[RP-Geschichten] 🌙 Unter dem Sternenlicht - Auf den Spuren einer Reisegruppe

🌙 Vorwort

Willkommen zum Geschichtenthread rund um unsere kleine Abenteurergruppe namens »Anath’Aran«, darnassisch fĂŒr Heim verbundener Seelen. Hier halten wir ganz nebenbei Stationen und Erlebnisse aus unserem gemeinsamen Rollenspiel fest.

Den BeitrÀgen ist auch zu entnehmen, wo wir aktuell unsere Zelte aufgeschlagen haben - damit auch Du gerne mal vorbeischauen kannst!

Auch GĂ€ste der Gruppe dĂŒrfen sich eingeladen fĂŒhlen, hier ihre EindrĂŒcke zu hinterlassen - wir wĂŒrden uns ĂŒber eure BeitrĂ€ge freuen!



🌙 Schau doch mal vorbei!

Mehr ĂŒber Anath’Aran in der RollenspielĂŒbersicht 2023.




🌙 Vorlage

Formatierungsvorlage fĂŒr deinen Post
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> <div align="center"><small>Vorname, Nachname (Charakter)</small></div>
> <div align="center"><small>Standort</small></div>


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Hierhin kommt dein Text! AbsĂ€tze fĂŒgst du ĂŒbrigens mit <br> ein.
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Das sieht dann so aus:

Nette Überschrift
Vorname, Nachname (Charakter)
Standort
Hierhin kommt dein Text!

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Verzweiflung
Rhysos Dornenklang
Winterquell
In schneller Abfolge knackt der dunkelhaarige Kaldorei mit den drei verbliebenen Fingern. In Gestik und Mimik liegt eine gewisse Verzweiflung, wie er sich da ein Blickduell mit dem FrostsĂ€bler liefert, der nicht weit entfernt folgsam im Schnee Platz genommen hat. Nichtsdestotrotz scheint sich der Kaldorei bedroht zu fĂŒhlen, seine Antwort auf die mitfĂŒhlenden Worte dicht an seinem Ohr fĂ€llt allzu patzig aus:

„Wenn er mich so anstarrt, sehe ich SIE!
Okay, das war eine blöde Idee, ja? Ich gehe. Das ist zu viel!“,
zischt er zwischen zusammengebissenen ZĂ€hnen hindurch seine Begleiterin an. Noch ehe sie seine Hand erneut ergreifen kann zieht er die eigene zurĂŒck und wirbelt herum.

All seine Gedanken gelten nur noch der Flucht. Selbst als die Begleiterin mit durch den Schnee knirschenden Schritten aufschließt, wird er nicht langsamer. Stoisch nach vorne blickend nimmt er den Weg zurĂŒck nach Sternfall.

„Ja, vielleicht bist du nicht die richtige! Gut möglich, dass ich jemand anderen hĂ€tte fragen sollen!“.

Ihre Irritation auf seine harten Worte bemerkt er nicht. Auch nicht, dass sie ihm irgendwann nicht mehr folgt. Dessen wird er sich erst gewahr, als er im sicheren Haupthaus angekommen ist. Und dass er eigentlich etwas ganz anderes hĂ€tte sagen sollen. Doch die Zeit ist knapp. Sie mĂŒssen sich auf einen Kampf vorbereiten. Ob er sie noch suchen wird?

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Eichen voller Stolz, Monde voller Klingen
Bryn Borkenbrecher
Winterquell
Krrrk. Krrrk. Krrrk. Der unberĂŒhrte Schnee beugte sich ihrem beachtlichen Kampfgewicht und ließ sie jedes Mal um mehrere Zentimeter schrumpfen, bevor der Gewaltmarsch einen Weitergang fand. Der Weg durch die schneeverwehten Weiten war vor, obwohl nicht weit von der HĂŒtte entfernt, krĂ€ftezehrend.

Ihr GespĂŒr fĂŒr die Jagd hatte sie nicht verlassen: Die netzgeknĂŒpften Fallen, unter dem Neuschnee begraben, hatten zugeschnappt und ihnen die nĂ€chste Mahlzeit beschert. FĂŒnf Kaninchen waren es, die sie einsammeln konnte - der Rest der Netze war leer ausgegangen. GeĂŒbte HĂ€nde verschafften den Tieren ein schnelles Ende. "So wisse, dass diese Tiere keines sinnlosen Todes gestorben sind, Mutter Mond. Sie werden uns Kraft schenken fĂŒr das, was kommen wird."

Mit einem Brummen schĂŒttelte sie sich die rieselnden Flocken vom umhĂ€ngenden Pelz und macht sie mit der Beute kehrt. ZurĂŒck zum wĂ€rmenden Feuer, zu schĂŒtzendem Unterschlupf und Gesichtern, deren Namen sie schon wieder vergessen hatte. Klingenmond? Eichenstolz? Ja, sowas in der Art muss es gewesen sein.

ZurĂŒck an der HĂŒtte jedoch, da war keine einzige Elfenseele. Das Feuer nicht mehr als geschwĂ€rzte Asche, die WĂ€rme kaum noch zu erahnen. "Eh?", entfuhrt es der Kehle ungehalten. "Da renne ich in's Eis und das ist der Dank." Mit zeterndem Gemurmel legte sie neue Scheite fĂŒr ein Feuer zurecht und sah sich nach den Spuren der anderen Elfen um.

Allesamt davon fĂŒhrten hinab in das nahe Tal. Mit einer Kralle kratzte sie sich am verfilzten Schopf, die Verwirrung stand ihr ins Gesicht geschrieben. "Vielleicht hab' ich nur mal wieder nich' zugehört. Die wollten doch irgendeinen Ausflug machen, oder so. Einen Spaziergang? Ne, ein Training. Sowas halt." Ein Licht wollte ihr dabei nicht so recht aufgehen. Also blieb sie lieber hier bei ihrem lodernden Feuerchen, wĂ€hrend sie sich in mehrere Pelze einwickelte.
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Eine traumhafte Reise
Rhysos Dornenklang
DĂ€mmerwald/Sturmwind
Stundenlang saß der auf Reisen sonst so nervöse Kaldorei auf dem RĂŒcken des SĂ€blers, direkt hinter der angehenden Schildwache. Es hatte ihn lediglich eine kurze BerĂŒhrung, ein knappes, eher fasziniertes Zögern gekostet das Tier letztlich zu besteigen. Und jetzt reitet er wie selbstverstĂ€ndlich darauf. Es ist eine schier endlose Wanderung durch Schnee, zwischen riesigen Wurzeln hindurch, ein Portal passieren. Und als er schon beinahe an die Schulter der Schildwache gelehnt einschlĂ€ft - Pustet ihm plötzlich ein Urtum seinen waldigen Atem ins Gesicht.
Nachdem sie im DĂ€mmerwald derart begrĂŒĂŸt wurden, muss ihm die Schildwache vom SĂ€bler helfen - Seine Beine sind es nicht gewohnt, so lange breit zu sitzen und die ungewohnten Bewegungen auszugleichen. Breitbeinig folgt er den anderen an den Brunnen und ruht sich dort aus. Ab und an sucht sein Blick nach der Schwester, der er solches Unrecht angetan hat - Aber es ergab sich bisher einfach keine Gelegenheit, sie alleine abzupassen. Das GesprĂ€ch plĂ€tschert in Richtung Sturmwind. So vieles werden sie dort noch besorgen mĂŒssen, dass ihm der Kopf davon raucht. Und irgendwann verebbt es in der Sorge, dereinst vielleicht gegen die eigenen Leute kĂ€mpfen zu mĂŒssen.
So bleibt er letztlich mit der WĂ€chterin allein zurĂŒck und spricht mit ihr ĂŒber Erinnerungen. Davon, dass jeder gute Erinnerungen gebrauchen kann. Nun ist er - aber auch sie - um eine reicher.
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Netze auf meinem Haupt
Luhil, Mondschatten
DĂ€mmerwald/Dunkelhain
Luhil Mondschatten sitzt im Gras am Mondbrunnen und erholt sich noch von der vorherigen Reise. In ihrem Schoß ruht ein kleines orangefarbenes Eichhörnchen, das sich zu einer pelzigen Kugel zusammenrollt hat und fest schlĂ€ft.

Gerade eben war sie noch alleine, aber jetzt befindet sie sich plötzlich in Gesellschaft von den beiden BrĂŒdern, die sie am wenigsten kennt. Einen von ihnen traf sie, als sie durch ein Gift geschwĂ€cht war, und den anderen wĂ€hrend eines Illusionstrainings. Selbst unter normalen UmstĂ€nden hatte sie Schwierigkeiten, sich Namen zu merken... Wie hießen sie noch gleich?

Sie hatte keine Zeit, darĂŒber nachzudenken, denn bald gesellten sich noch zwei weitere Schwestern und ein Bruder zu ihnen, bei den Schwestern handelt es sich um die Mondpriesterin und ihre WĂ€chterin. Sie waren dazu bestimmt, die Vorhut nach Dunkelhain zu bilden und den Pfad zu sichern.

Luhil nimmt pflichtbewusst ihren zugewiesenen Platz in der Formation ein und befindet sich einmal mehr in der NĂ€he der Mondpriesterin. Als alle auf ihre SĂ€bel steigen, brechen sie auf. Der DĂ€mmerwald ist kein angenehmer Ort. Spinnweben zieren bald die Köpfe der Kaldorei, nachdem sie ihn betreten haben. Zu allem Übel begegnen sie einigen jener Kreaturen, die fĂŒr die Spinnweben in den BĂ€umen verantwortlich sind.

Luhil verliert schnell den Überblick ihrer Zahl. Sie ist keine KĂ€mpferin. Aber es scheint, als ob jemand anderes Opfer der Kreaturen geworden ist. Die kleine Vorhut entdeckt nicht weit von den Angreifern entfernt einen Kokon.

Luhil bekommt von der Mondpriesterin höchstpersönlich den Auftrag, den Kokon zu öffnen! Und nachdem die tapferen KÀmpfer mit den Angreifern fertig geworden sind, bewegt sich die dunkelhaarige Kaldorei schnell zum Kokon, um das Opfer zu befreien.

Die Gruppe siegt, jedoch kam die Hilfe fĂŒr den gefangenen Bauern leider zu spĂ€t.
Sie beschließen, ihn nach Dunkelhain zu bringen, damit sich seine Angehörigen verabschieden können.

Nach dieser Erfahrung wird Luhil sogar noch stiller als sonst, mit vielen Gedanken, die in ihrem Kopf wirbeln und sortiert werden mĂŒssen.

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Wiedersehen
Ayreath Klingenstolz
Sturmwind

„Du willst sie wirklich mitnehmen?“ erklang die unglĂ€ubige Stimme der alten Kriegerin und die Augen wanderten gar tadelnd die Gestalt der Mondpriesterin auf und ab. Eine Geste, die sich Außenstehende nicht gewagt hĂ€tten, die alte KampfgefĂ€hrtin aber sehr wohl. Sie waren schließlich unter sich und entgegen Ayreaths damaligen Bedenken hatte ihre Weihe zur Priesterin niemals das Band bedroht, welches sie mit der Tempelwache teilte.

„Ich weiß, was du denkst.“ schnaubte sie zur Antwort. „Und es waren auch meine ersten Gedanken. Aber wenn du ihre Augen gesehen hĂ€ttest, die von vollster Entschlossenheit sprachen
 wie könntest du ihnen den Kampf verwehren? Wie könntest du sie abweisen, ihnen nicht die Chance geben einen neuen Baum und damit eine heranwachsende Heimat zu verteidigen, wo ihnen diese Möglichkeit bei Teldrassil genommen wurde?“

Der Blick von Ayreath traf den ihrer alten Freundin und die Augenblicke der Stille fĂŒhlten sich gar wie eine Ewigkeit an. „Sie haben genau so viel Grund zu kĂ€mpfen wie wir. Shen und ich werden dafĂŒr sorgen, das sie die Geburt dieses Weltenbaumes mit eigenen Augen erleben dĂŒrfen.“ brach die Priesterin das Schweigen.

„Ja, das haben sie wohl.“ Ein langes, tiefes Seufzen ertönte. Man konnte der Kaldorei aus dem Gesicht lesen, wie viel sie von unerfahrenen BrĂŒdern oder Schwestern an derlei Brandherden hielt, aber immerhin sparte sie sich weitere Kommentare dazu. „Ich muss nach Val’sharah zurĂŒck und bei der Mobilisierung einiger Druideneinheiten helfen. Es wird höchste Zeit, das ich diese Stadt hier hinter mir lassen kann. Elyshar ist beim Orden gut aufgehoben, sie braucht meine Augen hier nicht mehr.“ Eine Pause erfolgte und die Kaldorei schwang ihren Seesack auf den RĂŒcken. „Wir werden uns dort sehen. Oder, Ayreath?“ erklang es dann mit ungewohnter Sanftheit in der Stimme und die Priesterin nickte. „Wenn nicht dort, dann am Fuße der neuen Wurzeln.“

Ein Schnauben, ein LĂ€cheln. Und die alte Kriegerin trat zur TĂŒr hinaus.

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GlĂŒhendes Erbe
Bryn Borkenbrecher
Sturmwind
"Was willst'n hier?", schnarrt der bĂ€rtige Zwerg, sein Gesicht voller Ruß und festgesetztem Dreck. Das Viertel hier schmeckte nach Stahl und ihm haftete der Geruch von Rauch an. "Ein GoldstĂŒck. Schmiede fĂŒr drei Tage.", raunzte die Elfe in grobschlĂ€chtigem Gemein. "Leg mal noch was drauf, Schnecke. Das Ding hier lĂ€uft nicht umsonst." Ihr entwich ein gutturaler Laut unter dem klaffenden Maul des BĂ€ren, das sie dort trug. Abzocker. "'nen A*schtritt.", offerierte sie großzĂŒgig mit dem Grinsen eines Raubtieres. "Heh. Euresgleichen lĂ€sst sich normalerweise nicht zu sowas herab. Gebt der Bande am Ende des Tages ein Bier aus, dann ist gut - ne?" Ein Handschlag mit einer MĂŒnze, die den Besitzer wechselt, besiegelt den Pakt. Dann kann auch sie endlich ans Werk gehen.

Die vorherrschende Hitze trieb den Geist der nahenden ErkĂ€ltung, die sie sich mit dunkler Nase in Winterquell eingefangen hat, mit den vom Gesicht fliehenden Schweißtropfen nahezu von selbst aus. Sie platzierte ihre Werkzeuge nach der Reihenfolge, in der sie jene gebrauchen wĂŒrde: Hammer, Zange, Kelle, BĂŒrste und natĂŒrlich der eigens geprĂ€gte Stempel mit grimmiger BĂ€rengrimasse. Danach breitete sie die Materialien aus, welche sie zuvor bei der Priesterin per Post bestellt hatte, bezahlt hauptsĂ€chlich aus dem Geldbeutel der Narbenvisage und dem gegen Fell ertauschtes Gold.

Ihre schwielenbesetzten Finger strichen ĂŒber das unverwĂŒstliche Leder, das seinem Namen allemal gerecht wurde. Abgezogen von Sauriern der Sengenden Schlucht - Biester, die dort seit Äonen ihr Unwesen trieben und in blubbernder Lava badeten, ohne sich eine Verbrennung zuzuziehen. Sie schnitt das Leder nach Augenmaß auf einem Tisch zu - gleich zwei Dutzend Lederlappen beachtlicher GrĂ¶ĂŸe, um Elfenleiber wie einen Wappenrock zu bekleiden. Mit verzaubertem Faden vernĂ€hte sie die StĂŒcke nacheinander.

Erst jetzt begann die Arbeit, fĂŒr die sie hierher gekommen war: Gleich zwei volle LeinensĂ€cke, gefĂŒllt mit den Schuppen niederer Drachkin. Andere Sorten waren gar nicht erst erschwinglich gewesen, schon gar nicht in so einer Anzahl. Einzig und allein wichtig war, dass diese Schuppen den brennenden Feuern von Zaubern standhalten konnten, ohne das der TrĂ€ger des ÜberwĂŒrfes in Flammen aufzugehen drohte. Mit hochgekrempelten Ärmeln und zurĂŒckgestecktem Haar begann sie die schweißtreibende Arbeit: Eine jede dieser Schuppen musste mit der konservierten Essenz eines feurigen Elementars bestrichen und beschlagen werden, bis sich diese Komponenten im zischenden Feuer der Schmiede zu verbinden wussten.

Sie selbst hatte nicht die geringste Ahnung, ob das, was sie tat, da richtig war. Schon vor Langem hatte sie sich mit AusrĂŒstung dieser Art auseinander gesetzt, doch bisher war sie der elfischen Schmiedekunst treu geblieben. Die Expedition in den Traum jedoch erforderte neue Maßnahmen, neue Techniken. Der Austausch mit einem Schmied der Dracthyr war langwierig und seine Skizzen so unverstĂ€ndlich wie seine ErklĂ€rungen, doch nach und nach verstand sie. Und dieses Wissen hĂ€mmerte sie mit jedem Schlag des Hammers in die glĂŒhenden Schuppen, ĂŒbergossen mit der wabernden Essenz eines elementaren Wesens.

Drei ganze Tage war sie dort zugange. Kleine Verschnaufpausen, in dem sie die Kelle benutzte, um auch sich etwas Wasser ĂŒberzugießen oder in dem sie ihre Kehle mit dem goldenen Gesöff der Zwerge kleidete, um sich wieder an die Arbeit zu machen. Letzten Endes saß sie nur noch dort - das Feuer der Schmiede schon lange nur noch glĂŒhende Kohlen - und kettelte die Schuppen aneinander, um sie auf dem zugeschnittenen Leder anzubringen. Am Ende, da verzichtete sie sogar auf ihren Stempel, der ihr dieses Werk zu eigen machen wĂŒrde. Stattdessen platzierte sie die jeweils grĂ¶ĂŸte Schuppe in der Mitte des Überwurfes und prĂ€gte einen Sichelmond hinein. Denn fĂŒr ihr Vorhaben wĂŒrden sie den Segen der Mondmutter benötigen - auf all ihren Wegen.

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Was nicht passt, wird passend gemacht?
Rhysos Dornenklang
Sturmwind
"Du hast nicht ins Bild gepasst. Und dennoch warst du drauf." *Wiederholt Rhysos knurrend, als er die Zielscheibe zurĂŒck zur Botschaft trĂ€gt. Im GesprĂ€ch mit dem fremden Druiden hatte er die Worte ruhig aufgenommen, aber nun da er sich abgekapselt hat, da regen sie ihn zunehmend auf.
Er erinnert sich an die Worte der angehenden Schildwache. Sie hatte etwas ganz Ă€hnliches geĂ€ußert - Nur nebenbei und sicher nicht mit Absicht. Er erinnert sich an die Elfe, die ihm so nahe schien. Und sich jetzt zunehmend von ihm entfremdet. Nun, das hatte er sich wirklich selbst zuzuschreiben.
Aber - Warum gerade jetzt diese philosophischen Fragen? War das nun der falsche Weg? War er schon auf die Nase gefallen - Oder stand ihm das sogar noch bevor?

Wollte er ins Bild passen.. und wollte das Bild das?

So sehr sie auch drĂ€ngen. Ersteinmal sollte es ums Überleben gehen. Das herauszufinden und letztlich zu entscheiden - Das wĂŒrde er auf spĂ€ter verschieben mĂŒssen.*
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Amirdrassil
Araedan Baumkron
SmaragdgrĂŒner Traum
Es war soweit - als der Druide des Zweigs den SmaragdgrĂŒnen Traum betrat, durchzog ihn ein GefĂŒhl der Ehrfurcht, das ihn dazu veranlasste, tief durchzuatmen. Die Luft war erfĂŒllt von der bestĂ€rkenden Essenz der Naturmagie und er konnte den Duft der Pflanzen und der uralten Hölzer in sich aufsaugen. In einem Moment der Ergriffenheit ging Araedan auf die Knie nieder. Seine HĂ€nde berĂŒhrten sachte das weiche, satte Gras und er spĂŒrte, wie die pulsierende Energie der Erde durch seine Finger strömte. Es war, als ob er mit jedem Kontakt die Lebenskraft dieses mystischen Ortes direkt in sich aufnahm und er fĂŒhlte sich, als ob diese Begegnung das letzte Mal Äonen zurĂŒck lag. Wie gewaltig zwanzig Jahre sich anfĂŒhlen konnten, abgenabelt von dieser besonderen Verbindung.

Wie ein Blinder strich er ĂŒber den Grund, als könne er so die jĂŒngste Geschichte des Traumes haptisch mit den Fingerkuppen nachlesen. So viel war geschehen, zerstört worden, ist neu entsprungen und er hatte zu viel davon verpasst, als er auf der Scherbenwelt weilte. Nur langsam begann sich sein Herzschlag auf den Puls des hiesigen Lebens einzustimmen und im Gleichklang mit ihm zu schlagen.

Baumkron erhob sich mit einem ambivalenten GefĂŒhl im Bauch. Einerseits fĂŒhlte er sich hier, im Schoß des Lebens sicher, andererseits stieg die Angst vor der Zerstörung dieses Systems rasant. Seine TrĂ€ume waren seit Wiederkehr wild und beĂ€ngstigend geworden, denn seine reine Vorstellungskraft sponn ihm Schreckliches vom Brand Teldrassils zusammen. Er hatte so viele Briefe geschrieben, aber so wenige Antworten erhalten und musste davon ausgehen, dass vielleicht die HĂ€lfte seiner Freunde und Verwandten in dieser Tragödie umgekommen waren oder zumindest als vermisst galten.

Der Heiler erhob sich und lief barfuß einige Pfade, bis er an einen der langen AuslĂ€ufer Amirdrassils gelangte. Er legte das Ohr an die dicke Wurzelrinde und lauschte dem FlĂŒstern, dass durch das Holz raunte, der nachhallenden Klage all der Seelen, die in den Tiefen der Wurzel ruhten. Ein Lied der Trauer und des Widerstands, ein Meilenstein der Geschichte, besungen gegen das Vergessen. Bevor er drohte, in diesem Fluss der Trauer zu versinken, riss er sich von der Wurzel los und sah zu den anderen.

Sie alle waren gezeichnet von Verlust und Angst und doch standen sie hier, bis an die ZĂ€hne bewaffnet, voller Sorge und Hoffnung im Herzen. Kampferprobte Ältere und ungestĂŒme Jungspunde, bereit dieses kollektive Erbe zu verteidigen - denn wenn nicht hierfĂŒr im Kampf sterben, wofĂŒr dann?

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Brennender Albtraum
Ayreath Klingenstolz
SmaragdgrĂŒner Traum

„Atmen. Nicht die Augen schließen. Atmen.“ Sie wiederholte die Anweisungen, die sie nur zu oft selbst gab in ihrem hallenden Geiste. „Ich hab’s gleich, nur noch ein kleines StĂŒck!“ drang es außerdem an ihre Ohren, wĂ€hrend sie weiter das Mantra sprach. Atmen. Nicht die Augen schließen. Atmen.
Ein heftiger Ruck durchfuhr ihren Körper und der Schmerz drang in die tauben Beine zurĂŒck. Der massige SchĂ€del mit der vorderen Flanke eines SĂ€blers hatte ihr das GefĂŒhl mit der Zeit geraubt. SĂ€bler? Ihr Körper protestierte, doch die Augen ruckten hektisch umher. UnfĂ€hig, ihr Ziel zu erfassen, sackte der Kopf zurĂŒck ins Gras. Der Kampf entwich aus ihren Knochen und machte Platz fĂŒr all die Sinne, die nun zu ihr zurĂŒck kehrten.

„Er ist es nicht.“ hörte sie, wĂ€hrend der Gestank verbrannten Fleisches in ihre Nase drang. Ihres Fleisches. Der Kopf hob sich erneut, als sich ein Arm darunter her schob. Sie schmeckte das Holz auf ihrer Zunge, in dessen harte Fasern sie ihre ZĂ€hne trieb. „Achtung.“ Erneut waren Worte gesprochen, die nicht ihre waren und obwohl sie die Situation nicht zur GĂ€nze erfassen konnte, so wusste sie, was sie bedeuteten. Der Kiefer mahlte und biss sich fest, wĂ€hrend die Kehle den Schmerz bekundete, der durch ihre Muskeln zuckte. Kaum wart ihr Körper auf dem felligen RĂŒcken eines Tieres gebettet, erfassten ihre Augen das Ausmaß schemenhaft, in welchem sie sich befand.

GlĂŒhende Erde, verbranntes Gras, verkohlte Wurzeln. Und all das dort, wo vor wenigen Minuten noch das ĂŒppige GrĂŒn des Traumes sie umhĂŒllte. Wieder ein Schmerz, ein stummer Schrei und die Dunkelheit ĂŒbermannte sie.

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Lodernde Zweifel
Bryn Borkenbrecher
SmaragdgrĂŒner Traum
Der entfesselte Zorn der geisterhaften Umbraklaue drohte, mit jedem weiteren Funken auch Bryn in Brand zu setzen. Die Worte der angehenden Schildwache hallten in ihrem Geist: Wir töten nicht aus Spaß. Nein. Aber wir töten fĂŒr einen Grund.

Ihr Griff um die eisernen Ketten, die sie um den VerrÀter gezogen hatte, festigte sich. Die flammend gefÀrbte Haut hatte sich unter dem Stahl schon nahezu blÀulich verfÀrbt und die Adern waren unter der StÀrke der Fesseln hervorgetreten.

Keine Gnade fĂŒr diesen Feigling - nicht jetzt, nicht jemals. Der Flammendruide sah zu seinen gefallenen Freunden und sprach ein leises Gebet; da packte ihn die Elfe an seinem Schopf und brachte ihn nah an das eigene. blutverschmierte Gesicht. "Elune hört nur denen zu, die sich ihrem glorreichen Licht zugewandt haben, kleines FlĂ€mmlein."

Wie gerne wĂŒrde sie seine Flammen ersticken, seine Glut zerteten, bis nur noch Asche ĂŒbrig war. Kleine, rieselnde Flocken unter ihrer Sohle - vergessen beim nĂ€chsten Hauch des Windes. Nur das gebĂŒhrte diesen verlorenen Seelen: Vergessenheit.

Abermals hatte die Gruppe unfassbares GlĂŒck - wenige Momente mehr und die Flammendruiden hĂ€tten den Geist der Umbraklaue derart im Feuer verdreht, dass ihr Zorn ihnen untertan gewesen wĂ€re. Dabei war das Grinsen der blutberauschten Elfe umso breiter, als sich die Wurzeln des Geistes um den Druiden schlangen und drohten, ihn schlichtweg im Boden zu versenken. Er wĂŒrde bekommen, was er verdient: Still von der OberflĂ€che zu verschwinden.

Die Worte ihrer Kameraden drangen nur spĂ€rlich an ihre Ohren: "Halt." - "Wartet." - "Moment!" Ein Blick hinĂŒber - sie sah bloß SchwĂ€che und konnte darĂŒber nur ein mĂŒdes Schnauben Ă€ußern. Achtlos hatten sie zuvor das Blut der VerrĂ€ter vergossen, nun wollten sie ihn retten? Sie sah hinab zu dem sich windenden Flammendruiden, der allmĂ€hlich von Erdbrocken, Steinen und WurzelstĂŒcken begraben wurde.

...und ehe sie sich versah, hatte sie ihre Pranken um seine Gestalt gelegt und zog ihn mit aller Macht aus seinem erdigen Grab - zur Erleichterung der anderen. Zorn machte sich in ihr breit: Das war nicht ihre Entscheidung gewesen. Der Wille der Geschwister - ausgefĂŒhrt mit derartigem Widerwillen, dass sie die fesselnden Ketten des VerrĂ€ters auf dem RĂŒckweg nur noch enger schnĂŒrte.
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Zu viel ist zu viel
Ayreath Klingenstolz
SmaragdgrĂŒner Traum

„So können wir nicht weiter machen, es tut mir leid. Wir haben nichts mehr, was wir ihnen entgegen setzen könnten.“ Es schmerzte, die Worte auszusprechen, aber sie waren die richtigen. Die richtige Entscheidung. „Dieser Angriff hĂ€tte uns allen das Leben kosten können. Unsere, wie auch Eure. Ein zweites Mal kann ich das unter keinen UmstĂ€nden verantworten. Nicht in dieser Konstellation, nicht ohne -irgendwas-.“

Der Zauberschutz konnte gewoben werden, doch ob er reichen wĂŒrde, um den GrabhĂŒgel weiter ohne die Hilfe der Kaldorei zu verteidigen? Fraglich, aber darĂŒber durfte sie sich in diesem Moment keine Gedanken machen. Die Dryade verstand, die HĂŒter ebenso. Aus ihnen sprach tiefster Dank fĂŒr das Risiko, welches sie fĂŒr die Kinder des Cenarius eingegangen waren, doch mehr wĂŒrden auch sie nicht verlangen.

Es waren nur ein paar wenige Stunden, welche die Kaldorei am GrabhĂŒgel verblieben. Wenige Stunden, um den letzten Kampf zu verdauen und darauf zu hoffen, keinen weiteren fĂŒhren zu mĂŒssen, so lange die ersehnte Sicherheit auf sich warten ließ. Letztendlich konnten sie sich durch die Hilfe zweier grĂŒner Jungdrachen in Yseras Auge wiederfinden; auf schnellen Schwingen in vorlĂ€ufige Sicherheit und mit der Aussicht auf neue AusrĂŒstung.

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Ein neues, altes Kapitel
Shendori Schattennacht
SmaragdgrĂŒner Traum
"Verzeiht - es ist nicht viel, was wir euch ĂŒberlassen können." Als die Elfe mit der nackten Daumenkuppe entlang der Schneide der mondgestĂ€hlten Klinge fuhr, um den SchĂ€rfegrad erahnen zu können, neigte sie ihr Haupt in tiefer Verbundenheit. "Es ist mehr als genug - mein Dank ist Euch gewiss." Abermals zog die Karawane unter dem Schutz von Dryaden weiter, um die umliegenden Lager der Geschwister anzufahren - ihre gefĂ€hrliche Route war hiermit noch nicht ganz vorbei.

Das Augenmerk der silbernen Mondscheiben ruhte auf der Kiste, welche sie von der LadeflĂ€che gezogen hatte. Unter einer dicken Staubschicht, welche bei der kleinsten BerĂŒhrung rieselte, war ein alter Bekannter verborgen. GrĂŒn wie die unerschöpfliche Hoffnung, Silber wie das Licht der Mutter im Mond und Gold wie der ungebrochene Stolz der Sternenkinder - ein Ornat der WĂ€chterinnen.

Bei diesem Anblick konnte sie sich den Gedanken nicht entziehen, die sich da wie ein Sturm in ihr zusammen brauten: Eine ewige BĂŒrde. Eine erdrĂŒckende Verantwortung. Ein Schicksal ohnegleichen. Hin und her ruckte der Kopf und sie ersetzte diese Assoziationen mit neugewonnener Klarheit des Geistes: Eine ehrenhafte Aufgabe. Dem Volk verbunden und ergeben, ein Leben lang.

Als sie den einer Eule nachempfundenen Helm aus der Kiste hob und ihn in dem trĂ€umerische Licht der Umgebung betrachtete, da begriff sie erst, wie lange sie diese Farben schon nicht mehr getragen hat. FĂŒr mehrere Jahrzehnte hat sie auf jene verzichtet - aus gutem Grund. Seit jeher war sie eine Klinge in der Dunkelheit, ein lauernder Dolch in der Finsternis.

Nun jedoch... sie sah hinĂŒber zu ihren GefĂ€hrten. BrĂŒder und Schwestern - so unberĂŒhrt von der Hymne sĂ€mtlicher Schlachten, dass es ihr das Herz brach, sie jemals in eine gefĂŒhrt zu haben. Mit einem Mal war es ihr aufrichtigster Anspruch, aus den schĂŒtzenden Schatten in das leitende Licht zu treten, um ihnen nicht nur ein Schwert, sondern auch ein Schild zu sein. Als sie in die Augen der stĂ€hlernen Eule starrte, da sprach sie erneut einen Schwur.

Schenk mir dein Silberlicht, Mutter Mond.
Erleuchte den meinen Weg auf ein Neues,
auf das ich auch ihnen ein Stern sein kann.

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Gesang der Ahnen
Rhysos Dornenklang
Amirdrassil

Ein weicher Klang, zart streichelt er die Seele. Der Frieden der Ahnen, der ihm zuteil wird, verwirrt ihn. FĂŒr wenige HerzschlĂ€ge lang fĂŒhlt er sich eins mit Ihnen, mit den Wurzeln unter ihm, der Krone ĂŒber ihm.

Aber der Eindruck wĂ€hrt nicht lange. Er wird sich gewahr, dass er ein eigenes Wesen ist - Und dieses Wesen wird immer noch gebraucht. Sein verirrter Blick erfasst das lautlose Geschehen, fĂ€llt in all dem GetĂŒmmel der Flucht der Feinde auf eine Schildwache, die sich in der Stille krĂŒmmt. Seine Beine tragen ihn in herrlicher Leichtigkeit durch das restliche Glitzern des Mondfeuers auf sie zu. Da ist eine Menge Blut an ihrem Bein. Er drĂŒckt die behandschuhten HĂ€nde darauf. Beide, das ist wichtig, denn die drei Finger einer reichen nicht aus, um die Wunde zu bedecken. Der Fluss versiegt, ein Bach rinnt dennoch zwischen seinen Fingern hervor.

Jubel reißt ihn aus seiner Trance, der Weltenbaum, er ist hier, er ist echt, er hat die Schwelle ĂŒbertreten. Sie jubeln vor Freude, sie haben gesiegt. Er sieht wieder herunter, und ihm wird ĂŒbel. Die Schildwache ist ohnmĂ€chtig geworden. Wenn niemand ihr hilft - Wird sie nicht gesiegt haben. Er flucht so lange, bis der Jubel verebbt - Und dann ruft er: "Wir brauchen hier Hilfe!"


„Hilfe
?“ Hört er ein leises Echo seines eigenen Traumes neben sich. Er öffnet die Augen, hebt den Kopf von dem weichen Bett und sieht ĂŒberrascht, dass die Schildwache ihn im Schummerlicht des Lazaretts schwach anblinzelt. Sie hat seine Hand ergriffen. So schwach, und doch bestimmt.

„
Brauchst du
 Hilfe?“, wiederholt sie schwach mit glĂ€nzigen Augen. Er begreift wieder erstmal nicht. Und dann fĂ€llt der Groschen. TrĂ€nen sammeln sich in den eigenen Seelenspiegeln: „Ich? Aber nein
 Ich bin - nur mĂŒde
“, antwortet er flĂŒsternd. Die Schildwache kann sich ein zittriges LĂ€cheln abringen: „Das ist gut. Schlaf weiter, wenn du willst. Wir sind alle
 mĂŒde. Es ist schön, dass du hier bist. Bitte lass mich nicht los.“. Er blinzelt die TrĂ€nen fort, sie rinnen ĂŒber seine Wange. Und sie halten sich weiter die HĂ€nde.

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So viel Zeit und so wenig gelernt
Tluth Nachtklaue
SmaragdgrĂŒner Traum
Er wusste nicht genau was er an diesem Kerl fand, dem er ohne großes Zögern in den Traum folgte. Er konnte auch nicht sagen was dieser junge Druide an sich hatte, durch den er seine Grenzen ĂŒberschritt und sich fast dahinter verlor. Oder die Neugierde in den Augen der jungen SchĂŒtzin. Er fragte sich oft wann dieser Funke darin verschwinden wĂŒrde und die ErnĂŒchterung der Zeit ihren Platz fand. Auch das Gespann aus Priesterin und Anhang hatte er bereits so oft gesehen. Es hatte lediglich immer andere Namen. Und doch war diese ganze Gruppe etwas, was ihn dazu bewegte nicht wieder allein zu sein.

"Ich bin nur mĂŒde..." Die Worte hallten an seine Ohren und die Krallen setzten seine Gestalt ein StĂŒck weiter nach rechts. Rhysos erinnerte ihn so oft an sich selbst und doch wĂŒnschte er sich so oft, dass es nicht so wĂ€re. Am Ende passte er recht wenig in ihre Reihen und so war es auch oft Verwirrung gemischt mit Dankbarkeit, dass sie ihn trotz seiner Marotten akzeptierten. Nichts, was er je irgendwem gesagt hĂ€tte.

Die Wochen waren lang und auch wenn die MĂŒdigkeit ihm nicht fremd war, hieß er sie trotzallem willkommen. Denn sie war auch irgendwie ein Abschluss. Wenn man Großes geleistet hatte, durfte man mĂŒde sein. Eine Schlacht war vorbei, Narben auf Körper und Seele waren gemacht. Man durfte mĂŒde sein. Und er war es auch. Schon immer, seit Jahren und nun noch ein wenig mehr.

FĂŒr all die, mit denen er reiste, wĂŒrde er vermutlich weiterhin Dinge tun, die ihn im nachhinein verwirrten. Und vermutlich wĂŒrde er sie auch, immer mal wieder, durch das was er ist, enttĂ€uschen. Aber so lange er hier sitzen konnte, auf einer Erhöhung und die beobachten durfte, die das widerspiegelten, was sein Volk seit Jahrhunderten war, reichte ihm das aus.

Sie durften seine SchwĂ€che sein und er dafĂŒr ein Riss in ihrer stabilen Mauer.
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Erstickte Flammen
Shendori Schattennacht
Valdrakken
Der Ausblick ĂŒber den Wolken der drakonischen Hauptstadt vermochte einem den Atem zu rauben: Mit verzauberter Leichtigkeit schwebende GebĂ€ude, hochgewundene TĂŒrme, deren Spitze den Horizont zu berĂŒhren wussten und das GebrĂŒll ferner Drachen vor dem Hintergrund einer getĂŒnchten DĂ€mmerung, bloß dem Auge eines wahrhaftigen KĂŒnstlers wĂŒrdig, der sie mit seinem feinen Pinselstrich festhalten konnte.

Auf einer Terrasse, umgeben von wuchernden Wurzeln, geflochtenen Ranken und immerblĂŒhenden Blumen saß eine unerschrockene Elfe, der Kante vor dem Abgrund mit den baumelnden Beinen nĂ€her, als es den meisten lieb gewesen war. Gehalten zwischen den Fingerkuppen war der abgeplatzte Splitter eines dunklen Hornes, den sie dort seit Stunden zwischen den Fingern wandern ließ. Seine FĂ€rbung so dunkel, dass er jedes Licht zu schlucken vermochte - sogar an einem sorgenlosen Tag wie diesem. Bloß eine felgeschlagene Ader glĂŒhte weiter in diabolischem GrĂŒn - ein Feuer, das nie erlischt.

Ein nahezu vergessenes GefĂŒhl der Friedseeligkeit legte sich wie ein schmiegsamer Mantel um die Schultern der WĂ€chterin, als sie den Splitter in ihre HandflĂ€che kullern ließ und ihn mit den Fingern einschloss. Es war endlich vorbei. Noch immer pulsierte er vor unnatĂŒrlicher Hitze, die er wohl nimmermehr verlieren wĂŒrde. Doch vielleicht gerade deshalb war es nahezu tröstlich, ihn bei sich zu behalten.

Erst jetzt wurde sie sich der Umgebung wieder gewahr - der Tag neigte sich schon fast dem Ende zu, als das Licht der DĂ€mmerung vom blauen Schatten der Nacht verschluckt wurde. "Seltsam.", flĂŒsterte sie dann mit belegter Stimme, heiser vom seltenen Gebrauch. Ihr Geist war beseelt von Ruhe, fernab jeder Reue. Der Gedanke daran, das Kapitel dieses staubbedeckten Buches zu schließen, um das Buchband ordentlich in die Reihen vieler erlebter Geschehnisse einzuordnen erfĂŒllte sie mit... Frieden. Wie viele dieser Werke sie wohl noch mit ihrer tiefschwarzen Tinte fĂŒllen durfte?

„Sei unbesorgt, Mishuna-rah. Wir werden noch das ein oder andere Kapitel schreiben.“

Noch einmal ĂŒbte sie Druck auf den in der Faust eingeschlossenen Splitter aus, ehe er spurlos verschwand - nicht jedoch die WĂ€rme, die er schon zuvor hinterlassen hatte.

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Wir mĂŒssten es besser wissen
Tluth Nachtklaue
Bel'Ameth
Eine ganze Weile saß er dort am Wasser und beobachtete all die Seelen, die sich in den Wurzeln des Baumes verirrten und umhertanzten, als wĂŒrde es sie nicht kĂŒmmern. Vergangene Tage, die sie hinter sich gelassen hatten, wie den Tod selbst. Immer mal wieder hallten dabei die Worte durch seinen Geist, die daran nagten wie ein Ungeziefer an einem Loch, welches bereit war zu brechen und den Weg in die Speisekammer freigab.

"Vielleicht haben sie einem einfach nichts zu sagen."

Jetzt in der Zeit, wo er den Frieden förmlich schmecken konnte, gab es so viel Zeit. Zeit zum Nachdenken und es gab nichts, was ihn dabei unterbrach. Es war ruhig, es war still und der Kopf entwickelte sich und die Gedanken darin ebenfalls. Also dachte er darĂŒber nach, ĂŒber all die Namen die er ĂŒber die Jahrhunderte kennenlernte und verloren hatte. Wenn sie hier wĂ€ren, wĂŒrden sie es ihm verdeutlichen? All diese Lichter zu sehen ließ ihn ĂŒberlegen, ob eines vielleicht fĂŒr ihn wĂ€re. Eines oder drei. Doch am Ende hatte sie ihm eventuell alle nichts zu sagen. Und er ihnen auch nicht.

Frieden hatte einen faden Beigeschmack. Denn er ließ einen auf Dinge hoffen, fĂŒr die man im Krieg keine Zeit hatte. TrĂ€ume und Erwartungen die an der stetig fest gebauten Fassade rĂŒttelten, die StabilitĂ€t schuf und SchwĂ€chen ausmerzte. Etwas, was dem Druiden in der Kehle stecken blieb und alles Andere als zufrieden stimmte. Es machte ihn weich, er merkte es und er konnte es weder greifen noch verarbeiten. Und so starrte er.
Tausend helle Funken ĂŒber ihm und kein Wort an seinem Ohr und in seinem Geist. Nichts war da, außer das penetrante RĂŒtteln an Herz und Geist, welches sonst immer vom Krieg vertrieben wurde. Also erwischte er sich bei einem kurzen Aufflammen eines Gedankens und schob gleich innerlich eine Entschuldigung an die nach, mit denen er nun seinen Alltag teilte:

Wann gibt es endlich wieder Krieg?
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Eine BerĂŒhrung mit Bedeutung
Aurora Revelis
Bel`ameth
Das Prickeln wird in der Luft um die fein gekleidete Elfe herum sichtbar, arkane Entladungen, Funken. Einer davon berĂŒhrt eine der weißen StrĂ€hnen, die sich aus dem Zopf gelöst haben, und versengt sie gnadenlos. Es stinkt ganz fĂŒrchterlich:

"Du willst eine BerĂŒhrung mit Bedeutung? Bist du auch bereit, sie anzunehmen?" ,

in dem Moment als sie wieder fest steht, in dem klar wird, dass sie keine weitere Frage stellen wird, holt sie schon zu einer schallenden Ohrfeige aus.

Die Wange erhĂ€lt das dunkel verfĂ€rbte Mal in Form einer zierlichen Hand. Der Schlag wird ohne Gegenwehr hingenommen. Auch die Wangen der ĂŒblicherweise blassen Elfe haben ein tiefdunkles, empörtes blau angenommen. Ein paar Funken stieben noch um sie herum, richten aber keinen weiteren Schaden an, wĂ€hrend sie sich die HandflĂ€che wutschnaubend reibt. Ihre Augen scheinen ihr GegenĂŒber nach dem Schritt zurĂŒck nicht mehr zu finden. Aber es ist ihr auch nicht lĂ€nger wichtig. Nach einigen AtemzĂŒgen dreht sie sich in eine andere Richtung. Und obgleich ihr GegenĂŒber noch eine herablassende Erwiderung fĂŒr sie ĂŒbrig hat, straft sie es nun mit Schweigen.
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Ein verlorener Sohn
Aurora Revelis
Amirdrassil

"Ich.. habe es vergessen. Ich habe deine Antwort darauf vergessen."

TrĂ€nen der Fassungslosigkeit steigen in den azurblauen Augen auf. Wie konnte sie ein derart wichtiges GesprĂ€ch nicht erinnern? Gewiss, andere wĂŒrden sagen in Anbetracht der UmstĂ€nde
 Nicht aber Aurora. Inakzeptabel. Unmöglich, eine untragbare Schande und eine gefĂŒrchtete Gefahr. Sie berĂŒhrt mit dem Daumen die Fingerspitzen. Alle noch da? Ist es Wahn - ist es Wahrheit?

Als ihr GegenĂŒber sie ablenkt, missversteht und im Plauderton weiterspricht platzt ihr in Sekundenbruchteilen endgĂŒltig der Kragen. Sie ballt die Hand zur Faust, Wahn oder Wahrheit, völlig egal. Jetzt und in diesem Moment zĂ€hlt nur eines:

„Ich will wissen, ob er noch lebt!“

Nur wenig spĂ€ter kehrt die ohnehin schon geisterhaft anmutende Shen`dralar noch blasser zum Zelt zurĂŒck als sonst - mit einer blutenden Fußsohle und schweigsam wie die Nacht.


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BĂ€ume sprechen nicht
Keilyn Eichenmond
Bel‘ameth
_Das ist jetzt deine Aufgabe. Höre ihm zu._

Wie lange war sie eigentlich schon in Bel‘ameth? Einige Wochen dĂŒrften es nun sein

Wie lange kannte sie schon diesen einen Baum, der als GedenkstÀtte auserkoren und von der Mondpriesterin gesegnet wurde? Er kam ihr allmÀhlich wie ein alter Bekannter vor.
Wie jede Nacht folgte sie mit einem Buch unter dem Arm und einer Karaffe in der Hand dem gewundenen Weg den HĂŒgel hinauf. Oben angekommen machte sie sich daran die kleine Karaffe mit Wasser aus dem dortigen Bachlauf zu fĂŒllen. Sie bewegte sich geschwind an den Steinen, GrĂ€sern und BlĂŒten vorbei, die sie nach all den Besuchen nur zu gut kannte. Unter ihren nackten FĂŒĂŸen verschwand mehr und mehr der grĂŒne Rasen und das saftige Moos und die kĂŒhle, blanke Erde umschmeichelte zunehmend die Fußsohlen. Die BogenschĂŒtzin war mit ihrem Ritual sicherlich ein Grund fĂŒr die Verbreiterung und Vertiefung dieses Trampelpfads geworden.
Ihr Ziel war groß, alt, prĂ€chtig, weise
. schweigsam. Die große BlĂ€tterkrone ĂŒberragte das Silberblatt wie ein schĂŒtzendes Dach, wĂ€hrend die breiten Äste wie eine willkommenheißende Umarmung anmuteten.
Keilyn kniete sich vor eine der starken Wurzeln, welche so groß war, wie ein Elekkbein und sich mit allen KrĂ€ften an den Felsabrund festkrallte. Der große Baum war mit der Zeit in eine deutliche Schieflage geraten, doch es schien ihn nicht zu kĂŒmmern. Ruhig und erhaben thronte er am Abgrund.
Es ging nur ein kurzer Blick in das GeĂ€st und schließlich neigte sich das weißhaarige Haupt der Kaldorei und sie besah wie das kĂŒhle Nass aus der Karaffe auf die Wurzeln floß, die Rinde benetzte und sie tief braun fĂ€rbte.
Gierig wurde das Wasser aufgesogen und erst als der letzte Tropfen eingedrungen war, atmete die Elfe auf. Es fĂŒhlte sich jedes Mal so an, als wĂ€re ihr Geschenk akzeptiert worden.
Die kĂŒhlen langen Finger fuhren ĂŒber die angenĂ€sste Rinde



Hab Geduld


Unter einem tiefen, schweren Seufzen griffen die Finger mehr um die raue, feste Rinde bis schließlich die HandflĂ€che vollstĂ€ndig auflag. Das BlĂ€tterwerk oberhalb ihres Kopfes raschelte - doch war es eher ein Gruß des Windes, als des Baumes. Die zweite Hand folgte und kurz darauf schloß die Kaldorei die Augen so fest, dass sich kleine blinde WĂŒrmchen vor ihrem inneren Auge bildeten und zu tanzen begannen.
„Komm schon

“ wisperte sie 
. „bitte
. endlich
.“ Die Nacht war still. Nur das Rascheln der BlĂ€tter untermalte dieses Aufeinandertreffen von angehender Schildwache und majestĂ€tischem Baum. Wenige Minuten verstrichen und Keilyn riss die Augen wieder auf. Das Bild war verschwommen und es dauerte einen Moment, bis sie erkannte, dass sie weiterhin vor dem unbeugsamen Stamm saß. Die blitzbemalte, rechte Hand griff nach dem BĂŒchlein, welches hier und dort ein paar gepresste BlĂ€tter als Lesezeichen vorweisen konnte. Rasch wurde mit einem Daumenstreichen die eine ausgewĂ€hlte Seite aufgeschlagen. Das Augenlicht huschte konzentriert ĂŒber die Buchstaben, ehe es ein dumpfes - bapp- GerĂ€usch gab und das Buch nach dem einhĂ€ndigen Zuschlagen zur Seite gelegt wurde.
Erneut legte der Eichenmond beide HĂ€nde auf die Rinde, presste sie in die grobe Maserung der Baumhaut, dass es bereits schmerzte. Wieder schloß sie die Augen.

„Bitte
“ flĂŒsterte sie zunehmend flehender. „Ich höre doch zu. Sprich doch bitte mit mir

Bitte
“, bebten die Lippen. Unter zusammengepressten Lidern bildeten sich kleine, glitzernde Tropfen
 Als die Kraft ihren Körper nach vielen AtemzĂŒgen des Ausharrens verließ, löste sie ihre HĂ€nde von der Rinde. Die stolze Baumkrone - sie schweigte immer noch. Als die Seelenspiegel die eigenen HĂ€nde betrachteten, rann der Schmerz und die Verzweiflung aus ihren Augenwinkeln ĂŒber die Nase und die Wangen herab.
Die blasse, weiß-graue Haut ihrer HĂ€nde bildeten die tiefen Furchen und Rillen der Rinde ab und nicht wenige Stellen drangen in ihren Schutz ein, dass nun dunkelvioletter Lebenssaft aus den feinen Schnittwunden trat.
Die Wangen und die Ohrenspitzen der jungen Elfe verdunkelten sich, als sie wundentbrannt mit blutverschmierten HÀnden das Buch zu fassen bekam und es unter gequÀltem Aufschrei gegen einen Felsen donnerte und die bunten Lesezeichen wie ein Feuerwerk auseinanderspieen.
Auch dieses konnte nicht helfen.

„BĂ€ume reden nicht mit mir!“, rief sie wĂŒtend, die HĂ€nde zu FĂ€usten geballt. Nur die TrĂ€nen ihrer Wut wagten sich noch vor und wurden schließlich abgelöst von denen der Hoffnungslosigkeit. „Sie
 sie reden nicht. Sie können mich nicht hören und ich sie nicht. Sie
.“ das Silberleuchten ihrer Augen ging auf die nassen Wurzeln, welche ihre milde Gabe erhalten hatten. „
 sie bemerken mich nicht.“

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