen. Nach dem Verständnis in der unverständlichen Sprache zu suchen! Nach der Wahrheit! Es gab nur eine Wahrheit!
Ein Ächzen riss die Zwergin aus der Starre. Atem füllte ihren Brustkorb nach einer gefühlten Ewigkeit. Sie hatte keinerlei Ahnung, was genau in den wenigen Sekunden geschehen war, aber der Kultist jaulte vor Schmerz und schien die Fassung für einen Moment fallen zu lassen. Es war genug, um binnen kürzester Zeit die Lage zu erfassen, in welcher sie steckten. Rhumi und Ygmar ging es kein Stück besser als ihr. Die Spinnenzüchterin lag regungslos am Boden, ihre achtbeinigen Gefährten hatten sich wie zu einem Ballen schützend an ihren Leib gedrängt und Ygmar kämpfte mit sich, um irgendwie noch auf den Beinen zu bleiben.
Schuld. Es war ihre Schuld, dass diese Zwerge sich in Gefahr begeben hatten. Sie hatte erst kurz zuvor angeboten, dass sie nicht weitergehen mussten. Natürlich hatten die Dunklen nicht abgelehnt. Was auch immer als nächstes geschah, es lag in Luzulas Verantwortung. Nicht nur Gallorim hatte sie einst ihr Wort geben, sondern auch dem Flammenhort. Eine Ordenshüterin kümmerte sich um die ihren. Zähne knirschend drückte die vor Wut und Verzweiflung bebende Zwergin langsam den Arm herunter. Ihre lodernden Augen fixierten noch den Kultisten, welcher soeben Ygmars Bluthund von sich trat. Die Bestie musste ihn gebissen haben!
Sicher war sich Luzula nicht, aber diese eine Chance würde es kein zweites Mal geben. Solange ihre Muskeln ihr wieder halbwegs gehorchten, reckte sich ihre Hand dem Stacheldolch am Gürtel entgegen, bis die Handfläche sich unter fürchterlichen Zittern gewaltsam in die Spitze hineindrückte.
Schmerz war ein guter Lehrmeister. Vielleicht war es die jagende Pein, die ihr über den Arm bis in den Rücken fuhr und den faulen Zauber beendete. Womöglich gab es auch eine andere Ursache, denn Luzula bemerkte nicht das warme Licht in ihrem Rücken, als ihre blutige Hand krampfhaft den Dolch umschloss und aus der Starre befreit die Waffe zog. Die Finger ihrer rechten Hand packten mit um den Griff, um ihre Linke an Ort und Stelle zu fixieren. Ihre Augen hatten nur noch ein Ziel…

Der erste Stich war aus Not.
Der zweite wurde zur Vergeltung. Ihr dritter Stich hingegen war aus Rache geboren.
Zu dem Zeitpunkt war der Diener der Leere längst tot. Die Spinnen und Ygmar waren ebenfalls über ihn hergefallen. Es war vorbei… und trotzdem hatte sie es sich nicht nehmen lassen zweimal mehr den Dolch sprechen zu lassen, als es überhaupt notwendig gewesen wäre. Schlicht und ergreifend, weil Luzula es wollte. Damit er seinem Gott, oder was auch immer ihm im Ableben erwartete, berichten konnte, was sie von seinesgleichen hielt… und dass es mit Strafe nicht getan war, wenn man ihr jemanden wegnahm.
Das war ein zufriedenstellender Gedanke, als die Dunkeleisenzwergin sich erschöpft zurück auf die Beine wuchtete und den Kopf noch schwerfällig anhob, um auf einen blanken, einsamen Zwergenschädel wenige Schritte vor ihr zu sehen…

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Da war sie nun. Eine der letzten Blutsverwandten, die Mjorna eigentlich hatte. Ihre Tante Bjargud tauchte plötzlich aus der Versenkung auf und suchte augenscheinlich nach Mjorna… die Tante, die die Zwillingsschwester ihrer eigenen Mutter ist. So kam es, dass Mjorna plötzlich über die Feiertage des Winterhauchfestes plötzlich verschwand… Sie reiste mit ihrer Tante mit, um zumindest anzuhören was sie zu sagen hatte. All die Jahre war diese Familienangehörige unauffindbar und nun, wo Mjorna eine neue Familie gefunden hatte im Flammenhort, war sie plötzlich da.

Dementsprechend trudeln bestimmt noch die Winterhauchgeschenke, die Mjorna für ihre wahre Familie vorbereitet hatte, die nächsten Tage über Boten und Briefe ein…! Mjorna hatte einige Familienangelegenheiten zu klären…

(In dem Sinne fröhliche Festtage weiterhin & guten Rutsch an alle! Auf ein weiteres schönes RP-Jahr. :smile: )

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Mjorna vollführte einige Zauber an eine der Attrappen im Militärviertel Eisenschmiedes.

Hierbei schleuderte sie verheerende Feuerbälle, Lanzen aus purer Lava und weitere zerstörerischen Hervorrufungszauber ihrem erdachten Feind entgegen… Untote. Bald bekommt sie erneut die Möglichkeit jene das Feuer küssen zu lassen. Der elende Geruch verwesenden Fleisches, welcher schließlich gänzlich dem des brennenden Fleisches weicht… ein hervorragendes Gefühl, so widerlich der Gedanke auch war.

Der Untot ist zwar vielem gewachsen… aber Feuer zerstört ihre Existenz bis auf das letzte.

Mjornas erste Gegner, die sie in einer gefährlichen Mission töten musste, waren Verlassene… damals noch im Hinterland, als bereits die Fronten an Stromgarde gehärtet waren. Schließlich zog sich das bis nach Stromgarde selbst weiter, wo die Dunkeleisenzwergin mehrfach zwar auch einstecken musste, aber im Großen und Ganzen viel mehr Zerstörung in den Reihen der Feinde verursachte.

Nun war es erneut soweit. Bald ruft die Schlacht, um Sylvanas‘ Loyalisten den Flammen zu übergeben, welche bereits gierig an den Armen Holzattrappen zeigten, wozu sie fähig waren.

Hungrig umschlung die Hitze mehrere Attrappen, als Mjorna einen Kegel aus Flammen vor sich wirkte. Mittlerweile war der Zauber kein großes Hindernis mehr, sondern ein normaler Zauber in ihrem Repertoire. Dementsprechend lange und weitläufig wirkt der Kegel mittlerweile vor ihr.

„Ihr werdet bekommen, was ihr verdient habt… Verbündete von Feuer wirkenden Zwergen anzugreifen, ist nie eine gute Idee.“, ging der grauhäutigen Zwergin mit dem flammendem Blick durch den Kopf, wobei ein Mundwinkel in die Höh‘ zuckte.

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