[A-RP Gilde] Der Smaragdzirkel

Damit ihr optimal informiert seid und wisst, was wir gerade wie und wo treiben, haben wir uns den “SmZ-Newsticker” überlegt und ihn eingeführt.

Hier halten wir euch ganz aktuell immer auf dem Laufenden, wo wir gerade zu erreichen sind!

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(Falscher Char … aus der Sicht von Thanris)

Bumm. Babumm. Bumm. Babumm. Mein Herz rast, als wolle es sich überschlagen. Bumm. Babumm. Bumm! Bumm! Schneller. Höher. Weiter. Mehr! Ich genieße den Flug, den freien Fall. Eine winzige Sekunde lang bin ich der Versuchung erlegen zu glauben, dass ich tatsächlich fliegen könnte. Ich breite die Arme aus, strecke das Gesicht nach vorn. Der Wind saust scharf an mir vorbei, zerrt an Kleidung, Haar und Körper. Ich kann den Widerstand spüren, denmein Körper verursacht und die Kraft, mit der der Wind mich aufzuhalten versucht. Aber ich durchbreche seine Gegenwehr und stürze mich in die Tiefe hinab. Mein Herz setzt aus, als der freie Fall zu wirken beginnt. Das Gefühl in meinem Magen ist unbeschreiblich. Mein Gleichgewichtssinn macht einen Sprung, als ich kopfvoran auf die schwarze Meeresoberfläche zuschieße, deren weiße Kronen sich gefährlich wild in meine Richtung recken. Dieser Moment könnte Ewigkeiten dauern. Ich genieße es, wie das Adrenalin durch meine Adern strömt und mir die Sinne vernebelt. Beinahe kann ich die Gefahr, den Tod, schmecken der dort unten in Form eines wildtobenden Meeres auf mich lauert. Gischt spritzt mit entgegen, giert die Klippen empor und durchnässt mich eiskalt. Ich strecke den Körper, spanne die Muskeln fest an und hole einen tiefen Atemzug… dann stürzt die Schwärze über mich herein.

Als ich durch die Wasseroberfläche schlage und sogleich eine große Welle über mich hinweg spült, kann ich dem Sog aus der Tiefe kaum widerstehen. Über mir, unter mir, rechts von mir, links von mir. Überall liegt tiefes Schwarz, dass undurchdringlich erscheint. Solch eine Finsternis bin ich nicht gewohnt und ich suhle mich in dem Wissen, dass ich hier unten wehrlos bin. Ausgeliefert. Machtlos gegenüber diesem Element, dass mich in seiner Strömung herumwirbelt wie ein hilfloses Blatt im Wind. Doch egal wie sehr ich diese Dunkelheit und Ruhe um mich herum genieße, ist die Zeit die ich hier verbringen kann begrenzt. Immerhin darf ich noch nicht sterben.

Erneut spanne ich die Muskeln meines Körpers an, breite die Arme aus und drehe mich. Trotz der Schwärze und der heftigen Strömung weiß ich, wo oben und unten ist. Die Erfahrung sagt es mir ganz deutlich und nach einigen kröftigen Schwimmzügen kann ich sehen, wie die Dunkelheit um mich herum heller wird. Ich schwimme darauf zu.

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Der Smaragdzirkel befindet sich auf hoher See!

Ein Teil der Einheit sowie einige Freunde haben die Reise nach Kul’Tiras angetreten, während andere von uns in die Kämpfe an der Dunkelküste gebunden sind oder in der Mondlichtung verweilen müssen.

Solltet ihr uns erreichen wollen, gibt es da eine optimale Lösung: Kommt vorbei (Nachthafen, leeres Gebäude neben der Holzplattform) oder schreibt uns an! Es gibt immer eine Möglichkeit gemeinsam ins RP zu finden :smiley:

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Hebt das Pergament auf und schiebt es nach oben

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bei sommerlichen Temperaturen hochschieb

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Drei Schritte. Stehen. Drehen. Drei Schritte. Drehen. Drei Schritte. Drehen. Ein Schritt. Zweiter Schritt. Abrupt breche ich ab, als ich die seltsamen Blicke der Matrosen sehe. Vermutlich haben sie Angst, dass ich ein Loch in die Planken des Schiffes laufe. Dieses verdammte hölzerne Gefängnis. Die Wellen schaukeln das Ding verflucht heftig hin und her, sodass mein Gleichgewichtssinn verrückt spielt. Egal. Schwindel und Übelkeit werden vehement ignoriert, bis sie keine Lust mehr haben mich zu nerven. Nur das Kribbeln in meinem Körper, das ungeduldige aufbäumen der Muskeln, kann ich nicht ignorieren. Ich habe das Gefühl zu platzen, wenn ich mich nicht sofort vernünftig bewegen kann. Als ein Matrose mich ausversehen im vorbeigehen streift, fahre ich herum und blecke die Zähne. Gerade so eben kann ich ein aggressives Fauchen unterdrücken. Ich hasse dieses verdammte Schiff! Entnervt stöhne ich auf, wende mich ab und beginne wieder zu laufen.
Hin. Her. Hin. Her. Hin. Her. Hin…
Im Hintergrund höre ich Sturmfeder, die erneut ihr Essen ins Meer würgt. Ich ziehe die Lippen zu einer dünnen Linie, presse die Kiefer aufeinander und verlege mein hin und her gelaufe auf eine andere Stelle des Schiffes. Vorn am Bug ist es ruhiger. Geradezu einsam. Aber viel Platz habe ich hier auch nicht. Drei Schritte. Stehen. Drehen. Drei Schritte. Drehen. Drei Schritte. Drehen. Ein Schritt. Zweiter Schritt. Dritter Schritt… … …

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Die Drudin sitzt nahe der Reling. Den Kopf auf diese gelegt. Ihr gesicht ist etwas grünlich möchte man meinen. Kreidebleich trifft es wohl eher. Eine Woche…eine verdammte Woche auf dieser verdammten Nussschale. Sie hätte den Aufseher am liebsten erwürgt als er da sagte. Man hätte ja kein Portal nehmen können…Von Sturmwind aus einfach über den Traumweg hinreisen…Magierportal fertig. Nein wir hoffen ja die Räuber auf hoher…sie stobt sich in ihren Gedanken und beobachtet Thanris…Hin,her,hin,her,hin…ihr wird beim blosem zusehen seines hin und her gelaufes wieder schlecht und übergibt sich glatt das dritte mal heute. Bei Ashamanes krausen Schnurrhaaren womit hatte sie das verdient!
Sie hasst es. Sie hasst diesen ganzen verfluchten Seeweg. Sie hasst den Aufseher dafür, dass er den weg gewählt hat. Quentris für ihre absolute fröhlichkeit und diesen halb blinden Maulwurf für ihre unablässige Hilfe und ihr versuch ihr ewas zu essen zu geben. Soll die ganze vermalledeite Bande doch ersaufen.
Sollte der Rückweg der selbe sein wird sie den Aufseher sicher erschlagen ganz sicher…

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Wir sind sicher und an einem Stück in Kul’Tiras gelandet. Unsere wilden Druidinnen und Druiden mussten nicht in Quarantäne und die Teekräuter mussten nicht verzollt werden!

Auf diesem Wehe nocheinmal herzlichen Dank an die Kul’Tiraner, die uns empfangen und den Flair dieser Kultur so herrlich rübergebracht haben.

Zur Zeit befindet sich der

####Smaragdzirkel in Haderfurt###

und wird dort heute Abend weiterspielen! Wir freuen uns immer über neue Kontakte.

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Ich fühle mich unwohl hier. All diese Leute, gedrängt in einer viel zu kleinen Stadt, erscheinen mir wie ein Pulverfass. Bereit hochzugehen. Bereit an irgendeiner Stelle zu explodieren. Und in diesem Fass treiben wir und suchen die Nadel im Heuhaufen. Meine Sinne spielen verrückt, weil ich es nicht über mich bringe sie herunterzufahren. Dafür traue ich diesen Leuten nicht genug. Wer kann schon sagen, welcher von ihnen der Feind ist? Wer von ihnen etwas im Schilde führt? Wer uns bestehlen, betrügen, verletzen will? Meine Finger tanzen den altbekannten Takt auf dem Handgelenk hinter meinem Rücken. Der Rest von mir halte ich erbarmungslos still. Es ist ein mühseliger Akt so kontrolliert zu bleiben, obwohl alles in mir diesen Ort meiden und aus dem Gedränge der Stadt flüchten will. Weit hinten in meinem Kopf höre ich die warnende Stimme, die mir rät, sehr sehr wachsam zu sein.

Ich folge den Anderen als Schlusslicht, während uns der Kul’Tiraner durch die Stadt führt. Ich höre seine Worte, sehe, was er uns zeigt…aber wirklich bei ihm bin ich nicht. Mein Blick huscht wachsam umher, erkennt die seltsamen Blicke mit denen man uns beäugt. Hier sind wir doppelte Fremde. Kaldorei und Landgänger. Ich erwidere den ein oder anderen besonders gierigen oder feindseligen Blick mit einer stummen Warnung, die hoffentlich bei den meisten genügt. Wenn wir tatsächlich in dieser Stadt übernachten sollen, dann habe ich wenig Lust auf nächtlichen, unerwünschten Besuch.

Die Geräusche schallen mir entgegen und verursachen einen stechenden Kopfschmerz. Der Gestank nach Schweiß, Alkohol und Qualm ist beinahe unerträglich. Wie eine Wolke dampft er aus der hölzernen Tür des „Tüddeligen Tintenfisch“ heraus und strömt in die Nachtluft hinein, die in diesen Gassen auch nicht viel frischer ist. Im Innern des viel zu kleinen und viel zu vollen Raumes klebt der Boden vor verschüttetem Alkohol und anderen unausprechlichen Dingen. Eng an eng drängen sich Menschen aneinander vorbei, hin zur Theke oder zurück zu ihren Plätzen. Die Tanzfläche ist voll, dichtes auf und ab wogendes Chaos herrscht dort. Dünne und dicke, große und kleine Leiber zappeln und drehen sich allein oder um- und miteinander zur rustikalen Musik. Es ist kaum zu sagen, welche Gliedmaße wem gehört. Über allem thront lauter, ausgelassener Gesang begleitet von verschiedenen Instrumenten. Die Lautstärke ist kaum auszuhalten und dröhnt nicht nur in den Ohren. Es wummert bis in meinen Magen hinein. Windherz vor mir bleibt überrascht, erstaunt und vielleicht auch ein wenig entsetzt stehen. Wildlauf und Sternensang folgen ihr in die Flut aus Menschen hinein, jedoch ohne anzuhalten. Bärenherz tönt von hinten lautstark nach einem Bier und Essen. Ihr scheint der ganze Lärm nichts auszumachen. Aber der Gedanke an Bärenherz und Bier stimmen mich nicht gerade fröhlich. Der Anblick der Gnomin in ihrem Lager, ein Goblinbier umklammernd und panisch-wirr von einer „langen Nacht“ und dem Tod aller erzählend, hat sich festgesetzt. Ich verbiete ihr den Alkohol, gleichzeitig allen anderen. Immerhin sind wir eine militärische Einheit und brauchen einen klaren Kopf. Bärenherz plärrt weiter nach Bier, ich lasse ihre Wortflut über mich ergehen und versuche, unter all den Sinneswahrnehmungen nicht unterzugehen. Alkohol vernebelt die Sinne. Und ich konnte in nicht auf alle aufpassen, wären sie sich betranken. Das mussten sie doch erkennen, oder nicht?

Egal was ich vorher gesagt oder gedacht hatte, eine Rolle spielt es nicht mehr. Ich lehne draußen, dicht an der feuchten Holzwand der Taverne gelehnt und im Schatten vor neugierigen Blicken verborgen. Die Lider habe ich über meinen Lichtern verschlossen, das Atmen zeitweise eingestellt. Jedwede Regung in mir verebbt für eine kleine Ewigkeit, während ich nach Kontrolle greife, sie zu fassen bekomme und über mich streife wie einen wohlbekannten, gutgetragenen Umhang. Von drinnen höre ich das laute Stimmengewirr, die Musik… und meine Einheit, wie sie sich an den Tresen setzt und Alkohol bestellt. „Pippa, Bier geht klar. Aber wenn du ne Fahne hast, werde ich dich nicht vor Winteratem retten.“ Geschmeidig löse ich mich von der Wand und nehme einen tiefen Atemzug der abgestandenen Gassenluft. Egal was ich vorher gesagt oder gedacht hatte, eine Rolle spielt es nicht mehr. Ich verschwinde im Schatten. Meine Wache beginnt.

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Die Kul’Tiras-Gruppe des Smaragdzirkel ist zwischenzeitlich in Richtung Sturmsang weitergezogen und hat an einem Bach hinter Brenadan kurzfristiges Lager aufgeschlagen.


Für einen schnellen Überblick, was wir gerade so machen und andere aktuelle Informationen, haben wir im 3. Post dieses Threads einen “SmZ-Newsticker” eingerichtet. Guckst du hier:

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Aufheben, nach oben befördern

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Einen guten Start in die Woche wünschen wir euch!
Derzeit befinden wir uns im Sturmsangtal und bringen uns in Schwierigkeiten. Wie lange der Plot dauert, können wir im Moment noch nicht sagen. Wenn ihr Interesse habt, bei uns mitzuspielen, schreibt uns einfach an. Wir sind auch außerhalb des Plots für euch erreichbar.

heftet den Beitrag wieder oben an

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Selbst der Wind ist ein anderer. Ich sitze zwischen den wogenden Gräsern und frage mich einmal mehr, in welche Richtung wir uns wenden werden - welche Aufgabe Elune uns zugetragen hat in diesem Schachspiel der Mächte. Es wirkt alles so unwirklich und doch zeichnen die verheilten Wunden ein anderes Bild. Mit Schaudern denke ich an den Kampf in der Werft zurück. An diese düsteren Wesen, ihr boshaftes Geflüster.

Unweigerlich fällt mein Blick auf meinen Arm, der noch immer in der Schlinge am Körper ruht. Er heilt. Wie die anderen Wunden auch und doch schmeckt die Luft heute süßer als noch vor zwei Tagen. Es war knapp. Ich weiß das. Ohne Jelena würde ich nicht mehr leben und das ist ein Wissen, das ich mit niemandem teilen kann. Sie würden es nicht verstehen. Sie haben nicht einmal bemerkt, was das wirkliche Problem war. Die Rippen, die meine Lungen durchbohrt hatten. Ich nehme es ihnen nicht übel. Um uns herum herrschte Chaos. Sie haben alles versucht, was möglich war…

Meine Lippen beginnt ein schwaches Lächeln zu umspielen, als ich an die grünhaarige Kaldorei zurückdenke. Ich verdanke ihr mehr, als ich je zurückgeben kann.

Die Erinnerungen werden jäh unterbrochen, als sich ein dunkler Schopf in mein Blickfeld schiebt. Winteratem. Ich bilde mir nicht ein, dass er wütend ist. Ich bin mir dessen sicher, auch wenn er das Gespräch mit mir noch nicht gesucht hat. Er vermeidet es, mit mir in Kontakt zu treten und ich glaube, seine Beweggründe zu kennen. Dieses Mal bin ich jedoch nicht bereit, meine Sicht zurück zu stellen. Ich habe richtig gehandelt. Ich weiß es. Ich spüre es mit jeder Faser meines Herzens. Mit jedem Schlag, den es mir in Erinnerung ruft, wer ich bin.

Druidin. Kogong. Druidin. Kogong. Druidin…

Das ist es, was mich ausmacht. Das hat schon Morgennebel verstanden. Ich werde die Verderbnis immer bekämpfen, egal ob es Unwägbarkeiten gibt. Egal, ob ein anderer Weg logischer wäre. Das steht für mich nicht zur Diskussion. Ich lasse nicht Unschuldige der Dunkelheit anheim fallen. Aber wie werde ich ihm erklären können, was mich leitet?

Gar nicht!

Ich wendet den Blick ab. Weiter zu meinen anderen Geschwistern. So unterschiedlich. Selbst die beiden Gnome und die Menschenfrau, die unsere Einheit begleiten. Keiner gleicht dem anderen. Wie kann ich da erwarten, dass sie alle dieselben Beweggründe für ein Handeln haben. Und auch ich folge nun mal meinem Herz und ich werde es immer tun. Egal ob es am Ende mein Leben kostet. Das bin nun mal ich und das bedarf keiner Rechtfertigung…


Kleiner Push :slight_smile:

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Die Schüssel heißer Brühe dampfte in ihren Händen und der verlockende Duft veranlasste ihren Magen sich mit Nachdruck zu Wort zu melden. Sie war ins Freie getreten und ließ sich mit dem Rücken gegen einen der Außenpfosten des Lazarettzelts sinken. Für einen Moment schloss sie die Augen. Unwillkürlich tat sie einen tiefen Atemzug und dann…gewährte sie den Anstrengungen der letzten 24 Stunden ihren Tribut und gab dem bleiernen Ziehen ihrer Glieder nach. Langsam ließ sie sich am Holz hinabsinken und streckte die Beine aus.

Die Geschehnisse der letzten Stunden wanderten durch ihren Geist. So viele Verletzte hatte es nach dem Kampf gegeben, dass sie sich im Nachhall des Gefechts nur auf das Nötigste an Erstversorgung konzentrieren konnte und dennoch hatte es Stunden gedauert, alle zu versorgen. Um ihre Kräfte zu schonen hatte sie, soweit es möglich war, auf die druidische Heilkunst verzichtet und die Wunden traditionell versorgt. Eine Notwendigkeit. Mit Schwester Sternensang war die einzige andere Druidenheilerin ausgefallen und wie lange es dauern würde, bis sie wieder ausreichend zu Kräften gekommen war, schien ungewiss.

Ruhig und tief floß der Atem der kleinen Kaldorei und es dauerte einen langen Augenblick, ehe sie die Augen wieder öffnete, die Schüssel an die Lippen hob, um sachte darüber zu pusten. Sie tunkte ein kleines Stück Brot in die Suppe und genoss die warme Mahlzeit. Es war die erste in den letzten 48 Stunden.

Nach einem kurzen, unruhigen aber dringend benötigten Schlaf hatte sie sich auf die verletzten Einheitsmitglieder konzentriert. Zu ihrer Überraschung war Windherz‘ Zustand deutlich besser, als sie erwartet hatte. Gaomee war noch schwach, doch die schweren Wunden, die Luthien in der Erstversorgung und Hektik der sich überschlagenden Ereignisse nur soweit behandelt hatte, dass keine akute Lebensgefahr mehr bestand, waren fast vollständig verheilt. Ihre Nachfrage hatte ihr nur ein verlegenes Lächeln der Schwester eingebracht und die Zusage, die Umstände beizeiten näher zu erläutern.
Für den Augenblick genügte ihr das, gab es doch noch mehr Verletzte zu versorgen. So war sie endlich dazu gekommen, sich nachhaltig um Sternensangs Trümmerbruch zu kümmern und dann war der Spähtrupp mit diesem Menschen aufgetaucht. Ein Mann namens Janson. Dem Tod näher als dem Leben, hatte der Gestank seiner brandigen Beinverletzung ihr beinahe die Sinne geraubt. Janson gehörte zu der Gruppe, die sie seit dem Diebstahl des Smaragdauges in Winterspring verfolgten, doch offenbar war es zu Streitigkeiten untereinander gekommen und seine ehemaligen Kumpanen hatten ihn zum Sterben liegen lassen.

Es hatte Unmut gegeben, als klar wurde, dass sie jemanden versorgen würden, der – zumindest in Teilen – mit dem gerade hinter ihnen liegenden Kämpfen zu tun hatte. Und sie verstand ihre Regung. Doch sie hatten eine Aufgabe, diese galt es zu erfüllen und dabei konnten und durften sie sich nicht von Emotionen leiten lassen.
Winteratem verstand das. Vielleicht mehr als jeder andere. Ein flüchtiger Blickkontakt hatte genügt, um ihr kleines Spiel zu entfalten und sie nunmehr „gegen den Widerstand“ des Aufsehers darauf bestand, die Wunde sofort zu heilen. Die Wahrheit war, dass sie das Leben oder der Tod des Mannes nicht wirklich interessierte, doch konnte es nicht schaden, wenn er den Eindruck hatte, dass es innerhalb ihrer Gruppe jemanden gab, der bereit war, sich für ihn einzusetzen. Die Informationen, die sie im Gegenzug erhielten waren den Aufwand mehr als wert.

Doch war dies nicht alles. Es war komplizierter als das und wie alles im ewigen Kreislauf…eine Frage des Gleichgewichts.
Als Heiler wandelte sie auf einem schmalen Grad, denn oftmals war sie das einzige, was zwischen Tod und Leben stand. Die Kräfte der Natur, die sie in ihrem druidischen Wirken kanalisierte, konnten nicht nur Leben erhalten und wiederherstellen, sie konnten es auch beenden. Hainläufer hatte während ihrer Ausbildung großen Wert auf das Bewusstsein für diese Realität gelegt. Mit dem von ihr gewählten Pfad hatte sie sich dem Leben verschworen und dabei war es grundsätzlich irrelevant, zu wem dieses Leben gehörte.

Gleichwohl gehörte auch der Tod zum Leben und Sie hatte kein Problem damit zu jagen oder Feinde, die eine Gefahr für die Natur oder die Kampfgefährten darstellten im Kampf zu töten. Eine Bedrohung auszuschalten war eines. Jemanden, der sich ergeben hatte elendig verrecken zu lassen, etwas anderes. Zudem wenn dieser jemand dringend benötigte Informationen besaß.

Luthien seufzte leise und löffelte den Rest der Gemüsebrühe aus der Schüssel. Es war nicht wichtig, ob sie es verstanden. Nur eines war wichtig: die Mission hat immer Priorität.
Durchatmend erhob sie sich, um sich noch einen Nachschlag zu holen und dafür zu sorgen dass ausnahmslos alle die erzwungene Pause so gut wie möglich nutzten, auch Winteratem. Lange würde sie ohnehin nicht dauern.

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hochpust

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„Zieht Euch zurück!!!“ Ich brülle, was meine Stimme hergibt. Dunkel und voll tönt sie vom hohen hinaus hinab, dominant und mit einem eindeutigen Befehl. Wir müssen fliehen! Denn das, was ich unten im Hof der Weisenwalls sehe, lässt bitteren Zorn in mir aufsteigen. Ich hätte sie nicht hierher führen dürfen. Warum habe ich nicht abgewartet, bis sich alle mehr erholt hatten? Ich hätte vorsichtiger sein müssen. Ich hätte Sturmfeder dort nicht entlang schicken dürfen. Warum bin ich nicht links gegangen? Ich hätte… Zu spät. Jetzt ist es zu spät darüber nachzudenken was gewesen wäre, was man hätte tun können oder was man hätte anders machen können. Zu spät. Zu spät für einen wirklichen Plan, zu spät für einen richtigen Kampf, zu spät für Finten und Kniffe…zu spät für Sturmfeder. Die Bienen über den Köpfen der Orks summen und brummen aggressiv und sausen in atemberaubendem Tempo immer wieder auf ihre Opfer hernieder. Dabei liegen mittlerweile mindestens genausoviele Bienen tot auf dem Boden wie Reitwölfe oder Orks. Der Hof gleicht einem Massaker. Und mitten drin, beinahe bis zur Unkenntlichkeit geschunden, liegt Sturmfeder. Ihr Körper ist über und über mit Blut bedeckt, die Rüstung zerfetzt. Blut sickert in den Boden, flutet Pflastersteine und verwandelt den Sand dazwischen in roten Matsch. Haare liegen über ihrem Gesicht, sodass mir der Blick aus leeren Augen erspart bleibt. Ich weiß nicht einmal ob sie wirklich tot ist, aber wenn nicht, dann ist sie für uns nur schwer zu retten. Nicht nur, dass sie beinahe unerreichbar mittem im Hof liegt, nein, wir waren auch einfach nicht genug Kämpfer. Nicht genug und nicht die richtigen. Wie sehr wünsche ich mir gerade eine Synrael herbei, die in ihrer schweren Rüstung mit geballter Wut zuschlägt wie ein Berserker. Aber selbst sie könnte Sturmfeder nicht alleine bergen. Mitleid habe ich nicht mit der Druidin. Dafür habe ich keine Zeit. Und vermutlich bin ich auch einfach nicht der richtige dafür. Ich bin der richtige dafür, kalt zu sein. Gefühllos. Hart. Genau das ist meine Aufgabe: Neutral zu sein, emotionslos, damit man sich auf meine Befehle verlassen kann. Deswegen entscheide ich mich innerhalb eines einzigen Wimpernschlages und bereue nichts: „ZIEHT EUCH ZURÜCK!“, erschallt mein Befehl vom Dach hinab über den Hof und das Gebiet vor dem Tor. Gleichzeitig ziehe ich die Sehne des Eisenholzbogens durch, bis das extrem stabile Holz vor Schmerz in meinen Ohrne ächzt. Keinen Deut vibriert der Pfeil, den ich angelegt habe. Ich ziele nicht, ich überlege nicht…stattdessen versinke ich in Konzentration. Dieser Pfeil muss sitzen. Ein toter Schamane, ein toter Anführer, könnte uns den entscheidenden Vorteil zur Flucht gewähren. Chaos in den Reihen der Orks hinsichtlich ihres toten Oberhauptes würde unseren Rückzug decken. Schon fliegt das Geschoss durch die Luft, überquert den Hof und schlägt…im Schild eines daneben stehenden Orks ein. Verdammt! Meine Chance ist vertan, das weiß ich. Bereits der erste Pfeil hat die Aufmerksamkeit der Orks auf mich gelenkt und meine Position verraten, jetzt aber sind sie sauer. Ich habe ihren Anführer angegriffen. Mehr noch, ich hätte ihn getötet, wenn der Schildträger nicht schnell genug reagiert hätte. Ich kann den Hass in ihren Augen aufblitzen sehen, bevor wenig später einer ihrer Speerträger ausholt und seinen Speer mit voller Wucht in meine Richtung donnert. Ich verfolge den Angriff wie in Trance. Denn obwohl wir so weit voneinander entfernt stehen, obwohl ein ganzer Hof zwischen uns liegt und etliche Bienen in der Luft sausen, ist das Geschoss unheimlich schnell. Noch bevor ich ausweichen kann, ist der Speer bei mir.

Schwärze ergreift mein Sichtfeld, Schmerz erobert meinen Körper. Verschwommen erkenne ich den Himmel über mir, eine breite Ulme, ein hohes Haus. Dumpf kommen Kampfgeräusche an meine Ohren. Die Gedanken fließen zäh wie dicker Honig. Wo sind wir…? Kul’Tiras. Irgendwo im Hinterland. Irgendwo an einer verlassenen Werft. Was genau tun wir hier…? Kämpfen. Sterben. Aber warum…? Mir will nicht einfallen warum wir hier sind. Mir will nicht einfallen was wir hier machen, was wir hier wollten und warum wir tun, was wir eben tun. Wer ist eigentlich „wir“? Dröhnend hallen die Gedanken in meinem Schädel. Alles schmerzt. Jede einzelne Zelle meines Körpers scheint malträtiert. Meine linke Seite ist feucht, durchnässt und immer mehr Blut strömt pulsartig aus meinem Arm. Aber warum? Ich versuche mich aufzurichten, aber scheitere kläglich. Und dann ist sie da, Synrael, jene, die ich vorhin noch herbeigesehnt hatte. Aber statt sich in die Masse aus Feinden zu werfen, beugt sie sich über mich. Ich erkenne den Schock in ihrem Gesicht, als sie mich betrachtet. Sehe ich so schlimm aus? Immer wieder verwischt ihr Antlitz, weil ich es nicht schaffe die Augenlider lang genug offen zu halten. Und selbst wenn, ist alles verschwommen oder doppelt. Mir ist übel. Die Kaldorei klemmt die Arme unter meinen Körper und versucht mich hochzuhieven. Vergebens. Wie sollte sie auch, wenn ich micht nicht rühren kann? Ich muss helfen. Ansonsten werden wir beide hier sterben. Sterben. Aber woran eigentlich? Es will mir nicht einfallen… Der Schmerz der durch meinen Körper schießt, als ich mich zwinge Synrael’s Drängen nachzugeben, ist unaufhaltsam. Er rollt über mich hinweg, bis ich nicht mehr weiß wo oben und unten ist. Jeder Gedanke geht verloren, bis leere in meinem Kopf herrscht. Irgendwie sitze ich dann plötzlich auf einem Pferd, Synrael hinter mir, und schon geht es in wildem Galopp los. Die Welt rauscht an mir vorbei, verwaschen und in doppelter Ausführung, und das gibt meinem Kopf den Todesstoß. Ich bin erleichtert, als ich hinabsinken darf in die Bewusstlosigkeit und gebe mich ihr nur zu gern hin. Heraus aus dieser verwirrenden, schnellen und lauten Welt, hinein in die stille, ruhige und bewegungslose Schwärze meines Innersten.

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Mit einem leisen Zischen ergoss sich das kochende Wasser über den Kräuterbeutel. Fast augenblicklich bildete sich um das feine Gewebe eine goldbraun-grünliche Wolke und der Duft verschiedener Kräuter stieg auf, von denen die einzigartig herbe Note von Golddorn wohl am prominentesten wahrgenommen werden konnte. Luthien bewegte den Kräuterbeutel ein paar Mal kreisförmig durch das Wasser, ehe sie den Deckel zurück auf die irdene Kanne legte und diese auf einen der warmen Steine am Rande der Feuerstelle stellte, um den Arzneitee in Ruhe ziehen zu lassen.

Sie schloss die Augen. Aus dem Innern des Lazarettzelts drangen die Stimmen der Geschwister zu ihr. Winteratem war endlich wach. Die Heilung seiner inneren Verletzungen hatte sie nahe an die Grenzen ihrer Kraft geführt, so dass sie die Nachbehandlung Sternensang und der Menschenfrau überließ, die diesem in dieser Region verbreiteten, eigenartigen druidischen Weg folgte. Auch Gaomee und Eisenwind waren im Zelt und brüteten über einer Karte, auf der Suche nach einem Weg um diese verdammte Festung herum, die ihnen beinahe zum Verhängnis geworden wäre.

Wie ein Schwall flüssigen Feuers stieg der seit ihrer hastigen Flucht mühsam unterdrückte Zorn in ihr hoch. Vorbei war es mit der Ruhe und auch ihre Erschöpfung schien für den Augenblick wie weggewischt. Es hätte verdammt nochmal niemals zu diesem Kampf kommen dürfen! Die Aufgabe war klar: Feststellen, ob die Festung besetzt war. Kein Risiko. Kein Feindkontakt . Thanris wählte Sturmfeder als Späher und Bärenherz als Rückendeckung aus, der Rest sollte warten. Soweit Routine.

Winteratems Worte klangen durch ihren Geist: „Wenn etwas ist, verschwindet ihr!“ ‚Na das hat ja wunderbar geklappt!‘, dachte sie zynisch und strich sich in einer unwirschen Bewegung die Haare aus der Stirn, während sie die Kräutermischung aus Würgetang, Golddorn und Zottelkappe für Winteratems Inhalation in einem kleinen Mörser maltretierte.

Wie konnte das passieren? Zum hundertsten Mal fragte sie sich, ob und wie sie anders hätte reagieren können und wusste doch, dass diese Überlegungen vollkommen sinnlos waren. Sie konnte es nicht ungeschehen machen, und nun waren sie wieder hier, am Kontorhaus, mit einem Toten, zwei Schwerst- und mehreren leichter Verletzten. Sie hatten unglaubliches Glück gehabt.
Das Artefakt jedoch…befand sich immer noch in den Händen der Söldner und bewegte sich weiter auf seine Destination zu.

Energisch kratzte sie die Kräuterpaste aus dem Mörser und gab sie in eine Schüssel. Als sie nach dem Wasserkessel griff und feststellte, dass er leer war, schoss erneut eine Woge heißen Zorns in ihr hoch und sie konnte gerade noch den Impuls unterdrücken, das ganze Lager zusammen zu brüllen.

Stattdessen erhob sie sich ruckartig, schnappte sich einen Eimer und machte sich auf den Weg zum Brunnen im Kontorhof. Noch immer lag hintergründig der Geruch der Feuerbestattung in der Luft, welche die Kul’Tiraner ihrem gefallenen Bruder hatten zukommen lassen. Danach wurde im Gastraum des Kontors ausgiebig auf sein Leben und seinen Tod angestoßen. Sie schienen ein raues, aber herzliches Volk zu sein, diese Kul’Tiraner. Sehr gastfreundlich, wenn man mit ihnen erst mal warm geworden war, und für einen Moment wünschte sie sich, sie könne deren untrüblich erscheinende Zuversicht teilen.

Luthien tat einen tiefen Atemzug und ließ den Eimer in das klare Brunnenwasser tauchen. Sie könnte es zumindest versuchen. Winteratem lebte und würde mit ein, zwei weiteren Heilsitzungen und etwas Ruhe bald wieder bei Kräften sein. Ebenso Bärenherz. Gaomee war es gelungen, über den Traumpfad den Zirkel zu verständigen und zwei Shan’di der Mondlichtung hatten den zerschundenen Körper Sturmfeders evakuiert, deren Heilung – wenn überhaupt möglich – jenseits ihrer Fähigkeiten lag.

Mit den Druiden der Mondlichtung war Bruder Gezeitenstrom eingetroffen und offenbar war Nebelfalke mit Verstärkung auf dem Weg zu ihnen. Wenn sie die Verzögerung so kurz wie möglich hielten und zudem Windherz‘ Plan gelang, war vielleicht doch noch nicht alles verloren. Sie seufzte und hiefte den vollen Eimer aus dem Wasser und stellte ihn auf dem Brunnenrand ab. ‚Es bleibt uns nichts anderes übrig, als es zu versuchen.‘, resümierte sie in Gedanken, während sie beide Hände in das Wasser tauchte, um sich das Gesicht zu erfrischen.

"Püppi, du schaust ja uus, wie de lebende Doud!" Die matronenhafte Wirtsfrau des Kontors rollte mit ausgebreiteten Armen über den Hof auf sie zu. War es wirklich so schlimm? Luthien richtete sich auf, ihr Blick huschte dabei über ihre Spiegelung im Wasser und selbst in der verschwommenen Reflektion konnte sie die Blässe und dunklen Schatten unter ihren Augen erkennen. Sie brachte ein schmales Lächeln zustande. "Es geht schon, Frau Dina, ich brauche nur etwas Schlaf, das ist alles." ~ "Papperlapapp!" Dina schien keinerlei Berührungsängste zu kennen, schon war sie heran und tätschelte der Kaldorei gutmütig den Rücken, was Luthien leicht schwanken liess. "Dou muss’ ma anständich wad tüssen de Kiemen kreigen, mien Deern! Wi heb’n 'n feined Ossengulasch oppen Herd, met fresche Ardappeln und Bloomenkoul. Da kommst dir gleich wat for diene Mannschaft holen, ja? Het is jenuch for alle da!"

Die unbeschwerte Herzlichkeit der Frau tat ihr wohl und entlockte ihr ein dankbares Lächeln. Sie hatte genug von dem seltsamen Dialekt verstanden, um zu erkennen, dass es sich um eine Einladung zum Essen handeln musste. “Ossengulasch” klang nach Fleisch und schien zu dem verlockenden Duft zu gehören, der schon seit einiger Zeit über den Hof des Kontors waberte und was immer “Ardappeln” waren, sie war sicher, es würde essbar sein. "Das ist sehr freundlich von Euch, Frau Dina. Habt vielen Dank."

Dina lachte gutmütig und warf die Arme in abwinkender Geste in die Höhe. „Ach, Papperlapapp! En‘t min Kontor is‘ noch noit eener hungrich gebleeven, Püppi! Soweit küttet noch!“ Dann rückte die wuchtige Frau etwas dichter an Luthien heran und senkte leicht die Stimme. „ Sech ma. Is dat richtig, dat du wat van de Krüddn weeten doust?“
Luthien blinzelte und ihr verständnisfreier Gesichtsausdruck veranlasste die Kul’Tiranerin sich gedehnt und langsam, begleitet von Gesten nochmals zu erklären. „K-r-ü-d-d-n. G-r-ö-ö-n-t-ü-c-h. P-l-a-a-n-t-e-n.“ ~ „Pflanzen?“ ~ Dina nickte enthusiastisch, sah sich um, rückte noch etwas näher und flüsterte nurmehr: „Et isso… ich kann scho seit Taachen nich odendlich op de Stool…“, sie machte eine Geste, die keinen Zweifel an der Bedeutung liess. „Un det dröökt, sech ich dir! Hest‘ da nich wat tegen?“ Es dauerte einen Moment, bis sie die Worte für sich sortiert und übersetzt hatte, während Dina sie erwartungsvoll anstarrte.
Erleichterung breitete sich im Gesicht der Frau aus, als die kleine Kaldorei letztlich bestätigend nickte. „Gerne, Frau Dina. Ich kann Euch etwas zubereiten, das hilft Euch zu… erleichtern.“ Ein verständiges Lächeln huschte um Luthien’s Mundwinkel. „Ich bringe es Euch gleich, wenn wir das Essen holen.“
Die Kul’Tiranerin strahlte rotwangig und klopfte ihr nochmals aufmunternd auf den Rücken. „Wunde-bar, mien Deern, wunde-bar!“ , dann wogte die herzige Frau energischen Schrittes zurück zur Kontorküche.

Luthien sah ihr einen Moment nach, ehe sie leise amüsiert schnaufte, nach ihrem Eimer griff und sich auf den Weg zurück zum Lazarett machte. Mit der weichenden Anspannung spürte sie die Erschöpfung zurück in ihre Glieder kriechen. Bis die Verstärkung eintraf konnten sie ohnehin nichts tun. Essen und Schlafen klang angesichts der Lage nach einem guten Plan.

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Als ich das Zelt verlasse und Luthiens sowie Mondbruchs Stimmen hinter mir verblassen, atme ich langsam aus und ziehe danach die frische Luft tief in die Lungen. Seichter Nieselregen weht in einer Böe um mich herum und setzt sich in feinsten Tropfen auf mein einfaches Leinenhemd. Ich bin barfuß. Ich trage keine Schwerter bei mir. Nur in den Armschienen ruhen, wie stets, die schmalen Messer in ihrem Versteck genauso wie die anderen Klingen überall am Körper verteilt. Es ist seltsam befreiend hier zu stehen. Zu Atmen. Zu Laufen. Die Welt, die ab und an – aber durch die Heilungen Sternensangs, Luthiens und der Menschenfrau wesentlich seltener – vor meinen Augen verschwimmt oder sich in Doppelbilder teilt. Das ist normal, hat Luthien gesagt. Der Sturz war schwer und anscheinend hat es meinen Kopf ziemlich getroffen. Was genau nach dem Treffer an meinem linken Oberarm passiert ist, weiß ich nicht mehr. Die Erinenrungen liegen in Fetzen vor mir, ohne dass ich in der Lage wäre sie zu einem sinnvollen Bild zusammenzufügen. Alles woran ich mich erinnere sind die Gesichter, die mich schockiert und besorgt ansehen. Immer wieder dieselben Gesichter. Gesichter der Einheit. Zuerst im vollen Galopp, regen- und blutüberströmt. Dann später vollkommen erschöpft bei einer der vielen Pausen, die wir auf dem Rückweg wegen der Verletzten hatten machen müssen. Und später im Lazarett, als Müdigkeit und Kraftlosigkeit an ihnen nagen. Die Heiler haben wieder einmal beste Arbeit geleistet. Schnell, vor allen Dingen. Die drei haben unaufhörlich ihre Energie in mich geleitet, meinen Körper dazu angeregt sich rasch selbst zu heilen. Ich muss einsatzbereit sein. Ich muss weiter machen. Ich muss meine Aufgabe erfüllen.

Vorsichtig setze ich die Füße voreinander. Einen nach dem anderen. Das feuchte Gras kitzelt an den Füßen. Wie lange habe ich das nicht mehr gemacht? Mir bleibt keine Zeit, um mich mit diesen Dingen aufzuhalten. Rascher werden meine Schritte, ohne ihre frühere Zielstrebigkeit voll wiederzuerlangen. Noch nicht. Aber bald. Luthien muss sich noch ausruhen, dann will sie einen nächsten Versuch wagen die letzten Schwellungen in meinem Kopf zu heilen und damit Doppelbilder und Schwindelanfälle zu verbannen. Den Kopfschmerz kann ich ignorieren. Werde ihn ignorieren, bis er von selbst verschwindet.

Während meine Schritte zu dem Ort führen, an dem ich Windherz vermute, gehe ich den Plan für die nächsten Stunden und Tage im Kopf durch. Gezeitenstrom und Bärenherz werden sich um Informationen bezüglich des Geländes kümmern, die ich dann in die Karte einzeichnen kann. Eventuell haben sie sogar die Chance, eine richtige Landkarte vom Sturmsangtal bei einem der Kontorgäste zu ergattern. Alles war besser als weiterhin im Blindflug dieses Land zu bereisen und irgendwelchen Straßen in irgendeine Richtung zu folgen, die ungefähr jene sein könnte, in der die Söldner verschwunden sind. Gleichzeitig würden Windherz und Mondbruch das Gebiet aus der Luft und in entsprechend sicherer Höhe sondieren. Kurz sehe ich in den grau umwölkten Himmel. Hoffentlich spielte das Wetter mit. Die Stürme in diesem Tal hatten uns nicht nur einmal schlechte Karten zugespielt.

Aber auch ich wollte nicht untätig bleiben. Wir hatten nicht die Zeit, nicht den Luxus, weiterhin Kräfte zu sammeln und vollständig zu genesen. Mein Körper würde mitspielen, wenn Luthien den letzten Rest der Gehirnerschütterung versorgen und ich artig ihre Kräuterkügelchen lutschen würde. Und es gab etwas, dass ich niemand anderen erledigen lassen wollte. Nicht nach dem, was in Weisenwall passiert war. Wir mussten wissen, wie wir an diesem Dorf vorbei kommen konnten und was dahinter lag. ‘Unter den Augen der Horde agieren’ – dieser Satz ging mit in Zusammenhang mit den Söldnern nicht aus dem Kopf. Genauso wie die extrem große Anzahl der Orks in Weisenwall. Etwas war faul, nicht richtig. Etwas, das mir noch entging. Etwas, das ich klären musste.

Ich kann Windherz schon spüren, riechen und hören, als ich plötzlich die Richtung meines Laufes ändere. Am Rand des Kontors, in der Nähe eines mittelhohen Baumes, sehe ich Synrael trainieren. Ihre Bewegungen sind fließend, auch wenn sie die Füße nahezu stillhält und mehr mit dem Oberkörper arbeitet. Ich steuere auf die Elfe zu. Um Windherz kann ich mich später kümmern. Der Sinn steht mir nach Bewegung. Und vielleicht bringt das auch meinen Körper wieder in Schwung, um ihn auf das vorzubereiten, was er bald wieder tun muss: Funktionieren.

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Die dunkle Sturmkrähe schüttelte leicht das Gefieder auf und rückte noch einen kleinen Schritt näher an den Baumstamm. Es regnete. Mal wieder. Genauer gesagt hatte es in den letzten Tagen kaum lange genug aufgehört, um die Kleidung zu trocknen. Das Blätterdach gab ihr einigermaßen Schutz vor dem Nass, das stetig aus dem sturmgrauen Himmel fiel, doch die steife Brise, die über das kaum bewaldete Land wehte, machte ihren Ausguck nicht unbedingt zum gemütlichsten Fleck, an dem man sich gerade aufhalten konnte.

Die Sturmkrähe bauschte das Gefieder noch etwas mehr und zog den Kopf ein. Durch Laub und Äste hatte sie von hier oben einen guten Blick auf das Zeltlager und die Umgebung. Delyra und Maromeh standen Wache. Aus der Lüftungsöffnung des Hauptzelts stieg minimal Rauch auf, offensichtlich wurde gerade die Verpflegung vorbereitet. Sie sah Nebelfalke mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze hinter dem Lager auftauchen, wie Maromeh ihn grüßte und er dann im Hauptzelt verschwand. Ob es wohl Neues gab?

Unwillkürlich schweifte ihr Blick Richtung Weisenwall. An einem klaren Tag hätte sie die Festung vielleicht ausmachen können, doch heute starrte sie nur in wolkenverhangenes Grau.
Die Sturmkrähe schnarrte leise und legte den Kopf leicht schief um wieder zum Lager hinab zu spähen, dabei rückte sie sich noch etwas dichter an den Baumstamm. Sie konnte nur spekulieren, was unten im Zelt vor sich ging. Vielleicht besprachen Winteratem und Nebelfalke das weitere Vorgehen, vielleicht wurde einfach nur gegessen. Es würde noch eine Weile dauern, bis man sie ablöste. Bis dahin blieb ihre Neugier unbefriedigt.

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Der Plot ist beendet, nun muss der Smaragdzirkel nur noch seine Teile zusammen sammeln und die Heimreise antreten. Einige von und sind noch in Borlaus zu finden , während der Hauptteil der Einheit wieder in die Mondlichtung einkehrt.

Am Dienstag, 10.9 um 20Uhr werden wir unser Resümee in einer Zusammenkunft festhalten. Der optimale Zeitpunkt um uns ic für offizielle Aufgaben oder Unterredungen zu treffen…und auch einfach mit uns zu spielen! Also keine Scheu!

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