Waidmannsheil! 🌿 Ein Guide zum Thema Jagd

Vorwort


Horrido, ihr lieben Goldigen! Nachdem es vor einiger Zeit mal um einen Guide zum Thema Jagd ging, habe ich mich hingesetzt und einen solchen geschrieben. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass es eine Engine-Klasse mit dem gleichen Namen gibt, deren Low-Power Auslegungen (bspw. Trapper oder JĂ€ger in einem Lehen) dem ganz gewöhnlichen Waidmann der echten Welt nicht völlig fremd sind, erscheint mir so ein Guide durchaus hilfreich. Gleichzeitig stolpert man iC hin und wieder ĂŒber eher fragwĂŒrdige Aussagen eigentlich fachkundiger Personen, denen ich hiermit etwas unter die Arme greifen möchte. Leider fokussieren sich die meisten Darstellung von JĂ€gern, bzw. der Jagd in Azeroth darauf, wie geil es doch ist, möglichst viele Tiere ĂŒber den Haufen zu schießen (looking at you, Nesingwary). Dass zu dem Thema aber noch wesentlich mehr gehört, möchte ich im Folgenden erlĂ€utern.

Sehr viele Inhalte dieses Guides basieren auf meinem Wissen und meinen jagdlichen Erfahrungen im Real Life, sowie meinem geliebten Ratgeber „Vor und nach der JĂ€gerprĂŒfung“ (siehe Quellen unten).

Nach Referenzen und Pendants, von zum Beispiel Wildtieren in Azeroth, habe ich aktiv gesucht. Ich bin allerdings keine Person, die extrem gut in der WoW-Lore bewandert ist. Viele von euch Lesern werden, verschiedene Themen betreffend, wesentlich mehr Ahnung haben. Daher an dieser Stelle der ausdrĂŒckliche Aufruf: Wenn DU ein Detail kennst, das diesen Guide ergĂ€nzen könnte, dann kontaktiere mich bitte unter Angabe der Quelle, via Discord an Fang from the Nunakin#0001.

Weiterhin muss erwĂ€hnt werden, dass viele Dinge in diesem Guide wohl am ehesten auf die Jagd und JagdausĂŒbung in den menschlichen Kulturen schließen lassen. Das liegt vor allem daran, dass Flora und Fauna in den Menschenreichen am ehesten mit unserer RL-Umwelt vergleichbar sind (Königreich Sturmwind, Kul Tiras, Alterac etc.). NatĂŒrlich steht es auch Spielern anderer Rassen frei, sich geeignet erscheinender Inhalte dieses Guides zu bedienen.

Um nicht in Konflikt mit den Forenregeln zu geraten, werde ich gewisse Themen wie Fortpflanzung und die Nennung einiger Körperregionen aussparen, auch wenn diese, im Hinblick auf Wildbiologie und -krankheiten, natĂŒrlich eigentlich sehr wichtig sind. Den letzten Teil dieses Guides werde ich fĂŒr Fragen reservieren, die möglicherweise in weiteren Posts dieses Threads gestellt werden.

Eines ist dabei mir ganz wichtig: Ich liefere hier ein Angebot an euch, Dinge in euer Rollenspiel einzubinden. Was ihr davon tatsĂ€chlich umsetzt, ist natĂŒrlich absolut eure Sache. Wenn ihr etwas anders bespielen wollt, sei es aufgrund der allgemeinen Andersartigkeit Azeroths gegenĂŒber unserer Welt, weil es nicht zu eurer (Plot-)Narrative passt oder schlicht „Weil Magie“, dann ist das natĂŒrlich vollkommen legitim. Viele der Inhalte hier werden im allgemeinen Rollenspiel kaum einen Platz finden. Vielleicht gibt es aber doch dann und wann Momente, in denen ihr auch auf eher spezielle Inhalte dieses Guides zurĂŒckgreifen möchtet oder sie eignen sich, um den Hintergrund eures Charakters oder den Aufbau und die Organisation eures Lehens o.Ă€. etwas mehr auszuschmĂŒcken.

Ich behalte mir vor, diesen Guide zwischendurch zu editieren; also Dinge hinzuzufĂŒgen, zu entfernen oder umzuformulieren. Ferner erhebe ich keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit und behalte mir ebenso vor, irgendwo auch mal FlĂŒchtigkeitsfehler untergebracht zu haben.

Und wenn mir Jemand sagen kann, warum die AbstĂ€nde zwischen den einzelnen Aufklapptexten manchmal unterschiedlich groß sind, wĂ€re ich fĂŒr Hilfe sehr dankebar >:(

Ah, und: 99.000 Zeichen sind das Maximum fĂŒr einen Beitrag im neuen Forum. Daher aufgeteilt auf mehrere Posts.



Allgemeines


Was ist eigentlich Jagd?

Auch wenn die spontane Antwort auf diese Frage in vielen FĂ€llen wohl „Tiere erlegen“ lautet, ist dies noch recht vage gefasst. Im deutschen Recht wird Jagd als das AufspĂŒren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch JĂ€ger bezeichnet. Die Jagd umfasst also nicht nur das Erlegen, sondern auch das Beobachten von Wild und das Nachstellen dessen. Das lĂ€sst sich auf WoW sicherlich nur sehr bedingt ĂŒbertragen, wĂŒrden doch besonders naturnahe Völker wie Kaldorei oder Tauren einen friedvollen Umgang mit wilden Tieren in freier Natur kaum als Jagd bezeichnen.

Gleichzeitig gilt: „Mit dem Recht zur Jagd geht die Pflicht zur Hege einher“. Hierzu mehr im Kapitel „Hege“.

Weiterhin muss die Jagd von anderen Handwerken unterschieden werden. Einige TĂ€tigkeiten, wie das Zerwirken (Zerlegen) erlegter Tiere und das Einschießen von Waffen, lassen sich mehreren Berufen (hier: Schlachter und JĂ€ger, respektive BĂŒchsenmacher und JĂ€ger) zuordnen.

Völkern wie Worgen liegt die Jagd wortwörtlich „im Blut“, wobei auch diese animalisch getriebene Jagd wiederum von der regulierten Jagd abzugrenzen ist.


Zwecke der Jagd

In diesem Segment werden wir uns mit den ganz pragmatischen Zwecken der Jagd befassen. ErgÀnzungen zur kulturellen Bedeutung bei verschiedenen Rassen sind gern gesehen!

Jagd im archaischen Sinne ist ein ureigenes PhĂ€nomen der Natur. RĂ€uber-Beute-Beziehungen sind eine der Ă€ltesten Interaktion zwischen Lebewesen und dienen seit jeher dem Nahrungserwerb und damit dem Überleben. Auch zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt in Azeroth ist die Jagd hĂ€ufig ein, mal mehr, mal weniger stark ausgeprĂ€gter Pfeiler der Nahrungsversorgung einer Gesellschaft oder von Einzelpersonen. Gleichzeitig liefert eine halbwegs vernĂŒnftig erlegte Beute weitere Ressourcen wie Leder und Felle, Knochen, Federn oder Horn, die wiederum fĂŒr handwerkliche oder spirituelle Zwecke verwendet werden können.

Besonders durch die Kultivierung der Natur ist die Bestandregulierung ein wichtiger Sinn der Jagd geworden. So idyllisch der Anblick einiger Rehe, die durch den Wald und ĂŒber die Weiden hĂŒpfen, auch ist, möchten sich genau diese Tiere auch von irgendetwas ernĂ€hren. Grade Industrielle und Lehnsherren, die viel Holzanbau oder Ackerbau betreiben (lassen), ist in der Regel sehr daran gelegen, dass Wild keine Jungpflanzen verbeißt oder die Felder ausdĂŒnnt.

Die Jagd als FreizeitbeschÀftigung ist vor allem aus dem BfA-Gebiet Tiragardesund in Kul Tiras bekannt. In der NÀhe des Norwinsen-Anwesens sind eine Vielzahl von JÀgern hoch zu Ross zu finden.


Wildtierkunde


Vorwort Wildtierkunde

Detaillierte Wildtierkunde könnte einen kompletten, eigenen Beitrag fĂŒllen. Stattdessen werden wir uns Wild hier nur grob anschauen und den Fokus auf die wichtigsten Eckdaten legen, die iC aufkommen könnten. Ich möchte dabei niemanden drĂ€ngen, diese Tiere exakt genauso zu bespielen, wie sie IRL existieren. Viel mehr möchte ich euch grundlegendes Wissen ĂŒber diese Tiere vermitteln, um dieses auf eine euch vorliegende Situation anwenden zu können.

Beispiele:

  • Wer hat in einem Wolfsrudel wirklich das Sagen?

  • Wie entsteht ein Geweih?

  • Warum solltet ihr an einem Kadaver eher Milane und Geier, als Habichte und Adler emoten?

Wichtig ist hierbei, dass wir uns auf solche Tiere beschrÀnken, die sowohl eine Entsprechung in WoW, als auch IRL haben.


Hoch- und Niederwild

Aus mittelalterlichen Zeiten sind die Bezeichnungen Hochwild und Niederwild entsprungen. Diese dienten dazu, zu unterscheiden, welche Tiere vom gemeinen Volk bejagt werden durften (Niederwild) und welche dem Adel oder sonstigen Herrschern vorbehalten waren (Hochwild). Eine solche Unterteilung wÀre mir in WoW nicht bekannt, wirkt allerdings auch nicht ganz abwegig.

Haarwild und Federwild

Die Begriffe Haarwild und Federwild sprechen im Grunde genommen fĂŒr sich. Haarwild umfasst all jenes Wild, das Haar im Sinne eines Fells trĂ€gt. Dies sind ĂŒblicherweise SĂ€ugetiere. Federwild meint hingegen jene Tiere, die ein Federkleid tragen und meist auch zum Fliegen fĂ€hig sind. Dies sind ĂŒblicherweise Vögel.

Beide Kategorien teilen Gemeinsamkeiten, die fĂŒr die Jagd relevant sind, wie beispielsweise ein innenliegendes Skelett (Endoskelett).


Haarwild


Hirsche

Hirsche gehören zum Schalenwild. Schalen bezeichnet dabei die „Hufe“ dieser Tiere. Viele Hirsche sehen kein Rot; Blau ist fĂŒr sie eine Signalfarbe. Daher sind auch diese Reflektoren, die man manchmal an den Leitpfosten von Landstraßen sieht, blau. Sie sollen im Dunkeln das Licht der Autos in blauer Farbe reflektieren und so ein Warnsignal an das Wild senden. Die EffektivitĂ€t ist allerdings umstritten.

Streng genommen unterscheidet man zwischen den Echten Hirschen und Trughirschen. Zu den echten Hirschen gehören plakative Vertreter wie Rotwild und Damwild, wĂ€hrend zu den Trughirschen unter anderem Reh und Elch zĂ€hlen. In vielen Gebieten in ganz Azeroth treffen wir Spieler auf (nicht nĂ€her benannte) Hirsche und HirschkĂŒhe, wobei die mĂ€nnlichen Tiere meist ein Geweih tragen.

Rotwild und Sikawild

Rot- und Sikawild sind Hirsche, deren mĂ€nnliche Vertreter ein Geweih tragen, wie man es vielleicht aus BĂŒchern oder Opas TrophĂ€enzimmer kennt. Es handelt sich dabei um Knochensubstanz, die aus den sogenannte Rosenstöcken, als welche man die zwei Auswuchsstellen am Haupt des Tieres bezeichnet, geschoben werden. Die beiden Geweihstangen, die zusammen das Geweih ergeben, sind schlank und bilden meistens weitere kleinere AuswĂŒchse, die als Sprossen bezeichnet werden. Der Wuchs des Geweihs kann bei widrigen Bedingungen wie hohem Konkurrenzdruck oder geringem Nahrungsangebot ausbleiben oder nur kĂŒmmerlich stattfinden. Jungtiere, die ihre ersten Geweihe schieben, werden oft als Spießer bezeichnet, da die ersten Geweihe hĂ€ufig wie schlanke Spieße anmuten. Neben einer ganzen Reihe weiterer Abstufungen sollte man sich die Bezeichnung fĂŒr einen Hirsch mit einem gesunden Geweih mit vielen Sprossen merken: Kronenhirsch. Dies sind die Tiere, die den Adel auf seiner Hochwildjagd besonders faszinieren. Dazwischen gibt es allerlei Abstufungen fĂŒr unterschiedliche Stadien und Varianten des Geweihwuchses, wie Sechser, Gabel-Achter oder Eissprossen-Zehner.

Das Geweih wird meist im FrĂŒhling geschoben (ausgebildet), wenn das Nahrungsangebot ĂŒppig ist und das Tier viele NĂ€hrstoffe in das Geweih investieren kann. Dabei ist es von einer Schicht Haut bedeckt, dem sogenannten Bast. Dieser wird, sobald das Geweih fertig ausgebildet ist, gefegt (entfernt). Meist geschieht das, indem der Hirsch sein Geweih mit den Ästen, BlĂ€ttern und Rinden diverser BĂ€ume bekannt macht. Bei hier entstehenden SchĂ€den spricht man von FegeschĂ€den. Es dient der Verteidigung gegen Angreifer, sowie dem Konkurrenzkampf wĂ€hrend der Paarungszeit (Brunft).

Rot- und Sikawild sind Hochwild. Sikawild stammt IRL eigentlich aus Ostasien, ist aber schon lĂ€nger auch in Europa vorhanden. Besonders Rotwild ist eigentlich ein Bewohner von lichten WĂ€ldern, Wiesen und Auen, wurde aber durch die Besiedlung und Landwirtschaft des Menschen immer weiter in WĂ€lder zurĂŒckgedrĂ€ngt. In Teilen ist dieser Prozess wohl auch in Azeroth gut denkbar. Rotwild und Sikawild hören und riechen sehr gut, sehen aber nur bewegliche Objekte gut. Lauernde JĂ€ger werden rein optisch eher weniger erkannt, können sich aber durch Laute und Geruch verraten.

Ausgewachsenes Rotwild wiegt aufgebrochen, also ohne innere Organe, zwischen 90 kg (weibl.) und 160 kg (mĂ€nnl.). Nichts also, was man mal eben mĂŒhelos aus dem Wald zerrt. Sikawild ist da mit 55 kg (mĂ€nnl.) und 35 kg (weibl.) aufgebrochen bei einer Widerristhöhe von bis zu 100 cm schon wesentlich handlicher. Bedenkt, dass viele in der Engine darstellten Hirsche wesentlich grĂ¶ĂŸer, und damit auch wesentlich schwerer, als das sind!


Damwild

Beim Damwild bilden ebenfalls die mĂ€nnlichen Tiere ein Geweih aus, welches allerdings eher wie eine Schaufel anmutet. Daher kommt auch der Begriff Damschaufler fĂŒr Hirsche mit ausgeprĂ€gtem Geweih. TrĂ€ger kleinerer Geweihe dieser Art werden u.a. als Löffler oder Halbschaufler bezeichnet, je nach Grad der Ausbildung. Auch wenn es naheliegt, Tiere wie Schaufelhauer in Nordend besonders den Elchen nahe zu sehen, wĂ€ren auch Ähnlichkeiten mit Damwild möglich. Das Schieben des Geweihs ist dem Schieben bei Rot- und Sikawild sehr Ă€hnlich.

Damwild bevorzugt parkĂ€hnliche Landschaften mit offenen FlĂ€chen, aber auch RĂŒckzugsmöglichkeiten in Wald und Hain. Damwild wiegt aufgebrochen zwischen 45 kg (weibl.) und 90 kg (mĂ€nnl.). Damwild sieht besser als Rot- und Sikawild und riecht und hört ebenfalls sehr gut.


Elchwild

Elche sind IRL die grĂ¶ĂŸten Vertreter der Hirsche, dĂŒrften in WoW allerdings von zum Beispiel Schaufelhauern in den Schatten gestellt werden. Die Widerristhöhe erreicht bis zu 200 cm. Elchbullen wiegen bis zu 500 kg, ElchkĂŒhe erreichen 350 kg. In der Regel schiebt der Elchbulle ebenfalls schaufelförmige Geweihe, unter widrigen UmstĂ€nden bleibt es hingegen bei schmaleren, stangenförmigen Geweihen. Trotz ihrer enormen KörpergrĂ¶ĂŸe sind sie in ihrer Nahrungsaufnahme sehr wĂ€hlerisch und Ă€sen (fressen) nur frische, möglichst junge, aber nĂ€hrstoffreiche Triebe und BlĂ€tter. Man bezeichnet sie daher Konzentratselektierer. Elche sind Hochwild.

Elchwild riecht und hört sehr gut, sieht aber eher mĂ€ĂŸig.


Rehwild

Rehwild ist in WoW nur als Critter anzutreffen und kann mit einem schiefen Blick aus dem Leben gehaucht werden. TatsĂ€chlich handelt es sich bei Rehen um die kleinsten Vertreter der Hirsche. Böcke wiegen bis zu 30 kg, Ricken bis zu 25 kg. Rehwild wird als SchlĂŒpfertyp bezeichnet. Es ist extrem gut darin, sich in Unterholz zu verstecken und harrt bei Anwesenheit (vermeintlicher) Gefahr oft extrem lange aus, ehe es flieht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Rehe keine fĂŒnf Meter neben einem JĂ€ger aufstehen und das Weite suchen.

Fliehendes Rehwild kann, mit etwas GlĂŒck, durch einen Pfiff zum Verhoffen (innehalten wĂ€hrend der Flucht) und Sichern (NeueinschĂ€tzen der Umgebung und der Gefahr) gebracht werden. Da es dabei meist starr steht, ist dies der ideale Zeitpunkt fĂŒr die Schussabgabe. Die Geweihe haben verschiedene Bezeichnungen, von Knopfböcken (Böcke, deren Geweih nur wenige Centimeter ausgebildet ist), ĂŒber Spießer oder JĂ€hrlingsspießer (bei einjĂ€hrigen Böcken) bis hin zum „Starken Sechser“, der drei Sprossen inkl. Geweihspitze auf jeder Seite trĂ€gt. Diese sind als TrophĂ€en begehrt, aber seltenst anzutreffen.

IRL ist Rehwild in Europa sehr weit verbreitet, was ich persönlich nur sehr bedingt auf Azeroth anwenden wĂŒrde. Auf Rehwild kann durch das sogenannte Blatten hervorragend die Lockjagd ausgeĂŒbt werden. Dabei werden, mithilfe eines Laubblattes als „Instrument“ oder alternativ eines Holzinstruments, die Fieplaute von Ricken oder Kitzen nachgeahmt.

IRL ist der Grundsatz „Auf fliehendes Rehwild schießt man nicht“ bekannt, da Rehwild durch seinen kleinen Körper und flinke Bewegungen in der Bewegung sehr schwer zu treffen ist, ohne schlechte SchĂŒsse abzugeben. Rehwild ist Niederwild. Rehwild riecht hervorragend, hört sehr gut, sieht aber nur bewegliche Objekte gut.

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Gamswild, Steinwild, Muffelwild

Gams-, Stein- und Muffelwild werden in WoW, so mein Eindruck, gerne allesamt in den Begriff Ziege oder Bergziege gequetscht. TatsÀchlich sind diese Tiere aber sehr unterschiedlich.

Gamswild

Gamswild lebt meist in hohe HĂŒgel-, Berg- Gebirgsregionen und ist ein begabter Kletterer. Diese Tiere haben ein sehr starkes Herz, das bis zu 200 mal in der Minute schlagen kann. Böcke sind nur wenig grĂ¶ĂŸer, aber deutlich schwerer als Geißen (50 kg mĂ€nnl. gegenĂŒber 40 kg weibl. unaufgebrochen).

Das „Gehörn“ wird als Krucke bezeichnet und von Tieren beiderlei Geschlechts getragen. Die Krucken der Böcke sind meist stĂ€rker und breiter ausgeprĂ€gt, dabei aber manchmal sogar kĂŒrzer, als die der Geiß. Gamswild riecht sehr gut, hört gut, sieht aber nur mĂ€ĂŸig.

Kitze dieser Tiere werden gelegentlich von Steinadlern gegriffen (erbeutet). Bei diesen Azeroth-Adlern, die wie eine Kreuzung aus A380 und F18 Kampfjet anmuten, sei die Spekulation gestattet, dass auch ausgewachsene Tiere die Augen öfter mal nach oben richten sollten.


Steinwild

Steinwild bevorzugt ebenfalls Hochgebirge als seinen Lebensraum, zwischen Waldgrenze (Grenze, ĂŒber der kein Wald mehr gedeiht) und dem ewigen Schnee. Steinwild Ă€st selbst dröge und nĂ€hrstoffarme Nahrung wie Alpenmatten und GrasbĂ€nder in FelswĂ€nden und wird daher als Raufutterfresser bezeichnet. Der Bezoarkugel (Magenstein) und dem Herzkreuz (kreuzförmiger Knochen im bindegewebigen Trennbereich zwischen Herzvor- und Herzhauptkammern nahe der abgehenden Aorta) wurden frĂŒher heilsame KrĂ€fte zugeschrieben. Im Falle der Bezoarkugel war dies der Schutz vor Giften, ein Aberglaube, der teils heute noch existiert und sicher auch in Azeroth nicht besonders abwegig ist. Insbesondere, wenn diese Tiere regelmĂ€ĂŸig bestimmte KrĂ€uter Ă€sen, könnte in Azeroth sogar etwas dran sein!

Steinbock und Steingeiß gleichermaßen tragen eindrucksvolle, nach hinten gebogene Hörner. WĂ€hrend sie bei der Geiß 30 cm erreichen können, trumpfen Böcke mit bis zu 105 cm auf. Manchmal kommt es also doch auf die GrĂ¶ĂŸe an. Besonders die Böcke verwenden, wenn sie ihr Haupt senken, diese Hörner als Waffe, um Feinde auf Abstand halten zu können. Steinwild sieht, hört und riecht sehr gut.


Muffelwild

Muffelwild ist die einzige „Ziege“, die die WĂ€rme und die WĂ€lder bevorzugt, wobei es sich wĂ€hrend seiner AktivitĂ€t gern in lichten LaubwĂ€ldern und auf Lichtungen aufhĂ€lt und zum Ruhen in dichten NadelwĂ€ldern Deckung sucht. Muffelwidder erreichen 45 – 55 kg, Muffelschafe hingegen nur 40 kg. Widder schieben ein Gehörn, dessen Wuchs mit den Jahren die Windung eines Schneckenhauses annimmt. Dabei kann das Gehörn eine volle Drehung und mehr erreichen. Bei genauem Hinsehen lĂ€sst sich erkennen, dass das Gehörn in verschiedenen Intervallen unterschiedlich stark geschoben wurde. Dies geben die Rillen des Gehörns zu erkennen und lassen dadurch RĂŒckschlĂŒsse auf das Alter des Tieres zu. Die Geschwindigkeit des Wachstums des Gehörns lĂ€sst RĂŒckschlĂŒsse auf die NahrungsverfĂŒgbarkeit und den Druck innerhalb der Art im jeweiligen Jahr zu.

Muffelwild sieht, hört und riecht sehr gut.


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Schwarzwild

IRL vermehren sich Sauen (Schwarzwild, Wildschweine) mindestens so effektiv, wie der durchschnittliche Rudelworgen in Goldshire und sind dabei so unkaputtbar, wie Stahlbeton oder Johannes Heesters. Schwarzwild ist IRL das einzige jagdbare Wild, das in ganz Deutschland lebt und das inkludiert auch die Inseln der Nord- und Ostsee. Das liegt insbesondere daran, dass dem Schwarzwild die natĂŒrlichen Feinde fehlen. Gleichzeitig ist Schwarzwild sehr anpassungsfĂ€hig und, grade die Ă€lteren Tiere, sehr intelligent.

Die Lebensgemeinschaften des Schwarzwilds (Rotten) werden von einer Leitbache angefĂŒhrt; meist ein altes Tier mit viel Erfahrung. Das Erlegen einer Leitbache sollte unbedingt vermieden werden, da dies die noch halbwegs kontrollierte Fortpflanzung innerhalb der Rotte völlig aus dem Ruder laufen lĂ€sst.

Rauschige Keiler und fĂŒhrende Bachen, also Bachen mit (jungem) Nachwuchs, können extrem territorial reagieren. Die Anwesenheit rauschiger Keiler offenbart sich in der Regel durch den sehr penetranten Geruch, der sich besonders gut mit Maggi vergleichen lĂ€sst (kein Scherz, kein product placement!).

Sauen sind Allesfresser. Sie können sich von Pflanzenteilen ebenso ernĂ€hren, wie von Engerlingen (nach denen sie mit Vorliebe wĂŒhlen, man spricht von Brechen), Mais und Kadavern anderer Tiere. Dies macht sie zu einem potentiellen Reservoir fĂŒr Krankheiten und Parasiten. IRL sind dies insbesondere die Afrikanische Schweinepest und Trichinen (siehe Wildkrankheiten). In Azeroth wird dieses Thema wenig thematisiert, doch eine besondere Portion Vorsicht oder eine besondere Form der Zubereitung dieses Wildbrets, gegebenenfalls auch durch Magie, wĂ€ren sicher ratsam. Sauen hören und riechen sehr gut, sehen aber schlecht. Sie lassen sich besonders mit Mais, HackfrĂŒchten und Getreide kirren (anlocken).

Die EckzĂ€hne des Schwarzwildes sind ĂŒberproportional entwickelt. Die „Hauer“ im Oberkiefer des Keilers werden als Haderer bezeichnet, die im Unterkiefer als Gewehre. Gemeinsam bilden sie das Gewaff. Bei Bachen wird es stattdessen als Haken bezeichnet. Das, oft nach außen hin schon sehr beeindruckende, Gewaff ist zu zwei Dritteln im Oberkiefer verankert, was Gewaff und Haken zu Ă€ußerst stabilen Abwehrmitteln macht. Bei annehmenden (angreifenden) Sauen mĂŒssen JĂ€ger sehr große Vorsicht walten lassen. SchlĂ€gt ein Keiler eines seiner Gewehre in das Bein eines Menschen und erwischt dabei eine Arterie, dann endet dies sehr schnell mit dem Tod durch Blutverlust. Angriffe auf Jagdhunde sind ebenfalls nicht selten und enden ebenso hĂ€ufig mit dem Tod des Vierbeiners. Meiner Interpretation nach mĂŒssen selbst von Haus krĂ€ftige Rassen wie Worgen oder Orcs hier sehr vorsichtig sein. Bei sehr großen Sauen wie Prinzessin im Elwynn potenziert sich die Gefahr entsprechend.

ErfahrungsgemĂ€ĂŸ sind Sauen sehr widerstandsfĂ€hige Tiere, die selbst mit Herztreffern noch mehrere hundert Meter machen können. Ein wirklich starker Basse (starker, intelligenter, alter Keiler) wĂ€re vielleicht sogar als Low Power – Plotboss geeignet.

Abzugrenzen sind Stachelschweine und Weitere, fĂŒr die dieser Eintrag keine GĂŒltigkeit hat.


Hasenartige

Hasen(artige) sollten jedem ein Begriff sein, daher schauen wir uns hier lediglich zwei Dinge im Besonderen an: Die Hasenapotheke und die Abgrenzung zwischen Hasen und Kaninchen.

Hasen wurden immer wieder dabei beobachtet, bestimmte KrĂ€uter zu fressen. Daraus leitete sich, als Sammelbegriff fĂŒr diese KrĂ€uter, spĂ€ter der Begriff Hasenapotheke ab. Typische Vertreter sind unter anderem Gelb-, Rot- und Weißklee, Löwenzahn, Glockenblume und Dill. In Azeroth könnte ich mir gut vorstellen, dass diese Hasenapotheke KrĂ€uter umfasst, die noch wesentlich stĂ€rkere, heilsame oder sonst wie förderliche Wirkung haben, wie zum Beispiel Silberblatt und Friedensblume.

Hasen unterscheiden sich von Kaninchen durch folgende Merkmale:

  • Ausgewachsene Hasen sind grĂ¶ĂŸer, als ausgewachsene Kaninchen

  • Die Grundfarbe des Fells des Hasen ist eher brĂ€unlich, die des Fells des Kaninchens eher grau

  • Löffelspitzen (Löffel = Ohren) des Hasen haben schwarzen Rand und ĂŒberragen beim nach vorn klappen die Nasenspitze.

  • Löffel des Kaninchens sind maximal auf KopflĂ€nge umklappbar

  • Hasen ziehen sich nicht in Höhlen / Baue zurĂŒck. Kaninchen hingegen schon.

  • Tier unterirdisch ruhend aufgefunden, vielleicht sogar in einer Wurfhöhle mit seinen Jungtieren? Es ist ein Kaninchen.

  • Tier oberirdisch ruhend aufgefunden, vielleicht sogar in einem Bett aus Pflanzen mit seinen Jungtieren (sogenannte Wurfkessel)? Es ist ein Hase.

Hasen bevorzugen offene Feld- und WiesenflĂ€chen mit Hecken als RĂŒckzugsorte (die IRL leider immer mehr entfernt werden). Hasen sehen und hören sehr gut und riechen gut. Hasen nehmen durch ihre Vibrissen („Schnurrhaare“) außerdem ErschĂŒtterungen sehr gut wahr.

Kaninchen ziehen sich bei Bedarf in einen unterirdischen Bau zurĂŒck oder verstecken sich, allerdings nur zeitweilig, in Feldgehölzen oder Gras. Sie hören und sehen Bewegungen sehr gut und riechen gut.

Zur Bejagung von Kaninchen bitte auch die Sektion zum Beschuss von Wild mit Schrot lesen.


Wolf

Wohl um kein anderes Tier dieser Welt ranken sich so viele Mythen und Legenden wie um den Wolf und wenig Tiere werden so zwiespĂ€ltig betrachtet. Einer hĂ€lt den Wolf fĂŒr gefĂ€hrlich fĂŒr Mensch, Wild oder / und Schafszucht, der NĂ€chste will ihn in Deutschland auf Teufel komm raus wieder ansiedeln und der Dritte hĂ€tte am liebsten einen als Haustier (please don’t). Und, Himmel die Berge, mit „Wolf“ gewinnt man beim Banner-Bingo auf jeden Fall.

Back to Topic.

Wölfe gehören zum Haarraubwild und sind das erste Raubwild in dieser Liste. Sie sind in Azeroth weit verbreitet und haben diverse Unterarten ausgebildet. Auf dieser Liste hier sind Worgs unbedingt von Wölfen abzugrenzen, da diese wesentlich grĂ¶ĂŸer und noch mal viel intelligenter sind, als ihre IRL existierenden Cousins.

Wölfe leben in Rudeln mit einem fĂŒhrenden Tier, der Leitwölfin. Dieses Rudel besitzt eine Hierarchie, die allerdings durch RangkĂ€mpfe angefochten werden kann. Wölfe jagen in der Regel im Rudel, wobei sie zunĂ€chst ihre Beute einschĂŒchtern und zur Flucht drĂ€ngen. Bei der anschließenden Hetze wird das Tier immer wieder angegangen, in der Regel durch Bisse in die HinterlĂ€ufe, bis Erschöpfung und Verletzungen die Beute in die Knie zwingen. Die Chance auf eine erfolgreiche Jagd nimmt rapide ab, wenn ein Wolf allein unterwegs ist. Die wichtigste Krankheit bei Wölfen ist die Tollwut, die auch fĂŒr den Menschen gefĂ€hrlich ist. Gegen Krankheiten resistente Rassen wie Worgen dĂŒrften weniger bis gar nicht gefĂ€hrdet sein.

Wölfe sind sehr intelligent und in begrenztem Maße zur Lösung mechanischer Probleme in der Lage. Das meint zum Beispiel Umstoßen von Eimern, unter denen Futter steckt. Gleichzeitig selektieren Wölfe ihre Beute sehr genau und ziehen meist eine einfache Beute, wie eine kranke Hirschkuh, einer schwierigen Beute, wie einer Rotte bis an die ZĂ€hne bewaffneter Sauen, vor. IRL greifen Wölfe nur in den seltensten FĂ€llen Menschen an, sondern suchen normalerweise die Distanz zu ihnen. Ausnahmen können bei extremem Nahrungsmangel oder gesteigerter Vertrautheit zur menschlichen Zivilisation, zum Beispiel durch AnfĂŒttern oder frei zugĂ€ngliche HaushaltsabfĂ€lle mit Nahrungsmittelresten, auftreten. IRL ist der Wolf durch Regularien auf EU- und Bundesebene geschĂŒtzt; das dĂŒrfte sich wohl kaum nach Azeroth ĂŒbertragen lassen.

RĂŒden erreichen bis zu 50 kg Lebendmasse, Wölfinnen bis zu 40 kg. Wölfe sehen gut und hören und riechen sehr gut.



Fuchs

FĂŒchse gehören zur Familie der Hundeartigen und reihen sich dabei am körperlich kleineren Ende ein. Ihre Fellfarbe kann, je nach Jahreszeit, zwischen krĂ€ftigem Orangerot im Sommer und fahlem Orangegrau im Winter variieren. Der Bauch und die Spitze der Lunte (Schweif) ist oft weiß, wĂ€hrend die Lunte, zwischen dem rötlichen Fell und der weißen Spitze, hĂ€ufig einen Ring aus schwarzem Fell trĂ€gt. Die Lunte des Fuchses wird als TrophĂ€e verwendet.

Das Auftreten von FĂŒchsen ist regional kaum begrenzt. Sie graben Fuchsbaue, in denen die FĂ€he die Jungtiere zur Welt bringt, sĂ€ugt und aufzieht, bis diese halbwegs selbststĂ€ndig laufen können. WĂ€hrend dieser Zeit sammeln die Elterntiere Nahrung, ohne den realen Bedarf ihrer Jungtiere zu berĂŒcksichtigen. HĂ€ufig kommt es zu exzessivem Sammeln. Es wurden Fuchsbaue ausgehoben, in denen nur noch ein Welpe am Leben war, aber trotzdem Nahrung fĂŒr vier oder fĂŒnf Jungtiere gesammelt wurde, welche sich allmĂ€hlich stapelte und verrottete. FĂŒchse sind dĂ€mmerungsaktiv. Selten kommt es vor, dass Fuchs und Dachs in ein und dem selben Bau leben. Der Fuchs ist dabei der Obermieter.

Wenn FĂŒchse auf der Pirsch eine Maus erlegen, stĂŒrzen sie sich von oben mit den Vorderpfoten auf diese nieder, um sie festzusetzen. Im Moment vor diesem Sprung verharren sie, daher ist dieser Augenblick ideal zur Schussabgabe geeignet. Die wichtigste Krankheit bei FĂŒchsen ist die Tollwut, die auch fĂŒr den Menschen gefĂ€hrlich ist. Gegen Krankheiten resistente Rassen wie Worgen dĂŒrften weniger bis gar nicht gefĂ€hrdet sein. Sie können vor allem durch Ansitzjagd, Treiben und durch Sprengen des Baus bejagt werden. Siehe Jagdarten weiter unten.

FĂŒchse sehen gut und hören und riechen sehr gut.

Und ja, FĂŒchse können keckern und bellen. Kekedi kek kek.


BraunbÀr

BĂ€ren sind Allesfresser und IRL meist die SpitzenprĂ€datoren in ihrem Lebensraum. Sie ernĂ€hren sich von gerissener Beute und Kadavern ebenso, wie von Fisch und Obst. Sie halten von Dezember bis Mai Winterruhe, keinen Winterschlaf, wofĂŒr sie sich zuvor möglichst große Feistreserven (Fettreserven) anfressen. Im Gegensatz zum sehr territorialen Grizzly, reagieren andere BĂ€ren wie der BraunbĂ€r auf Menschen meist ausweichend. Wichtig ist, den BĂ€ren nicht zu ĂŒberraschen, weshalb in BĂ€rengebieten zum Tragen von Glöckchen und sonstigen LĂ€rm verursachenden Maßnahmen geraten wird. In Begleitung ihres Nachwuchses können BĂ€ren allerdings sehr schnell feindselig reagieren.

Im Fall eines BĂ€renangriffs wird von Wegrennen oder EinschĂŒchterungsversuchen abgeraten. Stattdessen sollte man sich auf den Bauch legen, möglichst einen Rucksack oder Ă€hnliches ĂŒber den Hinterkopf ziehen und sich totstellen. Ein tobender BĂ€r gehört zu den tödlichsten Dingen, die einem JĂ€ger auf einer normalen Jagd begegnen können.

MĂ€nnliche BraunbĂ€ren erreichen eine LĂ€nge von bis zu 210 cm, eine Schulterhöhe von 115 cm und wiegen dabei bis zu 250 kg. Der Engine nach sind BĂ€ren dieser GrĂ¶ĂŸe oder noch grĂ¶ĂŸer keine Seltenheit. Sie sehen gut und hören und riechen sehr gut.


Luchs

WĂ€hrend in Azeroth Luchse oft die GrĂ¶ĂŸe von Großkatzen und co. erreichen, werden die realen Luchs lediglich bis zu 130 cm lang, 70 cm an der Schulter hoch und erreichen bis zu 30 kg. Luchs haben hinten lĂ€ngere LĂ€ufe als vorne. Ihre Pfotenunterseiten und Gehöre (Ohren) sind sehr behaart. Luchse können sehr einfach auf Schneedecken laufen, was ihnen auf der Pirsch sehr zugute kommt. Der Ruf eines Luchses kann mit dem Schrei einer Frau verwechselt werden (erneut, kein Scherz! Sucht mal auf YouTube danach. Ich kann es leider nicht verlinken.)

Luchse sehen und hören sehr gut, riechen aber nur mĂ€ĂŸig. Sie besitzen Vibrissen zur Wahrnehmung von ErschĂŒtterungen.


Federwild


Wichtige Begriffe

Hosen = Federkleid oberhalb der meist (nicht immer!) unbefiederten StÀnder

StÀnder = Beine

Stoß = Schwanzfedern eines Vogels

Terzel = MĂ€nnlicher Taggreifvogel (mit Ausnahmen)



Ein paar Worte zu Greifvögeln

Bei den Greifvögeln werde ich mir MĂŒhe geben, das Aussehen deutlich zu beschreiben. Die wenigsten werden wohl aus dem Kopf wissen, was optisch einen jungen Wanderfalken oder einen ausgewachsenen Habicht ausmacht.

Greifvögel speien von Zeit zu Zeit das sogenannte Gewölle aus – eine Ballung aus unverdaulichen Resten ihrer Beute, wie Haare und Federn. Bei Eulen sind auch Knochen enthalten, die bei anderen Greifvögeln verdaut werden.

Trivia: Greifvögel sind niemals als Raubtiere zu bezeichnen, da Raubtiere als eine Ordnung der Klasse der SÀugetiere definiert sind.


Enten

QuÀck. Sie werden mit Dragonflight wohl endlich ihren Weg ins Spiel finden, wodurch Blizzard einen der sprichwörtlichen Black Swans von WoW entfernt, wodurch sie aber auch einen Platz in dieser Liste gewinnen.

Ihre Federn sind sehr gut fĂŒr Pfeile geeignet. Wir unterscheiden zwischen Schwimm- und Tauchenten. Innerhalb ihres Habitats sind Enten quasi Allesfresser. Die unterschiedlichen Enten sehen viel zu verschieden aus, um sie alle zu beschreiben. Ich kann aber bestĂ€tigen, dass man sie mit einem Memorie-Spiel ganz gut lernen kann.

Schwimmenten grĂŒndeln, tauchen also den vorderen Teil ihres Körpers unter Wasser und suchen mit dem Schnabel nach Nahrung am Grund flacher GewĂ€sser oder nehmen Nahrung von der WasseroberflĂ€che auf. Sie liegen höher im Wasser, als Tauchenten. Schwimmenten können zwar tauchen, tun dies aber in der Regel nicht zum Zweck der Jagd, sondern auf der Flucht wĂ€hrend der Mauser, wenn sie flugunfĂ€hig sind. Schwimmenten, vor allem die Stockente, suchen auch an Land nach Nahrung. Stockerpel sind die mit dem grĂŒnen Kopf, die jeder kennt, wĂ€hrend ihr weiblicher Gegenpart immer dieses mehrtönige Braun trĂ€gt. Spieß-, Krick-, Stock-, Pfeif-, Schnatter-, Löffel-, KnĂ€ck- und Brandente sind Schwimmenten.

Tauchenten hingegen stĂŒrzen sich aus der Luft ins Wasser und versuchen bei diesem, teils ziemlich tiefen, Tauchgang, ihre Beute zu greifen. In grĂ¶ĂŸeren Scharen können sie sogar auf tieferem Wasser ĂŒberwintern. Sie liegen tiefer im Wasser, als Schwimmenten. Auch sie können an Land gehen, sind dabei aber unbeholfener als Schwimmenten und verblieben direkt am Ufer. Tafel-, Schell-, Samt-, Reiher-, Trauer-, Moor-, Eis-, Berg-, Eider- und Kolbenente sind Tauchenten.

Enten sind abzugrenzen von Tauchern, SĂ€gern und HĂŒhnern.


Habicht

Habichte sind die ersten Raubvögel dieser Liste. Sie sind Grifftöter, das heißt, sie nutzen ihre krĂ€ftigen FĂŒĂŸe, um ihrer gefangenen Beute das Genick zu brechen. Sie jagen ĂŒber kurze Strecken in deckungsreichem GelĂ€nde und schlagen ihre Beute in Überraschungsangriffen. Wie auch bei vielen anderen Greifvögeln, sind die Weibchen hier deutlich grĂ¶ĂŸer, als die Terzel. Beim Habicht ist das Weibchen etwa ein Drittel grĂ¶ĂŸer und damit etwa so groß, wie ein MĂ€usebussard. Geschlechtsspezifische Abweichungen werden als Geschlechtsdimorphismus bezeichnet. Altvögel sind oberseits graubraun und unterseits weißlich mit typischer dunkler QuerbĂ€nderung (man sagt auch „gesperbert“). Jungvögel sind kaffeebraun, mit gelbbrauner Unterseite, die dunkelbraune, tropfenförmige Flecken aufweist. Ihren Horst bauen Habichte in der Regel in AltholzbestĂ€nden ( = alte, hohe BĂ€ume ).

Der Terzel erbeutet Vögel wie Drosseln, EichelhĂ€her und Ringeltauben. Das grĂ¶ĂŸere und stĂ€rkere Weibchen schlĂ€gt auch Wildkaninchen, Junghasen, KrĂ€hen, Bussarde und Fasane. Auch Haustauben und -hĂŒhner fallen, wenn vorhanden, in ihr Beutespektrum.


Bussard

Mittelgroße Greifvögel mit gedrungenem Körperbau und breiten Schwingen. Weniger wendig, als bspw. Habichte, aber gute Segelflieger. Jagt oft sitzend und abwartend auf der Feldflur. Gefieder zeigt sich braun mit verschiedenen farblichen Abwandlungen. FĂ€nge eher schwach, Bisstöter.

Feinde sind Habicht, Uhu und Marder als NestrĂ€uber, sowie in WoW alles, was Azeroth ihnen je nach Region so entgegenwirft. Da in der Engine Bussarde zum Beispiel in Loch Modan als feindliche NPCs auftauchen, gehe ich davon aus, dass wesentlich grĂ¶ĂŸere Varianten des Bussards existieren, auf die diese Beschreibung hier nicht passt. Sie sind abzugrenzen.

Bekannten Arten des Bussards sind unter anderem MĂ€usebussard, Raufußbussard und Felsenbussard.


Adler

Existieren in WoW ebenfalls in Ă€ußerst ĂŒberdimensionierter Form, die von den hier beschriebenen Tieren abzugrenzen sind.

Große Raubvögel, Grifftöter. Nutzen ihre großen Schwingen zum Segelflug. In Deutschland heimisch sind Stein-, See- und Fischadler.

Steinadler

Steinadler sind einfarbig braun und mit einer FlĂŒgelspannweite von bis zu 230 cm sehr groß. Das bis zum fĂŒnften Lebensjahr getragene Jugendkleid besitzt helle Flecken an den Schwingen und einen hellen Stoß mit dunkler Endbinde. Die im Segelflug gespreizten Handschwingen sind ein Erkennungsmerkmal. Hauptbeute sind Murmeltiere, Hasen, FĂŒchse, Gams- und Rehwild (Kitze und kĂŒmmerliche StĂŒcke), HĂŒhnervögel und, besonders im Winter, Aas. Ein Brutpaar beansprucht bis zu 100 kmÂČ als Revier. Man sollte also nicht allzu viele Steinadler auf einem Fleck erwarten.

Seeadler

Seeadler sind, mit einer FlĂŒgelspannweite von bis zu 250 cm, noch grĂ¶ĂŸer als Steinadler und damit die grĂ¶ĂŸten Greifvögel Europas. Der Seeadler ist außerdem der deutsche Wappenvogel. Seeadler sind hellbraun mit kurzem, keilförmigen, weißen Stoß, welcher im Jugendkleid noch braun ist. Sie besitzen einen sehr krĂ€ftigen Schnabel, der bei Jungvögeln grau ist und zur Adoleszenz gelb wird. Sie schlagen Wasservögel, an der OberflĂ€che schwimmende Fische, mittelgroße SĂ€ugetiere bis zu Hasen und Rehkitzen (meist in GewĂ€ssernĂ€he) und nehmen Aas an.

Fischadler

Fischadler sind etwa so groß wie ein Bussard und besitzen eine völlig weiße Unterseite. Sie sind damit von unten gegen den Himmel schlechter zu erkennen. Schnabel und StĂ€nder blaugrau. Oberseite dunkelbraun mit weißer Kopfhaube und charakteristischem, schwarzen Augenstreifen. Sie jagen als Stoßtaucher und mithilfe ihrer Wendezehe, nach Fischen. Eine Wendezehen bezeichnet eine Zehe, die nach hinten gewendet werden kann.

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Falken

Falken sind tendenziell kleinere Vögel (keine Raubvögel, sondern Falkenartige!), die sich durch Besonderheiten im Körperbau und Verhalten von den Greifvögeln unterscheiden. Ihr Kopf ist rundlich und stark gewölbt, weist große schwarze Augen und im Oberschnabel den typischen Falkenzahn auf, der dem Vogel das Töten via Biss erleichtert. Ein schwarzer Backenstreifen ist bei Alttieren deutlich zu sehen, wĂ€hrend er bei Jungtieren nur angedeutet erscheint.

Falken bauen keine eigenen Horste (BrutstĂ€tten), sondern ĂŒbernehmen Nester anderer Vögel oder brĂŒten in Felsnischen. Die Mauser des Falkenweibchens findet wĂ€hrend der Brut statt, also in einer Zeit, in der das Tier den Horst ohnehin nicht verlassen darf. Der kleinere Terzel versorgt in dieser Zeit das Weib. Falken besitzen hervorragende Augen, können mindestens ultraviolettes Licht sehen (weitere WellenlĂ€ngen werden von Wissenschaftlern untersucht) und erkennen bis zu doppelt so viele Bilder in der Sekunde, wie Menschen (Wanderfalke).

Wir befassen uns mit dem Baumfalken, dem Wanderfalken und dem Turmfalken.

Baumfalke

Der Baumfalke erreicht etwa die GrĂ¶ĂŸe einer Taube. Seine Oberseite ist schwarzgrau, die Unterseite hell mit dunkler Fleckung und die Hosen rostrot. Die Jungvögel des Baumfalken sind brĂ€unlich, ihre Unterseite dunkel lĂ€ngsgefleckt. Baumfalken brĂŒten vorzugsweise in BĂ€umen, nicht an Felsen. Sie greifen vorrangig Kleinvögel wie Lerchen und Schwalben und fliegende Großinsekten wie KĂ€fer und Libellen, die fĂŒr gewöhnlich im Flug gekröpft (gefressen) werden.

Wanderfalke

Wanderfalken sind die grĂ¶ĂŸten heimischen Falken und werden etwa so groß, wie KrĂ€hen. Optisch sind sie dem Baumfalken sehr Ă€hnlich: Oberseite schwarzgrau, Unterseite hell mit schwarzer BĂ€nderung. Die Jungvögel sind brĂ€unlich, ihre Unterseite dunkel lĂ€ngsgefleckt. Sie brĂŒten in Felsnischen, an hohen GebĂ€uden und, im Flachland, auch in von anderen Vögeln verlassenen Baumhorsten. NatĂŒrliche Feinde sind Habicht, Uhu und Steinmarder (am Horst). Wanderfalken halten in hohem Flug nach Beute Ausschau und stoßen dann im Sturzflug auf diese herab, um sie im rasanten Vorbeisturz mit ihren FĂŒĂŸen zu treffen und so auszuschalten. Ein getroffenes Beutetier taumelt oder stĂŒrzt in der Regel zu Boden und wird dort gekröpft. Der Wanderfalke ist, in seinem jagdlichen Sturzflug, das schnellste Tier der Welt. Da der Sturzflug vorrangig durch Gravitation und Luftwiderstand beeinflusst wird, könnte der Wanderfalke selbst in Azeroth eines der schnellsten, wenn nicht das schnellste Tier sein.

Turmfalke

In Deutschland am hĂ€ufigsten zu beobachten ist der rostrot gefiederte, etwa taubengroße Turmfalke. Weibchen zeigen dunklere Fleckung, Terzel tragen einen aschgrauen Kopf und Stoß, sowie (teils undeutliche) Backenstreifen. Sie brĂŒten in Felsnischen und Höhlen, oft auch in GebĂ€uden (TĂŒrme, Fabriken), sowie in Baumhöhlen und alten KrĂ€hennestern. Turmfalken schlagen vorwiegend MĂ€use (ca. 90%) und grĂ¶ĂŸere Insekten, weniger Kleinvögel. Jagd vom Ansitz auf einer hohen Position oder aus dem RĂŒttelflug, der dem Tier seinen Spitznamen „RĂŒttelfalke“ gibt. Beim RĂŒttelflug „steht“ der Falke ĂŒber einer Position in der Luft und hĂ€lt mit seiner ultravioletten Sicht nach MĂ€useurin Ausschau, die seine Beute verraten kann. Beim RĂŒttelflug schlĂ€gt der Falke, aufgrund der mangelnden Möglichkeit zum Gleitflug, stetig mit den FlĂŒgeln, was zur Bezeichnung fĂŒhrte.

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Geier (hier: Altweltgeier)

Geier sind spezialisierte Aasfresser, was auch daran liegt, dass sie zum Greifen von Beute nicht in der Lage sind. Sie sind dadurch per Definition keine Greifvögel (anders als Milane, die zwar keine talentierten JĂ€ger sind, unter Ermangelung von Aas aber die Jagd ausĂŒben könnten). IRL finden Geier in der NĂ€he von Bergweiden (und verunglĂŒckenden Tieren) optimale LebensrĂ€ume, wobei die Kadaver dieser Tiere aber meist durch den Menschen beseitigt werden. In Azeroth, wo sowohl Berge, als auch Kadaver ohnehin an der Tagesordnung sind, wĂ€re eine weite Verbreitung in ihrer NĂ€he nicht verwunderlich.

Kranichvögel

Am ehesten in Pandaria anzutreffen, steht der Kranich Modell fĂŒr die Lehren des Himmlischen Erhabenen Chi-Ji. IRL verwandte Arten wie Rallen und WasserhĂŒhner werden wir uns nicht en detail ansehen.

Kraniche besitzen sehr lange HĂ€lse und Beine. TatsĂ€chlich ist der Kranich mit anderen, Ă€hnlich proportionierten Vögeln wie Storchen und Reihern nicht nĂ€her verwandt, sondern stehen den Rallen nĂ€her. Kraniche bewohnen ungestörte Moore und BruchwĂ€lder (ein permanent nasser, örtlich ĂŒberstauter, langfristig gefluteter, sumpfiger Wald - wusste ich natĂŒrlich aus dem Kopf). Sie ernĂ€hren sich sowohl von Pflanzen, als auch von Kleintieren. Jungtiere vertilgen Insekten, WĂŒrmer und Schnecken. Kraniche werden bis zu 120 cm hoch und wiegen bis zu 5 kg, was sie zu den schwereren flugfĂ€higen Vögeln sortiert.

Als besonderes Exemplar dĂŒrfte Dolchschnabel in der Krasarangwildnis auffallen, den man in der Quest Kranichbeherrschung: Dolchschnabel töten muss. Laut Questsgeberin Daggle Sprengschreiter hat dieser einem Tiger mit seinem Schnabel das Gesicht durchbohrt hat.

Trivia am Rande: Die schwersten, flugfĂ€higen Vögel sind die Großtrappen, die auch in Deutschland leben. Der Trapphahn wird bis zu 15 kg (!) schwer und ist etwa doppelt so groß, wie das Weibchen. Beide können nur nach Anlauf schwerfĂ€llig abheben und sind ansonsten Laufvögel. In Azeroth dĂŒrfte das kaum bemerkenswert sein, bietet aber einen ganz netten Vergleich, was etwa die Grenze zur FlugfĂ€higkeit, im Vergleich zur Kraft und GrĂ¶ĂŸe der Schwingen, ist. Streng genommen wĂŒrde daraus folgen, dass Greifen, Protodrachen und die ganzen grĂ¶ĂŸeren Vögel in Azeroth entweder einen (extrem) optimierten Körperbau besitzen oder Magie im Spiel ist.

Möwen

Möwen sind dreiste Mistfinken, die mir an der Ostsee immer das Fischbrötchen klauen wollen.

Wie, das reicht euch nicht als Beschreibung?

Na gut. Möwen sind schlanke Vögel mit weißem, partiell grauen oder dunklen, Gefieder und roten oder gelben SchnĂ€beln und StĂ€ndern. Sie liegen hoch im Wasser und können problemlos aus dem Wasser aufsteigen. Sie sind Allesfresser und nehmen ihre Nahrung vor allem von der WasseroberflĂ€che auf, aber auch, in KĂŒsten- und UfernĂ€he, vom Land. Einige Möwen sind NestrĂ€uber. Bevorzugt sind dabei Insekten, WĂŒrmer, MĂ€use, selten Jungfische und Laich. Einige von ihnen, zum Beispiel die Lachmöwe, brĂŒten auch im Binnenland

Ähnlich wie Tauben, sind einige Möwenarten ausgesprochene Kulturfolger. Grade in HafenstĂ€dten bedienen sie sich nicht nur an den Überresten der Bewohner, sondern werden oft auch von Touristen bereitwillig gefĂŒttert, was aufdringliches Verhalten bestĂ€rkt.

Lasst das. Ich will mein Fischbrötchen in Ruhe essen >:(

Albatrosse

In der Engine können Albatrosse in GebÀuden fliegen. Erfahrt nachstehend, warum das Blödsinn ist.

Es handelt sich um sehr große Vögel mit schmalen FlĂŒgeln, die (je nach Art) eine Spannweite ĂŒber 350 cm erreichen können. Diese Exemplare sind damit die grĂ¶ĂŸten Vögel der Welt. Dies könnte einer der ganz wenigen FĂ€lle sein, in denen das Real Life Tier grĂ¶ĂŸer ist, als sein WoW-GegenstĂŒck. Ferner können sie bis zu 12 kg Körpergewicht erreichen und gehören damit zu den schwersten flugfĂ€higen Vögeln der Welt. Die SchnĂ€bel zeigen sich gelb oder rosa und sind groß, spitz und krĂ€ftig gebaut. Über zwei Röhrchen auf dem Schnabel wird aufgenommenes Meersalz ausgeschieden. Albatrosse können auch bei starkem Wellengang sicher im Wasser liegen.

Albatrosse sind fĂŒr ihren Ă€ußerst ausdauernden Segelflug bekannt. Hierbei lassen sie sich abwechselnd von Winden immer in die Höhe tragen und wieder absinken. FĂ€llt die Windgeschwindigkeit dabei unter 12 km/h, können Albatrosse nicht mehr abheben. In StĂŒrmen hingegen bleibt ihre ManövrierfĂ€higkeit erhalten. Der Aufstieg zum Flug und die Landung gestalten sich oft schwierig. Starten können diese Tiere erst nach einem umstĂ€ndlichen, langen Anlauf. Bei der Landung können zu hohe Geschwindigkeiten zum Überschlag und zu gebrochenen FlĂŒgeln oder Beinen fĂŒhren, was ĂŒblicherweise mittelfristig tödlich endet. Gelangen Albatrosse jedoch erfolgreich in ihren Gleitflug, können sie enorme Distanzen zurĂŒcklegen, ohne viel Energie zu verbrauchen. Da ihre Schwingen auf das Gleiten ausgerichtet sind, ist das Schlagen mit ihnen krĂ€ftezehrend und vergleichsweise wenig produktiv. Ein Albatros, der ohne Aufwind und flĂŒgelschlagend in einem GebĂ€ude rumfliegt, wĂ€re dementsprechend sehr schnell zurĂŒck auf dem Boden der Tatsachen.

Albatrosse ernÀhren sich vor alle von Tintenfischen, die nachts aus der Tiefsee in OberflÀchennÀhe aufsteigen, sowie von kleinen Fischen, Krebsen und, seltener, Quallen und Aas.

Eulen

Die geflĂŒgelten Freunde der Kaldorei werden in Azeroth nicht besonders fein differenziert. Aus PlatzgrĂŒnden werden wir dies hier Ă€hnlich halten, aber Kauze und den Uhu etwas abgrenzen.

Da, im Gegensatz zu Habicht und Wanderfalke, wohl jeder weiß, wie die typischen Eulen aussehen, beginnen wir mit den interessanten Eigenschaften dieser Tiere. Die großen Augen erlauben weites rĂ€umliches Sehen, in der DĂ€mmerung ebenso, wie am Tag. Das Federkleid im Gesicht („Schleier“) besitzt einen speziellen Aufbau, der eingehenden Schall zu den sensiblen Ohren leitet. Das Gefieder der Eulen verhindert Verwirbelungen am Rand ihrer FlĂŒgel, sodass ihr Flug gerĂ€uschlos ist. Hohe Beweglichkeit zwischen dem SchĂ€del und den ersten beiden Wirbeln erlaubt eine Rotation des Kopfes von insgesamt 270°, ohne weitere Bewegung des Körpers. Die StĂ€nder von Eulen sind, anders als bei vielen anderen Greifvögeln, befiedert. Manche Eulen, wie Uhu, Wald- und Sumpfohreule besitzen Federohren, die allerdings mit dem Hörorgan nichts zu tun haben, sondern reine Zierde sind. Bei der Schleiereule und dem Waldkauz kommen schwarze Augen vor. Die Augen der in Azeroth vorkommenden Schleiereulen im DĂ€mmerwald sind hingegen gelb.

Eulen bauen keine Nester, sondern sind HöhlenbrĂŒter (zum Beispiel KĂ€uze) oder nutzen alte Nester anderer Vogelarten. Hauptbeute sind KleinsĂ€uger (besonders MĂ€use), zum Teil auch Kleinvögel, darunter auch andere Greifvögel. Kleine Eulenarten wie Stein- und Sperlingskauz (die kleinste Eulenart), erbeuten auch Insekten. Einzig der Uhu greift auch Kaninchen, Hasen, KrĂ€hen, Wasservögel und andere. Den Tag verbringen Eulen gern ruhend in Deckung auf einem Ast, wo sie sich von der Sonne bescheinen lassen.

KÀuzchen sind, im Gegensatz zu Eulen wesentlich kleiner und besitzen keine Federohren. Sie schlagen kleinere Beute als Eulen und nutzen andere Brutmöglichkeiten.

Der Uhu ist die grĂ¶ĂŸte in Deutschland heimische Eule und dabei fast so groß, wie der Steinadler (siehe oben). Er besitzt Federohren und orangegelbe Augen. Er nimmt außerdem als einzige Eule Aas an.

Rabenvögel

Jeder kennt sie und JĂ€ger können sie sogar als Talent auf Feinde hetzen. Zu den Rabenvögeln gehören die namensgebenden Kolkraben, aber auch mehrere KrĂ€hen, Elstern, Eichel- und TannenhĂ€her und Dohlen. Rabenvögel gelten als intelligent und lernfĂ€hig – und das mit Recht. Einige von ihnen sind NestrĂ€uber, viele ernĂ€hren sich auch von Junghasen, sowie HĂŒhner- und EntenkĂŒken. Da grade RabenkrĂ€hen und Kolkraben ausgesprochene Kulturfolger sind, ernĂ€hren sich diese auch von AbfĂ€llen. Sie sind allerdings lĂ€ngst nicht so vertraut mit der Zivilisation, wie beispielsweise Tauben. Auch ihre hĂ€ufig in Medien dargestellte Anwesenheit an Leichen oder auf Schlachtfeldern ist kein Zufall. Die meisten Rabenvögel sind Nahrungsgeneralisten. Sie fressen also, was ihnen zur VerfĂŒgung steht (AbfĂ€lle, Insekten und WĂŒrmer, KleinsĂ€uger wie MĂ€use, vegetarische Nahrung etc.).

Kolkraben und RabenkrĂ€hen sehen einander sehr Ă€hnlich, jedoch sind Kolkraben fast doppelt so groß, wie RabenkrĂ€hen (und damit die grĂ¶ĂŸten Singvögel Europas). Leichte Verwechselungsgefahr besteht auch zwischen der NebelkrĂ€he und der Dohle, da beide einen großen grĂ€ulichen Bereich auf Brust und Kopf tragen. Die NebelkrĂ€he ist dabei aber deutlich heller, als die Dohle.

Trivia: In Deutschland wird die Elbe als grobe Grenze zwischen Vorkommen der AaskrÀhe (westlich des Flusses) und NebelkrÀhe (östlich) angesehen.



Wildkrankheiten


Vorwort zu Wildkrankheiten

Dieses Kapitel könnten viele als etwas eklig empfinden, weshalb der ausklappbare Spoiler hier nicht nur der Übersichtlichkeit des gesamten Posts, sondern auch der Selektion der Inhalte dient. Ich werde keine cineastischen Beschreibungen abliefern, sondern lediglich Fakten nennen. Fieser, als Maldraxxus oder die PestlĂ€nder wird es hier im Grunde auch nicht. Grade Todesritter-Spieler können sich hier aber vielleicht ein wenig Inspiration fĂŒr ihre schaurigen Machenschaften abholen. Gleichzeitig können Spielleiter sich vielleicht etwas besonders Fieses fĂŒr ihre Heiler-Spieler im nĂ€chsten Plot ĂŒberlegen. Viele dieser Krankheiten sind Zoonosen – also vom Tier auf den Menschen ĂŒbertragbar!

Auch hier noch mal der Aufruf – ich ergĂ€nze diesen Guide gern um Lore-Inhalte.

Krankheiten können IRL jedes Lebewesen befallen, was magiebedingt nicht 1 zu 1 auf Azeroth ĂŒbertragbar ist. Wir unterscheiden zwischen belebten und unbelebten Krankheiten. Belebte Krankheiten werden beispielsweise durch Bakterien, Viren oder Parasiten ausgelöst (und ja, ich weiß, dass bei Viren die Grenze verschwimmt). Hinter unbelebten Krankheiten stehen unter anderem Gifte, WitterungseinflĂŒsse und mechanische Verletzungen.

Die Sichtung einer Krankheit sollte in einem JĂ€ger immer fĂŒr besonders erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Ist die Krankheit gefĂ€hrlich, und vielleicht sogar noch ĂŒbertragbar, ist das Wild in der Regel zu entnehmen und, je nach Krankheit, das Auftreten anzuzeigen. Dies wĂ€re auch in Lehen etc. sehr sinnig, um Wildseuchen frĂŒhzeitig eindĂ€mmen zu können und HĂ€ufungen, zum Beispiel durch nekrotische Magie, frĂŒhzeitig zu bemerken.

Gleichzeitig muss der JĂ€ger beurteilen, ob das betroffene Tier unter der Krankheit unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig leidet. Ein simpler Parasitenbefall wie Rachendasseln (siehe unten) rechtfertigt kaum einen Hegeabschuss (Abschuss zur Beendigung der Leiden des Tieres). RĂ€udekrankes Wild oder solches mit offensichtlichen, schweren Verletzungen kann einen Hegeabschuss hingegen rechtfertigen. Bei der Urteilsfindung ist auch und besonders das Gesamtauftreten des Tieres wichtig. Zeigt es zwar eine Verletzung, handelt aber ganz gewöhnlich und humpelt vielleicht nur ein wenig, liegt nahe, dass das Tier sich von der Verletzung erholen und gesunden wird; wenn auch vielleicht nicht mehr vollstĂ€ndig. Eine Entnahme wĂ€re dadurch kaum gerechtfertigt.

Vorweg möchte ich außerdem schicken, dass dies hier keine medizinische Beratung darstellt. Wenn ihr gesundheitliche AuffĂ€lligkeiten erlebt, sucht bitte euren Arzt auf. Ich erlaube mir aber, darauf hinzuweisen, wenn fĂŒr eine Krankheit beispielsweise Impfungen fĂŒr den Menschen verfĂŒgbar sind. Viele Krankheiten weisen ein enorm breites Spektrum an Symptomen auf, das ich zusammenzufassen versucht habe, so gut es ging.

Wichtige Begriffe

Inkubationszeit = Zeit zwischen Infektion mit einem Erreger und dem Beginn der Erkrankung

Reservoir = Art, in der die Krankheit fortbesteht

Zoonose = Vom Tier auf den Menschen ĂŒbertragbare Krankheit


Belebte Krankheiten


Tollwut

Virenkrankheit, Zoonose. IRL wurde die Krankheit lange intensiv bekĂ€mpft und tritt inzwischen in Deutschland nur noch selten auf. Ein Reservoir fĂŒr die Krankheit sind FledermĂ€use. Beim Menschen endet Tollwut ohne frĂŒhestmögliche Behandlung so gut wie immer tödlich und die wenigen Überlebenden verbleiben mit schwersten HirnschĂ€den. Bei Tieren endet die Krankheit immer tödlich.

Die Übertragung findet meistens durch einen Biss statt. Der Erreger wird in großen Mengen ĂŒber den Speichel ausgeschieden, was einen Biss im besonderen Maße infektiös macht, und befĂ€llt das Hirn des Wirts. Sowohl in Fleisch, als auch im Boden, kann der Erreger ĂŒber Monate (!) infektiös bleiben.

Die Symptome können stark variieren. Die medientypische Darstellung von gesteigerter AggressivitĂ€t kann zutreffen, muss aber nicht. Die Inkubationszeit betrĂ€gt zwischen 14 Tagen und 10 Monaten. Anschließende VerĂ€nderungen des Verhaltens können den Verlust der Scheu (vor dem Menschen) und AggressivitĂ€t, sowie im Extremfall Raserei, aber auch gesteigerte Scheu umfassen. SpĂ€ter treten gesteigerter Speichelfluss, LĂ€hmungen des Unterkiefers und der Atemmuskulatur auf. Der Speichel kann dadurch nicht mehr abgeschluckt werden, was zur Bildung von Schaum fĂŒhrt. Die Tiere werden zu dieser Zeit extrem sensibel, sodass selbst Licht, LuftzĂŒge oder der Anblick von Wasser (Hydrophobie, Angst vor Wasser, aufgrund der UnfĂ€higkeit zu schlucken) Panik oder Raserei auslösen können. Durch den fortschreitenden Verlust der körperlichen Koordination kommt es sehr oft zu Verletzungen durch StĂ¶ĂŸe und SchĂŒrfungen. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Die Darstellung eines tollwĂŒtigen Tiers muss also nicht immer der rasende Berserker sein, sondern kann, in fortgeschrittenem Zustand, auch sehr bemitleidenswert ausfallen. TollwĂŒtige Tiere sollten sofort erlöst werden. TollwutvorfĂ€lle sollte in Lehen etc. in jedem Fall dokumentiert werden.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass Tollwut-Impfungen fĂŒr Mensch und Hund existieren. Diese sind in Deutschland normalerweise nicht dringend nötig, sollten aber eine Überlegung wert sein, wenn ihr euch in gefĂ€hrdeteren Gebieten bewegt. Ich persönlich habe mich fĂŒr meine Reise zum Wandern nach Kanada impfen lassen. Ist nicht teuer und man kann beruhigt schlafen.

Maul- und Klauenseuche

Virenkrankheit, selten Zoonose. MKS kann jedes Schalenwild (bspw. Rotwild, Rehwild, Gamswild) befallen. Dabei bilden sich Blasen an der Schleimhaut von Zahnfleisch und Zunge, sowie an den Schalen. Je nach betroffener Tierart liegt die Inkubationszeit meist irgendwo zwischen einem und 14 Tagen. Die sich bildenden Blasen platzen auf, wobei sich in besonderem Maß infektiöser Speichel und WundflĂŒssigkeit verteilen und unter UmstĂ€nden weitere Tiere anstecken. Allerdings setzt zu diesem Zeitpunkt auch der Heilungs- und Genesungsprozess ein. Bei gutartigen Seuchenvarianten ist ein tödlicher Verlauf selten, bei bösartigen Varianten sehr hĂ€ufig. Auch bei milden VerlĂ€ufen können HerzmuskelschĂ€den verbleiben, die innerhalb eines Tages zum Tod fĂŒhren. Begleiterscheinungen sind Fieber und stark verringerte oder ganz ausbleibende Milchabgabe bei Nutztieren. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Myxomatose

Viruserkrankung, keine Zoonose. Betroffen sind Kaninchen, sehr selten und mit milderem Verlauf Hasen. Die Übertragung findet durch direkten Kontakt oder stechende Insekten statt. Die Krankheit verursacht angeschwollene SchleimhĂ€ute, durch welche das Haupt des Tieres auch als Löwenkopf bezeichnet wird. Die Tiere sind geschwĂ€cht, suchen ihren Bau nicht mehr auf und verenden nach maximal 14 Tagen. Eine scharfe Bejagung kann, bei Auftreten, die Ausbreitung der Krankheit verhindern. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Borreliose

Bakterienerkrankung, Zoonose. Von der Borreliose hat bestimmt jeder schon mal gehört. Sie löst zunĂ€chst Rötungen, dann schwere GelenkentzĂŒndungen und HerzmuskelschwĂ€che aus und kann zu bleibenden oder wiederkehrenden LĂ€hmungen fĂŒhren. Übertragung durch Zecken (Holzbock), wesentlich seltener auch durch StechmĂŒcken oder Bremsen. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Hunde können gegen Borreliose geimpft werden, Menschen nicht. Daher die Warnung an dieser Stelle: Solltet ihr in der warmen Jahreszeit eine kreisrunde Rötung auf eurer Haut entdecken, die mit der Zeit wandert, sucht sofort euren Arzt auf. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden. Zu spĂ€te Behandlung fĂŒhrt zu schwersten körperlichen SchĂ€den oder zum Tod.

Gamsblindheit

Bakterienkrankheit, möglicherweise Zoonose. Gamsblindheit befĂ€llt Gams- und Steinwild, selten auch Rehwild. Die Übertragung erfolgt durch stechende Insekten. Gamsblindheit verursacht trĂ€nende Augen, hervorgerufen durch eine Horn- und BindehautentzĂŒndung. Betroffene Tiere erblinden und magern ab. Durch diese Krankheit verendetes Gams- und Steinwild wird u.a. von Geiern als Aas angenommen (siehe auch: Geier). Das Wildbret ist genussuntauglich.

TularÀmie

Bakterienkrankheit, Zoonose. BefĂ€llt Hasen und Nagetiere. Infektion meist ĂŒber direkten Kontakt, aber auch durch Parasiten oder Wasser. Symptome beim Tier sind SchwĂ€che und Apathie inklusive ausbleibenden Fluchtverhaltens, Fieber und erhöhte Atemfrequenz. Lymphknoten und Milz vergrĂ¶ĂŸert (dies wĂ€ren fĂŒr einen JĂ€ger beim Aufbrechen deutliche Signale fĂŒr die Krankheit), Tod innerhalb von vier bis 13 Tagen, bei chronischem Verlauf nach spĂ€testens 60 Tagen. Menschen infizieren sich meist durch direkten Kontakt zu infiziertem Wild, besonders JĂ€ger. Inkubationszeit ein bis zehn Tage. Mögliche Symptome: GeschwĂŒre an der Eintrittsstelle, Fieber. Bei Verzehr infizierten und nicht ausreichen erhitzten Fleisches RachenentzĂŒndung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Bei Aufnahme des Erregers in die Lunge: LungenentzĂŒndung, Husten mit Auswurf, Luftnot, Schmerzen im Brustkorb. Ohne Behandlung verlaufen rund ein Dritter der FĂ€llt tödlich. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Tuberkulose

Bakterienkrankheit, Zoonose. Tuberkulose kann alle Tiere und den Menschen befallen. Infektion vorrangig ĂŒber Tröpfcheninfektion. Drei bis sechs Wochen nach der Infektion bilden sich in der Lunge kleine EntzĂŒndungen und, durch die folgende Immunabwehr, Knötchen. Diese sogenannte PrimĂ€rtuberkulose ist in dieser Form separiert vom Rest des Körpers und nicht infektiös, kann aber Jahre in diesem Zustand ĂŒberdauern. Kann der Körper den Erreger nicht eindĂ€mmen, kommt es zum Ausbruch der Krankheit und damit zu MĂŒdigkeit, SchwĂ€che, Appetitlosigkeit, geschwollenen Lymphknoten, leichtem Fieber, Nachtschweiß und HĂŒsteln ohne Auswurf. Bei ansonsten sehr gesunden Infizierten können die Symptome auch ganz ausbleiben. Schwere VerlĂ€ufe beinhalten blutigen Auswurf, starke Blutarmut und Untergewicht. Bei ohnehin geschwĂ€chten Infizierten können auch Luftnot und HirnhautentzĂŒndungen auftreten. SpĂ€tere Symptome können Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen, KrampfanfĂ€lle und Fieber, sowie schwere BeeintrĂ€chtigungen des Allgemeinzustandes sein, unbehandelt folgen darauf Koma oder Tod.

Entwickelt sich die Krankheit zur sogenannte SekundĂ€rtuberkulose – es finden vorher also keine Heilung und kein Tod statt – können wochenlanger Husten mit gelb-grĂŒnem Schleim als Auswurf, Abgeschlagenheit, MĂŒdigkeit, erhöhte Temperatur und Nachtschweiß auftreten. SpĂ€ter sind Schwellungen an den Gelenken oder der WirbelsĂ€ule möglich. Diese SekundĂ€rtuberkulose tritt in etwa einem von zehn FĂ€llen auf. Abseits der Lunge, können auch andere Körperregionen betroffen sein und Symptome zeigen, deren Beschreibung den Rahmen sprengen wĂŒrde. Das Wildbret ist genussuntauglich.

Tierartspezifische Krankheiten wie Schweinepest

Um nicht alle möglichen, nur artbezogen auftretenden Krankheiten anzureißen, fasse ich hier kurz ein bisschen was zusammen. Solche Krankheiten sind in der Regel keine Zoonosen, fĂŒr die jeweilige Tierart aber dennoch eine große Gefahr. Das aktuellste Beispiel in Deutschland ist die Afrikanische Schweinepest. Durch solche Krankheiten können massenhaft Nutzvieh wie eben Schweine, oder auch KĂŒhe, HĂŒhner etc. verenden und so zu Nahrungsmittelknappheit und Hungernot fĂŒhren. Gleichzeitig könnten finstere Gesellen wie Todesritter durch eine solche Krankheit sicherlich viel Schaden anrichten, ohne direkt erkannt zu werden.

Endoparasiten

Endoparasiten, sind Parasiten im Innern des Körpers. Beispiele sind WĂŒrmer, die sich in so ziemlich jedem Teil des Körpers einnisten können. Im Verdauungstrakt kommen sie, je nach Tierart, besonders hĂ€ufig vor. Wir unterscheiden zwischen dem Befall eines Zwischenwirts, dem Zielwirt und einem Fehlwirt. Nehmen wir als Beispiel den Fuchsbandwurm, bei dem die Maus ein Zwischenwirt wĂ€re. Sie wird zum Beispiel ĂŒber Ausscheidungen des Fuchses aufgenommen. Wird die Maus von einem Fuchs gefressen, gelangt der Fuchsbandwurm in seinen Endwirt. Dort nistet er sich im Verdauungstrakt ein und schmarotzt NĂ€hrstoffe, ohne dabei aber den Fuchs allzu sehr zu beeintrĂ€chtigen. Gelangt der Fuchsbandwurm hingegen einen Fehlwirt, zum Beispiel den Menschen, endet dies durch SchwĂ€chung des Wirts oft tödlich.>

Magen- und DarmwĂŒrmer

Diese WĂŒrmer setzen sich im Magen oder Darm ihres Wirts fest und ernĂ€hren sich von der vom Wirt aufgenommenen Nahrung. Typische Beispiele wĂ€ren Fuchsbandwurm und WaschbĂ€rbandwurm. Ein Wirt kann mehrere, teilweise dutzende solcher WĂŒrmer in sich tragen, die in ihrer Masse frĂŒher oder spĂ€ter einen signifikant negativen Effekt auf die VitalitĂ€t und den ErnĂ€hrungszustand ihres Wirts haben. Befallene Tiere scheiden Wurmeier oder -finnen aus, die, bei Aufnahme durch andere Tiere, neuen Befall auslösen. Die Verwendbarkeit des Wildbrets muss im Einzelfall beurteilt werden.

LungenwĂŒrmer

Der große und kleine Lungenwurm kann bei allen Tieren vorkommen. Die Eier gelangen ĂŒber die Bronchien, bzw. das Lungengewebe und folgendes Abschlucken in die Ausscheidungen. Beim kleinen Lungenwurm sind Schnecken oder RegenwĂŒrmer der Zwischenwirt notwendig, wobei der Regenwurm hauptsĂ€chlich von Schwarzwild wieder aufgenommen wird. Starker Befall fĂŒhrt zu LungenentzĂŒndungen, Husten und KĂŒmmern. Die Verwendbarkeit des Wildbrets muss im Einzelfall beurteilt werden.

Trichinen

Diese WĂŒrmer können bei Fleisch- und Allesfressern vorkommen und auch den Menschen infizieren. Sie infizieren die Muskulatur ihres Wirts. Möchte man erlegte, potentielle Wirte weiter verwerten (zum Beispiel Schwarzwild oder Nutria), ist IRL eine vorherige Trichinenbeschau zwingend vorgeschrieben. Dabei wird aus einem vorgeschriebenen Bereich (Wadenmuskulatur, Zunge, Zwerchfellpfeiler) gut durchblutetes und daher von Trichinen bevorzugtes Muskelgewebe entnommen und im Labor untersucht. Ein positiver bescheid ist selten, macht das Wildbret aber genussuntauglich. Fortschreitender Befall eines Muskels verursacht nach einigen Wochen heftige Muskelschmerzen, Bewegungsstörungen und teils sogar LĂ€hmungen, sowie im Fall des Herzens HerzschwĂ€che. Letztere beide können tödlich enden. Werden Larven mit der Nahrung aufgenommen, entwickeln diese sich im Magen zu geschlechtsreifen WĂŒrmern, die dort neue Larven produzieren. Dies verursacht in den ersten bis zu drei Wochen heftige Darmkoliken. Diese neuen WĂŒrmer gelangen dann ĂŒber den Blutkreislauf in die Muskulatur und nisten sich dort ein. Das Wildbret ist genussuntauglich.

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Ektoparasiten

Diese Parasiten befallen den Körper von außen, wobei dies auch die oberen Atemwege inkludiert. Im Gegensatz zu Endoparasiten ist ihr Auftreten meistens vom Wetter, insbesondere der Temperatur, abhĂ€ngig.

Zecken

Fiese kleine Biester, die ganz gemeine Krankheiten ĂŒbertragen können. Sie werden meistens von Grashalmen oder niedrigen BĂŒschen aufgenommen und suchen sich dann eine warme Körperstelle, um dort Blut zu sagen und angesammelte Giftstoffe und Krankheitserreger abzugeben. Dazu gehören Borreliose (s.o.), FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und TularĂ€mie (s.o.). Dass Zecken in WoW existieren, wissen wir spĂ€testens von dem Item Vollgesogene Zecke.

Beim Entfernen einer Zecke, die bereits gebissen hat, muss darauf geachtet werden, den Kopf mit herauszuziehen, da dieser noch Giftstoffe in den Körper abgeben kann.

Tipp: Gegen FSME gibt es Impfungen fĂŒr den Menschen. Die Krankheit war frĂŒher nur in SĂŒddeutschland verbreitet, befĂ€llt mittlerweile aber auch immer mehr Gebiete Norddeutschlands – ein Trend, der sich fortsetzen wird. Lasst euch einfach dagegen impfen, dann habt ihr eine Sorge weniger.

Milben

Milben an sich sind nichts ungewöhnliches, doch einige von ihnen können tödliche Krankheiten auslösen. Dazu gehört beispielsweise die RĂ€udemilbe, die die Krankheit RĂ€ude (beim Menschen KrĂ€tze genannt) auslösen kann. Die Milbe bohrt GĂ€nge unter die Haut, die zu starkem Juckreiz, HautentzĂŒndungen, Haarausfall und borkiger Haut fĂŒhren. Optisch charakteristisch ist das Fehlen großer Bereiche des Fells und Verschorfung der Haut darunter. Tiere im spĂ€teren Verlauf der RĂ€ude verlieren ihr natĂŒrliches Fluchtverhalten und verfallen der Apathie. Wildtiere verenden in der Regel an Verdursten oder Nahrungsmangel.

RĂ€ude kann mit unterschiedlichen Mitteln behandelt werden, beispielsweise in Form von Cremes, die die Milben abtöten. Beim Umgang mit den Tieren und auch den Kadavern sollte auf den Eigenschutz durch Handschuhe und lange Ärmel geachtet werden. Die Kleidung sollte danach entweder intensivst gewaschen oder entsorgt (in Azeroth gegebenenfalls verbrannt) werden. Ersteres hat fĂŒr mich bei meinem bisher einzigen RĂ€udefuchs gut funktioniert.

Flöhe, LÀuse, Lausfliegen

Können bei allen Wildarten vorkommen, sind ziemlich gewöhnlich. Bei Nutztieren behandeln, da sie Infektionskrankheiten ĂŒbertragen können.

Haut- und Rachendasseln

Haut- und Rachendasseln kommen bei allen wiederkĂ€uenden Schalenwildarten vor. Die Eier der Hautdassel werden in den Flanken der Tiere abgelegt. Die Larven wandern anschließend unter der Haut zum RĂŒcken und verlassen den Wirt schließlich ĂŒber die Atemwege. Nach Verpuppung im Boden schlĂŒpft die Dasselfliege. Bei starkem Befall werden Wirtstiere geschwĂ€cht, ihr RĂŒcken kann sich entzĂŒnden. Besonders starker Befall macht das Wildbret genussuntauglich und mindert die QualitĂ€t des Leders (betrifft damit Lederverarbeiter!).

Die Eier der Rachendasseln werden vom Muttertier in die Nase des Wirts gespritzt. Die Larven wandern in den Nasen- und Rachenraum, wo sie anwachsen und bei starkem Befall Niesen und Husten verursachen. Die Larven werden im FrĂŒhjahr ausgeniest und verpuppen sich im Boden. Das Wildbret bleibt genusstauglich, da nicht befallen.

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Unbelebte Krankheiten


Vergiftungen

Kommen IRL vergleichsweise selten vor und sollten auch in Azeroth eher die Ausnahme sein. Tiere erkennen giftige Pflanzen und Beutetiere normalerweise und ansonsten sollten Gifte in freier Wildbahn relativ selten auftreten. Denkbar sind natĂŒrlich gezielte Vergiftungen und Magie. Nennenswert wĂ€ren Mytoxikosen (Vergiftungen durch Pilze wie Schimmelpilz) und Botulismus (Vergiftung durch Bakterien; IRL und in Reinform eines der potentesten Gifte der Welt). In beiden FĂ€llen ist das Wildbret genussuntauglich.

Verletzungen

Es gibt eine große Bandbreite von Verletzungen mit FolgeschĂ€den, die wir nicht im Detail durchgehen werden. Sie können aus Konkurrenz- und RevierkĂ€mpfen, der Abwehr von Raubtieren, ungĂŒnstiger Umgebung (zum Beispiel HuffĂ€ule durch feuchten Untergrund) und vielen weiteren Quellen stammen.

Missbildungen, Mutationen und Farbabweichungen

Diese Dinge sind oft angeboren, können aber auch durch die Verletzung bestimmter Körperteile verursacht werden. Inkludiert sind hier unter anderem Doppel- und Mehrfachbildungen von zum Beispiel ZĂ€hnen oder Gliedmaßen, das Fehlen oder verkĂŒmmerte Ausbilden dieser und Zwitterbildung.



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Jagdbegleiter


Vorwort Jagdbegleiter

Die Überschrift dieses Kapitels ist bewusst vage gehalten und nicht auf die typischen Vertreter, Hunde und Vögel, beschrĂ€nkt. Daher noch einmal der Aufruf: Wenn ihr weitere Lore zu Jagdbegleitern habt, kontaktiert mich gerne unter Angabe eurer Quelle und ich ergĂ€nze hier!

Wirklich etwas sagen kann ich allerdings nur zu den klassischen Jagdbegleitern, namentlich Hunde und Vögel.


Hunde


Vorwort zu Hunden

Die ellenlange Geschichte ĂŒber die Entwicklung von Jagdhunden von vor 12.000 Jahre bis heute, sowie die Nennung der meisten Rassen, sparen wir uns. Den Ungarisch-Kurzhaar oder den Deutschen SchĂ€ferhund wird es unter diesem Namen kaum Azeroth geben – es sei denn, die nĂ€chste Expansion heißt Mists of Ungarn oder Battle for Deutschland. Stattdessen werden wir uns die unterschiedlichen Aufgaben von Jagdhunden ansehen und diesen die Jagdhunde zuordnen, die ich ad hoc in World of Warcraft finden konnte oder einige Beispiele aus dem Real Life nennen.

Hunde, die fĂŒr die Jagd eingesetzt werden, sollten einige Anlagen mitbringen (wahlweise, je nach Einsatzzweck und Rasse). Dazu gehören Spur- und FĂ€hrtenwille (das Verfolgen von Spur und FĂ€hrte), WildschĂ€rfe, Hetzwille, Stöberwille, Vorsuche und Vorstehen, sowie Spur- und FĂ€hrtenlaut. Hunde, die bis auf Brackieren und Bauarbeit, alle Aufgaben beherrscht, nennt man Vollgebrauchshund. Bauarbeit nennt man die Arbeit in einem Erdbau (Kunstbaue werden in Azeroth eher weniger existieren).

Trivia: Problemhunde kommen fast nie, außer bei schweren Defekten, als solche auf die Welt. Das Problem eines Problemhundes hat fast immer zwei Beine und schlĂ€gt sich zum Beispiel ĂŒber VernachlĂ€ssigung und mangelnde Sozialisierung eines Hundes nieder. Und nein, ein Hund, der besonders naturnah in der hinterletzten Ecke des Waldes mit Herrn oder Frau Waldschrat aufgewachsen ist, ist nicht notwendigerweise ein toller Hund. Grade hier ist mangelnde Sozialisation naheliegend.

Bracken

Sie werden auch als Laufhunde oder jagende Hunde bezeichnet. Sie jagen das Wild aktiv in der Bewegung. Diese Aufgabe können sie nicht nur allein, sondern auch in einer Meute ausfĂŒhren. Sie mĂŒssen dabei fĂ€hrtenlaut sein, also beim Verfolgen einer FĂ€hrte fortwĂ€hrend ihre Position durch Laute zu erkennen geben, um eine Verfolgung zu ermöglichen. Spurwille und Ausdauer sind dabei ebenfalls entscheidend. Haben sie das Wild aufgespĂŒrt, treiben sie es laut jagend vor sich her, in Richtung der SchĂŒtzen oder (frĂŒher) zuvor aufgespannter Netze. Diese Jagdform wird Brackieren genannt und ist von der Hetzjagd abzugrenzen, welche in Deutschland verboten ist. FĂŒr die Brackenjagd ist in Deutschland eine MindestflĂ€che von 1.000 Hektar vorgeschrieben. In Azeroth dĂŒrfte diese Jagdart durchaus verbreitet sein. Sie setzt außerdem einen hervorragenden Geruchssinn voraus und ist dadurch fĂŒr andere Tierarten wohl nur sehr bedingt umzusetzen. Explizit als Bracken bezeichnete Hunde konnte ich in WoW nicht finden. IRL-Beispiel wĂ€ren die Deutsche Bracke, die Dachsbracke und der Beagle.

Schweißhunde

Schweiß ist der waidmĂ€nnische Ausdruck fĂŒr Wildblut, das den Körper verlassen hat (Ă€hnlich wie die Unterscheidung zwischen Magma (unterhalb der Erde) und Lava (ĂŒber der Erde)). Schweißhunde gehen auf Bracken zurĂŒck, haben ihren Fokus aber klar auf der Schweißarbeit. Schweißarbeit meint das Verfolgen einer SchweißfĂ€hrte (FĂ€hrte aus Blutstropfen) von krankem (verletzten) Wild. In Deutschland muss in einem Revier ein zur Schweißarbeit geeigneter Hund zur VerfĂŒgung stehen, um ĂŒberhaupt Wild erlegen zu dĂŒrfen. Andernfalls wĂ€re die Nachsuche von krankgeschossenem Wild nicht möglich, was zu unnötigem Leiden des beschossenen StĂŒcks fĂŒhren wĂŒrde. Ein Ă€hnlicher Ethik-Kodex wĂ€re in Azeroth in Gesellschaften denkbar, die sich diesen „Luxus“ leisten können.

Vom Schweißhund werden neben allgemeinem Gehorsam die Vorsuche, Riemenarbeit (Arbeit an langer Leine), Hetzen und Stellen, sowie eventuell Niederziehen von Wild verlangt. Diese Hunde mĂŒssen außerdem FĂ€hrtenlaut sein, damit der HundefĂŒhrer eine Hatz ohne Sichtkontakt verfolgen kann. Hat ein Schweißhund ein krankes StĂŒck Wild gestellt, wird dieses in der Regel mit der Blankwaffe (Klingenwaffe, Abfangen genannt) oder der Schusswaffe (Fangschuss) erlöst. Die Klingenwaffe wird vorgezogen, wenn der Schuss den Hund gefĂ€hrden könnte. Die Arbeit mehrerer Schweißhunde auf einer FĂ€hrte wird eher nicht praktiziert.

An dieser Stelle empfehle ich auch das Kapitel dieses Guides zum Beschuss von Wild und zur Nachsuche, um zu erfahren, warum Wild nicht immer sofort an Ort und Stelle zu Boden geht – auch bei einem guten Schuss. Beispiele in Azeroth sind mit nicht bekannt. Wichtige RL-Beispiele sind der Hannoversche Schweißhund und der Bayerische Gebirgsschweißhund.

Stöberhunde

Eher kleinere Hunde, die ursprĂŒnglich gezĂŒchtet wurden, um Niederwild in seiner Deckung aufzustöbern. Hierzu mĂŒssen sie, auch in Dornen und Schilf, ausdauernd selbststĂ€ndig suchen, hartnĂ€ckig und wasserfreudig sein, spurlaut jagen und sich trotzdem gehorsam lenken lassen. Die Reaktion auf die Anweisungen des HundefĂŒhrer mitten in der Jagd setzt eine ausgeprĂ€gte Disziplin voraus. Diese Voraussetzungen befĂ€higen sie, neben der Stöberarbeit und Wasserarbeit, auch zum Buschieren, sowie nach dem Schuss zum Verlorenbringen von Niederwild (Apportieren und Heranbringen geschossenen Wildes, das außerhalb der Sicht des JĂ€gers verendet) und zur Schweißarbeit auf Schalenwild.

Viele Hunde, die eigentlich hauptsÀchlich anderen Aufgaben zugeordnet werden, sind nebendran auch zum Stöbern geeignet. Ein Beispiel wÀren Terrier, der in erster Linie aber ein Bauhund ist. Als dedizierter Stöberhund ist in Deutschland vor allem der Deutsche Wachtelhund bekannt, sowie Cockerspaniel und Springerspaniel.

Bauhunde (Erdhunde)

Wie der Name schon vermuten lĂ€sst: Bauhunde arbeiten im Bau. Und damit meine ich keinen Knast, sondern den Bau von beispielsweise Fuchs und Dachs. Dementsprechend mĂŒssen diese Hunde möglichst klein sein, was sich durch sehr kurze LĂ€ufe darstellt. Zuzuordnen sind Dachshunde (Dackel) und Terrier, keine Entsprechungen in Azeroth. Diese können auch andere Aufgaben erfĂŒllen, wobei besonders Terrier in der Wasserarbeit aufgehen (erbliche veranlagte Freude an dieser Arbeit), aber aufgrund ihrer geringen GrĂ¶ĂŸe recht schnell an ihre Grenzen stoßen. Die besonders kleine Rasse Zwergteckel (Zwergdackel) kann sogar in den kleineren Kaninchenbauen arbeiten.

Bauhunde halte ich in Azeroth fĂŒr sehr nĂŒtzlich. Da in WoW alles immer nur grĂ¶ĂŸer und stĂ€rker als IRL, passt umso weniger davon tatsĂ€chlich in einen Bau hinein. Die einzige Option fĂŒr große Jagdbegleiter wĂ€re, den Bau komplett aufzubuddeln. Dann doch lieber ganz simpel einen Dackel reinschicken.

Vorstehhunde

Vorstehen bezeichnet das Anzeigen von in Deckung liegendem Wild. Im Gegensatz zu Stöberhunden und Bracken treibt der Vorstehhund das Wild nicht sofort aus der Deckung, sondern erst nach Anweisung des HundefĂŒhrers. Das Anzeigen geschieht beispielsweise durch das Anheben einer Vorderpfote und dabei hĂ€ufig das Suchen des Blickkontakts mit dem HundefĂŒhrer. Dieser Moment erlaubt dem JĂ€ger nicht nur das Vorbereiten des Schusses, sondern im Falle der Beizjagd auch das Vorbereiten des Greifvogels (Abnehmen der Haube und Losmachen).

Vertreter der Vorstehhunde sind unter anderem Weimaraner, Pointer und Pudelpointer, MĂŒnsterlĂ€nder, Griffon, Setter und Vizsla.

Apportierhunde

Diese Hunde sind speziell fĂŒr das Verlorenbringen von Niederwild (Apportieren und Heranbringen geschossenen Wildes, das außerhalb der Sicht des JĂ€gers verendet) gezĂŒchtet. Sie sind mittelgroß, stĂ€mmig und krĂ€ftig, um das Wild ĂŒber lĂ€ngere Distanzen und in schwierigem GelĂ€nde, sowie im Wasser im Fang (Maul) transportieren zu können. Sie mĂŒssen ein ruhiges Temperament und eine gute Nase besitzen, ausdauernd und wasserfreudig sein. Typische Apportierhunde sind Labrador-Retriever, Flat-Coated Retriever und Golden Retriever. Auch Pudel können als Retriever eingesetzt werden (Ja, das sind Jagdhunde!). Nicht nĂ€her bezeichnete Retriever finden wir in Kul Tiras.

Eine ganz spezielle Form der Apportierhunde ist der Nova Scotia Duck Tolling Retriever. Der DTR tollt am Ufer eines GewÀssers umher und verschwindet dabei zwischendurch immer wieder in der Ufervegetation. Dieses Verhalten erregt die Aufmerksamkeit von Enten und lockt sie an. Die Enten können daraufhin vom JÀger geschossen und vom Retriever apportiert und gebracht werden. Klingt bescheuert? Das Konzept ist bescheuert. Aber es funktioniert.


Haltung und Ausbildung von Jagdhunden

Dieses Thema ist eigentlich extrem komplex, aber ich versuche, es auf ein paar SĂ€tze runter zu brechen. Die Haltung und insbesondere die Ausbildung von Jagdhunden sind sehr zeit- und arbeitsintensiv. Die Hunde mĂŒssen nicht nur den Grundgehorsam lernen, sondern auch spielerisch an ihr angedachtes Aufgabengebiet herangefĂŒhrt werden. Solange ihr einen nicht magischen, normalen Hund spielt, ist das nichts, was innerhalb von zwei Wochen erledigt ist. Die Ausbildung eines Jagdhundes zur vollstĂ€ndigen Beherrschung seiner Aufgaben kann Jahre dauern und wird in vielen FĂ€llen, auch bei intensivem Training, nicht komplett erreicht. Am Ende des Tages ist der Hund ein lebendiges, denkendes Wesen mit eigenen Instinkten, WesenszĂŒgen, Macken, StĂ€rken und SchwĂ€chen. Er mag als Werkzeug betrachtet und ausgebildet werden, kann aber nicht einfach wie ein Hammer oder eine SĂ€ge gefĂŒhrt werden. Im Gegenzug ist die erfolgreiche Arbeit mit einem Hund sehr belohnend und baut eine starke Bindung zwischen Ausbilder und Hund auf. Der Ausbilder muss sich allerdings voll und ganz darĂŒber im Klaren sein, dass dem Hund auf jeder Jagd Dinge zustoßen können, die den weiteren Einsatz als Jagdhund unmöglich machen oder den Hund sogar das Leben kosten.

Zur Ausbildung eines Jagdhundes können viele unterschiedliche Hilfsmittel eingesetzt werden. Schweißarbeit kann mit echtem Schweiß trainiert werden, das Apportieren mit entsprechend schweren Spielzeugen (Apportierbock), Wasserarbeit mit Dressurangeln und FĂ€hrtenarbeit mit einem FĂ€hrtenschuh. In einen FĂ€hrtenschuh wird die Schale eines StĂŒcks Rot- oder Schwarzwild eingeklemmt und anschließend die zu legende FĂ€hrte abgelaufen, die der Hund anschließend verfolgen muss.

Haltung des Jagdhundes im Freien

Dieses Thema ist in Deutschland sehr stark durchreguliert, was ich hier nicht besprechen werde, da es auf Azeroth kaum ĂŒbertragbar sein dĂŒrfte. Die Haltung eines Jagdhundes im Freien wird immer wieder mit AbhĂ€rtung des Tieres gegen WitterungseinflĂŒsse in Verbindung gebracht und ist, nach dieser Überlegung, keine VernachlĂ€ssigung und nicht als negativ zu betrachten.

Die Anbindehaltung oder Zwingerhaltung kann, je nach iC-UmstĂ€nden, eine valide Option sein, sollte aber die BedĂŒrfnisse des Hundes berĂŒcksichtigen. Ein NichterfĂŒllen dessen kann zur BeeintrĂ€chtigung der Entwicklung und des Charakters des Hundes, sowie zur Verweigerung der Arbeit fĂŒhren.

Kupieren

Das Kupieren bezeichnet das kĂŒrzen der Rute des Hundes und ist in Deutschland streng reglementiert, aber nicht grundsĂ€tzlich verboten. Der jagdliche Zweck im Kupieren besteht darin, Verletzungen durch heftiges Schlagen der Rute im Jagdfieber gegen BĂ€ume, Steine etc. zu vermeiden – ein Verhalten, das der Hund nicht manuell abstellen wird.

Abstammung und Vererbung

Bei Jagdhunden wird hĂ€ufig viel Wert auf die Abstammung und die damit konnotierten Charaktereigenschaften (WildschĂ€rfe, Disziplin etc.) gelegt. Bei ZĂŒchtern ist es daher ĂŒblich, beim Verkauf von (in der Regel) Welpen Abstammungsurkunden bereitzustellen. Dies kann ich mir, grade in adeligen Kreisen, auch in Azeroth sehr gut vorstellen.

Wie gut ist eigentlich die Nase eines Jagdhundes?

Bei der FĂ€hrten- oder Schweißarbeit ist tatsĂ€chlich seltener die Nase des Hundes der schwierige Punkt, sondern der FĂ€hrten- oder Spurwille. Eine 24 Stunden alte FĂ€hrte unter fĂŒnf Centimetern Neuschnee oder Niederschlag kann von vielen Hunden recht problemlos verfolgt werden. Kritisch hingegen sind extreme Hitze oder Frost.

Welche typischen Kommandos gibt es?

„Halt!“ und „Down!“ zum Innehalten und Erwarten neuer Anweisungen.

„Such verloren!“ zum AufspĂŒren außer Sicht geratenen, geschossenen Wildes.

„Such verloren apport!“ zum AufspĂŒren und bringen außer Sicht geratenen, geschossenen Wildes.


Hundekrankheiten

Auch hier nur ein Abriss der Wichtigsten und Bekanntesten.

Tollwut

Siehe Wildkrankheiten. Tödlich.

Aujezkysche Krankheit (Pseudowut)

Viruskrankheit, geringes Potential zur Zoonose. Tödlich fĂŒr alle SĂ€ugetiere, mit genereller (aber nicht absoluter!) Ausnahme bei Primaten und Menschen. Beim Hund Gehirn- und RĂŒckenmarkszersetzung, Juckreiz und Tod innerhalb von ein bis drei Tagen. WĂ€hrend dieses Prozesses wird das Virus nicht ausgeschieden, daher ziemlich geringe Infektionsgefahr, außer bei direktem Kontakt.

Staupe

Je nach Infektionsort treten Durchfall, Niesen, Husten, Atemnot, BindehautentzĂŒndung und Anzeichen von Gehirnerkrankung auf. SpĂ€tfolge kann eine Enzephalitis sein, also eine EntzĂŒndung des Hirns. Potentiell tödlich. Keine Zoonose.

Borelliose

Siehe Wildkrankheiten. Tödlich.

Wurm- und Flohbefall

Siehe Wildkrankheiten. Kann behandelt werden – sicher gibt’s da auch in Azeroth Möglichkeiten wie KrĂ€utermedizin oder Magie.

Fehlbildungen und Abnutzungen

HĂ€ufig bedingt durch fĂŒr das Wohlbefinden des Tiers ungĂŒnstige ZĂŒchtung (siehe IRL zum Beispiel HĂŒftdysplasie beim Deutschen SchĂ€ferhund oder die enorme KörpergrĂ¶ĂŸe beim Irischen Wolfshund). Inwiefern dies ein Faktor in Azeroth ist, kann sicher viel diskutiert werden. Generell gilt bei Hunden: Je grĂ¶ĂŸer das Tier, desto weniger lange lebt es. Mischlinge sind oft robuster und leben lĂ€nger als reinrassige Hunde.


Vögel


Vögel

FĂŒr die Beizjagd werden vor allem Habicht und Sperber, Wanderfalke und Steinadler verwendet. Diese Tiere wurden frĂŒher als Nestlinge oder WildfĂ€nge der Natur entnommen, was heute nicht mehr erlaubt ist (Ausnahme beim Habicht). Stattdessen entstammen die meisten dieser Vögel heute der Zucht. Man unterscheidet zwischen Vögeln vom Hohen Flug (Falken, Jagd im Sturzflug aus großer Höhe) und Vögeln von Niedrigem Flug (Sperber, Habicht, Adler).

Wenn ein Falke hoch ĂŒber dem JĂ€ger und dessen Hund steht und darauf wartet, dass der Hund Wild hochmacht, wird er als Anwarter bezeichnet. Hauben tragen vornehmlich Falken, da diese ansonsten stĂ€ndig in die Ferne schauen und zum Jagdflug starten wollen. WĂ€hrend der Falke fast ausschließlich fliegende Beute schlĂ€gt, ist der Habicht ein universell einsetzbarer, wendiger Beizvogel. Der Steinadler wird zur Jagd auf Feldhasen und Fuchs eingesetzt.

Ein paar weitere HintergrĂŒnde und ingame-Referenzen unter Jagdpraxis, Beizjagd.



Hege


Vorwort Hege

Oha, Hege? Das klingt langweilig.

Mag sein, aber die Hege ist eine der wichtigsten Aufgaben eines JĂ€gers und wenn ein Charakter nicht grade verzweifelt nach jedem bisschen Wildbret jagt, das er kriegen kann, dann ist es in seinem eigenen Interesse, hier eine gewisse Verantwortung zu ĂŒbernehmen. IRL kennt man den Satz: „Mit dem Recht zur Jagd geht die Pflicht zur Hege einher“, was sich natĂŒrlich nur bedingt ins IC ĂŒbertragen lĂ€sst. Hege wird kaum explizit ausgespielt werden, ist aber prima dazu geeignet, den Charakterhintergrund etwas zu unterfĂŒttern und die Frage „Was hast du heute so gemacht?“ mit etwas Sinnhaften und Naheliegenden zu unterfĂŒttern.

Hege bezeichnet alle Maßnahmen, die dazu geeignet sind, eine gesunde ökologische Vielfalt in Fauna und Flora zu erhalten. Ökologische Vielfalt ist ein wichtiger Teil jedes gesunden Ökosystems. Die ZusammenhĂ€nge innerhalb einzelner Teilnehmer dieses Systems (Tiere, Pflanzen, Boden, GewĂ€sser
) sind dabei so zahlreich, dass eine ausfĂŒhrliche Beschreibung in diesem Guide ausgeschlossen ist.

Die Notwendigkeit zur Hege entsteht durch die Inbesitznahme von einst natĂŒrlicher Landschaft und VerĂ€nderung dieser zur Kulturlandschaft. Ein naturbelassener Wald, vielleicht sogar Urwald (PrimĂ€rwald, definiert sich durch das, auch in der Vergangenheit, gĂ€nzliche Ausbleiben menschlichen Einflusses) benötigt keinerlei Hege, sondern ist ganz automatisch ein Ökosystem fĂŒr sich. Kommt es zu einer VerĂ€nderung innerhalb eines solchen Ökosystems (zum Beispiel Waldbrand, Erdrutsch, Einfall eines SchĂ€dlings), folgt automatisch eine Anpassung aller betroffenen Teilnehmer des Ökosystems an dieser VerĂ€nderung. Ein verĂ€nderter Flusslauf mag Marschen in einer Region austrockenen, was die dort ansĂ€ssigen BĂ€ume ihrer Lebensgrundlage entzieht und diese absterben oder weniger konkurrenzfĂ€hig werden lĂ€sst. Gleichzeitig könnte auf dem nun zunehmend trockenen Grund andere Vegetation gedeihen und anderen Tieren als zuvor Lebensraum bieten. Parallel könnte anderenorts neues Marschland entstehen oder auch schlichtweg ein neuer Flusslauf, der seinerseits Tiere vertreibt und Pflanzen ertrĂ€nkt oder fortspĂŒlt, aber auf der anderen Seite wiederum Fischen, Insekten etc. Lebensraum schafft. Ein Blick auf die extremen Regionen unserer Welt zeigt, dass Leben auch unter extremen Bedingungen (ganzjĂ€hrige extreme Hitze oder KĂ€lte, Trockenheit, Tiefsee unter hohem Druck, sogar unter Abwesenheit von Sauerstoff) existieren kann. Dies lĂ€sst sich offensichtlich auf Azeroth ĂŒbertragen, das von extremen Gebieten (nach unserem menschlichen Maßstab) ziemlich ĂŒbersĂ€t ist.

Kritisch wird es hingegen beim Eingriff durch intelligente Kulturen (hier: die Völker Azeroths). Manche Völker mĂŒhen sich aktiv, „mit der Natur, statt auf ihre Kosten zu leben“, was an sich schon eine Form von Hege voraussetzt – auch wenn diese von der jeweiligen Kultur vielleicht gar nicht als solche empfunden wird. In Azeroth kommen natĂŒrlich noch allerlei magische EinflĂŒsse hinzu, die die ganze Thematik noch mal komplizierter machen und pauschale Aussagen noch weniger zulassen.

Im Beispiel eines menschlichen Lehens hat der vom Lehensnehmer eingesetzt JĂ€ger eine Vielzahl an Möglichkeiten, die ökologische Vielfalt und somit auch die StabilitĂ€t des ihm ĂŒberlassenen Ökosystems zu fördern. Beispiele besprechen wir im Folgenden.


Die heilige Dreihegigkeit

Wild braucht drei Dinge, um in einer Region nicht nur heimisch zu werden, sondern sich dort auch zu mehren: Äsung, Deckung und Ruhe.

Äsung

Unter Äsung fassen wir nicht nur Futter, sondern auch Wasser zusammen, welches meist, aber nicht immer ĂŒber die Nahrung aufgenommen wird. Wild kann dabei aktiv und passiv unterstĂŒtzt werden. Aktives Anbieten von Äsung wĂ€re beispielsweise das ZufĂŒttern in harten Wintern oder Bereitstellen von Wasser in Hitzeperioden. Passiv wird das Wild unterstĂŒtzt durch das Ansiedeln von Mastpflanzen, wie StreuobstbĂ€ume, Eiche, Buche, Kastanie, Heidelbeere, Brombeere, GrĂ€sern, KrĂ€utern und Wurzeln. Die tatsĂ€chliche Auswahl an Mastpflanzen sollte dabei von den im Revier auftretenden Wildarten abhĂ€ngig gemacht werden.

Deckung

Deckung bezeichnet RĂŒckzugsmöglichkeiten fĂŒr das Wild. Das kann dichtes GebĂŒsch und Hecken fĂŒr Rehwild ebenso sein, wie hoher Altbestand (hohe, alte BĂ€ume) fĂŒr Vögel. Grade letztere verschwinden IRL aus unserer Umwelt immer mehr, besonders von FeldrĂ€ndern, was Niederwild wie Hasen nicht nur ihre RĂŒckzugsdeckung nimmt, sondern auch die Möglichkeit, sich in der Deckung zwischen den weit offenen und damit gefĂ€hrlicheren Feldern zu bewegen. Kann Wild sich nicht verstecken, hat es keine Chance, zur Ruhe zu kommen und wird vielleicht sogar als Beute geschlagen.

Ruhe

Ruhe letztlich meint geringen Druck auf das­ Wild und setzt geeignete Deckung zwingend voraus, beschrĂ€nkt sich aber nicht darauf. Ruhe meint auch, dass das Wild sich nicht stĂ€ndig in Gefahr wĂ€hnt, also beispielsweise in seiner natĂŒrlichen Umgebung Nahrung aufnehmen kann, ohne mehr als die ĂŒbliche Vorsicht aufbringen zu mĂŒssen. Wenn das Wild nur in seiner Deckung Ruhe finden kann, wird es die Region ĂŒber Kurz oder Lang verlassen und meiden. Gleichzeitig problematisch sind Störungen durch den Menschen, also beispielsweise die NĂ€he zu Wegen. Daher ist es wichtig, dass ein Revier möglichst nicht von Wegen ‚zerschnitten‘ ist. Auch zĂ€hlt hierzu der von JĂ€gern aufgebaute Jagddruck. Wird in einer Region die Jagd nicht ausgeĂŒbt, ist kein (vom Menschen ausgehender) Jagddruck vorhanden. NatĂŒrliche Feinde bleiben natĂŒrlich ein Faktor, der sich aber normalerweise von allein ausbalanciert. Um möglichst wenig Jagddruck auf ein Revier zu bringen, sollten bestimmte Jagdarten wie die Pirsch vermieden oder auf ein Minimum reduziert werden. Schonend sind beispielweise Ansitz und Anstand, sowie die Fallenjagd, deren AusĂŒbungsort und -zeit hĂ€ufig variiert. Außerdem sollte die Jagd zu besonders harten Zeiten (tiefster Winter, Hitzeperioden) ausgesetzt werden.

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Beispiele von Hegemaßnahmen

Wie umfangreich (und ob ĂŒberhaupt) Hege in einem Revier in Azeroth ausgeĂŒbt werden kann, ist sicherlich von vielen Faktoren abhĂ€ngig. Um aber eine Auswahl möglicher Maßnahmen zu erlauben, bietet dieser Guide nachstehende Liste an.

  • Anlage von Hecken und Feldgehölzen als Deckung, Einstand, Äsung, Windschutz oder Trittsteine

  • Trittsteine bezeichnen eine „sichere Zuflucht“ zwischen unterschiedlichen Biotopen. Stellt euch zwei WaldrĂ€nder vor, die zwischen denen sich drei Kilometer Wiese erstrecken. Das Überqueren dieser offenen FlĂ€che wĂ€re fĂŒr vieles Niederwild gefĂ€hrlich. Durch vereinzelte Hecken und Feldgehölze zwischendurch bieten sich unterwegs sichere Zufluchten.

  • Anlage von Benjeshecken aus GrĂŒnschnitt und VerjĂŒngung bestehender Hecken

  • Benjeshecken sind AnhĂ€ufungen von GrĂŒnschnitt in Form einer Hecke, in deren Schutz neue, lebendige Hecken und StrĂ€ucher aufwachen können.

  • Anlage von WildĂ€ckern als Äsung fĂŒr Niederwild, zur Entlastung des Waldes vom Äsungsdruck, gegebenenfalls als Bejagungshilfe

  • Zwischenfruchtanbau (beispielsweise Lupine, Ölrettich, Raps, Senf oder Klee) als Äsung und Deckung fĂŒr Niederwild

  • Schaffung unbewirtschafteter Randstreifen an beispielsweise GrĂ€ben oder Hecken (sogenannte Saumzonen), was neben Deckung fĂŒr einige Arten auch Brutmöglichkeiten bietet

  • Anlage von SchĂŒttsteinhaufen fĂŒr Amphibien (Deckung, Sonne, Erbeuten von Insekten)

  • Aufstellung von Salzlecken

  • Aufstellung von FĂŒtterungen und Bewirtschaftung dieser in extremen Witterungsperioden, sowie regelmĂ€ĂŸige SĂ€uberung dieser

  • Da FĂŒtterungen ein Sammelpunkt fĂŒr viele Tiere sind, können sich Wildkrankheiten durch Ausscheidungen etc. hier relativ leicht verbreiten. RegelmĂ€ĂŸige SĂ€uberung gehört daher zum Aufstellen einer FĂŒtterung dazu.

  • Anlage von WildĂ€ckern im Wald, in erster Linie als Äsung fĂŒr Schalenwild und im besten Fall winteraktiv, um eben im Winter Äsung anzubieten

  • Anlage von Wildwiesen im Wald, als Äsung fĂŒr Schalenwild und Hasen, sowie zur Gewinnung von Winterfutter (Heu und Silage)

  • Unterschied Wildacker und Wildwiese: Ein Wildacker wird nur temporĂ€r angelegt und regelmĂ€ĂŸig mit beispielsweise Pflug, Egge oder FrĂ€se neu bearbeitet; wie ein Acker eben. Wildwiesen werden fĂŒr eine lĂ€ngerfristige Nutzung angelegt.

  • Pflege (KĂŒrzung des Wuchses oder DĂŒngung) von Abteilungslinien, Schneisen und RĂŒckegassen, falls Forstwirtschaft vorhanden. Schafft Äsung fĂŒr Schalenwild und Hasen.

  • Schwellstufen fĂŒr Restwasser in (eigentlich trockenen) GrĂ€ben als Wasserangebot fĂŒr u.a. Fasan und Enten

  • Anlage von FasanenschĂŒtten

  • Anlage von Suhlen

  • Uferbepflanzung an GrĂ€ben und BachlĂ€ufen als Brutmöglichkeit und Ruhezone fĂŒr vorrangig Wasservögel

  • Wo möglich und nötig, FĂ€llung von Ufergehölz als Deckungsmöglichkeit, zur VerjĂŒngung der Ufervegetation und um mehr Sonne einfallen zu lassen

  • Neubau von KleingewĂ€ssern (könnten z.B. alte SteinbrĂŒche sein, die gezielt geflutet werden) als vielfĂ€ltig nutzbares Angebot fĂŒr Wasservögel

  • Zonierung von grĂ¶ĂŸeren GewĂ€ssern, vor allem durch Bereitstellung geregelter ZugĂ€nge zur Nutzung und dadurch ortsweise BĂŒndelung von Unruhe und Ruhe

  • Bejagung von Überbestand oder zur Vermeidung drohenden Überbestands mit Vorrang bei kranken oder kĂŒmmernden Tieren („Hege mit der BĂŒchse“)

  • Der Wildbestand muss sich am gegebenen Lebensraum orientieren, nicht andersrum

  • Vor dem Mutterwild wird immer das Jungwild erlegt!

In Azeroth besonders wichtig dĂŒrfte außerdem die Ausschau nach und BekĂ€mpfung von Wilderei sein.


Rund um die Waffe


Vorwort Waffenkunde

Wir werden uns hier nicht mit Steinschlosswaffen beschĂ€ftigen. Diese spielen bei der Jagd IRL keine Rolle und ich habe zu wenig Ahnung davon, um viel dazu zu sagen. Auch wird es hier nicht um irgendwelche abgespaceten Gewehre gehen, die Laser, Weltraumkristalle oder ZombiebĂ€ren verschießen.

Kipplauf- was? Wichtige Begriffe

Die BeschÀftigung mit Waffen geht mit einer ganzen Reihe an Begrifflichkeiten einher, die nicht notwendigerweise jedem bekannt sind. Daher beginnen wir hier mit einigen Bezeichnungen und ihren Bedeutungen.

Kugel: Meint ein einteiliges Geschoss fĂŒr gezogene LĂ€ufe, also bspw. keine Flintenpatrone (Schrot oder FLG)

FLG: Flintenlaufgeschoss. Wird aus einem Flintenlauf verschossen, ist aber ein einziges Projektil, anstelle vieler kleiner Schrote. Im Vergleich zu anderen Geschossen sehr schwer, fĂŒr Flintenmunition sehr kraftvoll und ziemlich unprĂ€zise auf lange Distanzen.

Verschluss: Auch oft Kammer genannt. Hier wird die Patrone gezĂŒndet, das Projektil beim Schuss in den Lauf getrieben und die leere HĂŒlse ausgeworfen.

BĂŒchse: Langwaffe (Gewehr), das einzelne Kugeln verschießt. Kann eine Kipplaufwaffe oder Repetierer sein. Abzugrenzen von Kurzwaffen und Flinten. BĂŒchsen besitzen im Lauf ZĂŒge und Felder, also ein Profil, das dem Geschoss eine Rotation verleiht, um seine Flugbahn zu stabilisieren. BĂŒchsen mit kurzem Lauf nennt man Stutzen.

Flinte: Langwaffe (Gewehr), das Schrote oder Flintenlaufgeschosse verschießt. Kann eine Kipplaufwaffe oder Pump-Flinte sein. Letztere brechen in WoW wohl eher die Immersion, weshalb man meist auf Kipplaufwaffen treffen wird. Abzugrenzen von BĂŒchsen und Kurzwaffen.

Pistole: Meist halbautomatische Kurzwaffe, die einzelne Kugeln verschießt. Eine Pistole besitzt ein Magazin, das aus der Waffe entnommen werden kann. Abzugrenzen von Langwaffen und Revolvern. Habe ich in WoW noch nie gesehen und wĂŒrde ich mit meinen Charakteren auch weniger verwenden.

Revolver: Kurzwaffe, die einzelne Kugeln verschießt. Revolver besitzen eine Trommel, anstatt eines Magazins, die zwar ausgeklappt, aber wĂ€hrend der Verwendung nicht entnommen werden kann. Bei der Pflege der Waffe ist dies natĂŒrlich möglich – im Eifer des Gefechts aber nicht. Revolver werden eingeteilt in Single Action und Double Action Varianten. Single Action meint, dass der Hahn vor der Schussabgabe von Hand gespannt werden muss. Der Abzug löst den Hahn nur noch aus. Double Action beschreibt die Möglichkeit, den Hahn entweder von Hand zu spannen (wie bei der Single Action Variante) oder den Hahn durch das BetĂ€tigen des Abzugs zu spannen. Dies fĂŒhrt zu einem höheren Abzugsgewicht und setzt daher einen grĂ¶ĂŸeren Kraftaufwand voraus.

Kipplaufwaffe: Eine Waffe ohne Magazin, bei der die Patronen direkt in den Lauf eingelegt werden. Üblich bei Flinten, seltener bei BĂŒchsen und noch seltener bei Pistolen. Setzt Patronen mit Rand voraus, damit diese nicht in den Lauf hineinrutschen.

Repetierer: Langwaffen, die durch das Repetieren anhand eines Hebels die leere PatronenhĂŒlse aus der Kammer auswerfen und die nĂ€chste Patrone aus dem Magazin in die Kammer ziehen. Dieser Hebel kann dabei entweder feststehen, sodass es zum Repetieren einfach nur nach hinten gezogen wird (Gradezugrepetierer) oder er muss hierzu erst hochgeklappt und am Ende des Repetierens wieder in eine ruhende Position runtergeklappt werden. Dies sind die klassischen und medial beliebten Darstellungen von Jagdgewehren.

Zwilling: Eine Waffe mit zwei LĂ€ufen. Dies können zwei BĂŒchslĂ€ufe, zwei FlintenlĂ€ufe oder je ein BĂŒchs- und ein Flintenlauf sein. Bei Flinten nennt sich dies Doppelflinte, bei BĂŒchsen DoppelbĂŒchse. Sind die LĂ€ufe ĂŒbereinander angebracht, spricht man von Bockdoppelflinte oder BockdoppelbĂŒchse; die LĂ€ufe sind aufeinander „aufgebockt“. Bei gemischten LĂ€ufen spricht man von einer BĂŒchsflinte; sind die LĂ€ufe ĂŒbereinander angebracht, von einer BockbĂŒchsflinte. Zwillinge sind Kipplaufwaffen.

Drilling: Eine Waffe mit drei LĂ€ufen. Hier sind alle möglichen Kombinationen denkbar. Üblich sind zwei Flinten- und ein BĂŒchslauf oder umgekehrt. Besonders gern verbaut werden ein Flintenlauf, ein BĂŒchslauf mit grĂ¶ĂŸerem Jagdkaliber (z.B. 8 x 57, .308 oder .30-06) und ein kleinerer BĂŒchslauf fĂŒr kleineres Wild, wie .22 . Drillinge sind Kipplaufwaffen.

Vierling und sonstige MonstrositÀten: Eine Waffe mit 4 oder mehr LÀufen. Immer Kipplaufwaffen und sehr schwer.

Zwillinge, Drillinge und co. werden meist verwendet, wenn das Revier und die Schonzeiten die Jagd auf unterschiedliche Wildarten erlauben, die mit Kugel oder Schrot beschossen werden und der JĂ€ger nicht zwei oder mehr unterschiedliche Waffen mit sich tragen möchte. Der große Vorteil dieser Waffen ist, schnell auf unterschiedliche Projektile und Kaliber zugreifen zu können. In der Regel reicht es, einen Hebel zu verschieben, der den vom Abzug auszulösenden Lauf auswĂ€hlt. Nachteilig wird es, sollte ein Nachschuss auf das Wild erforderlich sein. Hier muss die Kipplaufwaffe erst geöffnet und nachgeladen werden, was Zeit in Anspruch nimmt und dem Wild Zeit zur verwundeten Flucht gibt. Dies kann eine lĂ€ngere Nachsuche erforderlich machen.

Einige Worte, bevor es losgeht

In diesem Kapitel werden wir uns vor allem mit Jagdgewehren, also mit Schusswaffen beschĂ€ftigen. Die Bogenjagd ist in Deutschland, bis auf extrem wenige Ausnahmen, verboten. Mit den gerne mal im Bezug auf WoW beschriebenen Vorderladern werden wir uns ebenfalls nicht beschĂ€ftigen (und nein, auch nicht mit den manchmal sarkastisch angebrachten Maschinengewehren). Der Fokus soll hier mehr auf Praxis und den daraus erwachsenden Implikationen fĂŒr das Rollenspiel liegen. Gleichzeitig wird dies hier kein Lehrgang in der UnfallverhĂŒtungsvorschrift oder anderen IRL existenten Gesetzen. Nennen werde ich vor allem die Dinge, bei denen ich erwarten wĂŒrde, sie auch in Azeroth in Ă€hnlicher Form zu finden.

Viele Aussagen in den folgenden Zeilen lassen sich nur auf bestimmte Schusswaffen anwenden. Revolver beispielsweise können nicht gesichert werden. Sie besitzen kein solches Bauteil. Nichtsdestotrotz ist das Sichern einer Waffe ein wichtiger Teil der Herstellung von Sicherheit an einer Waffe und wird dementsprechend genannt.

GrundsĂ€tzlich gelten beim Umgang mit Schusswaffen – das dĂŒrfte auch in Azeroth nicht wesentlich anders sein – einige sicherheitsrelevante GrundsĂ€tze, die IRL in erster Linie aus der UnfallverhĂŒtungsvorschrift (UVV) erwachsen. Diese besagen im Wesentlichen, dass eine Waffe niemals auf einen Menschen (o.Ă€.) zu richten ist und in Situationen, in denen sie nicht unmittelbar verwendet wird, so zu fĂŒhren ist, dass ein unkontrolliertes Auslösen ausgeschlossen ist. In der Regel wird dieser Zustand auch nach außen angezeigt, indem der Verschluss der Waffe geöffnet und die Waffe vollstĂ€ndig entladen wird. Auch beim Bewegen im GelĂ€nde ist Vorsicht geboten. Vieles davon dĂŒrfte ĂŒbrigens auch im militĂ€rischen Rahmen, teils abgewandelt, Anwendung finden.

Herstellen von Sicherheit

Schusswaffen kann außerdem von außen angesehen werden, ob diese gespannt sind. In diesem Fall ist besondere Vorsicht geboten, selbst wenn kein Magazin einsteckt ist, da sich immer noch eine Patrone in der Kammer befinden kann. Bei Gewehren kann dieser Zustand durch die Stellung von HĂ€hnen, Spannschiebern (Handspanner) oder Signalstiften am Verschluss oder durch die Stellung des Schlosses oder eine Spannanzeige erkannt werden. Bei Revolvern gibt die Stellung des Hahns Aufschluss. Wird eine gespannte Waffe aufgefunden und nicht direkt zum Schuss benötigt werden, sollte diese gesichert und der Verschluss geöffnet werden. Dies ist in den meisten FĂ€llen einfach, nur bei Revolvern ist, beim Entspannen des Hahns etwas FingerspitzengefĂŒhl gefragt. Bei einem Revolver mit gespanntem Hahn kann die Trommel nicht geöffnet werden. Der Hahn muss hier vorsichtig nach vorne gelassen werden, was einen durchgezogenen Abzug und das gleichzeitige Festhalten des Hahns erfordert.

Wird die Waffe entladen und geöffnet abgelegt, die MĂŒndung in eine ungefĂ€hrliche Richtung weisend, ist Sicherheit herstellt.

Ballistik

Wir unterscheiden zwischen Innen-, MĂŒndungs-, Außen- und Zielballistik.

Die Innenballistik bezeichnet alles, was bei der Schussabgabe in der Waffe geschieht. Dazu gehören der aufgebaute Gasdruck und die Geschossgeschwindigkeit vom Patronenlager bis zur MĂŒndung. Bei BĂŒchsen wird in der Innenballistik außerdem die Rotation betrachtet, die der Kugel durch die rotierend im Lauf angebrachten ZĂŒge und Felder gegeben wird. Felder sind dabei Vertiefungen, wĂ€hrend ZĂŒge den normalen Laufdurchmesser darstellen und direkten Kontakt zum Geschoss haben.

In der MĂŒndungsballistik wird vor allem die Geschwindigkeit thematisiert, die ein Geschoss an der MĂŒndung besitzt. Man spricht auch von V0 (Velocity / Geschwindigkeit auf Distanz 0 Meter). Eine gewöhnliche Patrone im Kaliber .308 (7,62 x 51 mm) hat zum Beispiel eine V0 von 850 bis 900 Meter pro Sekunde. Diese Geschwindigkeit ist auch fĂŒr die Verwendung von möglichst gerĂ€uschlosen Schusswaffen wichtig (siehe SchalldĂ€mpfer weiter unten).

Die Außenballistik meint im Wesentlichen den Weg von der Waffe zum Ziel. Dabei sind Spin des Geschosses, Luftwiderstand, Gewicht und Erdanziehungskraft besonders wichtig. Siehe auch Thema Flugbahn weiter unten.

Die Zielballistik beschreibt das Verhalten des Geschosses beim Auftreffen auf das Ziel. Unterschiedliche Munitionstypen (Vollmantel, Teilmantel, Hohlmantel etc.) können massiv voneinander abweichende Wirkung auf ihr getroffenes Ziel haben.

Einige wichtige PhÀnomene und Eigenschaften rund um die Ballistik besprechen wir im Folgenden.

Luftwiderstand

Die AtmosphĂ€re bietet jedem Geschoss einen Widerstand. Die Geschossform hat dabei einen wesentlichen Einfluss darauf, wie groß dieser ausfĂ€llt. Stumpfe Geschosse wie Schrote oder Flintenlaufgeschosse werden deutlich stĂ€rker beeinflusst, als aerodynamisch geformte BĂŒchsengeschosse. Dies ist ein wichtiger Grund dafĂŒr, dass die meisten Schrotpatronen nur auf einige hundert Meter gefĂ€hrlich sind, die GefĂ€hrdungsdistanz bei BĂŒchsenpatronen und einem Abschusswinkel von 30° bis 33° aber fĂŒnf bis sechs Kilometer erreichen kann. Der Luftwiderstand wirkt sich auf die Geschwindigkeit des Geschosses aus und damit auch auf seine mitgefĂŒhrte Energie. Ein Geschoss, das einen weiteren Weg zurĂŒcklegt als ein zweites, baugleiches Geschoss aus einer gleichen Waffe, wird beim Auftreffen auf das Ziel langsamer sein und weniger Energie eintragen. Gemessen wird dies auf 0, 100, 200, etc. Meter, dann jeweils als V0, V100, V200 etc.

Flugbahn und gĂŒnstigste Einschießentfernung

Hier soll es in erster Linie um die Flugbahn von BĂŒchsengeschossen gehen. Zwar folgen die Geschosse aus Kurzwaffen und Schrote, sowie Flintenlaufgeschosse ganz Ă€hnlichen Prinzipien, doch ist bei ihnen die PrĂ€zision auf lange Distanz lĂ€ngst nicht so relevant, wie bei BĂŒchsengeschossen.

Ein Irrglaube, der mir persönlich hĂ€ufig begegnet ist, ist die Annahme, ein BĂŒchsengeschoss wĂŒrde den Lauf auf einer Linie verlassen, die parallel zur Sichtlinie durch die Zielvorrichtung verlĂ€uft. Zwar kann man prinzipiell eine Waffe so einschießen, doch gibt es weitaus sinnvollere Methoden, dies zu tun.

Üblicherweise werden Waffen so eingeschossen, dass die Kugel auf eine bestimmte Entfernung genau im Fadenkreuz landen. Diese, in der Praxis fĂŒr den JĂ€ger und sein Revier optimale Entfernung nennen wir GĂŒnstigste Einschießentfernung (GEE). HĂ€ufig werden hier zwischen 100 und 200 Meter verwendet, im Gebirge gerne auch mal deutlich mehr. Dies wĂ€re bei oben genannter Annahme nicht der Fall, da die Erdanziehungskraft das Geschoss nach unten zieht. Man hĂ€tte dann auf 100 Meter schnell mal einen Schuss, der vier oder fĂŒnf Centimeter zu tief einschlĂ€gt (Tiefschuss).

Gehen wir davon aus, eine BĂŒchse im Kaliber .300 Winchester Magnum ist auf 150 Meter fleckeingeschossen. Das Geschoss soll also bei einer Distanz von 150 Metern genau mittig im Fadenkreuz landen. Nach dem Abschuss verlĂ€sst das Geschoss den Lauf und steigt dann ĂŒber die Visierlinie hinauf. Etwa bei 100 Metern wird der Höhepunkt der Flugkurve erreicht, wobei das auch von der Geschwindigkeit und dem Gewicht des Geschosses abhĂ€ngt. Anschließend fĂ€llt das Geschoss ab – und das deutlich schneller, als es zuvor gestiegen ist. Dies liegt vor allem daran, dass der Luftwiderstand es verlangsamt und die Erdanziehungskraft dadurch deutlicher zum Tragen kommt – obgleich sie natĂŒrlich die ganze Zeit ĂŒber auf das Geschoss einwirkte. Mit einer Waffe, die auf 150 Meter fleckeingeschossen ist, plötzlich auf 600 Meter prĂ€zise zu schießen, ist meistens unmöglich, da die Kugel außerhalb des im Zielfernrohr sichtbaren Bereichs ankommen wird.

In einem Beispiel aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten wir ein Geschoss im Kaliber 9,3 x 62. Dieses ist mit ca. 19 Gramm sehr schwer, aber mit einer MĂŒndungsgeschwindigkeit von V0 = 740 m/s auch sehr langsam unterwegs. Durch sein hohes Gewicht bringt das Geschoss dennoch sehr viel Energie mit. Direkt an der MĂŒndung sind das stattliche 5.200 Joule. Zum Vergleich, handelsĂŒbliche 9 mm Patron bringt an der MĂŒndung maximal 750 Joule mit. Nehmen wir an, die Waffe ist fleckeingeschossen auf 100 Meter Distanz. Bei lediglich 50 Metern liegt das Geschoss 1,5 cm ĂŒber dem anvisierten Punkt. An diesem Punkt steigt das Geschoss noch! Hingegen bei 150 Meter, wenn es schon viel Geschwindigkeit verloren hat, wĂŒrden wir einen Tiefschuss von 7,0 cm (!) unter dem anvisierten Punkt feststellen.

Schuss bergauf und bergab

Grade im Gebirge, aber auch in hĂŒgeligen Gegenden, kommt es oft vor, dass Wild deutlich ĂŒber oder unter dem SchĂŒtzen steht. Der Schuss auf solches Wild mag im ersten Moment wenig intuitiv wirken. Hilfreich ist aber der Merkspruch: „Bergauf und bergrunter, halte immer drunter!“

Warum ist das so? In beiden FĂ€llen verlĂ€uft die Flugbahn der Kugel deutlich abweichend zu einem horizontalen Schuss. Beim Schuss bergab sorgt dies dafĂŒr, dass sich die Kugel in Richtung der Erdanziehungskraft bewegt, anstatt bloß parallel zu dieser. Beim Steigen (relativ zur Sichtlinie, die ja unser Bezug ist) streckt die Gravitation also die Flugbahn der Kugel, sodass diese am Ende höher einschlĂ€gt, als bei einem horizontalen Schuss. Beim Schuss bergauf wirkt die Gravitation zwar bremsend auf die Kugel, korrigiert aber ihre Flugbahn ebenfalls nicht, wie beim horizontalen Schuss, unter die Sichtlinie.

SchalldÀmpfer

Die scherzhaft auch als FlĂŒstertĂŒten bezeichneten SchalldĂ€mpfer sind nicht nur IRL in der deutschen Rechtslandschaft ein viel diskutiertes Thema, sondern auch in WoW wohl eher zweifelshaft konnotiert. Ich habe sie schon ausgespielt gesehen, kenne aber selbst keine Lore-Belege fĂŒr ihre Existenz.

In Shootern sorgen SchalldĂ€mpfer meist fĂŒr eine leichte Reduktion des Schadens, den eine Waffe anrichtet. Das ist per se falsch. Ein SchalldĂ€mpfer fungiert wie eine LaufverlĂ€ngerung, sodass die Detonation der Treibladung in der Patrone das Geschoss ĂŒber einen lĂ€ngeren Weg (die LauflĂ€nge) beschleunigen kann, ehe das Projektil aus der MĂŒndung austritt und der Gasdruck im Lauf abbricht. Wiederum richtig wird diese Darstellung dadurch, dass nicht jede Munition fĂŒr SchalldĂ€mpfer geeignet ist.

Um dies zu verstehen, muss man zuerst verstehen, was in einer Waffe eigentlich knallt. Wenn ein Schuss abgefeuert wird, nehmen wir einen lauten Knall wahr. Dieser laute Knall sind aber eigentlich zwei Knalls. Der erste stammt von der Detonation der Treibladung in der Patrone und kann durch einen SchalldĂ€mpfer gedĂ€mpft werden. Den zweiten Knall erzeugt das Projektil, wenn es aus der MĂŒndung austritt und dabei die Schallmauer durchbricht.

Zum Vergleich: Die Schallgeschwindigkeit sind ca. 343 Meter pro Sekunde. Ein Geschoss im Kaliber .308 hat eine MĂŒndungsgeschwindigkeit V0 von luftigen 850 bis 900 Meter pro Sekunde. Solange ein SchĂŒtze keine Unterschallmunition verwendet, kann er sich also auch die Verwendung eines SchalldĂ€mpfers schenken.

Weiterhin gilt, sich zu merken, dass ein SchalldĂ€mpfer das GerĂ€usch eines Schusses nicht gĂ€nzlich negiert. Bei kleineren Kalibern wie .22 LfB (Lang fĂŒr BĂŒchse) bleibt nicht viel mehr als ein GerĂ€usch in GesprĂ€chslautstĂ€rke, wĂ€hrend grĂ¶ĂŸere Kaliber immerhin so weit reduziert werden, dass auf einen Gehörschutz verzichtet werden kann. Der Laut des Schusses wird nicht einfach so komplett abgeschaltet.

Aufbau von Schusswaffen

Als Schaft bezeichnet man das, oft aus Holz oder Kunststoff, produzierte Element, das die weiteren Bauteile der Waffe (Lauf, Verschluss etc.) zusammenhÀlt. In Azeroth wird sicherlich nur Holz als Baumaterial verbreitet sein, bei einigen richtig töften Völkern vielleicht sogar Metall. In diesen Schaft wird meist eine Fischhaut eingearbeitet. Dies meint eine Anrauung der GriffflÀche, um besseren Halt zu bieten. Der unter dem Lauf liegende Teil des Schafts wird als Vorderschaft bezeichnet, der Rest als Hinterschaft.

Manche SchĂ€fte besitzen eine Backe, also eine Auswölbung dort, wo der SchĂŒtze sein Gesicht beim Zielen an die Waffe legt. SchĂ€fte können auf Links- oder auf RechtshĂ€nder ausgelegt sein. Dies bestimmt zum Beispiel, auf welcher Seite die Backe zu finden ist, aber auch, in welche Richtung eine mögliche SchrĂ€nkung weist. SchrĂ€nkung meint eine seitliche Abweichung des Hinterschafts von der restlichen Achse des Schafts. Manche SchĂŒtzen kommen mit geschrĂ€nkten SchĂ€ften besser zurecht oder können dadurch sogar körperliche EinschrĂ€nkungen ausgleichen.

Der Lauf einer BĂŒchse ist, je nach Gewehrtyp, meist zwischen 51 cm und 65 cm lang. In ExtremfĂ€llen werden LĂ€ngen von 45 cm und 72 cm erreicht. Bedenkt, dass sich dies auf Waffen fĂŒr Menschen bezieht. Patronen mit starker Pulverladung benötigen zur optimalen Gasdruckentwicklung lĂ€ngere LĂ€ufe. Und, um die Lanze einmal zu brechen: Ein langer Lauf ist nicht gleichbedeutend mit hoher PrĂ€zision. TatsĂ€chlich erreicht man oft die höchste PrĂ€zision mit kĂŒrzeren, aber dafĂŒr dicken LĂ€ufen, die dem Geschoss eine möglichst stabile Flugbahn mitgeben.

An der MĂŒndung von SchrotlĂ€ufen kann man eine Choke- oder WĂŒrgebohrung (umgangssprachlich „Choke“) anbringen. Dies sind Verengungen, die fĂŒr ein verĂ€ndertes Streubild der Schrote sorgen. So kann die Schrotgarben im Durchmesser verringert oder in die LĂ€nge gezogen werden. Dabei bewegen wir uns in recht kleinen GrĂ¶ĂŸenordnungen. Bei einem Vollchoke ist die MĂŒndung gegenĂŒber dem Rest des Laufs um bis zu 1 mm verengt, bei einem Viertelchoke sogar nur um ÂŒ mm.

Grade bei miteinander verlöteten LĂ€ufen (beispielsweise bei Drillingen) ist die Hitzeentwicklung bei mehreren konsekutiven SchĂŒssen ein wichtiger Faktor. Bei Hitze dehnt sich der verwendete Lauf leicht aus und verĂ€ndert somit die Treffpunktlage. Dies kann im Extremfall eine dauerhafte VerĂ€nderung sein. Grade bei kampflastigen Plotabenden sollte man dies durchaus mal bedenken!

Die meisten Waffen lassen sich in irgendeiner Form sichern. Eine klassische Ausnahme sind Revolver, deren Bauweise eine Sicherung nicht vorsieht. Sicherungen können an verschiedenen Stellen zwischen dem Abzug und dem Schlagbolzen, der auf das ZĂŒndhĂŒtchen der Patrone schlĂ€gt, eingreifen. Die sicherste Sicherung ist jene, die direkt den Schlagbolzen blockiert, da dieser letztlich den Impuls zum Schuss auslöst. Eine Abzugssicherung verhindert zwar das Ziehen des Abzugs, doch durch starke ErschĂŒtterungen der Waffe kann der Schlagbolzen dennoch ausgelöst werden.

GrundsÀtzlich gilt: Sicherungen bieten keinen 100%igen Schutz. Absolut sicher ist nur die entladene Waffe.

EinstecklÀufe

Ein Einstecklauf ist meist von sehr kleinem Kaliber und wird in einen Lauf deutlich grĂ¶ĂŸeren Kalibers eingeschoben. Er erlaubt das Verschießen kleinerer Geschosse aus Waffen mit zu diesem Zweck eigentlich zu großen Kaliber. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, um BĂŒchsenpatronen aus SchrotlĂ€ufen zu verschießen, FangschĂŒsse in kleinem Kaliber aus grĂ¶ĂŸeren Waffen abzugeben oder aus einer grĂ¶ĂŸeren Waffe auf kleines Wild zu schießen. Ähnliches funktioniert auch fĂŒr Pistolenkaliber aus FlintenlĂ€ufen. Der Einstecklauf muss regelmĂ€ĂŸig gereinigt werden. Dabei sollte er hin und wieder auch ausgebaut und der umgebende Lauf mitgereinigt werden.

Reinigung und Wartung

Grade BĂŒchsen sind PrĂ€zisionswerkzeuge, doch diese PrĂ€zision geht schnell flöten, wenn diese Werkzeuge nicht gepflegt werden. Zum SĂ€ubern des Laufs wird eine sogenannte Bore Snake (auch Boresnake) verwendet. Diese, oft partiell mit weichen DrahtbĂŒrsten besetzten und speziell auf das Waffenkaliber abgestimmten SchnĂŒre werden durch den Lauf der Waffe gezogen, wobei Verunreinigungen mit ausgetragen werden. Üblicherweise wird von der Kammer zur MĂŒndung hin durchgezogen, um eventuellen Schmutz nicht zum empfindlichsten Teil der Waffe hin zu transportieren. Die Waffe selbst sollte regelmĂ€ĂŸig und nach jeder Verwendung Ă€ußerlich gereinigt und nach Möglichkeit geölt werden. Dazu reicht eine mit Öl benetzte Socke oder ein Handtuch völlig aus. Kleiner Tipp: Lagert man dieses StĂŒck Stoff danach zusammen mit den Waffen, kann das Öl mit der Zeit ausdĂŒnsten und verteilt sich noch mal nachhaltig auf den Waffen.

Zum Thema Kurzwaffen

Man unterscheidet zwischen Pistolen, Revolvern und Kipplaufpistolen. Letztere sind dabei immer einschĂŒssig. Kurzwaffen werden fĂŒr den Fangschuss, sowie bei der Fallen- und Baujagd verwendet. Je nach Anwendungszweck können andere Modelle und Kaliber sinnvoll sein. Ich werde hier nur von Revolvern ausgehen, da ich Pistolen mit Magazin fĂŒr nicht so ganz nach Azeroth gehörig halte und Kipplaufpistolen vermutlich auch dort wenig in Nutzung sind, wenn ĂŒberhaupt. Bei der Jagd auf Raubwild, grade in der Falle, sollte ein kleines Kaliber wie .22 fĂŒr den Fangschuss ausreichen. Mit einem grĂ¶ĂŸeren Kaliber könnten QuerschlĂ€ger ein echtes Problem werden und man sich gleichzeitig die Falle, in welcher das Wild gefangen ist, kaputtschießen. Verwendet man die Kurzwaffe hingegen als Treiber auf einer DrĂŒckjagd und es ist mit Sauen zu rechnen, darf das Kaliber auch ruhig groß und mit hoher Stoppwirkung versehen sein. Der große Vorteil eines Revolvers fĂŒr einen Treiber gegenĂŒber einer Langwaffe, ist seine Handlichkeit. Grade, wenn man durch dichtes Unterholz wie BrombeerbĂŒsche drĂŒckt und man weiß, dass in der NĂ€he ein krankgeschossenes StĂŒck Schwarzwild liegt, ist man froh ĂŒber jeden Moment, den man schneller reagieren kann.

Ein paar Worte zum Thema ScharfschĂŒtzen im Rollenspiel

Einfach, weil ich sie stĂ€ndig sehe und sie einander irgendwie immer an Reichweite und LauflĂ€nge ihrer Boomsticks ĂŒberbieten. Zu einem weiten Schuss gehört wesentlich, wesentlich mehr, als ein dickes Gewehr. Ich wĂŒrde es sehr begrĂŒĂŸen, wenn der durchschnittliche ScharfschĂŒtze des Aldor’schen Rollenspiels sich, bevor er seine Lone-Wolf-Stiefel anzieht und das drei Meter lange Gewehr schultert, mit der Materie etwas ausfĂŒhrlicher befassen wĂŒrde. Um das zu fördern, nachstehend ein kleiner Fragenkatalog, den ich mir auszudenken erlaubt habe. Anmerkungen und ErgĂ€nzungen gern gesehen.

  • Wie schwer ist mein ScharfschĂŒtzengewehr?

  • Wie groß ist mein ScharfschĂŒtzengewehr?

  • Wie sehr behindert es meinen Charakter in der Bewegung und wo fĂ€llt das besonders auf?

  • Wie schĂŒtzt mein Charakter das Gewehr vor Feuchtigkeit?

  • Welche weiteren Werkzeuge hat mein Charakter zur Bedienung und zur Wartung im Feld dabei und wie transportiert er sie?

  • Kann man es freihĂ€ndig oder angestrichen schießen oder braucht es eine Auflage und gegebenenfalls ein Zweibein?

  • Wie ist das Zielfernrohr montiert (siehe unten Optik, Monatge)? Wie stoßempfindlich ist die Montage?

  • Welche VergrĂ¶ĂŸerungen stehen meinem Charakter zu VerfĂŒgung?

  • Was fĂŒr Patronen verwendet mein Charakter? Hier geht es nicht um ein konkretes Kaliber (wie gesagt, das direkt zu ĂŒbertragen halte ich fĂŒr schwierig), sondern um die zuvor beschriebenen Begleiterscheinungen der Munition, wie Geschwindigkeit und Gewicht.

  • Wie transportiert mein Charakter die Munition und wie viel LĂ€rm macht diese bei Bewegung?

  • Auf welche Distanz ist die Waffe eingeschossen? Welche Abweichungen (nĂ€her und weiter) kann er ĂŒber die Zielvorrichtung noch ausgleichen?

  • Was tut mein Charakter gegen Spiegelungen im Zielfernrohr oder im Metall der Waffe, die seine Position verraten könnten?

  • Wie heißt mein Spotter? Ich habe noch NIE einen ausgespielten ScharfschĂŒtzen MIT Spotter gesehen.


Munition


Aufbau Munition

Wir werden hier nur Patronenmunition besprechen. Eine Patrone besteht aus vier, bzw. bei Schrotpatronen fĂŒnf wesentlichen Elementen.

  • Die HĂŒlse, in der sich die weiteren Komponenten befinden.

  • Im Boden der HĂŒlse lagert die ZĂŒndmasse. Die ZĂŒndmasse kann entweder am Rand des Bodens (Randfeuerpatrone) oder als ZĂŒndhĂŒtchen im Zentrum (Zentralfeuerpatrone) eingebracht sein.

  • Vor der ZĂŒndmasse lagert das Treibladungsmittel („Pulver“), welches beim Schuss durch die ZĂŒndmasse angesteckt wird und detoniert.

  • Vor der Treibladung lagert die Geschossvorlage, also der Teil der Patrone, der tatsĂ€chlich verschossen wird. Diese schaut vorne aus der HĂŒlse raus und kann von unterschiedlicher Beschaffenheit sein (siehe Munitionsarten).

  • Nur bei Schrotpatrone: Ein Zwischenmittel zwischen Treibladung und den Schroten, welches fĂŒr optimale Energieverteilung auf alle Schrote sorgt. Anstatt dessen kann auch ein Schrotbecher verwendet werden, in dem die Schrote gelagert sind.

Neben der scharfen Munition gibt es auch sogenannte Pufferpatronen. Waffen werden ĂŒblicherweise entspannt und geschlossen gelagert. Das bedeutet, dass der Hahn oder der Schlagbolzen nicht gespannt sind. Bei vielen Waffen spannt sich die Waffe allerdings automatisch, wenn sie geschlossen wird. BetĂ€tigt man nun den Abzug, um die Waffe zu entspannen, schlagen Hahn oder Schlagbolzen ins Leere, was auf die Dauer zu SchĂ€den fĂŒhren kann. Um diesen Leerschlag abzufangen, legt man zuvor Pufferpatronen ein. Diese sind nicht geladen, bieten beim Abziehen aber Widerstand.

Große Patrone = besser?

Oft sind große Geschosse schwer und damit langsam unterwegs, tragen aber viel Energie mit sich, die beim Einschlag Schaden am Ziel anrichtet. Diese mitgefĂŒhrte Kraft wird ĂŒblicherweise in Joule angegeben und setzt sich aus der Masse des Geschosses und seiner Geschwindigkeit zusammen. Es gibt sehr schwere Geschosse, wie die 9,3 x 62, die mit 19,0 Gramm eine ziemlich hohe Masse haben, die auch bei starker Treibladung höhere Geschwindigkeiten verhindert. Das Geschoss ist daher langsam unterwegs (740 m/s) und gleicht eher einem Bulldozer. Wenn es trifft mit, verursacht es eine ganze Menge Schaden. Die langsame Kugel muss beim Zielen vom SchĂŒtzen beachtet und bei einem beweglichen Ziel durch Vorhalten ausgeglichen werden. Schauen wir uns hingegen die, mit 7,1 Gramm Geschossgewicht, viel kleinere .30-06 Springfield Teilmantel an, kommen wir auf eine V0 von 1.030 m/s. Die bringt an der MĂŒndung allerdings auch nur 3.780 Joule auf, wĂ€hrend die oben genannte 9,3 x 62 auf 5.200 Joule kommt. Das Treffen ist, grade bei beweglichen Ziele, mit dem leichteren und schnelleren Geschoss einfacher, wenn man das Vorhalten mit langsamer Munition nicht gewohnt ist. Gleichzeitig fliegt die leichtere und schnellere .30-06 Springfield Teilmantel deutlich weiter, als ihr schwerer Cousin.

Abgesehen von diesen Geschosseigenschaften sollte man immer darauf achten, dass das Geschoss fĂŒr das zu beschießende Wild geeignet ist.

Mit einer .223 auf ein Kitz schießen? Das funktioniert problemlos.

Mit einer 9.3 x 62 auf ein Kitz schießen? Kann gut sein, dass das Geschoss durch das Tier schlĂ€gt, ohne sich zu verformen und dadurch keinen tödlichen Schaden am Wildkörper anrichtet. Man spricht von Overpenetration.

Mit einer .22 Hornet auf Schwarzwild schießen? Vermutlich wird das Schweinchen sich einmal fragen, was da grade so gepiekt hat und einfach weitergehen.

Mit .22 Hornet auf einen Fuchs schießen? Optimal. Der Balg bleibt erhalten und der Fuchs sollte schnell verenden, bei einigermaßen brauchbarem Treffersitz.

Mit einer 9,3 x 62 auf einen Fuchs schießen? Entweder kommt es zur Overpenetration oder der Fuchs explodiert quasi.


Schrotpatronen


Das Innenleben einer Schrotpatrone

Eine sehr kleine Patrone mit großen Schroten enthĂ€lt derer circa 70 StĂŒck. Bei feinem Schrot und einer großen Patrone hingegen können es schon mal knapp 400 sein. In Schrotpatronen wird schnellbrennendes Pulver verwendet. Der Gasdruck einer Schrotpatrone ist relativ gering (verglichen mit einer BĂŒchsenpatrone) und entfaltet sich nach der ZĂŒndung schnell vollstĂ€ndig.

Schockwirkung von Schroten

Oft wird angenommen, die Schrote wĂŒrden tief in den Wildkörper eindringen und einem spĂ€ter beim Festtagsessen die FĂŒllungen knacken, wenn man draufbeißt. Das kann zwar passieren, doch normalerweise dringen Schrote nicht besonders tief in das Ziel ein. Tödlich wirkt hierbei der Schock, der durch den gleichzeitigen Aufprall der vielen Schrote ausgelöst wird. Oft wird beim Schrotschuss zu grobes Schrot verwendet, welches dann im schlechtesten Fall die beschriebene Schockwirkung nicht oder nicht ausreichend auslöst, da zu wenige Schrote tatsĂ€chlich das beschossene Ziel treffen.

Welches Schrot fĂŒr welches Wild?

2,5 mm fĂŒr Tauben, RebhĂŒhner und Schnepfen, sowie im Ausnahmefall Kaninchen

2,7 mm universell fĂŒr alles zwischen Taube und Fuchs

3,0 mm fĂŒr Kaninchen, Ente, Fasan und Hase

3,5 mm fĂŒr weiter entfernte Hasen und FĂŒchse, allerdings nur bei schwerer Ladung und engem Choke

4 mm nur ausnahmsweise mit schwerer Ladung und engem Choke auf den besonders weit entfernten Fuchs

Auf Gesellschaftjagden sollte, aus SicherheitsgrĂŒnden, kein stĂ€rkeres Schrot als 3 mm verwendet werden.

Effektive Reichweite

Ein Schuss mit Schrotmunition sollte nicht auf Wild ĂŒber 40 Meter, optimalerweise auch nicht ĂŒber 35 Meter Entfernung abgegeben werden. Alles darĂŒber wird als nicht waidgerecht bezeichnet.

GefÀhrdungsreichweite

Als grobe Faustregel kann man sich merken: SchrotgrĂ¶ĂŸe in mm * 100 = GefĂ€hrdungsdistanz in Metern. Allerdings können im schlimmsten Fall schon dicke Lederjacken geeignet sein, um einen Schrotschuss in GefĂ€hrdungsdistanz deutlich abzuschwĂ€chen.

Probiert das bitte nicht zuhause.

Flintenlaufgeschosse

Die FLG werden aus glatten, neumodern aber sogar auch gezogenen LĂ€ufen, verschossen. FLG besitzen außen zwar leicht schrĂ€g verlaufende Rillen. Diese sind allerdings nicht dazu da, das Geschoss in Rotation zu versetzen, wie es bei BĂŒchsengeschossen der Fall ist, sondern damit sich das Geschoss leicht verformen und durch Choke-Bohrungen zwĂ€ngen kann. Die V0 betrĂ€gt ca. 410 bis 470 m/s. Die Energie auf 25 Meter (E25) liegt zwischen 1.500 und 2.000 Joule und verringert sich bei E50 um (!) 1.000 bis 1.500 Joule. Die Dinger sind eben nicht sehr aerodynamisch. Ein treffsicherer Schuss, einen fĂ€higen SchĂŒtzen vorausgesetzt, ist auf normale Schrotentfernung (35 bis maximal 40 Meter) möglich. Bei speziell auf FLG eingeschossenen Waffen sind bis zu 50 Meter möglich. FLG werden hauptsĂ€chlich auf Schwarzwild angewandt. Diese Geschosse wiegen in der Regel zwischen 24 und 39 Gramm.


BĂŒchsenpatronen


Vorwort BĂŒchsenpatronen

BĂŒchsenpatronen werden meist entweder nach ihrem Kaliber oder ihrer Wirkungsweise unterschieden. WĂ€hrend Kaliberangaben zur Darstellung bestimmter Faktoren wie Geschwindigkeit des Geschosses, mitgefĂŒhrter Energie und Flugkurven noch hilfreich sind, lassen sie sich doch sicherlich nur bedingt 1 zu 1 nach Azeroth ĂŒbertragen. Daher werden wir uns von hier an weniger mit Kalibern beschĂ€ftigen, sondern eher mit ihrer Wirkungsweise. Die Angabe von Kalibern dient hier vor allem zur Referenzierung.

Aufbau BĂŒchsenpatronen

Bei BĂŒchsenpatronen werden Geschosse in Deformationsgeschosse, Splittergeschosse (Zerlegungsgeschosse) und Massivgeschosse unterteilt. Beim Zerlegungsgeschoss zerlegt sich, beim Einschlag, der vordere Teil des Geschosses, wĂ€hrend der hintere, massivere Teil fĂŒr Tiefen- und Durchschlagswirkung sorgt. Deformationsgeschosse zerlegen hingegen kaum, sondern entfalten ihre Wirkung beim Einschlag durch ein Aufpilzen des vorderen Teils. Sie vergrĂ¶ĂŸern damit ihre WirkungsflĂ€che und gewĂ€hrleisten die Übertragung der mitgefĂŒhrten Energie in den Wildkörper.

Voll- und Vollmantelgeschosse (Massivgeschosse) sollen nichts von den oben genannten Dingen tun. Sie werden entweder sehr kleinkalibrig auf Tiere angewandt, deren Pelz möglichst wenig beschĂ€digt werden soll (der Ausschuss bleibt klein, da sich das Geschoss nicht wesentlich verformt) oder beim Schuss auf DickhĂ€uter. In Azeroth könnte man den Begriff DickhĂ€uter sicherlich weiter fassen und auch SchuppentrĂ€ger wie Basilisken oder „gepanzerte“ Tiere darunter fassen.

In BĂŒchsenpatronen wird relativ langsam verbrennendes Pulver verwendet. Dies erlaubt dem Gasdruck sich ĂŒber einen etwas lĂ€ngeren Zeitraum aufzubauen, als beispielsweise bei einer Schrotpatrone, und so das volle Potential der Treibladung zu entfalten. Der Gasdruck ist hier wesentlich höher, als bei Schrotpatronen. Die Bezeichnung „lĂ€nger“ mag etwas irrefĂŒhrend sein, denn es geht hier natĂŒrlich nur um Bruchteile von Sekunden.

Teilmantelgeschosse und ihre Köpfe

Teilmantelgeschosse gibt es in viele verschiedenen AusfĂŒhrungen und Geschmacksrichtungen. Die wichtigsten davon sind Teilmantel-Rundkopf und Teilmantel-Spitz, Teilmantel-Hohlspitz und Teilmantel-Flachkopf. Alle diese Geschosse verformen sich beim Einschlag an der Spitze und ĂŒbertragen so ihre mitgefĂŒhrte Energie zu einem möglichst großen Anteil, wĂ€hrend sie zugleich viel Schaden am Körper anrichten und Stoppwirkung zeigen. Optimalerweise splittert die Spitze dabei ab, wĂ€hrend der Rest des Geschosses den Wildkörper durchdringt, einen Schusskanal bildet und weitere Gewebezerstörung verursacht, sowie einen Ausschuss erzeugt, der zur Deutung der Anschusszeichen wichtig ist, sollte das StĂŒck nicht im Knall liegen, also vor Ort verenden (was nicht selten ist). Diese Wirkung ist zum Beispiel das Ziel des H-Mantel-Geschosses.

Ein GefĂŒhl fĂŒr die GrĂ¶ĂŸe bekommen

In meiner norddeutschen Heimat kommt man mit Kalibern wie .223 Remington, .308 Winchester, .30-06 Springfield, 7 x 57 und 8 x 57 gut zurecht. Schaut euch ruhig diese Patronen mal an und ihr wisst so ungefĂ€hr, was beispielsweise zum Jagen im Elwynn oder Dun Morogh völlig ausreichen sollte. Denkt dran, dass zu große Geschosse gerne mal zu Overpenetration oder explodierenden Wildtieren fĂŒhren.

Wessen Charakter primĂ€r in Regionen mit grĂ¶ĂŸerem Wild unterwegs ist, kann sich 9,3 x 62, .375 Holland & Holland Magnum, .404 Jeffery und ja, auch das populĂ€re 12,7 x 99 mm (.50 Browning Machine Gun) Kaliber anschauen, um einen Eindruck zu bekommen.

Wenn Jemand hingegen besonders auf kleineres Wild wie Hase, Fuchs und WaschbĂ€r geht, können .22 Winchester Magnum, .22 Hornet und .222 Remington interessante Vorlagen fĂŒr die eigene Munition sein.

.22 Winchester Magnum kann man beispielsweise zum Schuss in die Falle auch ohne Gehörschutz verwenden. Glaubt mir, ich habe es selbst ausprobiert und mein Tinnitus ist nicht lauter geworden, als er ohnehin schon ist. <Hier Hide the Pain – Harold einfĂŒgen>


Kurzwaffenpatronen


Allgemeines zu Kurzwaffenpatronen

Die aus Kurzwaffen verschossenen Patronen unterscheiden sich prinzipiell wenig von BĂŒchsenpatronen, sie bringen allerdings meist weniger Leistung mit. Wir schauen uns hier nur Revolver-Munition an.

Die stĂ€rksten, jagdlich regelmĂ€ĂŸig verwendeten Patronen, die mir bekannt sind, sind stramm geladene .44er mit einer MĂŒndungsenergie von E0 = ca. 1.800 Joule. Bei diesen Dingern tut zwar nach einigen Schuss das Handgelenk weh, aber die Stoppwirkung ist nicht zu verachten und bei einem anstĂŒrmenden Keiler sollte ohnehin dringend schon der erste Schuss jede weitere Diskussion erĂŒbrigen. Noch mal zum Vergleich: eine handelsĂŒbliche 9 x 19 mm Patrone kommt auf bis zu 750 Joule.

Ansonsten gĂ€ngig sind außerdem die Kaliber .38 Spezial und .357 . Das Schöne an den beiden ist, dass ein Revolver, der .357 laden kann, auch fĂŒr .38 Spezial geeignet ist. Diese sind lediglich etwas kĂŒrzer, ansonsten der .357er Patrone aber sehr Ă€hnlich. Da .38 Spezial deutlich gĂŒnstiger sind, wird mit denen meist geĂŒbt, wĂ€hrend die .357er (oder eben auch .38 Spec.) in der jagdlichen Praxis eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu Pistolenmunition, hat Revolvermunition in der Regel einen Rand, der dafĂŒr sorgt, dass die Patrone nicht durch die Trommel durchrutscht.


Ein Fazit zum Thema Schusswaffen


Ein Fazit zum Thema Schusswaffen

Merkt euch folgendes Mantra: „Eine Waffe ist nur so gut, wie die Hand, die sie fĂŒhrt“.

Diesen Satz könnte man eigentlich genau so stehenlassen, erinnert er doch immer wieder daran, dass regelmĂ€ĂŸiges Training nicht nur (in Azeroth) zur eigenen Sicherheit beitrĂ€gt, sondern auch zu waidgerechten, also prĂ€zisen und schnell tödlichen SchĂŒssen. Der Trainingsaufwand dabei ist nicht mal riesig groß. Ich persönlich habe zuletzt meine BĂŒchse, die eigentlich auf Teilmantelmunition eingeschossen ist, im Training mit (gĂŒnstigerer) Vollmantelmunition geschossen. Die ist leichter, landet also höher und geht dabei ein StĂŒck nach rechts, was nichts Ungewöhnliches ist. Ich brauchte beim ersten Training circa zehn Schuss und beim zweiten Training noch fĂŒnf Schuss, bis die Neunen und Zehnen gepurzelt sind - wĂ€hrend ich ganz woanders hinzielen musste.

Nebenbei sei erwĂ€hnt, dass ich zuvor aus privaten GrĂŒnden lĂ€nger nicht mehr auf dem Stand (und auf der Jagd) war. Das sage ich nicht, um mich als toll hinzustellen, sondern um zu zeigen, dass das alles kein Hexenwerk ist. Wenn ihr euch also fragt, was euer Charakter in seiner Freizeit tut, dann sollte regelmĂ€ĂŸiges Training ganz weit oben stehen.

Außerdem wichtig ist eine gesunde EinschĂ€tzung des eigenen Könnens. Ich persönlich habe beim Schuss auf Wild noch nie verfehlt und wĂŒrde mich nicht weiß Gott nicht als ĂŒberdurchschnittlichen SchĂŒtzen bezeichnen.


Optik


Vorwort zu Optiken

Dieser Begriff bezeichnet alle Sichthilfen, die bei der Jagd angewendet werden und nicht die eigene Brille auf der Nase sind. Meist unterscheiden wir zwischen JagdglĂ€sern (FernglĂ€ser) und Zieloptik (Zielfernrohr). Die Leistung dieser GerĂ€te wird meist anhand von zwei Werten angegeben: Der VergrĂ¶ĂŸerung und dem Objektivdurchmesser. Das Objektiv ist die dem betrachteten Objekt zugewandte Linse. Hat ein Fernglas also eine bis zu achtfache VergrĂ¶ĂŸerung und einen Objektivdurchmesser von 56 mm, so beziffert man diese Kennzahlen kurz mit 8 x 56.

Wie gut man mit einem Fernglas oder Zielfernrohr bei schlechtem Licht sehen kann, hĂ€ngt primĂ€r von der VergrĂ¶ĂŸerung und dem Objektivdurchmesser ab. Man spricht hier von der DĂ€mmerungsleistung. Achtung ist jedoch geboten, denn je leistungsstĂ€rker ein Glas (meint sowohl Fernglas, als auch Zielfernrohr) ist, desto schwerer ist es in der Regel auch, was prĂ€zisen SchĂŒssen ohne Auflage nicht unbedingt zugutekommt.

Ferner ist fĂŒr ein hochwertiges Glas die möglichst prĂ€zise Bearbeitung der beiden Linsen Objektiv (auf das betrachtete Objekt gerichtete Linse) und Okular (dem Auge naheliegende Linse) natĂŒrlich von essentieller Bedeutung. Mittlerweile bieten die meisten Zielfernrohre die Möglichkeit, die VergrĂ¶ĂŸerung stufenlos anhand einer drehbaren Einstellung (auch Turm genannt) einzustellen. Wie weit man dies in WoW abbilden möchte, kann sicherlich diskutiert werden. Ein sehr hochwertiges Glas kann schnell den Wert der Waffe, auf der es verwendet wird, ĂŒbersteigen.

WĂ€hrend leistungsstarke GlĂ€ser mit hoher DĂ€mmerungsleistung in Azeroth durch sehr prĂ€zise Handwerkskunst sicher noch mundan herzustellen wĂ€ren, sind die mir bekannten FĂ€lle von Nachtsicht (looking at you, Kaldorei) magischer Natur. Dies ist sicher auf unterschiedliche Arten eine valide Option, auch in dunkler Nacht sehen zu können. Durch Ingenieurskunst und dergleichen ist es vermutlich auch denkbar, eine Art RestlichtverstĂ€rker zu konstruieren. Ich möchte hier allerdings darauf hinweisen, dass diese Dinger in unserer echten Welt gar nicht mal so simpel zu bauen sind und ein paar sehr aufwendige Bauteile benötigen. Besonders spannend dĂŒrfte das werden, wenn so ein GerĂ€t in einer Zielvorrichtung verbaut werden soll, die auf keinen Fall zu schwer werden darf (siehe letzter Absatz).

Was allerdings tatsĂ€chlich durch Quests belegt ist, ist die Existenz von WĂ€rmesichtgerĂ€ten (hier in Form von Brillen). Die Quest ‚Infrarot = Infratot‘ auf den Verlorenen Inseln lĂ€sst den Spieler durch eine Infrarotbrille Assassinen der Allianz aufspĂŒren. Auch in der Quest ‚Sie sind da draußen!‘ im Eschental wird eine (allerdings nicht nĂ€her definierte) Brille verwendet, um - hier - Nachtelfen ausfindig zu machen. FĂŒr jagdliche Zwecke wĂ€re dies natĂŒrlich interessant, denn natĂŒrliche Camouflage ist kein Joke.

FĂŒr bewegungsintensive Jagd, wie die Pirsch, sind leichte GlĂ€ser mit geringer VergrĂ¶ĂŸerung eher zu empfehlen, wĂ€hrend auf Ansitz auch schwere GlĂ€ser problemlos genutzt werden können. Lediglich Personen mit nachlassender Sehkraft haben mit besonders großen Objektiven nicht mehr verwenden, da ihre Augen das dargestellte Bild nur teilweise verarbeiten können.

Absehen

Im Gegensatz zu einem Fernglas, dient ein Zielfernrohr nicht nur dazu, Wild aus der Entfernung erkennen und ansprechen zu können (Ansprechen meint identifizieren, siehe auch Jagdpraxis weiter unten), sondern auch dem Positionieren des Schusses. Zu diesem Zweck bieten ZielglĂ€ser Orientierungshilfen, die mindestens die Mitte des erblickten Bildes markieren. Dies geschieht in simpleren GlĂ€sern ĂŒber einen Punkt oder einen Zielstachel (vom unteren ins Bild hinaufzeigender Stachel, dessen Spitze die Mitte des Bildes anzeigt). Andere GlĂ€ser zeigen eines von mehreren sogenannten Absehen. Diese können wie folgt aussehen.

Absehen 1: Drei Zielstachel, die von unten und von den Seiten zur Mitte des Bildes verlaufen. Anhand der LĂŒcke zwischen dem von unten kommenden und den von den Seiten kommenden Zielstacheln rechts und links lĂ€sst sich grob die Entfernung bestimmten Wildes abschĂ€tzen.

Absehen 4: Zielstachel von oben und den Seiten sind vorhanden und werden um ein viel schlankeres Fadenkreuz ergĂ€nzt, das ĂŒber das Ziel im Zentrum gelegt wird und sich zudem zum oberen Rand des Bildes erstreckt.

Absehen 6: Ein gewöhnliches, schlankes Fadenkreuz.

Absehen 40 und 44: Siehe Absehen vier, allerdings mit kĂŒrzeren Zielstacheln, sodass das Zentrum weniger verdeckt wird und vom schlankeren Fadenkreuz mehr zu sehen ist.

Absehen 80 und 88: Siehe Absehen 4, allerdings ergĂ€nzt um einen Zielstachel von oben. Das Fadenkreuz ist nur noch in der Mitte zu sehen. Die Zielstachel sind kĂŒrzer, als bei Absehen 40 und 44.

IRL können Absehen beleuchtet sein (Leuchtpunkt im Zentrum).

Montagen

Das Zielfernrohr muss irgendwie auf dem Gewehr befestigt sein und dazu unterscheiden wir zwei verschiedene, wichtige Formen der Montage.

Die eine fixiert das Glas direkt an der Schiene, die oben auf dem Gewehr entlanglĂ€uft. Diese Montagen sind gĂŒnstiger, allerdings muss das Gewehr nach jedem Abnehmen des Glases kontrollgeschossen werden. Denkt dran, es handelt sich um ein PrĂ€zisionswerkzeug.

Die zweite Form der Montage sind Schwenk- oder Aufschubmontagen. Bei diesen wird eine Basis fest an der Schiene des Gewehrs angebracht, in die dann das eigentliche Glas eingesetzt wird. Hier kann das Glas entfernt werden, ohne die Waffe danach erneut einschießen zu mĂŒssen (wobei das sicherlich nicht schadet).

Offene Visierung

Kimme und Korn, sowie Lochvisiere (Diopter) bezeichnet man als offene Visierung. Grade bei Flinten sind diese sehr verbreitet, aber auch bei BĂŒchsen verwendbar. Sie besitzen natĂŒrlich keine VergrĂ¶ĂŸerung und erfordern daher etwas Eingewöhnung und Übung. Klingt aber wohl schlimmer, als es ist. Ich persönlich konnte, ohne viel Vorerfahrung, zwei Mal meine Keilernadel mit offener Visierung schießen (5 Schuss auf eine linear bewegliche Sauenscheibe in 50 m Entfernung, mindestens drei Treffer „im Leben“, also im tödlichen Bereich). Offene Visierung wird nicht selten auf DrĂŒckjagden von Treibern mit Waffe (siehe unten „DurchgehschĂŒtzen“) gefĂŒhrt.

DrĂŒckjagdvisierung

In manchen Situationen ist die VergrĂ¶ĂŸerung der Feind des SchĂŒtzen. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Ziel auf kurze Distanz erwartet wird, aber die Visierung der gefĂŒhrten Waffe fĂŒr lĂ€ngere Distanzen ausgelegt ist. Daher werden, zum Beispiel auf DrĂŒckjagden, oft entweder gar keine vergrĂ¶ĂŸernde Visierung oder nur sehr geringe VergrĂ¶ĂŸerungen, wie 1,5-fache Visierung, gefĂŒhrt. Mal abgesehen davon, dass auf DrĂŒckjagden als Treiber auch die Kurzwaffe eine sehr brauchbare Option ist, solange sie ĂŒber genug Stoppwirkung verfĂŒgt. FĂŒr DrĂŒckjagden siehe Jagdpraxis weiter unten.


Blanke Waffen


Allgemeines zu Blankwaffen

Um am Ende des Waffen-Kapitels noch einmal von den Schusswaffen wegzurĂŒcken, werfen wir nun noch einen Blick auf die Blankwaffe, auch kalte Waffe genannt. Es handelt sich dabei um Klingen unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸen und FĂŒhrigkeit. WĂ€hrend diese Waffen IRL weitgehend obsolet geworden sind, dĂŒrften sie in Azeroth eine wesentliche Bedeutung haben, insbesondere beim Abfangen (Erlösen) von zuvor beschossenem Wild. Wir kennen:

  • Jagdnicker: Das gewöhnliche Messer, das auch zum Aufbrechen (siehe Jagdpraxis) verwendet werden kann. Geeignet außerdem zum Abnicken (Auftrennen von Halswirbeln zum Erlösen von meistens Rehwild) und Abfangen von kleineren Tieren.

  • Waidblatt: Eine grĂ¶ĂŸere Klinge von bis zu 30 cm LĂ€nge. Mit ihr können grĂ¶ĂŸere Tiere abgefangen werden. Oft an der Spitze beidseitig geschĂ€rft.

  • HirschfĂ€nger: GrĂ¶ĂŸeres Waidblatt mit einer KlingenlĂ€nge von 30 bis 40 cm.

  • Saufeder: Eine Art Jagdspieß mit zweiseitig geschĂ€rfter Klinge, der bei wehrhaftem Wild (besonders Sauen und sicherlich allerlei Azeroth’schen Tieren) zum Einsatz kommt.


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Jagdpraxis


Vorwort Jagdpraxis

Nachdem wir nun alle möglichen Grundlagen ĂŒber Wildtiere, Krankheiten, Hege, Waffen und so weiter gelernt haben, soll in diesem Kapitel darum gehen, wie all dies in der Praxis zusammenspielt. Viele Dinge hier sind genereller Konsens oder schlichtweg erwiesene Fakten, wĂ€hrend andere teils von JĂ€ger zu JĂ€ger oder von Revier zu Revier unterschiedlich gehandhabt werden. Das betrifft Themen, bei denen sich auch nach Jahrhunderten des Waidwerks und der Erfahrungen kein Konsens ergeben hat, weil es keine eindeutige oder ‚richtige‘ Antwort gibt.

Jagdstrategien

In einem Revier, in dem die Jagd nicht rein der Nahrungsmittelgewinnung dient, sondern ebenfalls ein Schwerpunkt auf den Erhalt eines ausgeglichenen Ökosystems gelegt wird (wo der JĂ€ger oder die JĂ€ger also auch regulierende Funktionen annehmen), können wir zwei generelle Jagdstrategien unterscheiden.

Schwerpunktjagd

Die Schwerpunktjagd wird in der Regel rĂ€umlich und zeitlich begrenzt ausgefĂŒhrt und hat zum Ziel, den Bestand einer (oder mehrerer) bestimmten Wildart(en) herunterzufahren. Dies geschieht oft mit dem erweiterten Ziel, die Population einer oder mehrerer anderer Arten zu fördern oder gesunden zu lassen. Ein typisches Beispiel wĂ€re das Kurzhalten (schwerpunktmĂ€ĂŸige Bejagen) von Raubwild, nachdem die Population einer Beutetierart durch eine Wildseuche oder Ă€hnliches reduziert wurde. Gleichzeitig wird durch den hohen, aufgebauten Jagddruck eine Neuzuwanderung des bejagten Wildes behindert.

Intervalljagd

Um GrĂ¶ĂŸenordnungen geringer ist der Jagddruck hingegen bei der Intervalljagd. Hier wird die Jagd auf möglichst großer FlĂ€che und nur in Intervallen ausgeĂŒbt, wĂ€hrend zwischen diesen Intervallen Jagdruhe gilt. Je lĂ€nger die Ruheperioden zwischen den Bejagungen sind, desto effizienter sind in der Regel die stattfindenden Jagden, da das Wild weniger scheu ist, bei sich nĂ€hernden JĂ€gern lĂ€nger sichert, spĂ€ter mit der Flucht beginnt und frĂŒher verhofft (die Flucht beendet, um die Gefahr erneut einzuschĂ€tzen). Besonders Rotwild und Schwarzwild reagieren positiv auf die Ruheperioden.

Zufallsjagd

Die Zufallsjagd hingegen orientiert sich vorrangig an den KapazitĂ€ten des JĂ€gers. Ihre Effizienz bei der Erhaltung eines gesunden Ökosystems kann eher schwach ausfallen und kann unter UmstĂ€nden einen hohen Jagddruck verursachen, wenn die Jagd unangepasst ausgeĂŒbt wird.


IRL werden oft Mischformen dieser Strategien verwendet. WĂ€hrend im Winter oft in wenigen Intervallen, in Form von Gesellschaftsjagden, vorrangig Schalenwild bejagt wird und dazwischen Jagdruhe herrscht, praktizieren viele Reviere im Rest des Jahres eher die Zufallsjagd, bei Notwendigkeit kombiniert mit Schwerpunktjagd auf Rehwild im FrĂŒhjahr und Herbst, sowie potentiell ganzjĂ€hrig auf Schwarzwild. Wird die Zufallsjagd dabei schlecht umgesetzt und ein zu hoher Jagddruck erzeugt, wandert das Wild in Nachbarreviere ab, was als deutliches Warnzeichen wahrgenommen und dringend, auch aus Eigeninteresse, korrigiert werden muss.

Wird in Azeroth ein Revier nur zur Nahrungsgewinnung bejagt, wird, meist wohl unbewusst, die Zufallsjagd durchgefĂŒhrt. Auch hier kann ein zu hoher Jagddruck negative Konsequenzen hinsichtlich der Wildpopulation und damit auch der Nahrungsmittelertrags verursachen.

Jagderlaubnis

Wer in Deutschland eigentlich die Jagd in einem Revier ausĂŒben darf, ist nicht ganz einfach zusammengefasst und sicherlich nichts, was fĂŒr diesen Guide interessant wĂ€re. Was allerdings, grade bei Angestellten JĂ€gern in Lehen und Ă€hnlichem, interessant sein dĂŒrfte, ist ein Ausweisdokument, das die JagdausĂŒbung dieser Person in dem jeweiligen Revier oder Lehen legitimiert. Grade, wenn Wilderei als reales Problem im Rollenspiel thematisiert wird, sollte ein legaler JĂ€ger sich als solcher identifizieren können.

Unterscheidung von Einzeljagd und Gesellschaftsjagd

Beide Begriffe vereinen eine Vielzahl von Jagdarten unter sich. Um diese klar voneinander abgrenzen zu können, gibt es eine eindeutige Definition, wo die Einzeljagd aufhört und die Gesellschaftsjagd beginnt. Jede Form von Jagd, an der drei oder weniger JĂ€ger beteiligt sind, ist immer eine Einzeljagd. Eine Jagd, bei der vier oder mehr JĂ€ger beteiligt sind, ist dann eine Gesellschaftsjagd, wenn diese JĂ€ger auch tatsĂ€chlich zusammen jagen. Stellen wir uns beispielhaft zwei JĂ€ger vor, die im Wald aufgestellt sind und zwei JĂ€ger, die durch den Wald gehen und ihren beiden Kollegen das Wild zutreiben, so handelt es sich um eine Gesellschaftsjagd, da eine Kooperation zwischen den JĂ€gern besteht. Blicken wir hingegen auf vier JĂ€ger, die verteilt in einem Revier auf ihrem Hochsitz oder ihrer Kanzel sitzen und auf Anblick warten, besteht keinerlei aktive Kooperation zwischen ihnen, sodass alle Vier Einzeljagden ausĂŒben.

Wetter

Das Wetter hat oft einen großen Einfluss auf die JagdausĂŒbung. So wird Wild bei starkem Regen eher in seine EinstĂ€nde einfahren (sich in seiner Ruhezone verstecken) und Frost hilft dem JĂ€ger nicht eben dabei, sich gerĂ€uscharm durch das Revier zu bewegen. Es gibt IRL verschiedene Indikatoren zu Wetterentwicklungen. So sagt man zum Beispiel, dass Morgenrot baldigen Regen ankĂŒndigt und fransige Wolken einen Wetterwechsel ankĂŒndigen. Dies nach Azeroth zu ĂŒbertragen, finde ich persönlich schwierig. Azeroth ist ein Flickenteppich aus zufĂ€llig zusammengewĂŒrfelten Klimazonen, weshalb die Annahme naheliegt, dass das Wetter hier anders funktioniert.

Wenn ihr dies so bespielen möchtet, dann merkt euch folgende Indikatoren:

  • Morgenrot: AnrĂŒckendes Tiefdruckgebiet mit baldigem Regen, oft schon in den nĂ€chsten Stunden. Abendrot kĂŒndigt hingegen keinen Regen an, schließt ihn aber auch nicht aus.

  • AuftĂŒrmende Haufenwolken: Baldiges Gewitter

  • Fransige Wolken: Hohe Luftfeuchtigkeit, Wetter wird umschlagen

  • Taufreie Wiesen am Morgen: Möglicherweise Gewitter, wahrscheinlich zumindest Regen

  • Morgens aufziehendes Kaltfrontgewitter: Anhaltendes schlechtes Wetter

Generell gilt, dass Wild nach lĂ€ngerem schlechtem Wetter, besonders starker Regen und Gewitter, zum Äsen ausziehen wird. Nach mondhellen NĂ€chten wird es frĂŒh die EinstĂ€nde aufsuchen, da es zuvor ausreichend Ă€sen konnte. Bei schwĂŒlem Wetter, Gewittern und raschen Wechseln von Hoch- auf Tiefdrucklage zieht Wild meist spĂ€t oder gar nicht aus den EinstĂ€nden. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass sonnige Vormittage nach langen, kalten NĂ€chten optimal zur Jagd auf (Schalen-)wild geeignet sind.

Im Gebirge gilt es zu beachten, dass Wind bei Nacht oder in kĂŒhlen Schattenlagen talwĂ€rts streicht, wĂ€hrend warme Sonneneinstrahlung diese Richtung umkehren kann. Der Wind kann rasch wĂ€hrend eines Ansitzes oder einer Pirsch umschlagen.

Grade bei der Jagd mit der Flinte sollte beachtet werden, dass Regen die Garbe negativ beeinflussen kann. Unnötig, zu erwÀhnen, dass mit starkem Wind fliegendes Federwild hohe Geschwindigkeiten erreichen und dadurch wesentlich schwerer zu treffen sein kann.

Sollte Schnee liegen, ist davon auszugehen, dass vor allem wiederkÀuendes Schalenwild seine BewegungsaktivitÀt mit zunehmender Höhe der Schneedecke reduziert, um Energie zu sparen.

Wildbestand und -nutzung

Um herauszufinden, in welchem Ausmaß bestimmte Wildarten in einem Revier genutzt werden können, ist zuvor ein Überblick ĂŒber den Bestand derselben notwendig. Diese lassen sich bei einigen Arten durch Beobachtung der im Revier vorhandenen Tiere feststellen. Hingegen gelten Rehwild und Schwarzwild als unzĂ€hlbar, wĂ€hrend anderes Schalenwild maximal grob geschĂ€tzt werden kann. Hinweise gibt der Zustand der Vegetation, also in erster Linie die gezeigten VerbissschĂ€den. Ein ungewöhnlich hoher Verbiss deutet auf einen zu hohen Bestand mindestens einer Art hin. Treten in deutlicher Überzahl mĂ€nnliche Tiere auf, liegt ebenfalls eine Nahrungsknappheit, gegebenenfalls durch Überpopulation, nahe. Den Grund dafĂŒr werde ich nicht im Forum posten, da ich fĂŒrchte, damit gegen die Richtlinien zu verstoßen. Schreibt mich bei Interesse gern an.

FĂŒr andere Arten, grade Niederwild, gibt es unterschiedliche ZĂ€hlmethoden. Ein Beispiel wĂ€re hier die Scheinwerfertaxation, mithilfe welcher HasenbestĂ€nde festgestellt werden. Der JĂ€ger fĂ€hrt dazu nachts, wenn der Hase aktiv ist und zum Äsen auf die Felder kommt, langsam durch das Feldrevier und zĂ€hlt im Licht von Fahrzeug- und Handscheinwerfern die Tiere. Dies ließe sich, wenn man denn möchte, sicherlich halbwegs brauchbar nach Azeroth ĂŒbertragen – und sei es zu Fuß und mit Richtlampen.

Alle ZÀhlmethoden lassen eine Dunkelziffer offen. Die Scheinwerfertaxation auf Hasen ist noch relativ genau. Auf beispielsweise Rotwild ist sie nicht mehr als ein Indiz zum tatsÀchlichen Bestand.

AbschussplÀne

Grade in artenreichen Revieren oder solchen mit allgemein gĂŒnstigen Bedingungen fĂŒr das Wild und insbesondere dort, wo diese Reviere wirtschaftlich genutzt werden (Lehen, Dörfer
), mag ein jĂ€hrlicher oder dreijĂ€hrlicher Abschussplan Sinn machen. Dieser sollte vom fachkundigen Personal und der Obrigkeit gemeinsam erstellt werden. IRL geschieht dies, indem der JagdpĂ€chter oder Eigenjagdbesitzer einen Abschussplan an die untere Jagdbehörde vorschlĂ€gt und diesen entweder bestĂ€tigt oder verĂ€ndert an den JĂ€ger zurĂŒckgibt.

IRL wird generell fĂŒr Schalenwild ein Abschussplan erstellt. Dieser gilt fĂŒr ein Jahr. Ausnahme: Rehwild. Hier sind die PlĂ€ne fĂŒr drei Jahre am StĂŒck aufgestellt. FĂŒr Schwarzwild wird kein Abschussplan erstellt, da die Zuwachsraten zu stark schwanken. Dies könnte man sicherlich fĂŒr die ein oder andere Region und Tierart auch nach Azeroth ĂŒbernehmen, wenn man sich denn um sowas Gedanken machen möchte.

Wird ein Bestand als zu gering beziffert, wird der Abschuss dieser Art eingeschrĂ€nkt oder ganz eingestellt und nur kranke Tiere geschossen (Hegeabschuss). Parallel dazu kann die Bejagung von Fressfeinden intensiviert werden. Ein als optimal eingestufter Bestand soll als solcher erhalten werden und maximal auf andere VerĂ€nderungen im Revier (und auch darĂŒber hinaus) verĂ€ndert werden. Hier wird in erster Linie der jĂ€hrliche Zuwachs abgeschöpft. Bei zu hohen BestĂ€nden reicht es nicht mehr aus, diesen Zuwachs zu eliminieren. Nicht selten wird hier auf die Schwerpunktjagd zurĂŒckgegriffen. Das beste IRL-Beispiel sind die SchwarzwildbestĂ€nde, die in den meisten Revieren Deutschlands (teils deutlich) zu hoch sind. Diese werden unter anderem begĂŒnstigt durch milde Winter und Mais-Monokulturen auf den Feldern, die den Rotten Deckung und Äsung im Überfluss bieten.

Generell spielt die Witterung eine wichtige Rolle bei der Bestandsreduktion und -gefÀhrdung. Beim Hasen fallen beispielsweise bis zu 80% der Junghasen eines Jahrgangs allein der Witterung zum Opfer.

Obgleich möglichst ein GeschlechterverhĂ€ltnis von 1 zu 1 angestrebt wird, halten sich die jagdlichen Einflussmöglichkeiten auf Reh- und Schwarzwild dahingehend in Grenzen. Gleichzeitig muss streng darauf geachtet werden, bei der Jagd keine fĂŒhrenden StĂŒcke (Jungtiere aufziehende Muttertiere) zu erlegen. Erst wenn diese nicht mehr auf ihr Muttertier angewiesen sind, können auch diese weiblichen StĂŒcke erlegt werden. Ferner ist, noch viel zwingender, darauf zu achten, keine Leittiere einer Lebensgemeinschaft (Schwarzwildrotte, Rehsprung etc.) zu schießen, da dies zur unkontrollierten Vermehrung und ebenso unkontrollierten SchĂ€den, sowie dem KĂŒmmern und Verenden der folgenden Tiere (und IRL vermehrt zu VerkehrsunfĂ€llen) fĂŒhren kann. Leittiere haben also Plotarmor!

Jagdliche Einrichtungen und Kugelfang

Hochsitzen, Leitern, Kanzeln und co. galten IRL lange aus unwaidmĂ€nnisch und wurden wenig bis gar nicht genutzt. Dies hat sich erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs langsam geĂ€ndert – und das aus guten GrĂŒnden. Solche jagdlichen Einrichtungen bieten, aufgrund ihrer Höhe, nicht nur eine bessere Übersicht, sondern erheben den JĂ€ger auch meist ĂŒber das anvisierte Wild. Dies ist wichtig, da so der dahinterliegende Boden das Geschoss, welches meistens den Wildkörper durchschlĂ€gt (und durchschlagen soll!), stoppt. Dies wird als Kugelfang bezeichnet. Ein Kugelfang ist nur und ausschließlich der gewachsene Boden. BaumstĂ€mme, Äste, GebĂŒsch und auch GewĂ€sser, sowie blanker Stein sind, fĂŒr den BĂŒchsenschuss, kein Kugelfang. Bei Letzteren beiden besteht die hohe Gefahr von Abprallern und QuerschlĂ€gern. Wir erinnern uns an dieser Stelle, dass BĂŒchsengeschosse einen GefĂ€hrdungsradius von mehreren Kilometer haben und demnach auch QuerschlĂ€ger noch gut Meter machen und Oma Erna im nĂ€chsten Dorf aus den Latschen hauen können!

Jagdliche Einrichtungen werden oft aus vor Ort vorhandenem Material gebaut. Erinnert ihr euch Friederike, das Orkantief von 2018? Dieser Sturm entwurzelte damals bei uns im Revier reihenweise Fichten. Kein Wunder, denn Fichten sind, wie viele NadelbĂ€ume, Flachwurzler und damit windwurfgefĂ€rdet. Aber, nichts ist so schlecht, dass es nicht fĂŒr irgendwas gut ist und so hatten wir Material fĂŒr die Reparatur unserer Kanzel.

Aber nicht nur aus Baumaterialien errichtete Konstruktionen zĂ€hlen zu den jagdlichen Einrichtungen, sondern auch im Revier angelegte Begebenheiten, wie Pirschsteige. Dabei handelt es sich um speziell gepflegte Wege durch das Revier. Ziel ist es, möglichst viele, jagdlich interessante Orte im Revier erreichen zu können, ohne dabei LĂ€rm zu verursachen oder anderweitig Wild zu verschrecken. Dazu werden Pirschwege so angelegt, dass sie möglichst ĂŒber stabilen Grund verlaufen, witterungsunempfindlich sind, möglichst wenig Laub auf sie fĂ€llt (Nadelstreu verursacht, im Gegensatz zu Laub, beim DrĂŒberlaufen keinen LĂ€rm, sondern dĂ€mpft sogar noch das SchrittgerĂ€usch!) und keine Hindernisse im Weg sind. Diese Wege mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig von Ästen, BlĂ€ttern etc. befreit werden, um auf der tatsĂ€chlichen Jagd auch ein Auge fĂŒr das Wild haben zu können und nicht stĂ€ndig auf den Weg achten zu mĂŒssen. Pirschsteige werden in aller Regel fernab der Feld- und Waldwege angelegt, da die hĂ€ufige Nutzung dieser durch Land- und Forstwirtschaft, sowie Erholungssuchende auf Wild eher abschreckend wirkt (Ja, Wild gewöhnt sich an Verkehrswege, aber es wird sich ihnen nicht unnötig annĂ€hern).

IRL gelten fĂŒr die Anlage aller jagdlichen Einrichtungen (neben anderen Gesetzen) unterschiedliche UnfallverhĂŒtungsvorschriften. In Azeroth kann man sicherlich sagen, dass die „UnfallverhĂŒtungsvorschrift: Gesunder Menschenverstand“ ausreicht.

SelbstverstĂ€ndlichen mĂŒssen Leitern und Ă€hnliche stabil genug gebaut werden, um auch schwerer Belastung standhalten zu können. Eine dauerhafte Befestigung an einem Baum (festnageln, verschrauben) ist nicht selten. Die Leitersprossen werden oft aus gespaltenen Ästen gefertigt, die mit der Spaltseite nach oben als TrittflĂ€che angebracht werden. Generell ist die Farben Blau bei jagdlichen Einrichtungen zu vermeiden, da vor allem Schalenwild dies als Signalfarbe wahrnimmt (rotblind).

Beim Errichten von jagdlichen Einrichtungen spielt die dominante Windrichtung und WindfĂŒhrung eine wichtige Rolle. Schneisen im Wald sind optimal geeignet, um zwischen den WaldrĂ€ndern wechselndes Wild zu beobachten und zu schießen, fungieren aber oft auch als eine Art Windkanal, der den Geruch des JĂ€gers zum Wild hin (oder, optimalerweise, vom Wild weg) weht. Der JĂ€ger muss, vor Anlage dieser Einrichtung, also nicht nur den Wind studieren, sondern auch die Bewegungsmuster des Wildes in der Schneise.

Auch an WaldrĂ€ndern vor offenen FlĂ€chen wie Wiesen und Feldern ist zu beachten, dass der Wind den Geruch des JĂ€gers beispielsweise in den Wald hinter ihm eintragen und so Wildtiere vergrĂ€men kann. Kommt dieser Wind dabei ĂŒber die Spitzen des Waldes heran und weht am Waldrand wieder zurĂŒck unter die BĂ€ume, spricht man von umkippendem Wind. GĂŒnstig ist auch ein Ansitz im Schatten, der auf FlĂ€chen hinausblickt, die am Morgen vor dem Sitz selbst von der Sonne erfasst werden. Zum einen ist der JĂ€ger optisch durch den Schatten etwas besser verborgen und hat einen guten Ausblick auf frĂŒh aus den EinstĂ€nden fahrendes Wild. Zum anderen lĂ€sst die WĂ€rme der Sonne die bodennahe Luft aufsteigen, wodurch ein temporĂ€rer Aufwind entsteht. Ist der Aufenthaltsort des JĂ€gers dabei nicht betroffen, da noch nicht erwĂ€rmt, verteilt sich sein Geruch kaum.


Die Einzeljagd


Vorwort zur Einzeljagd

Bevor ich euch weiter mit Fakten bewerfe, ein paar persönliche Worte zur Einzeljagd. Ich praktiziere die Einzeljagd grĂ¶ĂŸtenteils als Ansitzjagd und nehme außerdem im Winter an ein paar DrĂŒckjagden teil. Ich sitze also auf einer Leiter oder in der Kanzel unseres Reviers und warte auf das Wild. Von außen mag das stundenlange regungslose Ausharren, teils in klirrender KĂ€lte, wenig erfĂŒllend, langweilig oder anderweitig unangenehm wirken, doch tatsĂ€chlich ist das Gegenteil der Fall. Die Ansitz gibt mir persönlich die Möglichkeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und den Alltag fĂŒr eine Weile beiseite zu schieben. Man nĂ€hert sich der Natur an und bekommt Dinge mit, die man ansonsten automatisch ausblendet. Gleichzeitig kann man recht schnell das ZeitgefĂŒhl verlieren.

Vorsicht ist wĂ€hrend der dunklen Momente der DĂ€mmerung geboten. Besteigt man den Hochsitz frĂŒh morgens, tut man dies im Dunkeln und verlĂ€sst man ihn abends, ist es meist ebenfalls dunkel. Im schwachen Restlicht kann es schnell geschehen, dass Äste, GrasbĂŒschel und selbst MaulwurfshĂŒgel im bloßen Auge oder im Visier merkwĂŒrdig lebendig und tierförmig wirken. Das Auge spielt einem hier gern einen Streich, besonders, da man ja nach Bewegungen sucht. Es ist ein Umstand, an den man sich leicht gewöhnen kann, aber ĂŒber den man vorher einmal aufgeklĂ€rt werden sollte.

Ansitz, Anstand, Pirsch

Um diese drei Begriffe einmal eindeutig zu erklÀren:

Ansitz

Ansitz bezeichnet das Warten auf Wild auf einer Sitzgelegenheit und meist mit einer Auflage fĂŒr die Waffe, die beim Schuss genutzt wird. Das kann eine Kanzel oder Leiter ebenso meinen, wie Sitzstock oder eine natĂŒrliche Sitzgelegenheit. Wird meist mit der BĂŒchse (und gegebenenfalls ergĂ€nzend mit Flinte) ausgeĂŒbt.

Anstand

Anstand meint das Warten auf Wild ohne Sitzgelegenheit und ohne Auflage. Wird eher mit der Flinte ausgeĂŒbt, besonders an GewĂ€sser, wo der SchĂŒtze ohnehin im Schuss öfters weitere Bewegungen durchfĂŒhren muss, also dem Wild mit der Waffe folgen, um den Schuss abzugeben. Sitzend wĂ€re dies schlicht schwieriger, als stehend. Eine Auflage ist zum Schuss entsprechend nicht notwendig.

Pirsch

Pirsch ist die aktive Suche nach Wild, oft auf Pirschwegen. Die Pirsch setzt eine gewisse Fitness und hervorragende Revierkenntnis voraus. Aus irgendeinem Grund wird die JagdausĂŒbung in Medien gern in Form der Pirsch dargestellt. TatsĂ€chlich ĂŒbt die Pirsch aber einen hohen Jagddruck auf das Wild aus, es fĂŒhlt sich nirgends mehr sicher. Die Pirsch sollte daher möglichst selten verwendet werden. In unserem Revier wird beispielsweise gar nicht gepirscht. Auf der Pirsch kann ein gut abgerichteter Hund den JĂ€ger auf Wild aufmerksam machen, ehe dieser es erblicken kann.

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Lockjagd

Nein, das meint nicht die Jagd auf Warlocks. Bei der Lockjagd werden, mithilfe ganz unterschiedlicher Instrumente, verschiedene Töne nachgeahmt, auf die bestimmtes Wild anspringt. Meist werden mÀnnliche Tiere mit den Lauten konkurrierender MÀnnchen (zum Beispiel Tritonmuschel oder Ochsenhorn) oder von weiblichen Tieren gelockt (zum Beispiel Rickenfiep), wÀhrend weibliche Tiere oft gut auf die typischen Laute des Nachwuchses anspringen (Kitzfiep). Auch die Laute eines Beutetiers eignen sich gut, zum Beispiel das Mauspfeifchen auf den Fuchs. Wenn also ein JÀgersmann im Rollenspiel abends möglichst cool am Feuer sitzen und etwas schnitzen möchte, warum dann nicht ein solches Lockinstrument?

Fiese Randnotiz: Auch Schwarzwild springt teilweise auf den Kitzfiep an. Die wollen dem Kitz allerdings weniger aus der Misere helfen, als vielmehr in ihren Magen.

Auch die optische Lockjagd ist möglich, beispielsweise durch Locktauben oder KrĂ€hen. Grade KrĂ€hen sind allerdings extrem gut darin, Lockvögel zu erkennen, weshalb diese wirklich authentisch erscheinen und angeordnet mĂŒssen, um tatsĂ€chlich KrĂ€hen in ihre Gesellschaft zu locken. Auch dann werden diese intelligenten Tiere sehr schnell merken, dass sie einer Finte aufgesessen sind und wieder verschwinden.

Ein weiteres, naheliegendes Mittel zum Locken ist Futter oder genauer gesagt Kirrung. WĂ€hrend das Kirren IRL reglementiert ist, dĂŒrfte es in Azeroth eines der beliebtesten Mittel zum Anlocken von Wild sein, weil es verdammt effektiv ist. Nachstehend eine Liste besonders geeigneter Kirrungen fĂŒr unterschiedliche Arten. Beachtet, dass Kirrungen in Zeiten, in denen ohnehin viel Nahrung verfĂŒgbar ist, weniger bis gar nicht effektiv sind.

  • Rehwild: HauptsĂ€chlich Apfeltrester, aber auch Äpfel und Mais

  • Rotwild: RĂŒben, Kartoffeln, Trester, Äpfel

  • Schwarzwild: HauptsĂ€chlich Körnermais

  • Fuchs: FrĂŒher tote Tiere oder Teile dieser (der Fachbegriff wird vom Forum gesperrt
), heute oft mit Hundefutter (merkt euch fĂŒrs RP einfach tote Tiere
)

  • Dachs: Fallobst wie Zwetschgen, Mais

  • Stockenten und Fasane: Getreide

Fangjagd
GĂ€ngige Fallen

Das Aufstellen von Fallen ist eine bewÀhrte und teils dringend nötige ErgÀnzung zu anderen Jagdarten. GrundsÀtzlich unterscheiden wir zwischen Lebendfallen und Totschlagfallen.

IRL ist vorgeschrieben, dass Lebendfallen die Beute unversehrt fangen mĂŒssen. Das beinhaltet nicht nur, dass die Falle groß genug fĂŒr das Tier sein muss, sodass beispielsweise eine zufallende Klappe nicht den Schweif eines Tieres einklemmt, sondern auch, dass diese abgedunkelt sein mĂŒssen. Ist dies nicht der Fall, wird die Beute versuchen, aus der Falle zu entkommen und kann sich entweder dabei verletzen oder, bei einsetzender Panik, durch Herzversagen verenden. IRL werden hier im besten Fall Betonrohrfallen verwendet, die in der Regel sehr gut gegen Licht abgedichtet sind. Dies wird in Azeroth kaum vorgeschrieben sein, doch verantwortungsbewusste Waidgesellen sollten sich dessen bewusst sein. Grade Lebendfallen können sehr gut an sogenannten ZwangspĂ€ssen aufgestellt werden, also an Orten, die Wild auf jeden Fall passieren muss, um zum Beispiel einen Fluss zu ĂŒberqueren. Das Wild lĂ€uft dabei in einen lĂ€nglichen Kasten, oft gelockt durch einen Köder oder Licht am anderen Ende, welches einen Durchgang suggeriert. Dabei betritt es eine KippflĂ€che am Boden, welche die ZugĂ€nge zufallen lĂ€sst und verriegelt. Beim beidseitigen Zugang sollten beide ZugĂ€nge lichtdicht schließen. Gefangenes Wild wird durch simples Öffnen der Falle in einen davor platzierten Abfangkasten ĂŒberfĂŒhrt oder direkt in der Falle mit kleinem Kaliber erlegt.

Außerdem recht beliebt, wenn auch aufwĂ€ndig aufzustellen, sind Kofferfallen. Diese bestehen aus einem großen, niedrigen Kasten (meist aus Holz), auf die beim Auslösen ein zuvor weiter oben festgebundener Deckel fĂ€llt. Nachteilig sind natĂŒrlich die hohen Materialkosten und der grĂ¶ĂŸere Aufwand beim Aufbau. Der große Vorteil ist jedoch das sicher unversehrte Fangen (wenn die Falle groß genug ist und sich keine Lunten etc. einklemmen können), die problemlose Wiederverwendbarkeit und der Umstand, dass sogar mehrere Tiere gefangen werden können. Eine aufschiebbare Luke an einer Seite wird verwendet, um das Wild, das sich dem plötzlichen Licht nĂ€hernd wird, in einen Abfangkasten zu ĂŒberfĂŒhren, wo es erlegt wird.

Was man in Azeroth (leider) meistens sieht

Zu den in Azeroth sehr oft dargestellten Fallen gehören auch die, im Volksmund gerne als BĂ€renfallen bezeichneten, Tellereisen. Diese sind IRL komplett verboten (insbesondere mit Zahnung an den FangbĂŒgeln, die dem Tier zusĂ€tzliches Leid zufĂŒgen), da sie auf Druck auslösen. Bei den hier beschriebenen Tellereisen handelt es sich demnach um Lebendfallen. Sie könnten aber gegen kleinere Tiere als auch Totschlagfallen fungieren. Das wird ingame nicht genau genug gezeigt. Erlaubt hingegen sind die sogenannten Abzugseisen, die erst auslösen, wenn ein Köder von dem in der Mitte angebrachten Teller angehoben wird (Auslösen auf Zug). Dabei handelt es sich immer um Totschlagfallen. Der springende Punkt hier ist, dass ein Tellereisen von allen möglichen Tieren auslöst werden könnte, sobald diese darauf treten. Die Falle fĂ€ngt also kein StĂŒck selektiv, was höchstens durch einen Fangbunker teilweise verbessert werden könnte. Ein Abzugseisen hingegen kann, durch den verwendeten Köder, relativ genau auf eine Tierart ausgelegt sein (zum Beispiel Ei fĂŒr Marder).

Erlegen im Abfangkasten

Beim Erlegen des Wilds im Abfangkasten mit einer Schusswaffe sollte dringend darauf geachtet werden, dass sich das Tier im Kasten zuerst beruhigt, da ansonsten unsaubere SchĂŒsse und vermeidbares Leid die Folge sind. Mir ist dahingehend alles Mögliche bekannt – von Tieren, die sich im Kasten einfach zum pennen hinlegen, bis hin zu WaschbĂ€ren, die den eingeschobenen Gewehrlauf angreifen.

Totschlagfallen

Totschlagfallen lassen sich in der Regel nur auf kleine Tiere wenden, da schon bei diesen sehr viel Kraft aufgebracht werden muss, um sie sofort sicher zu töten. Hierzu werden bei grĂ¶ĂŸeren Tieren wie FĂŒchsen der Schwanenhals mit einer BĂŒgelweite von 56 – 70 cm und bei kleineren Tieren das Mardereisen mit einer BĂŒgelweite von etwa 37 cm verwendet. Diese Fallen dĂŒrfen, wie oben schon beschrieben, nur auf Abzug auslösen. IRL werden Totschlagfallen in Fangbunkern aufgestellt. Dies sind meist bis zu hĂŒfthohe Konstruktionen, deren EinlassgrĂ¶ĂŸe reguliert, Tiere welcher GrĂ¶ĂŸe ihn ĂŒberhaupt betreten können. Der Einlass fĂŒhrt nicht direkt zur innenliegenden Falle, sondern vollfĂŒhrt eine Vierteldrehung am GehĂ€use entlang, damit keine Arme (tierische oder menschliche) im Inneren herumtasten und die Falle auslösen können.

Damit kein falscher Eindruck aufkommt...

Nur, damit keine falschen EindrĂŒcke aufkommen: Einen Schwanenhals oder ein Mardereisen auszulegen, ein Ei draufzulegen und auf Erfolg am nĂ€chsten Morgen zu hoffen, ist nĂ€rrisch. Grade Marder sind intelligente Tiere, die die fremden Objekte (Fangbunker, Abzugseisen) erst einmal ausgiebig untersuchen. Der JĂ€ger platziert also das Fangeisen im Bunker und beködert dieses auch, damit die Beute sich mit der Falle vertraut macht. Der JĂ€ger stellt das Eisen aber nicht scharf. Wenn der Marder dieses noch vorsichtig untersucht, könnte es schnell passieren, dass das Eisen falsch auslöst und den Marder entweder auf lange Zeit verschreckt oder ihn falsch und sehr schmerzvoll fĂ€ngt, also beispielsweise nur einen Lauf einklemmt und bricht. In den ersten Tagen gewöhnt man das Beutetier daher an die Falle, bis ein Gewöhnungseffekt einsetzt. Wenn das Tier den Köder regelmĂ€ĂŸig annimmt, ist davon auszugehen, dass „nur eben schnell“ aus der Falle geholt wird, ehe das Tier seinen Streifzug fortsetzt. Dies impliziert, dass das Tier den Köder von der vorgesehenen Seite und auf die vorgesehene Art tut, also das Haupt in die Falle streckt, um den Köder mit den ZĂ€hnen aufzunehmen. Löst nun das Eisen aus, wird der Genick des Tieres gebrochen, ohne dass es langem Leid ausgesetzt ist.

Und, tĂ€uscht euch nicht, so ein Schwanenhals bringt wahnsinnig viel Energie auf. Das Spannen ist nur mit einem Hilfswerkzeug praktikabel und muss selbst dann mit Ă€ußerster Vorsicht durchgefĂŒhrt werden, um eigene Verletzungen zu vermeiden. Wir haben in unserem Fangjagdlehrgang einen Schwanenhals auf Steinboden ausgelöst. Dieser hat dabei erstmal einen locker flockigen Satz von einem Meter Höhe gemacht. Das könnte einen menschlichen Arm oder ein Bein ohne Weiteres brechen.

Weitere mögliche, allerdings IRL verbotene, Fallen wÀren die Scherenfalle, die Rasenfalle und der (Marder-)Schlagbaum. Alle diese Fallen fangen unselektiv und töten in den wenigsten FÀllen sofort, wÀren aber in Azeroth wohl eine Option, wenn einen das nicht stört.

Beizjagd

Die Beizjagd bezeichnet die Jagd mithilfe von Raubvögeln oder Falken (Wir erinnern uns: Falken sind keine Raubvögel, sondern stellen als Falkenartige eine eigene Ordnung dar, parallel zu den Raubvögeln). Die Beizjagd stammt vermutlich aus dem Orient, was sich wohl nicht nach Azeroth ĂŒbertragen lĂ€sst. Die einzige wirklich umfangreiche Nennung von Beizjagd findet man in Drustvar, mit FĂ€hnrich / Inquisitor Yorrick und der Falknerei von Korlach. Wer also einen Falkner oder Ă€hnliches spielen möchte, könnte diesen Ort sicherlich in die Hintergrundgeschichte oder als aktive Beziehung mit einbauen. Nachdem der Drust-Einfluss in BfA aus Drustvar vertrieben wurde, dĂŒrfte die Falknerei wieder in Betrieb genommen sein.

Die Beizvögel werden in Vögel vom Hohen Flug (Falken, jagen im Sturzflug) und Vögel vom Niedrigen Flug (Sperber, Habicht und Adler) eingeteilt. Ein Falke, der hoch ĂŒber dem JĂ€ger, und meist auch dessen Hund, in der Luft steht, wird als Anwarter bezeichnet. Sobald fĂŒr ihn jagdbares Federwild aufsteigt, wird er zur aktiven Jagd ĂŒbergehen.

Hat ein Beizvogel ein Beutetier in seinen FĂ€ngen, in der Luft oder am Boden, gefangen und hĂ€lt dieses fest, spricht man vom ‚Binden‘ der Beute.

Möchtet ihr auf weiter Flur auf Hasen und FĂŒchse jagen, ist der Steinadler euer Beizvogel der Wahl. Dieser große Vogel ist in der Lage, diese, fĂŒr einen Vogel verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sehr großen Beutetiere, zu greifen und zu binden oder direkt zu töten.

Wollt ihr einen universell einsetzbaren Beizvogel bespielen, nehmt am besten einen Habicht. Diese sind schnell und extrem wendig, schlÀgt seine Beute in der Luft und am Boden und kann in deckungsreichem GelÀnde (zum Beispiel im Wald) jagen.


Die Gesellschaftsjagd


Vorwort fĂŒr die besonders Schlauen

Ein Wort zum rechtlichen VerstĂ€ndnis an dieser Stelle. Die Begriffe DrĂŒckjagd und Treibjagd werden, in Bezug auf Schalenwild, in verschiedenen BundeslĂ€ndern unterschiedlich aufgefasst, definiert und reguliert. Die Treibjagd auf Schalenwild ist in manchen LĂ€ndern verboten oder genehmigungspflichtig. Was allerdings vom jeweiligen Gesetz als DrĂŒckjagd und was als Treibjagd aufgefasst wird, kann variieren, beziehungsweise in Grauzonen fallen. Wir werden hier den Begriff DrĂŒckjagd fĂŒr die bewegte Gesellschaftsjagd auf Schalenwild und den Begriff Treibjagd oder Treiben fĂŒr die bewegte Gesellschaftsjagd auf Niederwild (Hase, Fuchs, Kaninchen etc.) nutzen. Auch diese Definition wird vielen Definitionen, die man im Netz und anderweitig findet, nicht hundertprozentig entsprechen. Sie dient eher dazu, ein klareres Bild zu zeichnen und diesen Guide möglichst verstĂ€ndlich zu halten.

Bewegt meint hier im Kontext, dass Treiber involviert sind, die das Wild hochmachen, bewegen, und unter UmstĂ€nden auch in eine bestimmte Richtung drĂŒcken. Die allgemeine Jagdgesetzgebund (Bundesjagdgesetz BJagdG ist Sache des Bundes und kann durch die Jagdgesetzgebung der BundeslĂ€nder genauer definiert werden.

Da ich damit hoffentlich allen suchmaschinenaffinen Haidern und veganen Peta-Aktivisten die Möglichkeit zum ReingrĂ€tschen und zum „Aber Google sagt
!“ PlĂ€rren genommen habe, geht’s nun weiter mit dem eigentlichen Thema.

Vorwort Gesellschaftsjagd

Gesellschaftsjagden eigenen sich, wenn sie ĂŒberlegt, gut geplant und in einem gesunden Maß betrieben werden, hervorragend dazu, die notwendigen AbschĂŒsse auf die bejagten Arten zu erzielen, dabei gleichzeitig wenig Jagddruck auszuĂŒben und ganz nebenbei ein erinnerungswĂŒrdiges Jagderlebnis fĂŒr alle Beteiligten zu schaffen.

Eine Gesellschaftsjagd benötigt immer einen Jagdleiter. Sehr oft ist dies entweder der PĂ€chter oder der Eigenjagdbesitzer. Dieser teilt die SchĂŒtzen ihren StĂ€nden zu, teilt Treiberwehren (Gruppen aus Treibern) ein, nennt das zu jagende und das zu schonende Wild, gibt die Sicherheitsunterweisung und ist Ansprechpartner fĂŒr alle Beteiligten. Meiner Erfahrung nach ist die Jagdleitung meistens Teil einer der Treiberwehren, um mitten im Geschehen zu sein. Alle weiteren Treiberwehren erhalten in der Regel einen eigenen GruppenfĂŒhrer, der das Revier ebenfalls sehr gut kennt und jagderfahren ist.

Treiber mĂŒssen keine JĂ€ger sein. Es ist absolut nicht unĂŒblich, dass Interessierte oder JagdscheinanwĂ€rter als Treiber an Gesellschaftsjagden teilnehmen, um jagdliche Erfahrung zu sammeln und gegebenenfalls abschĂ€tzen zu können, ob sie selbst den Jagdschein machen möchten. Dabei erleben sie nicht nur die Jagd selbst, sondern können spĂ€ter zum Beispiel auch beim Aufbrechen des Wildes zusehen oder selbst Hand anlegen. Denn, und auch das muss einem JungjĂ€ger oder Interessierten klar sein, die Jagd beinhaltet auch, bis zu den Unterarmen in Blut und Innereien zu stecken und lebloses Wild aus der hinterletzten Böschung bis zum nĂ€chsten Waldweg zu schleppen.

Wichtig ist vorab außerdem, dass Gesellschaftsjagden immer ein erhöhtes Risiko beinhalten.

Treiber

Die gesamte Treiberwehr sollte wĂ€hrend der Jagd auffĂ€llige Kleidung tragen, um sich klar von der Vegetation und etwaigem Wild abzuheben. Gleiches gilt fĂŒr Hunde. Grade diese könnten schnell mit Wild verwechselt und im schlechtesten Fall beschossen werden. Üblicherweise wird Orange als Warnfarbe verwendet. Den Treibern kommt auf der Gesellschaftsjagd noch die wenigste Verantwortung zu. Oft sind Treiber selbst JungjĂ€ger oder gar keine JĂ€ger, sondern Leute die vor allem zum Lernen und zum Sammeln von Erfahrung an der Jagd teilnehmen. Wichtig ist, dass die Treiber beim Treiben eine Linie halten und niemand vorauslĂ€uft oder zurĂŒckbleibt. Dies setzt Sichtkontakt oder zumindest Lautkommunikation voraus.

DurchgehschĂŒtzen

Bewaffnete Treiber werden auch als DurchgehschĂŒtzen bezeichnet. Dieser Begriff ist irrefĂŒhrend, verbietet doch die UVV, dass diese JĂ€ger tatsĂ€chlich als SchĂŒtzen an der Jagd teilnehmen. Sie dĂŒrfen nicht auf gesundes Wild schießen. Was sie aber dĂŒrfen, ist FangschĂŒsse auf krankes oder von Hunden gestelltes Wild anzubringen. In letzterem Fall ist besondere Achtsamkeit geboten, da die meisten HundefĂŒhrer es gar nicht gerne sehen, wenn auch nur in die grobe Richtung ihres Hundes geschossen wird und sie diese Aufgabe und Verantwortung ĂŒblicherweise selbst ĂŒbernehmen. Außerdem ist natĂŒrlich der Schuss zur Selbstverteidigung erlaubt, was auf DrĂŒckjagden nie komplett auszuschließen ist.

Ein DurchgehschĂŒtze muss dabei auch besonders auf seine eigene Sicherheit achten. Ich selbst habe bereits die Situation erlebt, dass ein StandschĂŒtze unserer Treiberwehr zurief „In den Brombeeren liegt ein krankes StĂŒck Schwarzwild!“. Problem: Brombeeren wachsen sehr dicht und krankgeschossene Sauen sind richtig gefĂ€hrlich. Was tut man also? Der Jagdleiter, der hangaufwĂ€rts neben mir ging, hat sich dem BrombeergebĂŒsch langsam und vorsichtig genĂ€hert. Ich konnte dann von unten eine Bewegung ausmachen und ihn darauf hinweisen, woraufhin er wiederum den Fangschuss antragen konnte.

Ähnlich problematisch ist krankes Wild, das in Maisfelder flĂŒchtet. Die sind sehr dicht, oft ĂŒbermannshoch und zum Nachsuchen eine absolute Katastrophe. Erinnert ihr euch an diese Szene in Jurassic Park, wo die Protagonisten in dieses Feld laufen, wĂ€hrend dort auch Velociraptoren unterwegs sind? UngefĂ€hr so muss das GefĂŒhl sein, dort eine Nachsuche durchzufĂŒhren – nur dass es kein Film ist und die Raptoren etwas kleiner, aber kaum weniger gefĂ€hrlich sind. Erinnert euch – ein gut gezielter Stoß mit dem Gewaff reicht aus, um einen Hund zu töten und die Oberschenkelarterie eines Menschen zu öffnen (und diesen, sollte die Arterie weiter aufreißen, damit ebenfalls sicher zu töten).

SchĂŒtzen

Die SchĂŒtzen auf einer Gesellschaftsjagd sollten erfahrene, disziplinierte JĂ€ger und sehr gut im Umgang mit der Waffe sein. Der Schuss auf bewegtes, oft fliehendes Wild (außer Rehwild, auf fliehendes Rehwild schießt man nicht!) ist anspruchsvoll und die Entscheidung, ob geschossen werden kann oder nicht, muss oft in wenigen Sekunden getroffen werden. Das beinhaltet das Ansprechen des Wildes, EinschĂ€tzen der Sicherheit (besonders hinsichtlich dem Wild folgender Hunde) und das Zielen. IRL kann dieser Schuss mit dem Üben am Laufenden Keiler geĂŒbt werden. Das ist eine Keilerscheibe in 50 Metern Entfernung, die auf Kommando von rechts nach links fĂ€hrt und beschossen werden muss. Dabei gibt moderne Elektronik das Trefferfeedback an den SchĂŒtzen, ohne dass die Scheibe aus der NĂ€he betrachtet werden muss.

Jagdarten der Gesellschaftsjagd

Nachstehend eine Übersicht der wichtigsten Gesellschaftsjagdarten. GrundsĂ€tzlich gilt, dass die Jagdart und -durchfĂŒhrung nicht nur dem GelĂ€nde, dem Wildbestand und der Anzahl verfĂŒgbarer Teilnehmer Rechnung tragen muss, sondern auch Wind und Wetter und natĂŒrlich gesetzlichen Regularien, wobei das in Azeroth weniger streng sein dĂŒrfte, als IRL, wenn ĂŒberhaupt reglementiert.

Niederwildtreibjagd

Wird ĂŒblicherweise mit zehn oder mehr SchĂŒtzen und, im Idealfall, doppelt so vielen Treibern wie SchĂŒtzen, ausgeĂŒbt. Die konkrete GrĂ¶ĂŸe der Jagdgesellschaft ist abhĂ€ngig vom GelĂ€nde. Bejagt wird vorrangig Niederwild, kann aber auch Schwarzwild betreffen, wenn dieses mit aufsteht. Hunde werden bei mobilen Jagden, bei denen sich die ganze Jagdgesellschaft bewegt (zum Beispiel Streife) nur zum Bergen eingesetzt, beim Standtreiben auch zum Stöbern (Stöberjagd).

- Streife

Treiber, HundefĂŒhrer und SchĂŒtzen gehen nebeneinander ĂŒber die zu bejagende FlĂ€che (Felder, Wiesen) und machen dadurch das Wild hoch. Bei einer besonderen Form, der Böhmischen Streife, werden die Ă€ußeren Enden vorgezogen und bilden so ein U. Dies verhindert ein ausbrechen des hochgemachten Wildes zu den Seiten. Wichtig ist, dass Sichtkontakt ĂŒber das gesamte, bejagte GelĂ€nde möglich ist.

- Standtreiben

SchĂŒtzen umringen eine zu bejagende, meist unĂŒbersichtliche, FlĂ€che. Treiber und HundefĂŒhrer dringen aus einer Richtung in diese FlĂ€che ein und treiben das Wild durch die SchĂŒtzenreihe nach außen. Die SchĂŒtzen blicken nach innen, um nahendes Wild zu erkennen, drehen sich mit diesem nach außen und schießen, wenn möglich. Der Schuss nach innen ist natĂŒrlich strengstens verboten.

- Kesseltreiben

SchĂŒtzen, HundefĂŒhrer und Treiber umstellen in abwechselnder Reihenfolge eine, meist runde, zu bejagende, meist ebene FlĂ€che. Die Treiber und HundefĂŒhrer dringen auf das Signal „Treiber in den Kessel“ in diese FlĂ€che vor und treiben das Wild durch die SchĂŒtzenlinie nach außen. Die SchĂŒtzen blicken nach innen, um nahendes Wild zu erkennen, drehen sich mit diesem nach außen und schießen, wenn möglich. Der Schuss nach innen ist natĂŒrlich strengstens verboten. Ist die Kesselmitte durch die Treiber erreicht, folgt das Signal „Hahn in Ruh‘“, woraufhin die Waffen zu entladen sind (Sicherheit ist herzustellen).

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Stöberjagd

Hier: Stöberjagd im Sinne einer Gesellschaftsjagd, da dies auch eine Einzeljagd mit dem Stöberhund sein kann. Praktiziert mit vier oder mehr stationĂ€ren SchĂŒtzen. Bei der Jagd auf Rot- und Schwarzwild eher ab 50 SchĂŒtzen, da sehr große FlĂ€chen bejagt werden. Als „Treiber“ sind hier nur die Hunde unterwegs, wobei einzelne HundefĂŒhrer mit durchgehen können, um FangschĂŒsse anzubringen. Diese Jagd wird auf Niederwild und Schalenwild ausgeĂŒbt.

DrĂŒckjagd

Die mir persönlich vertrauteste Art der Gesellschaftsjagd. AusgeĂŒbt mit vier oder mehr SchĂŒtzen und mindestens ebenso vielen, besser mehr, Treibern. Die Treiberwehren gehen nebeneinander durch durchzudrĂŒckendes GelĂ€nde und machen so das Wild hoch, das von den abgestellten, stationĂ€ren SchĂŒtzen beschossen werden kann. AusgeĂŒbt auf Fuchs und Schalenwild. Interessanterweise hatten wir bisher fast immer den „obligatorischen, einen Fuchs“ mit auf der Strecke, neben variierenden Mengen an Reh- und Schwarzwild. Und das sogar in unterschiedlichen Revieren mit unterschiedlichen Jagdgesellschaften.

AnsitzdrĂŒckjagd

Die SchĂŒtzen sitzen an, wĂ€hrend einer oder wenige Treiber das Wild ein wenig in Unruhe bringen, sodass es in Bewegung kommt. Der Druck ist hier geringer, als bei der normalen DrĂŒckjagd. Bejagt werden ebenfalls Schalenwild und Fuchs.

Riegeljagd

Eine eher lokal begrenzte Form der DrĂŒckjagd, die in aus dem GelĂ€nde gebildeten Kesseln ausgefĂŒhrt wird. Zu Beginn werden alle Wege, die aus dem (Tal-)Kessel hinausfĂŒhren, mit SchĂŒtzen abgestellt, also abgeriegelt. Die Treiber bringen dann das Wild innerhalb des abgeriegelten Bereichs auf die LĂ€ufe, das die ihm bekannten, aber mit SchĂŒtzen besetzten, Routen zum Verlassen des Bereichs ansteuern wird.

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Organisation

Oft werden bei Gesellschaftsjagden Uhrzeiten vorgegeben, ab welchen und bis zu welchen geschossen werden darf. Alternativ kann die Kommunikation ĂŒber Jagdhornsignale (Beginn des Treibens, Hahn in Ruh‘, etc.) stattfinden. Grade bei Regen ist es nicht unĂŒblich, die MĂŒndung der eigenen Waffe abzukleben, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Dieser Klebestreifen wird Einnahme des Standes oder ab dem Moment, in dem geschossen werden darf, entfernt.

Im Voraus kann (und sollte) der Jagdleiter an Feld- und Waldwegen Warntafeln aufstellen, die auf Gesellschaftsjagd hinweisen und gegebenenfalls auch die Polizei in Kenntnis setzen, wenn Straßen durch das bejagte Revier fĂŒhren. Auch hier kann und sollte gewarnt werden, um die Gefahr von WildunfĂ€llen zu mindern. Wie weit man das nach Azeroth ĂŒbertrĂ€gt, muss jeder fĂŒr sich selbst und die vorliegende Situation entscheiden. Bei grĂ¶ĂŸeren Verkehrswegen im Revier ist es sicher nicht verkehrt, darauf hinzuweisen, dass plötzlich eine Rotte die Vorfahrt an sich reißen könnte.

Verhalten von Wild bei Gesellschaftsjagden

Man kann bejagtem Wild einige allgemeine Eigenschaften zuschreiben, die es hinsichtlich seiner Flucht zeigt.

  • Rehwild: Duckt sich bei nahender Gefahr eher, als zu fliehen. Erst, wenn Hund oder Treiber quasi auf das Tier drauftreten, wird es in jedem Fall fliehen. Auch dann wird es bestrebt sein, bogenförmig zu seinem Einstand zurĂŒckzukehren. Achtung, auf fliehendes Rehwild wird nicht geschossen! Vorher anpfeifen und auf Verhoffen hoffen.

  • Rotwild: Flieht möglichst im Rudel und sucht helle Bereiche (AltholzbestĂ€nde) auf.

  • Schwarzwild: Zeigt sich Ă€ußerst dickfĂ€llig. Teils lĂ€sst sich eine Rotte im Kessel von Hunden verbellen, ohne aufzustehen. Wird eine Rotte hochgebracht, flieht sie meist in dunklen Bereichen.

  • Gamswild: Bei der Riegeljagd flieht Gamswild vorzugsweise in felsige Bereiche, wo Treiber und Hunde nicht folgen können. Die Kitze bleiben bei ihren Geißen. GrĂ¶ĂŸere Rudel können sich aufteilen. Ähnlich wie beim Rehwild, duckt sich Gamswild teils sehr lange.

Jagd mit Hunden

Auf die verschiedenen Aufgaben von Jagdhunden, die mit diesen Aufgaben am ehesten assoziierten Hunderassen und die benötigten StĂ€rken, sowie Beschreibungen der jeweiligen Jagdart bin ich im Kapitel Jagdhunde schon umfangreich eingegangen. Um das Thema nicht ein zweites Mal auszubreiten, verweise ich mal ganz frech auf dieses Kapitel und werde hier nur eine ĂŒbersichtliche Aufstellung liefern, wie auch schon bei den anderen Jagdarten.

Brackieren

Einsatz von Bracken, sowie anderen Hunde, die spurlaut, spurwillig und spursicher Ă€ußerst eigenstĂ€ndig jagen. Bejagt werden Hase (Feldhase, Schneehase) und Fuchs, in anderen LĂ€ndern auch Schalenwild. Im Alpenraum wurde frĂŒher auch Rotwild brackiert, wogegen in Azeroth per se erstmal nichts spricht. Hasen kommen hier hĂ€ufiger zur Strecke, als FĂŒchse, da der gejagte Fuchs oft einen Bau annimmt, also unter der Erde verschwindet. Wie wir im Abschnitt ĂŒber Hasen gelernt haben, leben Hasen nicht unterirdisch (Kaninchen aber schon). Brackieren kann ein einzelner JĂ€ger oder, was seltener vorkommt, mehrere JĂ€ger durchfĂŒhren. Hier nĂ€hert man sich der Stöberjagd an.

Der Hetzlaut der jagenden Bracke wird als GelÀut bezeichnet.

Stöbern

Stöberhunde, wie der Wachtelhund aber auch Individuen anderer Rassen, die in ihren Eigenschaften zum Stöbern geeignet sind (vor allem spurlaut sein und SelbststĂ€ndigkeit). Bejagt werden Niederwild und Schalenwild. Kann mit einem JĂ€ger und einem Hund ausgeĂŒbt werden und zu Gesellschaftsjagden mit ĂŒber einhundert JĂ€gerin hochskaliert werden.

Der Hund jagt beim Stöbern meist selbststĂ€ndig und ohne Sichtkontakt zum HundefĂŒhrer. Er macht das Wild sofort hoch und wartet nicht ab, wie bei der Suchjagd. Dabei gibt er Laut, um dem anstehenden SchĂŒtzen ein akustisches Signal ĂŒber sich nĂ€herndes Wild zu geben.

Buschieren

Vorsehhunde, Stöberhunde, seltener auch Apportierhunde mit guten Anlagen. Gejagt wird auf Niederwild, bevorzugt Hase, Kaninchen, Fasan und Schnepfe. JÀger und Hund allein oder kleinere Gruppen beider.

Der Hund sucht hier unter der Flinte, also in direktem Kontakt mit dem JĂ€ger. Dieser muss aufstehendes Wild in einer akzeptablen Entfernung schießen können, woraus folgt, dass der Hund sich maximal 20 Meter vom JĂ€ger entfernen darf. Verwendet werden in der Regel Schrote bis höchstens 3 mm, da auf weiches Wild und auf kurze Entfernung geschossen wird.

Suche

Im Feld mit Vorstehhunden, beispielsweise bei der HĂŒhnersuche, am Wasser auch mit Stöber- und Apportierhunden, wie den Golden Retriever, Flat Coated Retriever oder Curly Coated Retriever (Googlet die mal, die sehen lustig aus :D)

Das GelĂ€nde muss ĂŒbersichtlich sein, sodass der JĂ€ger den Hund sehen kann. Der Hund sucht stumm nach dem Wild und steht vor, wenn er Wild in einer Deckung entdeckt hat. Vorstehen meint dabei, dass er vor der Deckung innehĂ€lt und, dies ist die hĂ€ufigste Geste, eine Pfote anhebt. Diese unnatĂŒrliche Gestik lĂ€sst sich mit keiner anderen, natĂŒrlichen Bewegung verwechseln und zeigt eindeutig den Fund von Wild in der Deckung an.

Anschließend tritt entweder der Hund oder der JĂ€ger selbst in die Deckung und macht das Wild so hoch.

Baujagd

Nur mit Bauhunden, da alle anderen Rassen zu groß sind. Genannt seien beim Terrier der Deutsche Jagdterrier, Foxterrier und Jack Russel Terrier. Bei den Teckeln (Dackel) kennen wir vorrangig Kurzhaarteckel, Rauhaarteckel und Langhaarteckel – oder wie ich sie gerne nenne: MilitĂ€rfrisur, Pfeifenreiniger und Drei Wetter Taft. Bejagt wird in erster Linie der Fuchs, peripher auch Dachs, Marderhund und WaschbĂ€r. Zwergteckel können sogar im Kaninchenbau jagen. Der Hund fĂ€hrt in den Bau ein und stellt das Wild darin. Wenn das Wild fluchtartig den Bau verlĂ€sst, kann der JĂ€ger den Schuss antragen. Wichtigst dabei ist, dass ausreichend Abstand zwischen Wild und Hund besteht.

Die Jagd auf den Fuchs ist dabei von November bis Ende Februar (Ende der Ranzzeit / Paarungszeit). Danach steckt fast nur noch die FĂ€he im Bau. Aufgrund seiner Schonzeit fĂ€llt der Dachs weniger in die klassische Baujagdsaison mi SpĂ€therbst und Winter. Das lĂ€sst sich natĂŒrlich nicht zwingend nach Azeroth ĂŒbertragen.

Besondere Vorsicht ist bei Bauen mit Spuren des einfahrenden Dachses geboten. Dachse können den Hund im Bau einschließen, das meint Eingraben. Da hilft dann nur noch der Spaten oder gleich der Bagger (oder ein neuer Hund). Man spricht auch von VerklĂŒften. Besonders Felsenbaue sind hier gefĂ€hrlich, da sie kaum oder nicht gegraben werden können.

Der Hund wird lediglich vor den Bau gestellt. Die befahrene Röhre, in die er einschlieft, sucht er sich selbst. Schlieft er nicht ein, suchen wir einen anderen Bau.

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Vor und nach dem Schuss


Vorwort Vor und nach dem Schuss

Auf dieses Kapitel habe ich mich gefreut. Und das nicht etwa, weil ich hier en Detail beschreiben kann, wie cool und fetzig man doch auf Tiere schießen kann, sondern weil ich exakt hierzu schon viel Unsinn im Rollenspiel gesehen habe, der oft auch am gesunden Menschenverstand meilenweit vorbei ging und die Gelegenheit nutzen möchte, eine ganze Menge gradezurĂŒcken.

Wenn ihr einem angehenden JĂ€ger-Rollenspieler nur ein einziges Kapitel dieses Guides empfehlt, dann lasst es bitte dieses hier sein.

Üben, Üben, Üben

Allem voran noch einmal das Mantra, da sich schon beim Thema Schusswaffen erwĂ€hnte: „Eine Waffe ist nur so gut, wie die Hand, die sie fĂŒhrt“. Zu einem sauberen Schuss auf ein Wildtier gehört regelmĂ€ĂŸige Übung und eine gesunde SelbsteinschĂ€tzung.

Mit der Flinte wird auf Tontauben und Kipphasen (aufspringende Scheiben) oder Rollhasen (rollende Tontauben) geĂŒbt. Mit der BĂŒchse wird auf verschiedene Wildscheiben und auf den Laufenden Keiler geĂŒbt, sowie, wenn verfĂŒgbar, im Schießkino. Dort werden, von einem Projektor, Videos von Wild an eine spezielle Leinwand geworfen, auf die dann geschossen wird. Anders als beim Laufenden Keiler, wo ein separater Monitor den Treffer anzeigt, wird der Treffer hier, in einer Pause des Videos, direkt auf der Leinwand angezeigt. NatĂŒrlich ließe sich das mit Technik in Azeroth kaum darstellen, aber in meinem Kopf feiere ich grade die Idee eines Magiers, der genau sowas als Illusion oder Ă€hnliches anbietet


Back to topic.

Warum ein guter Schuss so wertvoll ist

Wild wird nicht immer sofort im Knall liegen, also nach dem Schuss sofort an Ort und Stelle umfallen und verenden. Das wĂ€re fĂŒr Wild und JĂ€ger gleichermaßen wĂŒnschenswert, ist aber als Annahme unrealistisch. Nichtsdestotrotz sollte der JĂ€ger sich nach all seinen Möglichkeiten um einen solchen Treffer bemĂŒhen.

FĂŒr das Wild liegt der Vorteil im kurzen Leiden. Und nein, ein Treffer mitten ins Herz ist nicht in der Sekunde tödlich und auf den Kopf schießt man bei gesundem Wild nicht.

FĂŒr den JĂ€ger liegt der Vorteil darin, dass er keine Nachsuche (die Suche nach dem krankgeschossenen StĂŒck) durchfĂŒhren muss und das Wild nicht ĂŒber eine so weite Distanz bergen muss, wie es nach einer Flucht möglicherweise der Fall wĂ€re.

Folgende Voraussetzungen zum Schuss muss sich jeder Waidgeselle zu Herzen nehmen:

  • Die Waffe ist in einwandfreiem Zustand

  • Die Optik ist in einwandfreiem Zustand

  • Das Wild wurde erfolgreich uns zweifelsfrei angesprochen (siehe unten)

  • Der Schuss ist ohne GefĂ€hrdung anderer Menschen oder Tiere möglich


Wild Ansprechen

„Ah, ein Reh, da schieß’ ich mal drauf!“

Ganz so leicht ist es dann doch nicht. Bevor wir ein Tier tatsĂ€chlich beschießen können, mĂŒssen wir es ansprechen. Ansprechen bedeutet dabei nicht, sich vorzustellen und etwas Smalltalk zu betreiben, sondern das erblickte StĂŒck zu identifizieren.

  • Um welche Tierart handelt es sich?

  • Welches Geschlecht hat dieses Tier und wie alt ist es? Weibliche Tiere könnten Jungtiere fĂŒhren!

  • Darf ich diese Tierart dieses Geschlechts und Alters ĂŒberhaupt bejagen? *

  • Falls weiblich: FĂŒhrt dieses Tier ein oder mehrere Jungtiere? Ausgiebig beobachten (20 Minuten oder mehr, kann bei ziehenden StĂŒcken unter UmstĂ€nden verkĂŒrzt werden)!

  • Falls als Muttertier fĂŒhrend, die Jungtiere ansprechen und zuerst diese schießen, wenn Bejagung möglich!

  • Ist das Tier Teil einer Gruppe?

  • Falls ja, fĂŒhrt es diese Gruppe an? Leittiere niemals erlegen!

  • Ist das Tier krank? Krank meint meint sowohl Anzeichen von Wildseuchen, als auch Verletzungen!

  • Falls krank, ist die Krankheit oder Verletzung so schwerwiegend, dass ein Hegeabschuss zu rechtfertigen ist? (Erlösung vom Leiden)

(*) Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen und Tiere in der Schonzeit dĂŒrfen nicht bejagt werden. Schonzeiten können nach Geschlecht und Alter variieren. (Das Thema Jagdrecht dĂŒrfte in Azeroth weniger interessant sein, wohl aber Schonzeiten, da diese meist mit der Aufzucht von Jungtieren zusammenhĂ€ngen, die mit einem Abschuss gefĂ€hrdet wĂŒrden.) Außerdem könnte ein Abschussplan die Bejagung verbieten, da eine ÜbererfĂŒllung dieses Plans kontraproduktiv wĂ€re.

WĂ€hrend dieser Zeit findet bereits der erste von zwei Teilen der Fleischbeschau statt. Der JĂ€ger achtet auf das Verhalten des Tieres und dessen Aussehen. Oben ist dies unter „Ist das Tier krank?“ genannt.

Zeigt ein Tier beispielsweise einen Mangel an natĂŒrlicher Scheu und Vorsicht, kann eine Wildkrankheit ein Grund dafĂŒr sein. Ist es abgekommen (mager, von ungesundem Aussehen), kann dies ebenfalls mit einer Krankheit zusammenhĂ€ngen. Gleiches gilt fĂŒr Missbildungen, zum Beispiel am Geweih oder fehlende Behaarung. Zeigt ein StĂŒck eines oder mehrere Anzeichen von unnormalem Verhalten, sollte bei der spĂ€teren Verwertung besondere Vorsicht ausgeĂŒbt werden und gegebenenfalls von der Verwertung komplett abgesehen werden. Siehe auch Kapitel Wildkrankheiten.

Sicherheit

Auf das Thema Sicherheit wurde schon bei Jagdliche Einrichtungen und Kugelfang teilweise eingegangen. Kurzgesagt ist wichtig, dass die Kugel sowohl bei FehlschĂŒssen, als auch nach dem Durchschlagen des Wildkörpers im gewachsenen Boden gestoppt wird. Wasser und steiniger Untergrund gelten nicht als gewachsener Boden und sind kein sicherer Kugelfang. Außerdem darf beim Schuss niemand sonst gefĂ€hrdet werden. Bei Gesellschaftjagden mit bewegtem Wild sind die freien Schussfelder vorab zu bestimmen, damit die Entscheidung möglichst rasch getroffen werden kann. Nichtsdestotrotz ist dies einer der Punkte, in denen sich Erfahrung auszahlt, aber diese niemals eine gesunde Vorsicht ersetzen kann und darf!

Schusswinkel und Trefferzonen

Hat man eindeutig festgestellt, dass das Erlegen des Tieres vertretbar ist, geht es an die praktische Umsetzung. Man richtet die Waffe auf das Tier, schaut durch das Zielfernrohr und
 was dann?

Wir gehen hier davon aus, dass das Wild in einer Distanz steht, in der sich der JĂ€ger den Schuss zutraut. Es ist keinerlei Schande, einen zu weiten Schuss nicht zu wagen. Schlimm wĂ€re hingegen, einen solchen Schuss aus Übermut oder einer ĂŒbersteigerten Erwartungshaltung an sich selbst zu versuchen und das Wild dabei krankzuschießen, eine möglicherweise sehr lange Nachsuche zu verursachen und eine ganze Menge unnötiges Leid ĂŒber das Tier zu bringen.

Schrotschuss

Beim Schrotschuss wird die maximale Schussentfernung vor allem durch die Eigenheit der Schrotmunition bestimmt. Als waidgerecht gilt ein Schrotschuss auf 35, maximal 40 Meter Entfernung. Im Optimalfall bewegt sich das zu beschießende Wild dabei auf den JĂ€ger zu, sodass ein zweiter Schuss bei Bedarf nachgesetzt werden kann, ohne dass das Wild die optimale Reichweite des Schusses verlĂ€sst. Bei in der Bewegung befindlichem Wild muss entsprechend vorgehalten werden, was mit ausreichend Übung kein Problem sein sollte. Das Ziel ist dabei, das Wild möglichst zentral im Körper zu treffen, sodass möglichst viele Schrote zur Schockwirkung beitragen. SchĂŒsse, bei denen dies nicht möglich ist, sollten in der Regel vermieden werden.

Fun Fact: Beim Schrotschuss, grade auf fliegendes Wild, wird nicht bewusst gezielt. Der Moment des aktiven Zielens wĂŒrde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, in welcher das Wild sich möglicherweise zu weit vom JĂ€ger entfernt. Stattdessen wird intuitiv gezielt. WĂ€hrend der JĂ€ger das Wild (oder die Tontaube auf dem Stand) mit den Augen verfolgt, hebt er die Waffe an die Schulter, legt an, folgt dem Wild, hĂ€lt vor und schießt. Die Hand-Auge-Koordination ist hier essentiell. Damit diese Bewegung nicht nur reibungslos und wie automatisch ablĂ€uft, sondern auch noch einen Treffer produziert, ist wiederum Übung nötig (ich weiß, ich wiederhole mich). Hat man hingegen einen stöbernden Fuchs oder sich Ă€hnlich langsam bewegendes vor, spricht natĂŒrlich nichts gegen ein ausgiebiges Anvisieren.

BĂŒchsenschuss

Beim BĂŒchsenschuss hingegen wird, auch beim Schuss auf bewegliches oder fliehendes Wild, immer aktiv gezielt. Fliehendes Wild wird, mit der BĂŒchse, vor allem bei DrĂŒckjagden beschossen, wobei hier die Ausnahme gilt, dass fliehendes Rehwild nicht beschossen wird. Aufgrund des schmalen, sich bei der Flucht viel bewegenden Körpers, können SchĂŒsse hier zu leicht fehlgehen. Stattdessen kann man versuchen, das Rehwild durch einen Pfiff zum Verhoffen zu bringen. Verhoffen bedeutet, dass das Rehwild in seiner Flucht innehĂ€lt und die Umgebung sichert, wobei es stillsteht.

Im besten Fall steht Wild beim BĂŒchsenschuss breit, also in einem Winkel von 90 Grad zum JĂ€ger, oder zumindest annĂ€hernd in Ă€hnlicher Position. Der Schuss von vorne oder hinten, auch in zu spitzen Winkeln, gilt als unwaidmĂ€nnisch, da zu risikoreich. Hierbei können die Lungen, die nur von der Seite eine grĂ¶ĂŸere FlĂ€che bieten, aber sich von vorn eher schmal darstellen, schnell verfehlt werden. Außerdem kann das Geschoss den Verdauungstrakt des Tieres zerstören, was allein kein schnelles Verenden herbeifĂŒhrt und außerdem das Wildbret entwertet.

Angestrebt wird der Blattschuss, auch prĂ€ziser als Kammerschuss bezeichnet. Anders, als der Name Blattschuss vermuten lĂ€sst, wird nicht auf das Schulterblatt gezielt, sondern sich lediglich daran orientiert. Der tatsĂ€chliche Zielbereich liegt direkt dahinter: der Brustkorb mit Herz und Lunge. Beim Zielen möchte man den Schuss also immer knapp hinter den (senkrecht stehenden) Vorderlauf des Tieres setzen und dabei nicht zu hoch kommen, da sonst Herz und Lunge verfehlt werden und im schlechtesten Fall der RĂŒcken getroffen wird. Trifft das Geschoss eher hoch in die Kammer, auch hochblatt genannt, kommt es in der Regel zum Kollaps der Lunge und zur Zerstörung zentraler BlutgefĂ€ĂŸe, die direkt zu Herz und Lunge fĂŒhren. Trifft das Geschoss hingegen tief in die Kammer, wird direkt das Herz getroffen, sowie in der Regel ebenso die Lunge zerstört. Ein direkter Herztreffer, so schwierig er auch ist, lĂ€sst das Wild am schnellsten verenden und wird niemals eine nennenswerte Flucht mit sich bringen.

Wichtigst ist, dass der JĂ€ger sich im Moment vor dem Schuss die Körperhaltung und den Standort des StĂŒckes einprĂ€gt, um die Anschusszeichen zu finden und korrekt einordnen zu können. Hier helfen GelĂ€ndemarken wie BĂ€ume, Steine, Blumen oder BĂ€che. Auch den eigenen Ort der Schussabgabe muss sich der JĂ€ger merken, um den Ort des Anschusses triangulieren zu können. EntfĂ€llt beim Schuss von Hochsitz oder Kanzel, diese sind offensichtlich zu erkennen.

Der Moment des Schusses und Jagdfieber

Dieser Teil ist weniger mit Fakten gefĂŒllt, als mit eigenen Erlebnissen. Der Moment der Schussabgabe ist aus genau einem Grund wirklich fordernd: Jagdfieber. Ich selbst jage erst ein paar Jahre, doch auch erfahrene JĂ€ger, die seit dreißig und mehr Jahren aktiv sind, erleben dieses PhĂ€nomen noch immer.

Zitat von meinem Jagdpraxis-Ausbilder Uwe, circa 70 Jahre alt und seit ĂŒber 40 Jahren JĂ€ger: „Wenn ich kein Jagdfieber mehr habe, dann hĂ€nge ich das Gewehr an den Nagel und kaufe mir ein Aquarium.“

Meiner Erfahrung nach setzt sich Jagdfieber aus zwei Dingen zusammen: Dem Verlangen an sich selbst, einen sauberen Schuss abzuliefern, also dem Tier möglichst wenig Leid zuzufĂŒgen, und dem Wissen darum, gleich ein Leben zu nehmen. WĂ€hrend Ersteres eine sehr gesunde Einstellung ist, ist Letzteres eine moralische Frage. Als JĂ€ger sind wir mit uns selbst ĂŒbereingekommen, dass wir bereit sind, einem Tier sein Leben zu nehmen. Wir tun das aus guten, wenn auch nicht immer denselben GrĂŒnden. NatĂŒrlich können wir unser Handeln nach innen und nach außen vertreten und sehen uns als JĂ€ger auf der rechten, moralisch vertretbaren und ökologisch korrekt handelnden Seite - eine Ansicht, die lĂ€ngst nicht jeder teilt. Das Ă€ndert aber alles nichts daran, dass das Töten das Überwinden einer Hemmschwelle voraussetzt, die aus sehr gutem Grund existiert.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu weit in philosophische Diskussionen und emotionale Schilderungen abdriften, daher zurĂŒck zur Schussabgabe an sich. Das Jagdfieber ist der Schussabgabe grundsĂ€tzlich nicht zutrĂ€glich. Bei meinem ersten Schuss auf ein Wildtier, als das Jagdfieber noch ganz besonders stark war und ich nicht erfahren darin, damit umzugehen, habe ich gezittert wie Espenlaub und das lag ganz sicher nicht an den sommerlichen Temperaturen. NatĂŒrlich gibt es aber Mittel und Wege, das Jagdfieber zu zĂŒgeln und dennoch einen sauberen Schuss abzugeben.

Das mit großem Abstand wichtigste Werkzeug ist Geduld. Frei nach dem Motto „Schießt du heut‘ nicht, schießt du morgen“ zwingt einen niemand dazu, den sich anbietenden Schuss tatsĂ€chlich abzugeben. Dieser Gedanke war bisher immer stark genug, mich ausreichend zu beruhigen.

Ebenso hilft es, im Kopf noch einmal die Dinge durchzugehen, ĂŒber die man sich zuvor Gedanken gemacht hat. „Ja, es ist ein FuchsrĂŒde und er hat grade keine Schonzeit. Nein, er versorgt auch sicher keinen Nachwuchs mehr. Ja, auf diese Entfernung habe ich schon oft geschossen und sauber getroffen (und sei es nur auf Scheiben).“ 
 Und so weiter. So sehr ich auch beschwören möchte, sich nicht zu ĂŒberschĂ€tzen, so sollte man sich auch auf die Dinge besinnen können, fĂŒr die man gearbeitet hat und auf die man sich verlassen kann, also das Ansprechen des Tieres, der sichere Umgang mit der Waffe, die eigenen Leistungen im Training etc.

Nach dem Schuss

Zwei Dinge sind nach dem Schuss ganz wichtig: Das Vorbereiten eines zweiten Schusses, um nötigenfalls nachschießen zu können und das genaue Beobachten der Anschussstelle, beziehungsweise des beschossenen Tieres, wenn es nicht im Knall liegt.

Worauf wir nun achten, ist die Reaktion des Wildes. Diese ist auch als Zeichnen bekannt. Wie erwĂ€hnt, wird es nicht immer vorkommen, dass das Wild sofort umfĂ€llt, noch ein paar Mal mit den LĂ€ufen schlĂ€gelt und verendet. In diesem Fall warten wir etwa fĂŒnf Minuten ab (die sprichwörtliche „ZigarettenlĂ€nge nach dem Schuss“), um dem Tier die Möglichkeit zu geben, in Ruhe zu verenden.

Zeichnen von Rehwild

Nachfolgend findet ihr eine Aufstellung von möglichen Reaktionen beschossenen Rehwildes und welche Implikationen sie geben.

  • Das StĂŒck macht einen Satz in die Luft und flieht dann rasch

  • Streifschuss unter dem Körper, die Flucht wird wahrscheinlich erfolgreich sein

  • Das StĂŒck fĂ€llt auf den RĂŒcken und kommt nicht mehr hoch, die LĂ€ufe schauen angewinkelt regungslos empor

  • Krellschuss, also zerstörtes RĂŒckgrat. Das Tier wird daran nicht verenden und muss erlöst werden. Entweder sofort nachschießen oder, wenn zum Beispiel in eine Senke gerutscht, das Tier aufsuchen und aus der NĂ€he erlösen.

  • Das StĂŒck hĂŒpft mit den HinterlĂ€ufen leicht empor und humpelt bei der anschließenden Flucht mit diesen

  • Hinterlaufschuss. Meist nicht tödlich. Wenn möglich nachschießen, ansonsten steht eine lange Nachsuche an.

  • Das StĂŒck humpelt bei der Flucht mit den VorderlĂ€ufen

  • Vorderlaufschuss. Meist nicht tödlich. Wenn möglich nachschießen, ansonsten steht eine lange Nachsuche an.

  • Das StĂŒck hĂ€lt das Haupt gesenkt und taumelt bei seiner eher langsamen Flucht

  • Streifschuss am Haupt. Das Tier wird vermutlich erfolgreich fliehen, wenn kein erfolgreicher Nachschuss abgegeben wird.

  • Das StĂŒck krĂŒmmt sich stark zusammen, flieht aber anschließend

  • Treffer in der Bauchhöhle. Auf lange Sicht meist tödlich, aber mit Leiden verbunden. Nachsuche kann erforderlich werden und kann sich sehr lange ziehen.

  • Das StĂŒck flieht in „gestrecktem Galopp“

  • Entweder wurde es verfehlt und ist gesund oder es handelt sich um einen Lungenschuss. In letzterem Fall wird die Flucht sehr kurz. Zur Unterscheidung den Anschuss untersuchen (siehe unten)

  • Das StĂŒck ĂŒberschlĂ€gt sich

  • Treffer Hochblatt (Lungen und GefĂ€ĂŸe). Sollte es ĂŒberhaupt noch mal hochkommen, wird die Flucht sehr kurz.

  • Das StĂŒck bĂ€umt sich vorn auf

  • Treffer Hochblatt (HerzkranzgefĂ€ĂŸe). Sollte eine Flucht folgen, wird diese sehr kurz. Andernfalls geht das StĂŒck direkt nieder.

  • Das StĂŒck flieht in einigen sehr flachen SĂ€tzen

  • Treffer Tiefblatt (Herz). Könnt ihr euch sicher selber denken.

  • Das StĂŒck bleibt einen Moment mit gespreizten LĂ€ufen und vorgestrecktem Haupt stehen, ehe es flieht

  • Möglicherweise Äserschuss (Schuss in den Kiefer). Das StĂŒck war in dem Fall wahrscheinlich vom Treffer zuerst benommen. Nachsuche zwingend erforderlich, aber mit sehr schlechten Erfolgsaussichten besetzt. Im schlechtesten Fall verendet das StĂŒck, indem es qualvoll verhungert. Um die Deutsche Jagdzeitung zu zitieren: „GebrechschĂŒsse sind ein Albtraum“.


Zeichnen von Schwarzwild

Und hier das gleiche noch mal fĂŒr Schwarzwild.

  • Der Keiler hiebt mit dem Gewaff mehrmals in die Luft

  • Er ist getroffen, liegt aber offenbar nicht im Knall. Das StĂŒck kann sehr plötzlich zusammenbrechen oder zu einer langen Flucht ansetzen. Weiter genau beobachten, wenn möglich und nötig nachschießen.

  • Das StĂŒck flieht mit tiefem Körper

  • Treffer in Herz oder Lunge. WĂ€hrend die Flucht hier bei Rehwild stets sehr kurz ist, kann Schwarzwild selbst mit einem Herztreffer noch einige hundert Meter machen. Dies geschieht, wenn das Herz nur peripher getroffen wurde (zum Beispiel durch einen Splitter), weiter schlĂ€gt und die Wunde durch die Laufbewegung immer wieder zugedrĂŒckt wird. Oft ist hier der weitere Schaden im Wildkörper zuerst tödlich oder es verblutet innerlich, wenn es zur Ruhe kommt (Wundbett).

  • Das StĂŒck krĂŒmmt sich stehend

  • Weidwundschuss (Treffer im Darm). Auch damit kann Schwarzwild noch unangenehm weit kommen. Wir reden hier ĂŒber Distanzen von 12 Kilometern und mehr. Wenn möglich nachschießen.

  • Das StĂŒck zieht einen Lauf an oder belastet ihn deutlich nicht

  • Laufschuss, nachschießen

  • Das StĂŒck verbleibt sitzend an Ort und Stelle und kann nicht aufstehen

  • Lendenwirbel oder Beckenknochen getroffen, nachschießen

  • StĂŒck ĂŒberschlĂ€gt sich in der Flucht

  • Treffer Hochblatt. Beim Hochblatt bewegt sich im Laufen weniger und es werden eher Lunge und GefĂ€ĂŸe zerstört, was durch zufĂ€lliges ZudrĂŒcken in der Bewegung nicht kompensiert wird. Kurze Flucht.

  • StĂŒck klappt den PĂŒrzel (Schweif) ab

  • Ein allgemeines Zeichen, dass das Schwarzwild getroffen wurde. Ein fliehendes StĂŒck Schwarzwild mit aufgestelltem PĂŒrzel ist meist gesund und wird höchstwahrscheinlich erfolgreich entkommen.


Untersuchen des Anschusses & Pirschzeichen

Wenn das Wild flieht und nicht im Sichtbereich des JÀgers zum Liegen kommt, ist es nötig, den Anschuss zu untersuchen. Hier findet man in der Regel einige sehr eindeutige Zeichen, wenn der Schuss mehr als einen Streiftreffer geliefert hat. Nachstehend eine Liste der möglichen Funde (Pirschzeichen) und wie sie zu deuten sind.

  • Hellroter, fast oranger, blasiger Schweiß (Blut)

  • Sauerstoffreicher Schweiß, Lungentreffer. Die Flucht wird kurz.

  • Himbeerroter, blasiger Schweiß, manchmal Herz- oder Lungenteile

  • Kammertreffer, die Flucht wird kurz.

  • Relativ heller Schweiß mit vielen Gewebeteilen

  • Möglicherweise Wildbretschuss, also Muskeltreffer. Nicht mit Kammerschuss verwechseln. Muss nachgesucht werden, hat aber schlechte Erfolgsaussichten.

  • GrĂŒnlicher Schweiß, möglicherweise mit StĂŒcken

  • Schweiß, gemischt mit Pansen- / Mageninhalt. Weicher Treffer, als Treffer im Verdauungstrakt. Kann eine lĂ€ngere Flucht werden, muss aber nicht. Nachsuche kann erforderlich sein und sich bei schlechtem Treffer auch lĂ€nger ziehen.

  • BrĂ€unlicher, grießiger Schweiß, möglicherweise mit StĂŒcken darin

  • Leberschuss oder Treffer der Leber durch einen Geschosssplitter. Lebertreffer können erstaunlich lange ĂŒberlebt werden, grade durch Schwarzwild, daher lange Flucht möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich (auch nicht bei Schwarzwild).

  • Sehr dunkler, fast schwarzer Schweiß, möglicherweise mit MilzstĂŒcken

  • Milztreffer. Die Milz ist schwarzgrau, sodass sich StĂŒcke auch im Anschuss gut erkennen lassen. Meist werden andere Organe mitgetroffen und die Flucht bleibt kurz.

  • Knochensplitter

  • Treffer eines oder mehrerer Knochen. Nie gut. Handelt es sich um hohle Knochen oder solche, die einen röhrenförmigen Hohlraum andeuten, liegt ein Laufschuss nahe. Auch Sehnen können gefunden werden. Schweiß bei Laufschuss kann hell oder dunkel sein und ist oft viel. Nicht mit Kammerschuss verwechseln! Flucht kann lang werden, Nachsuche unbedingt erforderlich. LaufschĂŒsse sind dem StĂŒck bei der Flucht in der Regel durch einen angezogenen Lauf deutlich anzusehen.

  • Schnitthaare und Hautfetzen

  • Vermutlich ein Streifschuss, hier gibt das Fluchtverhalten mehr Aufschluss. Mutet das StĂŒck bei seiner Flucht gesund an, ist eine erfolgreiche Flucht sehr wahrscheinlich.

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Nachsuche: Wundbett und Abfangen

In einer Nachsuche gestelltes Wild kann entweder auf der Flucht sein oder sich niedergelegt haben. In letzterem Fall sprechen wir von einem RĂŒckzug ins Wundbett. Um ein Tier nicht aus dem Wundbett wieder aufstehen zu lassen und eine Fortsetzung der Nachsuche zu provozieren, sollte diese möglichst still durchgefĂŒhrt werden. Der Hund ist bei der Nachsuche stets am Riemen zu fĂŒhren.

Aufgefundenes Schalenwild wird in der Regel durch den Fangschuss getötet und nur im Notfall durch die Blankwaffe. Federwild wird durch einen harten Schlag auf den Hinterkopf und Hasen mit einem krĂ€ftigen Handkantenschlag ins Genick erlöst, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines Stocks. Beides gilt als tierschutzgerecht, da das Tier bei korrekter AusfĂŒhrung, welche nicht besonders kompliziert ist, sofort erlöst wird. Manch einer kennt Ähnliches vielleicht vom Angeln.

Bergen

Ist das StĂŒck aufgefunden und verendet, geht es daran, das Tier zu verwerten. Eines gleich vorweg: Wild, das verendet aufgefunden wird, wird im absoluten Regelfall nicht mehr zum Verzehr verwertet, sondern höchstens zur Gewinnung von Leder und dergleichen. Sind die UmstĂ€nde des Todes von außen nicht zu erkennen, wie es bei einem Riss durch ein Raubtier der Fall wĂ€re, muss vor Ort von gefĂ€hrlichen UmstĂ€nden, wie Wildkrankheiten, möglicherweise sogar Zoonosen, ausgegangen werden.

Wurde das Wild hingegen just erlegt, ist es eine Quelle fĂŒr ein hervorragendes, reichhaltiges Lebensmittel und, man werfe einen Blick auf die Berufe KĂŒrschnerei und Lederverarbeitung, auch fĂŒr massig Handwerksmaterialien.

Oft kommt beschossenes Wild, nach kurzer oder lĂ€ngerer Flucht, in einer Dickung (Unterholz) zum Liegen. Hier kann das StĂŒck meist nicht weiter versorgt werden, sondern muss erst herausgezogen werden, sodass der JĂ€ger ausreichend Bewegungsfreiheit und uneingeschrĂ€nkte Sicht auf das StĂŒck hat. Das ist bei kleineren Tieren problemlos möglich, doch spĂ€testens bei ÜberlĂ€ufern des Schwarzwilds (einjĂ€hriges Schwarzwild) hört der Spaß auf. Wie schwer doch 30 Kilogramm sind, merkt man erst, wenn diese beim Bergen nicht mithelfen.

Hilfreich ist hier Werkzeug zum Bergen. Ich habe mir von einem Schlosser zwei S-förmige Haken zurechtmachen lassen, die an einem Ende angespitzt und am anderen Ende mit einer Öse versehen sind. Durch die Öse habe ich einen gewöhnlichen Spanngurt gezogen, den ich mir beim Bergen um den Oberkörper schlingen kann, um möglichst viel Kraft, auch durch mein Eigengewicht, aufbringen zu können. Der Haken wird im Unterkiefer des Tieres befestigt (klingt martialisch, aber dieser Teil ist sehr stabil!). Weiterer Vorteil hierbei: man zieht das StĂŒck mit der Wuchsrichtung des Fells. Zöge man entgegen dieser Richtung, wĂŒrde sich immer mehr Zeug am Tier ansammeln, was das Bergen unnötig erschwert. Die gleiche Methode kann verwendet werden, um aufgebrochenes Wild zum Weg hin zu ziehen und dort auf einen AnhĂ€nger oder, in Azeroth passender, einen Karren zu laden.

Aufbrechen

Kleiner Disclaimer: Der folgende Teil beschreibt den Umgang mit den Innereien etc. explizit. Wer sich davor ekelt, ist hoffentlich Vegetarier und hÀlt sich von Maldraxxus, Naxxramas und so weiter fern :wink:

Ist das Wild zugĂ€nglich gemacht, kann mit dem Aufbrechen begonnen werden. Dies bezeichnet das Öffnen des Tieres und die Entnahme der inneren Organe. Hierzu benötigt die arbeitende Person geschickte Finger, ein wirklich gutes Messer und, nach Möglichkeit, Einmalhandschuhe oder Handschuhe, die danach rĂŒckstandslos gesĂ€ubert werden können (also keine Stoffhandschuhe, sondern, in Azeroth, am besten flexibles Leder). Dies dient dem Infektionsschutz – es geht aber natĂŒrlich auch ohne.

WĂ€hrend des Aufbrechens sollte außerdem darauf geachtet werden, die Organe auf Anzeichen von Krankheiten zu untersuchen. Dies meint zum Beispiel, das Herz anzuschneiden, um WĂŒrmer darin feststellen zu können oder Leber und Milz auf VerĂ€nderungen der GrĂ¶ĂŸe und ebenfalls nach GrabkanĂ€len von WĂŒrmern zu untersuchen. Dies ist der zweite Teil der Fleischbeschau.

Das Aufbrechen ist notwendig, um die Gesundheit des Wilds vor Ort beurteilen zu können, um es leichter bergen zu können und da nach etwa einer halben Stunde die Darmbarriere bricht und sich Bakterien im gesamten Wildkörper ausbreiten können. Die inneren Organe stellen etwa ein Drittel des Gesamtgewichtes des Tieres dar.

Es gibt zwei allgemein akzeptierte Varianten, ein StĂŒck Schalenwild aufzubrechen, die in Deutschland als „Herkömmliche Methode“ und als „Skandinavisch-OsteuropĂ€ische Methode“ bezeichnet werden. Ich persönlich habe eine Methode erlernt, die Teile von beiden in sich vereint und werde hier vorrangig auf diese eingehen. Die Skandinavisch-OsteuropĂ€ische Methode kann auch im HĂ€ngen durchgefĂŒhrt werden.

Das Tier wird zum Aufbrechen auf den RĂŒcken gedreht und zunĂ€chst die Haut vom Brustbein bis zum Becken geöffnet. Dies muss, im Bauchraum, vorsichtig geschehen, um besonders die Verdauungsorgane nicht zu beschĂ€digen, was wiederum zur Verunreinigung des Wildbrets fĂŒhren könnte. Hilfreich ist es, im Bauchraum zwei Finger unter die zu öffnende Haut zu schieben und diese so etwas anzuheben, wĂ€hrend das Messer in die HandflĂ€che und den Handballen gelegt und von unten gegen die Bauchdecke gefĂŒhrt wird. So lĂ€sst sich die Gefahr unabsichtlicher SchĂ€den minimieren. AllergrĂ¶ĂŸte Vorsicht ist, aus naheliegenden GrĂŒnden, auch im Bereich der Blase geboten.

Ist das Tier soweit geöffnet, wird das Brustbein aufgetrennt. Ich selbst benutze dafĂŒr eine ganz normale Rosenschere, die bei Rehwild und Schwarzwild hinreichend funktioniert. Es gibt eine Technik, bei der man die Messerklinge auf dem Brustbein ansetzt und dieses mit gezieltem Druck auftrennen kann, aber weder beherrsche ich diese, noch kenne ich Jemanden, der das tut. Ist keine Schere zur Hand, tut es auch die Messerklinge, die mit Kraft durch den Knochen getrieben wird. Dies tut dem Messer allerdings nicht besonders gut und sollte in diesem Fall möglichst spĂ€t im Prozess gemacht werden, um vorher die nicht abgestumpfte Klinge fĂŒr die Feinarbeiten verwenden zu können.

Weiter geht es damit, den Beckenknochen (Schloss) zu öffnen. Auch hier hilft eine stabile Schere oder, wenn nicht anders möglich, ein sehr vorsichtig gefĂŒhrtes Messer. Danach wird der hintere Teil des Darms ausgelöst und dessen Ende außerhalb des Tierkörpers abgelegt. Dieser Teil ist eigentlich der schwierigste beim Aufbrechen, aber ich kann ihn hier, aufgrund der Forenregeln, nicht nĂ€her beschreiben. Googlet einfach mal nach dem Begriff Ringeln, im Zusammenhang mit Jagd.

Anschließend wird das Zwerchfell gelöst und alle Gewebeverbindungen, die die Organe mit dem restlichen Wildkörper verbinden, gelöst. Dies braucht durchaus etwas Zeit. Man arbeitet sich dabei von oben nach unten vor und sollte sich nicht davor scheuen, die Organe bei Bedarf auch mal hin und her zu schieben, um das nahe am RĂŒcken liegende Gewebe zu erreichen. Sind die Organe weitgehend abgelöst, öffnet man, vom bereits geöffneten Brustbein aus, den ganzen Weg bis zum Kehlkopf hinauf und löst anschließend Luft- und Speiseröhre ab. Bei der herkömmlichen Methode ist dies der erste Schritt, gefolgt vom Verknoten der Speiseröhre bei WiederkĂ€uern. Dies soll verhindern, dass wĂ€hrend der Arbeit Nahrungsreste aufsteigen. Ich mache dies nicht so und hatte noch nie Probleme damit.

Der letzte Teil ist noch mal ein Kraftakt. Man schnappt sich Luft- und Speiseröhre und beginnt, diese, sowie alles, was daran hĂ€ngt (also alle inneren Organe), herauszuziehen. Dabei steht man am selbst besten an den HinterlĂ€ufen. Die Gewebeverbindungen, die man bisher ĂŒbersehen hat (und man ĂŒbersieht immer welche
) lassen sich mit etwas Kraft lösen, wenn es nicht zu viele sind. Anschließend können noch Leber und Herz, so man denn möchte, zum Verzehr herausgeschnitten und eingepackt werden. Ich persönlich bin kein Fan von Leber, aber mein Schlachter mag Leberwurst, daher kriegt er die immer geschenkt. Wichtig ist dabei, die Gallenblase mit grĂ¶ĂŸtmöglicher Vorsicht von der Leber abzuziehen. Reißt diese an, ist die Leber nicht mehr genießbar. Die restlichen inneren Organe sind zu vergraben.

Andere Tiere verlangen eine etwas andere Form der Erstversorgung. Bei Hasen und Kaninchen muss als allererste Aktion die Blase ausgedrĂŒckt werden, ehe er ausgenommen wird. Bei der Ringeltaube und HĂŒhnervögeln hingegen muss unbedingt zuerst der Kropf entfernt werden, da der Inhalt sehr schnell sĂ€uert und sich hier Bakterien vermehren und von hier aus verbreiten können.

Bei Fleisch- und Allesfressern wird IRL zudem eine Trichinenbeschau durchgefĂŒhrt (siehe Wildkrankheiten). Inwiefern man das ins Rollenspiel in WoW einbauen möchte, kann sicher jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Alchemist einen solchen Test durchfĂŒhren kann. Generell steckt hinter der ganzen Untersuchung auf Krankheiten eine ganze Menge rechtlicher Voraussetzungen auf Bundes- und EU-Ebene, die einem JĂ€ger eine von mehreren Ebenen von Qualifikation zuspricht. In Azeroth kann man das sicherlich wesentlich einfacher halten, doch sollte ein JĂ€ger iC zumindest ein grundlegendes Maß an Kenntnissen ĂŒber Fleischbeschau und Krankheiten haben, insbesondere, wenn er mit seiner Arbeit eine Siedlung oder ein Lehen versorgt.

AbhÀngen und Zerwirken

Wild ist nach dem Erlegen zwar theoretisch sofort genussbereit, wird aber in der Regel ĂŒber einen bestimmten Zeitraum bei kĂŒhlen Temperaturen hĂ€ngengelassen, um zu reifen und seinen vollen, typischen Geschmack und eine optimale Konsistenz zu entwickeln. Die Zeitdauer reicht von 12 Stunden beim Hasen, bis hin zu 90 Stunden bei Rotwild. Das HerunterkĂŒhlen ist wichtig, um die Vermehrung von Bakterien zu verhindern. In Azeroth könnte man eine solche „KĂŒhlkammer“ sicherlich durch einen im Keller gelegenen Raum ohne Lichteinfall oder durch etwas Magie herstellen.

Bevor Wild in die KĂŒhlkammer kommt, wird es aus der Decke geschlagen (bei Schalenwild heißt das Fell Decke), abgebalgt (beim Fuchs heißt das Fell Balg) oder abgeschwartet (beim Dachs und beim Schwarzwild heißt das Fell Schwarte). Der Fuchs wird allerdings nur zur Verwendung des Balgs abgezogen, das Fleisch wird eher nicht verzehrt. Beim Fuchs sollte der Balg unbedingt vorher mit Wasser besprĂŒht werden, da darin Finnen des Fuchsbandwurms hĂ€ngen könnten, die ĂŒber die Atemluft aufgenommen werden und zu einer Infektion fĂŒhren können.

Hierzu wird das Wild an den HinterlĂ€ufen aufgehĂ€ngt und dort begonnen, die Haut abzulösen. Dieser Prozess ist aufwendig, muss aber erledigt werden. WĂ€hrend das Fell sicherlich an den örtlichen Lederverarbeiter oder, falls differenziert, Gerber weitergegeben werden kann, ist das Wild danach bereit fĂŒr die KĂŒhlkammer. Eine wichtige Ausnahme bildet Schalenwild (außer Rehwild) wĂ€hrend der Paarungszeit. Dieses ist entweder gar nicht zum Verzehr geeignet (Schwarzwild) oder erst nach mehrmonatigem Frosten (beispielsweise Brunfthirsch).

WĂ€hrend des AbhĂ€ngens kommt und geht die Totenstarre. Hierbei wird das in den Muskeln gespeicherte Glykogen (Speicherform von Kohlenhydraten, Ă€hnelt StĂ€rke) in MilchsĂ€ure umgewandelt. Sind etwa vier FĂŒnftel dieses Prozesses abgeschlossen, verhĂ€rten die Muskeln. Durch weitere, biochemische Prozesse löst sich diese VerhĂ€rtung wieder.

FrĂŒher hat man hĂ€ngendes Wild gebeizt, um den strengen Wildgeschmack zu mildern. Außerdem kam es zu Hautgout, einem FĂ€ulnisgeruch, der als edel und typisch verstanden wurde. Beides entsprang unsachgemĂ€ĂŸer Lagerung und ungesunder FĂ€ulnis des Wildbrets. In Azeroth wĂ€re es denkbar, dass dieses Fehldenken vorhanden ist.

Nach dem AbhĂ€ngen kann der Wildkörper zerlegt werden. Je nach Wildart kann dies eine sehr schweißtreibende Arbeit sein, die krĂ€ftige Werkzeuge voraussetzt. Meist wird zunĂ€chst das Haupt abgetrennt, ehe der weitere Wildkörper in seine Einzelteile zerlegt wird. Beim Rehwild sind dies beispielsweise zwei Keulen, zwei BlĂ€tter (Schultern), zwei WĂ€nde (TorsohĂ€lften), der TrĂ€ger (Hals), der RĂŒcken und das Haupt. Die besonders interessanten StĂŒcke sind dabei jene, die man auch bei Rewe an der Fleischtheke findet, wie Filets und Keulen. Je nach Situation des JĂ€gers und / oder seines Umfelds sind aber viele weitere Teile des Wilds prinzipiell essbar, wenn auch möglicherweise aufwĂ€ndiger zu gewinnen.

TrophÀen

Als Nebenprodukt der Jagd (oder fĂŒr Adel und co. vielleicht auch als Hauptprodukt) lassen sich von Wild TrophĂ€en gewinnen. Wenn diese nicht als Prestigeobjekte gezielt gejagt werden, dienen sie in der Regel als ErinnerungsstĂŒck an eine erfolgreiche Jagd. Ich persönlich hĂ€nge mir durchaus TrophĂ€en an die Wand. Diese sind auf ein StĂŒck Holz aufgesetzt, das in der RĂŒckseite einen Hohlraum fĂŒr die dazugehörige PatronenhĂŒlse und einen Zettel mit der Geschichte des Abschusses hat.

Meist werden Geweih-, Horn- oder GebisstrophĂ€en (Schwarzwild) Ă€hnlich prĂ€pariert. Wenn nötig und möglich, wird der die TrophĂ€e tragende Teil des SchĂ€dels abgesĂ€gt und dann ausgekocht, sodass die TrophĂ€e selbst leichter zu lösen. Das reicht von ca. 30 Minuten beim Gewaff des Keilers bis hin zu einem Tag bei Geweihen. TĂ€uscht euch nicht, dieser Prozess stinkt mitunter bestialisch! Vom SchĂ€del des Hirsches können dann Wildbret und Sehnen abgezogen werden, ehe der Knochen mit Wasserstoffperoxid gebleicht wird. Beim Keiler lĂ€sst sich das Gewaff nach dem Kochen relativ leicht auslösen. Daraufhin wird das Zahnmark entfernt und die ZĂ€hne langsam trocknen gelassen. Damit sie nicht reißen, werden sie vor dem Aufsetzen mit einem Zweikomponentenkleber mit Bienenwachs oder Paraffin gefĂŒllt. Das lĂ€sst sich bestimmt auch gut in WoW darstellen!

Andere TrophĂ€en sind beispielsweise der Hirschbart (BrunftmĂ€hne am TrĂ€ger), die Federn des Schwarzwilds (RĂŒckenhaare), auch als Saubart bezeichnet, sowie der Gamsbart. Bei Federwild werden auch Federn verwendet, die man oft am Hut des JĂ€gers wiederfindet.

Grade bei exotischeren Tieren in WoW kann man sicher kreativ werden, was die TrophĂ€en angeht. Da ist von Schuppen ĂŒber SĂ€belzĂ€hne bis hin zu Wespenstacheln sicher einiges möglich, denn in Azeroth mĂŒssen wir davon ausgehen, dass auch diese Tiere eine jagdliche Relevanz haben und nötigenfalls in ihrem Bestand reguliert werden mĂŒssen.



Quellen

  • „Vor und nach der JĂ€gerprĂŒfung“, 60. Auflage. ISBN: 9 783835 412842

  • „AnschĂŒsse bei Schwarzwild“ aus der Deutschen Jagdzeitung 5/2005

  • Eigene Erfahrung


Fragen und Antworten

  • Hier ist noch nichts los!
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ENDLICH ist er da.
Da ich den Inhalt ja schon kenne, hoffe ich, dass andere Leser genau so begeistert sind, wie ich.
FĂŒr mich ist es ein hilfreicher Guide, viel Wissen und viel Arbeit dahinter.

Danke dafĂŒr :purple_heart:

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Ich pack hier vorsichtshalber noch mal einen kleinen Platzhalter hin
 Man weiß ja nie!

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Love it.
Mehr muss ich nicht sagen.

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Joa, das is mal ein Guide.

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My disappointment is immeasurable and my day has been ruined.

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Ich werde weiterhin Tiere einfach in einem Feuerball verglĂŒhen lassen
 hat mich aber nicht daran gehindert das im Sticky hier und im Rollenspielforum zu verlinken. :wink:

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Ein sehr guter sehr ausfĂŒhrlicher Guide.

Mir persönlich fehlen wichtige Dinge wie

Jagdkosten. (Im RL Jagdpacht, Ausstattung etc. Pp. Jagen ist im RL ein sehr teueres zeitintensives Hobby. Wie verhÀlt es sich hierzu in wow?)
Jagdausstattung generell, was sollte man dabei haben? Hier könnte ein gnomisches NachtsichtgerÀte o. A. Hilfreich sein.
Wo ist ĂŒberhaupt die Trefferzone bei den einzelnen Tieren. Das finde ich persönlich noch sehr wichtigđŸŸ

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Danke dir :slight_smile:

Zu den Dingen, die dir fehlen: In einer Welt wie der World of Warcraft, wo schon im Elwynn Gefahren hinter jeder Ecke lauern, glaube ich nicht, dass Waffen und Munition ein herausragend wichtiger Kostenfaktor sind. Das dĂŒrften eher GĂŒter des ‚tĂ€glichen Bedarfs‘ sein. Ob PachtgebĂŒhren anfallen, hĂ€ngt natĂŒrlich davon ab, in welchem VerhĂ€ltnis die Jagd ausgeĂŒbt wird. Wird ein JĂ€ger fĂŒr ein Lehen eingestellt, wird der sicherlich nichts zahlen, um einfach nur dort arbeiten zu dĂŒrfen. Hingegen zwischen Landsherren und Einwohnern könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Abgabe fĂ€llig wird. Und, in anderen Völkern lĂ€uft das Ganze in vielen FĂ€llen sicher noch mal ganz anders und ggf. liberaler.

NachtsichtgerÀte und -zieloptiken, sowie Trefferzonen beim Wild habe ich mir notiert und ergÀnze ich die Tage :slight_smile:

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Love it! Tolle Arbeit, danke dafĂŒr. :purple_heart:

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Nachdem aus „die Tage“ ein paar mehr Tage geworden sind, habe ich den Guide nun doch noch um die Punkte ergĂ€nzt, die sich gewĂŒnscht wurden und die meines Erachtens fĂŒr das Thema relevant sind.

Da es zu den eben von mir bearbeiteten Themen gehört: Ich nehme gerne weitere Beispiele fĂŒr Möglichkeiten zur Nachtsicht (nebst Kaldorei-sein) entgegen, die fĂŒr Rollenspielcharaktere relevant sind, um sie im entsprechenden Absatz zu nennen. Besonders interessant wĂ€ren natĂŒrlich mechanische Sichthilfen, bspw. aus Quests.

Edit: Lieben Dank an Zasterpool, die mich auf die Quests ‚Infrarot = Infratot‘ und ‚Sie sind da draußen!‘ aufmerksam gemacht hat.

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Ein sehr ausfĂŒhrlicher Guide, der die meisten fachlichen Themen sehr gut abdeckt. :+1:t2:
Beim Thema waidgerechtigkeit gehen Meinungen oft sehr weit auseinander. Ich empfinde z.B. NachtsichtgerÀte als nicht waidgerecht. Aber ansonsten tolle Arbeit.

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Stimmt, ob eine bestimmte Sache waidgerecht ist oder nicht, sind Debatten, die mit diesem oder jenem Gegenstand immer mal wieder aufkommen und deren Schwerpunkt sich dann und wann verschiebt. Wie ich geschrieben hatte, gab es solche Diskussionen ja auch mal hinsichtlich jagdlicher Einrichtungen wie Leitern oder Zielfernrohren, die heute als selbstverstÀndlich angesehen werden.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Nacht- und WÀrmesichttechnik immer mehr an PopularitÀt gewinnen und irgendwann zum Inventar dazugehören. WÀrmesicht (an Drohnen) ist bei der Kitzrettung bspw. schon ein sehr wichtiges Tool.