[A-RP] Die rote Phiole

Die rote Phiole

„Welche Phiole wählst du? Weiß? Schwarz? Oder doch die Rote?

Ihr seid ein hart arbeitender Mann des sturmwinder Bürgertums, mit nichts weiter bewaffnet als einem Beutel voll kupferner Münzen und Schwielen an den Händen. Ihr tragt eine blaue Latzhose und ein abgetragenes graues Hemd, welches Rückstände von Sägespänen aufweist. Die Abendsonne wärmt Euch den Rücken, während Ihr auf der Kanalseite des Zwergendistriktes erschöpft nach Hause schlendert. Harte Arbeit für Kupfermünzen? Ihr habt ein hartes Los gezogen.

Ihr bleibt stehen, als sich ein großer, breiter Schatten auf Euch wirft, Ihr dreht euch um und starrt erst einmal auf den rot betuchten Bauch eines hochgewachsenen, fetten Mannes. Ihr zittert am ganzen Leib und habt bereits mit Eurem kläglichen Lohn abgeschlossen. Wassersuppe und gestrecktes Brot sollte es sein, oder? Der große, speckige Berg grinst, sodass die gelben backsteinartigen Zähne gut zur Geltung kommen, und so trägt es sich zu, dass er euch, ungehobelt wie er ist, einen Humpen an die Brust prügelt, dass das gerstene Gold, schaumig, wie die Gischt an einer Brandung, überschwappt und die grauen Lumpen einweicht. „Ich bin Brocken und wenn du mehr als Brocken trinkst, dann gehen auch die nächsten 2 Getränke auf Brockens Nacken“, spricht der riesige Fleischberg und fordert Euch heraus. In trauriger Gewissheit, dass der Humpen Eure grauen Fetzen beschädigt hat und somit die Haltbarkeit von 1/2 auf 0/2 sank, wisst Ihr, dass Ihr nun nichts mehr zu verlieren habt. Ihr besitzt kein Gold und auch kein Silber, aber Ihr habt Euren Stolz! Ihr zieht Eure grauen Fetzen aus und bindet diese wie ein Bandana um den Kopf, denn Ihr werdet diese Herausforderung ernst nehmen. Mit neuem Mut und +12 auf Trinkfestigkeit wagt Ihr Euch an die Unternehmung. „Hng! Hng! Glngh!“, entgegnet Brocken und hat den Krug bereits angesetzt, wobei die güldene Gischt wie magnetisch angezogen die Kehle runterfließt.

Die schwere Holztür schwingt knarzend auf und der erste Rauch entweicht aus dem Inneren. In Erscheinung tritt ein Paar Stiefel, dreckig und alt. Zu jenem gehört, wie zu erwarten war, ein Besitzer. Ein Mann. Ihr schätzt ihn auf ungefähr dreißig Sommer, mit robuster, aber sichtlich alter und abgenutzter Lederkleidung. “Oy, Brocken, schalt’n Gang zurück, ah?”, ruft er aus und erst jetzt fallen - nebst den schmalen Lippen und den eingefallenen Wangen - zwei stechend blaue Augen auf, die sich gänzlich unpassend im sonst kantigen Gesicht abzeichnen. Umrahmt werden sie von braunem, langem Haar und einem Vollbart. Die dunklen Strähnen des Kerls wirken feucht, förmlich durchnässt und kleben am verschwitzen Männergesicht. In Euren Fokus fallen vor allem seine Waffen, ein langes Messer und eine alte, fast schon rostige Steinschlosspistole. Als Euer Blick weiter an ihm herabgleitet… ist das eine Rolle Münzen in seiner Hose? Und just in diesem Augenblick zieht der Kerl auch wirklich eine Rolle Münzen aus der Hosentasche, schnipst eine Silberne in Eure Richtung und spricht wieder: „Du siehst aus, als wär’ Brocken nur’s geringst’ Übel gewes’n. Komm mit rein und schau dir’e Bar von inn’ an. Das erst’ Getränk…“, blickt sich um. "… geht auf Brocken, ah? Du musst ja nich’ drauß’n trink’n.” Schon wendet sich der Braunhaarige wieder ab und betritt die Spelunke. Dabei schickt er einen Blick über die rechte Schulter nach hinten. "Kanns’ mich Francis nenn’, aber sag, was is’m gemacht’n Mann wie dir gescheh’n, dass 'r mit so ’ner Miene durch’e Kanäle streif’?”

Ihr erzählt ihm von Eurem harten Leben und den wenigen Kupferstücken, welche Euch Euer Vorarbeiter stets lieblos überreicht. Ihr wisst, dass er im Hinterzimmer immer genau abzählt, und Eure Arbeit stets so gering wie möglich schätzt, wie auch die Eurer Mitarbeiter, denn es ist bekannt, dass die übrige Summe in die Taschen des Vorarbeiters wandert. Ihr seid erbost über diesen Umstand und hattet wie von Sinnen den Krug auf dem gepflasterten Gestein des Weges der Kanalseite des Zwergendistriktes zurückgelassen, als Ihr Euch wie von einem Freund in die Bar eingeladen fühltet. Ihr konntet den Augen nicht widerstehen, aber so involviert Ihr grade auch seid, hallt Euch doch ein Gedanke durch den Kopf: „Morgen gibbet viel Holz vonna Elwynn. Wa Moggn nich da‘s kann Zuschuss vergess‘n“, sprach der gierige Vorarbeiter und Ihr schlagt mit der Faust gegen die geöffnete Holztür, welche zwar heile bleibt, Euch aber einen etwas aufgeschürften Knöchel beschert. Ihr erklärt dem Mann namens Francis, dass es wahrscheinlich keine gute Idee sei im Laden zu bleiben.

Entscheidet Ihr Euch zu gehen oder bleibt Ihr bei Francis und genehmigt Euch ein weiteres Gesöff? Ersteres würde Euch in Euren tristen Alltag zwingen, aber Ihr hättet die Aussicht auf die Teilnahme an einem Großauftrag, welcher Euch vielleicht sogar einen ganzen Silberling einbringt. Letzteres würde Euch einen ungewöhnlichen Abend versprechen, denn Ihr wurdet noch nie so selbstlos eingeladen. Eure Zweifel senken eure allgemeine Bewegungsgeschwindigkeit um -6, aber eure Willenskraft steigt um +4, denn Ihr verspürt den inneren Drang Euch zu entwickeln. Ihr fühlt, dass dieser Tag anders ist… anders als alle davor.

Neugierig betrachtet Ihr den Mann mit den interessanten blauen Augen und dem markanten Kinn. Ihr verratet ihm selbstbewusst Euren Namen. Trinkt Euch einen Schluck Mut an oder spekuliert auf den Silberling! In der düsteren, von wenigen Kerzen beschienenen Ecke der Bar entdeckt Ihr einen schemenhaften Mann mit Zylinder, welcher sich mit beiden Händen auf einen Gehstock stützt. Er scheint Euch zu mustern. Ihr blinzelt und plötzlich ist der Mann verschwunden. Wahrscheinlich habt Ihr Euch getäuscht. Das nächste Getränk sollte weniger stark sein, hrm?

___________________________________________________________________

Die Spelunke

Die schon unter vielen Namen bekannte Spelunke erscheint unter neuer Leitung in trübem Glanze. Kaum betritt man jene Schänke, offenbart sich dem neugierigen Publikum ein kurioser Anblick. Das diffuse Licht in Kombination mit fehlenden Fenstern sorgt für eine Stimmung der Finsternis und Obskurität gepaart mit dem Aroma von billigem Fusel und Tabakrauch. Ein hölzerner Krokilisk rechtsseitig der schweren Eingangstür starrt stur und streng auf einen der Holzbalken, damit jener auch bloß nicht das Arbeiten einstellt und den Gästen die Decke auf dem Kopf zerberstet. Linksseitig wartet der schmale Tresen, welcher sicherlich einmal bessere Tage gesehen hatte, auf seine nächste Politur. Er ist gut bestückt mit großen unbeschrifteten Fässern sowie einigen übrig gebliebenen Bierhumpen. Das aktuelle Angebot findet sich in kunstlosen Lettern auf einer Kreidetafel hinter dem Ausschank und verspricht für jeden Münzbeutel bezahlbar zu sein. Umringt wird es von etikettlosen Flaschen aller Art, die von einem ordentlichen Rausch säuseln, den man so schnell nicht wieder vergessen wird. Aber nicht nur die Kehle befeuchten vermag man sich hier. Durch Handel gibt es an festen Tagen allerhand schmackhafte Gaumenfreuden, die so manch Taverne der Stadt in den Schatten stellen. Das Personal freut sich stets über Kunden, die mit angemessenen Trinkgeldern die nächsten Geschäfte ins Rollen bringen, sowie auch über weitere helfende Hände, die sich an die Regeln zu halten wissen. Davon scheint es immerhin einige zu geben, wenn man dem Getuschel der Gosse Glauben schenken kann. Ist es doch vielerorts nicht anders.

Die Gespräche der Kunden in der Bar sind leise und intim. Kaum eine der Gestalten offenbart, was die Beweggründe für den Zwischenstopp in der dubiosen Spelunke sind, doch kann man das spannungsgeladene Knistern in der Luft förmlich fühlen. Die kühle Glätte von Karten, das helle Klackern der Würfel, der Geschmack des Gewinns, der wohlige Geruch des Geldes. Süßlich, würzig, herb. Oder riecht es doch nach etwas Anderem? Gewiss wird der Weg durch die Hintertür des Schankraumes neue Pforten für weiteres Treiben öffnen.

___________________________________________________________________

OOC Informationen:

Standort: Schattenspiele in Sturmwind, Zwergendistrikt

Öffnung: Die Bar hat keine festen Öffnungstage. Achtet auf die Ausrufer oder den Dicken vor der Tür.

Das Bespielen der Bar ohne Tresenkraft ist über den NPC Quincy Messerschmied möglich. Der IC Zutritt in die Gasse sowie das Haupthaus ist in dieser Zeit nicht gestattet.

Ansprechpartner

  • Aleister Reed (Alez)
  • Kertor Lockwood (Fabulant, Kertor)
  • Caitlyn Lockwood (CaÏtlyn, Caitlyñ)
17 Likes

ohne jetzt böse zu klingen aber der text liest sich nicht grade angenehm weil es to much ist.
Ich würd bedeutend mehr Absätze reinhauen, das macht es angenehmer

2 Likes

Hat Spass gemacht, es zu lesen, die Stimmung kommt sehr gut rüber.
Könnte mich motivieren mal wieder mit einem Char nach SW zum RP zu kommen.

6 Likes

Der Beitrag hat mich in allen Belangen unterhalten und man konnte viel Informatives rauslesen! Sowas fasziniert mich immer wieder das Leute immer bekannte Konzepte interessiert schreiben und gestalten können, da habe ich glatt Lust wieder ins RP zu kommen!

4 Likes

Ui, das ist wirklich ganz lieb von euch und freut mich sehr zu lesen.
Wir haben uns viel Mühe gegeben, um Lust auf RP und natürlich Lust auf die Spelunke zu machen :slight_smile:
Wenn sich im RP mehr ergibt, werden weitere Kapitel folgen!

3 Likes

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht über das Aufkommen des Todes in und um Sturmwind. Panik machte sich in der Bevölkerung breit, schließlich war das Ausmaß jener Seuche noch nicht im Ansatz auszumachen. Größere Gruppierungen wurden gebildet. Eine in und um die Kathedrale, eine andere an der Botschaft Sturmwinds und natürlich war auch im Magierviertel heilloses Durcheinander.
Und selbst die kleine Speluke machte sich bereit. Kurzerhand entschlossen sich die Besitzer, die neugekaufte Bar nicht sogleich aufzugeben, sondern riefen zu den Waffen. Eine kleine, doch aber nicht ungefährliche Truppe, marginal bewaffnet, bereit für den Lebenstraum zu kämpfen.
Sie entschlossen sich eine Anlaufstelle für diejenigen zu bieten, die sich keiner der größeren Gruppierung anschließen wollten oder konnten. Zumindest der Versuch das umherlaufende Pack noch mit Nahrung und Getränken zu versorgen, ein offenes Ohr außerhalb des Lichtglaubens zu bieten und sich dabei selbst zu schützen.
Die Idee nahm Gestalt an, denn es dauerte nicht lange, bis die ersten heimatlosen Seelen zu ihnen fanden. Vielleicht würden es noch Weitere tun…

2 Likes

2 Wochen.

2 lange Wochen haben sich die Charaktere der roten Phiole mitsamt einiger Flüchtlinge in ihrer Taverne samt dem Haus dahinter verkrochen, sich verbarrikadiert und gehofft, dass dieser untote Kelch an ihnen vorübergeht. Und mit Glück weiß man zu sagen, dass dies auch der Fall war! Sobald die Nachricht des ‚Sieges gegen den Tod‘ in den Vierteln verbreitet war, öffneten auch die Inhaber der Spelunke ihre Türen. Oder zogen zumindest die Bretter von eben jener, um sich mal wieder ein wenig Tageslicht zu genehmigen.

Nun war jedoch keineswegs die Zeit des Feierns, sondern des Renovierens! Die umherstreifenden Untoten hatte die schöne Tür des Ladens zerkratzt und auch die Fassade musste leiden. Demnach sah man nun vielmehr die Persönchen am Laden werkeln, um die Kneipe wieder ansehnlich zu machen. Oder zumindest so, dass man sie für ansehnlich hielt. Die kleine Schwarzhaarige, der man nachsagte, dass sie nicht die hellste Kerze auf dem Leuchter war, schrubbte die Tür und die Fassade und bepinselte sie frisch. Die Arbeiten würden noch ein wenig dauern, doch man konnte sicher sein, dass es bald wieder billigen Schnaps und dumpfe Gespräche in den kleinen Räumlichkeiten geben würde.

OOC: Auch wir haben uns zunächst aufgrund des Großplots sowie des Addon Starts ein wenig zurückgezogen, werden aber schon bald wieder die Pforten in die Kaschemme öffnen!

3 Likes

Es war stockfinster und totenstill. Ennis war allein und schrubbte den Tresen. Keines der - wie üblich - gesummten Kinderlieder hallte durch den menschenleeren Schankraum. Völlig in Gedanken versunken, warf sie den Lappen in den Wassereimer und wischte mit dem nächsten Tuch über das splittrige Holz, bis jenes grob getrocknet war. Mit einem tiefen Durchatmen hoben und senkten sich die schmalen Schultern. Fast 4 Wochen war es nun her, dass sie zum letzten Mal mit Kundschaft im Laden stand, sich heiter unterhielt und billigen Schnaps in kleine polierte Gläser goss. Obwohl es lediglich ein Mond war, fühlte es sich an, als wäre eine Ewigkeit vergangen und viel hatte sich geändert. Noch immer zuckte sie zusammen, wenn sie plötzliche Geräusche vernahm oder dunkle Gestalten in den Gassen sah. Was für die primitive Kaschemme allerdings keine Seltenheit war. Auch die eigenen Leute machten ihr immerhin oft genug Angst.

Und doch liebte sie es hier. Es war ihr Laden. Sie kümmerte sich um die Einkäufe, die Bestellungen, den Ausschank, die Ordnung. Eigentlich um alles. Genauso hatte sie den Laden wieder auf Vordermann gebracht und sogar marginal festlich für das anstehende Winterhauch geschmückt. Sie zündete die Kerze der neuen Laterne an und hüllte den Raum somit in ein sanftes, warmes Licht. Lange starrte sie in die flackernde Flamme, bevor sie weitere kleine Dekoelemente verteilte. Hier und da ein paar billige Holzkugeln, die sie selbst mit ihren Wachsstiften angemalt hatte. Es sah kindlich aus, verlieh dem Raum jedoch etwas Heimeliges. Etwas Einladendes. Danach legte sie ein rotes Deckchen über den Tresen, was ulkig auf dem alten, ramponierten Holz anmutete. Zuletzt folgte ein Teller mit Winterhauchplätzchen. Frisch und eigenhändig gebacken, selbstverständlich.

Ab morgen sollten die Geschäfte von Neuem beginnen. Sie hoffte auf viele freundliche Kunden mit denen sie sich unterhalten konnte, und auch auf brauchbare Geschäftsleute, die ihr ein wenig unter die Arme greifen würden. Und eben den anderen Kerlen auch. Die sollte sie lieber nicht vergessen. Hatten doch einige Läden ihre Türen schon wieder geöffnet und sie wollte jeden einzelnen hiervon erkunden! Doch vorerst führte sie ihr Weg durch die Tresenklappe hindurch zum Regal mit den nicht etikettierten Flaschen. Sie strich ein wenig über das gefärbte Glas und stellte jede einzelne ordentlich auf. Auch die Gläser wurden begutachtet und hier und da nachpoliert. Man war weit entfernt von den edlen Häusern der Stadt, sogar auch von den eher mittelmäßigen Tavernen, die auch im Viertel der Spelunke zu finden waren, aber der Laden hatte seinen eigenen Charme. Etwas, was nicht in Worte zu fassen war, und sie hoffte inständig, dass die Bürger Sturmwinds das zu schätzen wussten. Morgen würde sie es herausfinden.

OOC:
Endlich ist es wieder soweit! Die rote Phiole öffnet am morgigen Abend ab ca. 19 Uhr ihre frisch lackierte Tür für durstige Kehlen und hungrige Mäuler. Es warten eine plappernde Tresenkraft sowie einige mürrisch gelaunte Kerle auf Euch. Was will man schon mehr?

4 Likes

Die Zeit des Winters ist angebrochen. Trotz der Geschehnisse des vergangenen Monds ist Sturmwind wieder in Feierlaune! Winterhauch steht vor der Tür! Egal wohin der Blick sich lenkt, man erkennt die kitschig schönen Dekorationen an Fenstern oder Türen: volle Kränze, hängende, rote oder grüne Kugeln, Lametta und der Großteil der sturmwinder Bevölkerung hat gute Laune. Nicht selten kann man sogar den Duft von Zimt, Punsch und Winterhauchgebäck wahrnehmen. Ein herrliches Gefühl der Heimeligkeit in dieser Zeit des Insichkehrens, der Besinnlichkeit und der Ruhe.

Auch die rote Phiole bereichert die Kundschaft mit diesem Gefühl der Zusammenkunft und des Friedens. Ennis macht sich zunehmend mehr daran auch der Spelunke von außen den Glanz Winterhauchs einzuhauchen. Ein großer Kranz schmückt die schwere Eingangstür, um jenen herum ein paar angemalte Kugeln an dünnen, glänzenden Fäden und in der Mitte des Kranzes ein Schild. Schief hängt die Schwarzhaarige jenes an die Tür, dennoch wird es seinen Zweck erfüllen:

„Wir schließen an den drei wichtigsten Tagen von Winterhauch!“

Mit Wachsmalstiften steht der Satz in geschwungenen Lettern auf dem Schild, wie sie so gar nicht zum dummen Tresenmädchen passen wollen.

OOC:
Aufgrund der aufkommenden Feiertage schließt die rote Phiole an Heilig Abend sowie den beiden Weihnachtsfeiertagen! Quincy braucht immerhin auch mal Urlaub. Doch kein Grund zur Trauer oder Panik, nach den Feiertagen ist die Spelunke wieder startklar um durstige Leute mit Plappermäulern und schlechten Witzen den Abend zu versüßen!

In diesem Sinne wünscht die rote Phiole allen schöne und erholsame Feiertage! Bleibt bitte gesund!

3 Likes

Ihr seid ein hart arbeitender Mann des sturmwinder Bürgertums, mit nichts weiter bewaffnet als einem Beutel voll kupferner Münzen und Schwielen an den Händen. Ihr tragt eine blaue Latzhose und ein abgetragenes graues Hemd, welches Rückstände von Sägespänen aufweisen. Die Abendsonne wärmt Euch den Rücken, während Ihr auf der Kanalseite des Zwergendistriktes erschöpft nach Hause schlendert und Euch ein riesiger Fleischklumpen zu einem Trinkkampf herausfordert. Ihr wisst, es wäre ein Unding, aber der Ehrgeiz hat Euch erfasst und schließlich werdet Ihr, nachdem Brocken Euch mit einem freundlichen Händedruck die Hand zerquetscht, nett in die Spelunke eingeladen. Also was kann da noch schiefgehen? Ein weiterer Schluck vom Whiskey und Ihr entschließt Euch… das kann kein Mann gewesen sein, wie auch? Dennoch… irgendwie fühlt Ihr Euch unwohl, denn Ihr spürt ein oder mehrere Augenpaare auf Euch ruhen. Womöglich brennen die Blicke auf Eurer Haut… fühlt Ihr Euch getadelt, weil Ihr den Auftrag eures Vorarbeiters von euch gewiesen habt? Ihr wusstet, dass Ihr in diesem Zustand ganz gewiss nicht rechtzeitig auf der Baustelle aufkreuzen würdet und das Schicksal wirkt auf Euch wie gezählt. Was macht es schon, wenn der Typ mit der Hand in der Hosentasche Euch unentwegt mustert?

Es dauert nicht lange und Ihr spürt, wie die Person, welche eine Hand vor der Tabakgerbung schützt, sich an den Thesen lehnt und Euch nun regelrecht anstarrt. Mit +6 auf ‚Ausweglosigkeit‘ und +12 auf ‚alkoholgeschwellte Brust‘ wendet Ihr Euch zu ihm und Ihr seid fest entschlossen nun Stellung zu beziehen. Ihr werdet Euch nicht anstarren lassen! Ihr werdet diese Situation nun ansprechen und endlich… Ihr holt tief Luft und: „Was’n?“ Der Fremde senkt die Mundwinkel und erzeugt die Mimik von -nicht schlecht-, während Ihr Euch in der Sonne des Mutes badet. Seid Ihr nun geadelt? Fühlt es sich so an mit Silbermünzen um sich zu werfen, als wuchsen sie auf Bäumen?

„Du siehst so aus wie der Kerl, von dem ich schon gehört habe. Brocken, sagt’s dir was? Er meinte, jemand mit deinem Erscheinungsbild sucht nach Arbeit, kann anpacken und wirkt zumindest auf den ersten Blick fähig“, sagt der Fremde und wirkte mimisch weder besonders zugetan, noch abgeschreckt.
Von der Sonne des Ruhms gebräunt lacht Ihr spöttisch, nicht weil Ihr es Euch leisten könnt abzulehnen, aber wie oft musstet Ihr denn schon die Arbeit wechseln? Dieser bittersüße Waldhonig zerläuft erneut auf Eurer Zunge. „Ich denke schon“, meint Ihr unsicher, aber siegestrunken, denn schließlich habt Ihr ihn zuerst angesprochen, hrm? Es ist euer Gespräch! „Wieso?“, fragt ihr nun wissbegierig. Der Fremde zieht die Hand aus der Hosentasche, schnippt zwei Mal und die emsige Tresenkraft schiebt ein paar weitere Zentiliter Mut über die vernarbte Eichenholzplatte. Der Inhalt der zwei Gläser ist ungekühlt und noch gerade so erträglich im Geschmack. Nicht, dass Ihr das mit bloßem Auge erkennen würdet. Ihr seht nur braune ungekühlte Plörre, während der Fremde nun die Lippen um einen Spalt öffnet und damit beginnt, euer Leben zu verändern. „Wunderbar“, meint der Gilneer knapp und deutet flüchtig durch den Raum. „Hier gibt’s ein wenig mehr als nur den Ausschank und wenn du denkst, dass du ein brauchbarer und vielseitiger Mann bist, könnten wir vielleicht sogar Interesse an dir haben. Wenn du moralisch nicht sehr festgefahren bist und die Wahrheit sich gerne biegen darf, könnten wir tiefere Gespräche führen.“ Mit der Linken wird zur Hintertür des Schankraumes gedeutet. „Interesse?“

OOC: Die Geschichte wird in regelmäßigen Abständen erweitert. Ihr könnt natürlich auch eure Eigene schreiben und euch in die Bar verirren! - Brocken

4 Likes

Beim Nether… ääh… Licht!
Die Rote Phiole hat nun feste Öffnungstage, an denen zwei besonders tolle Tresenkräfte den guten Quincy unterstützen.
Jeden Mittwoch und Freitag ab der 8. Stunde am Abend.
Hört, hört!

3 Likes

Auch wenns spät kommt - ich musste bei dem Einleitungssatz doch einmal schmunzeln :wink: Wenns nach mir geht würde ich natürlich die Schwarze wählen.

Dem Tipp von Kurst würde ich mich dennoch mal anschliessen, ein paar Absätze bzw. Leerzeilen würden dem Text oben zwecks Lesefluss ganz gut tun.

Euch jedenfalls viel Erfolg und Glück noch - scheint ja viel Zuwachs zu geben.

3 Likes

https://diealdor.fandom.com/wiki/Rote_Phiole

Seid gegrüßt. :hugs:

Ich möchte auf die Aldor Wiki Seite aufmerksam machen, da Cait eine tolle Galerie gebastelt hat, um ein wenig Einsicht in den Gildenalltag zu erhalten.

8 Likes
8 Likes

Ein einfacher Abend in der Stadt

Ziemlich lange war es ruhig in der zwielichtigen Spelunke gewesen. Die eigentlich geplanten regelmäßigen Öffnungstage wurden nicht eingehalten, Gäste immer wieder auf andere Zeiten vertröstet oder nur für ein kurzes Getränk in die dunkle Räumlichkeit gelassen. Irgendetwas ist doch da im Busch!

Sobald Ihr mit eurer Arbeit des Tages fertig seid, wollt Ihr Euch noch einen Absacker genehmigen und schlurft in der Abenddämmerung durch die Gassen der Stadt. Das Tagewerk war anstrengend, die Hände schmerzen vom Schleppen der Ladungen am Hafen und das Kreuz brennt höllisch vom ständigen Bücken.

Ihr kommt an der Roten Phiole vorbei und starrt auf die beschmierte Tür. Man kann sehen, dass schon jemand versucht hat die rote Farbe zu entfernen, doch das Glück war demjenigen offensichtlich nicht hold. Eigentlich wollt Ihr schon weitergehen, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit werdet Ihr eh nur wieder weggeschickt. Dennoch bleibt ihr stehen, starrt auf Eure pochenden Füße und seufzt leise.

Die Gerüchte um die kleine Kaschemme samt den darin arbeitenden Personen nehmen zu. Ihr habt schon von Diebstahl, Prügeleien und illegalen Verkäufen gehört. Nur dummes Geschwätz der alten Waschweiber am Hafen oder war doch etwas dran an ihren Worten? Auch die Schmiererei an der Tür hat doch sicherlich etwas zu bedeuten. Hat man sich mit den falschen Leuten angelegt und ist nun gebrandmarkt? Du hast keinen blassen Schimmer. Immerhin wurden sie auch schon in freundlichen Gesprächen bei den Wachen, auf Märkten und Bürgertänzen gesichtet. Sowas würden irgendwelche Möchtegernbösewichte machen doch sowas nicht. Oder?

Aber der Reiz es herauszufinden ist da und gut zahlen sollen sie für ihre Arbeiten auch. Man bringt ihnen Gerüchte und Gehörtes aus der Stadt und kassiert ein paar Silberlinge. Das würde den Magen für die nächsten paar Tage füllen. So macht Ihr Euch dran an der Tür zu klopfen und siehe da, Ihr habt Glück und könnt eines der wässrigen Biere probieren, die kaum ein paar Kupferlinge kosten. Außerdem werdet Ihr sogleich interessierten Ohren von dem Geschwätz der Waschweiber der letzten Tage berichten. Es wird doch noch ein guter Abend.

4 Likes