Neue Klasse Druide in D3

Zum Thema RPG.
Diablo war natürlich nie ein reinrassiges RPG. Das hat auch nie jemand behauptet.
Richtige RPGs sind im Pen&Paper (z.b. Dungenon&Dragons oder DSA) zu verorten. Manch einer würde sogar sagen nur LARP ist echtes RPG.
Diablo 1 und 2 sind direkte Nachfahren von Rollenspielen im Stile eines D&D. Also der amerikanischem Interpretation des Tischrollenspiels. Die sich wiederum in einigen Punkten vom europäischen Pen&Paper unterscheidet.
Noch stilechter als Diablo ist natürlich Baldurs Gate.
Zu behaupten…

… ist also einfach mal grob falsch. Sowohl D1 als auch D2 wurden vom Prinzip her wie ein Tischrollenspiel im Stile eines klassischen D&Ds der 90er Jahre programmiert. Was natürlich auch einige Nachteile mit sich gebracht hat.

Bei D3 gab es da eine ganz andere Herangehensweise und das Verständnis für die Ursprünge diese Sujets war bei den Entwicklern einfach gar nicht vorhanden.
Was dazu führte, dass es viel zu viele Vereinfachungen gab. So viele, dass man eben nicht mehr von einer RPG Nachkömmling sprechen kann. Zwischen D2 und D3 gibt es eine ziemlich harte Zäsur.
Dass einige RPG-Aspekte (wie z.b. Qualitätsstufen von Fertigkeiten) in D4 zurückkommen, spricht für sich selbst.
Und zum Thema Gameplay. Das mag augenscheinlich das Selbe sein. Ist es aber in ziemlich wichtigen Punkten nicht. Man schaue sich zum Beispiel mal die Reichweite von Waffen an. Versuch mal in D2 einen Frenzybarb mit Dolchen zu spielen und einen mit Berserkeräxten. Das macht schon einen deutlichen haptischen Unterschied aus.
In D3 sind alle Items bloße Karteikarten. In D2 haben sie noch RPG-typische Eigenschaften. Rüstungen haben z.b. Gewicht. Charaktere reagieren auf eingehenden Schaden mit einer Animation. Es gibt eine Blockanimation etc pp. Das mögen für dich alles unbedeutende Details sein, die aber erheblich das Spielerlebnis beeinflussen. Dass ein Schwert in D2 auch aussieht wie ein Schwert und ein Schild wie ein Schild ergibt daher Sinn. In D3 könnte das Schwert auch aussehen wie ein Döner und das Schild wie eine Pradahandtasche. Das ändert an der Animation von hammer of the ancients sehr wenig :smirk:

Ich bitte dich, ein Döner?

Man trägt natürlich nur den horadrischen Hamburger :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Sagen wir, es könnte wie ein Hamburger aussehen … :hamburger: :smiley:

Bzgl. D1 und D2 und auch hinsichtlich der Tendenzen zu D3 gebe ich Dir teilw. recht. Ja, die klassischen RPG’s mögen eine Grundlage für D1 gewesen sein, aber es wurde nur ein winziger Bruchteil der Regelwerke implementiert. Einfach, weil technisch nicht mehr möglich war. Zunächst sollte das Spiel ja auch rundenbasiert funktionieren, was die Möglichkeiten nat. ganz anders dimensioniert hätte.

Aber ja, sogesehen sind da ein paar Krümel RPG-Mechanik verblieben. Der Vergleich zu z.B. Baldurs Gate zeigt aber schon deutlich auf, wieviel RPG wirklich übrig geblieben ist. Selbst bei D1 oder dem Nachfolger D2 war das nicht wirklich viel.
Klar könnte man sich für eine sehr ungewöhnliche Wahl der Items und Skills entscheiden. Aber warum sollte man dies tun? Wohlgemerkt ungewöhnlich im Sinne von „nachteilig“. Nur um aus der Masse herauszustechen? Die Möglichkeiten sind dies bzgl. dann doch begrenzt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

D2 mag hier durch mehr Komplexität in Sachen Klassen, Items und Skills vielleicht noch etwas mehr geboten haben, selbst wenn dies kaum genutzt und noch weniger als solchen wahrgenommen wurde. Aber letztlich muss man auch anmerken, dass sich das Genre aus einer Art RPG-Grundgerüst entwickelte und bis heute weiter entwickelte.

Sogesehen könnte man durchaus anmerken, dass die Vereinfachung der Mechaniken etc. in D3 ein wenig zu viel des guten waren. Ob D4 nun aber den Weg des RPGs gehen wird, wage ich zu bezweifeln.

Ich verstehe einfach nicht, warum manche so vehement super dolles RPG in einem H&S erwarten oder erhoffen? Gut, es spricht an sich nichts dagegen, Möglichkeiten zu schaffen. Nur dann passiert das, was z.B. bei Lost Ark direkt negativ abgestempelt wurde: Das Spiel enthielte zuviele MMORPG-Aspekte. Wie passt das dann z.B. zusammen? Wer hat recht?

Oder sind es nicht eher Spieler, die in einem Umfeld Dinge erwarten, die dort nicht so recht hinpassen, anstatt im konkreten Beispiel einfach ein RPG bzw. MMORPG zu spielen, um sich dort so richt auszutoben?

Oder aber warum können diese Spieler, mit ihren Präferenzen nicht einfach ihr Spiel spielen - ungeachtet der anderen und ihren Spaß haben? RPG ist das, was Ihr draus macht und nicht das, was Euch in Form von Mechaniken vorgegeben wird.

Bleiben wir beim Beispiel des Frenzy-Barbs. Einer mit Dolchen und einer mit Äxten. Ja, in der Spielmechanik macht das wohl einen gewissen Unterschied. Aber sonst? Beide Barbs kloppen Mobs, sammeln XP, finden Items. Der Unterschied ist unterm Strich marginal. Das dann RPG zu nennen empfinde ich halt als „ulkig“.

Siehe im Vergleich Baldurs Gate. Der eine spielt komplett offensiv ohne Rücksicht auf Verluste. Der andere defensiv und vorsichtig. Ein wieder anderer setzt auf Diplomatie oder vielleicht sogar auf den Schutz der Verborgenheit durch Schleichen, Tarnen etc. Nahkampf oder Fernkampf, Magie oder keine Magie. Ja nachdem, wie man agiert reagiert das Umfeld. Manche Sachen oder Orte sind auf die eine Weise vielleicht gar nichts zu erreichen, weil Fraktionen möglicherweise ein wenig nachtragend sind. Auch können die Charaktere i.d.R. nicht 24/7 die Gegend unsicher machen, sondern müssen Rasten etc. pp.

Die Barbs? 24/7 Mobs kloppen, die gleichen Items am Finden, Factions spielen keine Rolle, Erschöpfung gibt es nicht. Das ist ein ACTION-RPG, ein Bruchteil dessen, was RPG eigentlich ausmacht und genau so definiert sich dieses Genre, welches sich eben deutlich mehr auf die Action fokussiert als auf das RPG.

Ich denke da interpretierst du zu viel rein.
Siehe dir nur all die auf dem SNES rausgebrachten J-RPG´s an.
Niemand würde dahingehend auch nur ansatzweise den RPG Teil bezweifeln und diese kamen allesamt um die 94` bis 96´ heraus.

„Anti-RPG“ … :slight_smile: